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Mittwoch, 30. Januar 2019

Unsere Weihnachtsferien 2018/19

Bevor der Januar zuende geht, möchte ich wenigstens noch einen kurzen Abriss unserer Weihnachtsferien 2018/19 geben, so wie ich es auch die letzten Jahre gemacht habe. Es war das erste Weihnachten als getrennte Familie und wir müssen nun ausprobieren und einen Plan dafür entwickeln, wie wir solche Zeiten in den nächsten Jahren gestalten wollen. Diesmal haben wir den Weg einer gemeinsamen Reise gewählt und die Feiertage zusammen, aber nicht zuhause, sondern in einem vertrauten Ferienpark verbracht. Ich hatte vorher schon gesagt, dass ich viel unternehmen und wenig Leerlauf haben möchte, um die alten familiären Konflikte etwas zu umschiffen. Wir waren im letzten Jahr mehrmals für ein paar Tage als Familie verreist und das hat - mit vielen Unternehmungen - eigentlich immer gut geklappt. Diesmal war es aber etwas schwieriger, was an verschiedenen Umständen lag.

Wir sind gleich am ersten Ferientag losgefahren und nachmittags ins Schwimmbad des Ferienparks gegangen. Am nächsten Tag haben wir vormittags einen Ausflug gemacht und am Nachmittag (23.12.) kam der Weihnachtsmann samt Weihnachtswichtel ins Kinderhaus des Ferienparks. Meine Kinder finden das klasse, einen "echten" Weihnachtsmann zu sehen, weil sie diese Erfahrung zuhause nie hatten. Die Kleine war wieder hin und weg (siehe Wochenende in Bildern).


Am Heiligabend machten wir vormittags einen längeren Spaziergang und am Nachmittag dann unsere eigene Bescherung inkl. ausgiebigem Bespielen der Geschenke. Am 1. Weihnachtsfeiertag waren die Kinder vormittags im Kinderhaus spielen und nachmittags besuchten wir den Leipziger Zoo. Am 2. Weihnachtsfeiertag kamen meine Eltern zu Besuch in den Ferienpark und wir verbrachten den Tag zusammen. Kurioserweise hatte das Restaurant, in dem wir für's Mittagessen reserviert hatten, Stromausfall und wir mussten auf die Schnelle eine Alternative organisieren, da natürlich alle Vorräte schon aufgebraucht waren. Dann war der Kurzurlaub zuende und wir fuhren am nächsten Tag - nach einem Abstecher zum Völkerschlachtdenkmal - zurück nach Hause.


Insgesamt fand ich die Tage abwechslungsreich und eigentlich nicht stressig oder zumindest weniger stressig als in früheren Familienurlauben. Aber das Zusammensein war tatsächlich etwas zu lang und diesmal nicht so ganz einfach, was verschiedene Gründe hatte. Nach einigen Tagen schleifen sich bei allen doch wieder bestimmte Verhaltensmuster ein und so war es gut, dass der Urlaub nach 5 Tagen zuende war. Was die Kinder betrifft, so fiel uns deutlich auf, dass die Kleine in diesen Tagen aufblühte und sehr fröhlich war, während der Große eine seiner berühmt-berüchtigten "Kopf-Leer-Phasen" hatte, was wie immer etwas anstrengend war. Die Kleine genießt eben das Zusammensein der ganzen Familie, während der Große eher verwirrt ist.

Nach diesem Urlaub verbrachten die Kinder zwei Tage beim Papa und ich konnte in aller Seelenruhe auspacken, Wäsche waschen, die Einkaufsvorräte füllen und mich regenerieren. Eine sehr ungewohnte Erfahrung gerade in den Weihnachtsferien, die immer die Ferien mit der wenigsten Me-Time waren. Ich war ein Mal wunderbar entspannt nachmittags im Kino, bin im Dunkeln nach Hause gelaufen und fühlte mich herrlich frei und selbstbestimmt. Es ist definitiv ein anderes Gefühl, solche Me-Time auszukosten, wenn zuhause kein Stress, keine Verpflichtungen und kein schlechtes Gewissen wartet. So ähnlich fühlt sich für mich mein Freitagabend im Alltag an, über den ich ja gerade schrieb.

Am Samstag Nachmittag (29.12.) kamen die Kinder zu mir zurück und gleich stand die Übernachtung eines Freundes meines Großen an. Die Familie war leider im November aus dem Nachbarhaus weggezogen und meine Kinder freuten sich auf das Zusammensein mit dem Freund. Es war ein schöner Restnachmittag und Abend und ich schaffte es, ohne Nervenzusammenbrüche die drei Kinder ins Bett zu bringen. Bei der letzten Übernachtung eines Freundes hatte der Mann noch bei uns gewohnt und wir konnten uns aufteilen. Nun eben allein. Am nächsten Tag blieb der Freund noch bis zum frühen Nachmittag bei uns und ich ging dann mit den Kindern nochmal raus.

Dann stand schon der Silvestertag vor der Tür. Um 10 Uhr traf ein anderer Freund des Großen ein, der bis 17 Uhr bei uns blieb. Nachmittags stieß seine Familie dazu und wir machten schon ein klein wenig Knallerei und Feuerwerk im Park. Abends kam dann noch der Papa der Kinder für 2 Stunden zu uns und es war insgesamt ein gut gefüllter, aber durchaus entspannter Tag, der mich als alte Silvesterhasserin etwas mit diesem Tag versöhnte. Dann war das Jahr 2018 vorbei.

Am Neujahrstag holte der Papa die Kinder ab und sie waren von 11-17 Uhr bei ihm. Ich erhielt eine schmerzhafte Mitteilung, die mich komplett umwarf, und weinte fast den ganzen Tag. Ich machte einen langen Spaziergang allein. Am 2. und 3. Januar hatte ich noch Urlaub und die Kinder waren zuhause. Wir spielten viel, machten eine Radtour und besuchten das Neue Museum auf der Museumsinsel. Das stand schon lange auf meiner Liste, erstens war ich selbst noch nie dagewesen, seit es 2009 (wieder)eröffnet wurde, und zweitens wollte ich dem Großen unbedingt den Schatz des Priamos (bzw. was davon sich in Berlin befindet) zeigen, über dessen Geschichte wir oft sprechen. Die Kinder waren sehr interessiert und wir hielten uns tatsächlich 2,5 Stunden im Neuen Museum auf. Das hätte ich nicht gedacht! Zwischenzeitlich hatte es kurz geschneit, so dass wir danach noch ein wenig im Schnee spielten. Das war ein richtig schöner Tag und bleibt in Erinnerung.


Am Freitag ging ich dann schon wieder arbeiten und die Kleine vormittags in die Kita. Der Große genoss noch Exklusivzeit beim Papa und das letzte Ferienwochenende strukturierte sich genau wie unsere normalen Wochenenden (Samstag Papatag, Sonntag Mamatag). Ich selbst besuchte am Samstag eine Ausstellung und hatte damit wirklich viel kulturellen Input in diesen Ferien gehabt. Was mir fehlte, war ein abschließender gemeinsamer Besuch eines Weihnachtsmarktes, was eigentlich eine kleine Tradition bei uns ist, sich aber diesmal nicht einrichten ließ.

Insgesamt fand ich die Ferien sehr kurzweilig, abwechslungsreich und ausgeglichen. Mit den Kindern war es recht harmonisch und die Nervenzusammenbrüche der früheren Weihnachtsferien bleiben aus. Beim Großen merkt man auch, dass er nach den anstrengenden Schulwochen die lange Erholungszeit benötigte. Früher haben wir die Kinder, sobald es möglich war, wieder in die Kita/ den Hort gegeben. Jetzt scheint die freie Zeit zumindest für das Schulkind immer nötiger zu werden. Für mich war das diesmal auch schön, sie noch ein paar Tage zuhause zu haben. Ich war tatsächlich erholt nach diesen Ferien, und auch wenn meine emotionale Verfassung seit dem Neujahrstag richtig bescheiden war, habe ich versucht, den Kindern schöne Tage zu ermöglichen.

Nächstes Weihnachten werden wir eine solche Reise aber vermutlich nicht mehr machen, was für mich bedeutet, dass ich nicht mit den Kindern wegfahren kann, denn sie sollen ja ihren Papa auch an den Weihnachtstagen sehen. Mal schauen, wie wir das dann aufteilen werden. Für solche Anlässe muss jede Familie - ob getrennt oder nicht - ihren eigenen Modus finden. Ich finde es prinzipiell schön und wertvoll, wenn man auch als getrennte Familie noch Dinge zusammen unternimmt, sofern alle Seiten das wollen und kooperieren. Aber ich kann mittlerweile auch die Zeit allein mit den Kindern besser genießen als früher. Und wenn dann noch genügend Me-Time abfällt, dann bin ich ausgeglichen und zufrieden. So, das war mein kleiner Rückblick auf unsere Weihnachtsferien.

Wie es früher war:

Unsere Weihnachtsferien 2017

Unsere Weihnachtsferien 2016

Unsere Weihnachtsferien 2015

Unsere Weihnachtsferien 2014

Samstag, 5. Januar 2019

WMDEDGT? am 5. Januar 2019 - Fast Ende der Weihnachtsferien

Heute ist der 5. des Monats und somit heißt es im Rahmen der bekannten Bloggeraktion wieder einmal: "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" Es ist der vorletzte Tag der Weihnachtsferien, am Montag beginnt der richtige Alltag wieder. Ich war aber gestern schon wieder arbeiten und die Kleine halbtags in der Kita. Die Kinder sind heute beim Papa, wie meist samstags. Ich habe somit kinderfrei und das heißt, Putztag und Me-Time, wenn ich es schaffe. Heute habe ich es tatsächlich in eine Ausstellung geschafft!


6:00 Uhr

Ich wache auf, obwohl kein Wecker klingelt und keine Kinder da sind. Die Nacht war bescheiden, ich habe schlecht geschlafen, viel geweint und lag wach. Mir geht es im Moment total mies, ich bin am Boden zerstört und komplett aus meiner Stabilität geworfen, seit einer Mitteilung am Neujahrstag, die mich unglaublich schmerzt und die ich kaum verarbeiten kann. Dass sie mich so mitnimmt, erstaunt mich selbst, aber so verzweifelt, traurig, hoffnungslos und voller Schmerz war ich wirklich seit ganz vielen Jahren nicht mehr. So hat das Jahr überhaupt nicht schön begonnen und ich hoffe, dass ich mich mit der Zeit wieder etwas zusammenflicken kann. Ich liege eine Weile wach, döse wieder ein und wache dann um kurz nach 8 Uhr wieder auf. Ich fühle mich wie durch den Kakao gezogen und frühstücke erstmal in Ruhe.

9:00 Uhr

Ich räume die ganze Weihnachtsdeko weg, packe alles in Kisten, putze und bringe die Kartons in den Keller. Allein geht das super schnell, aber ich finde es erstaunlich, dass die Weihnachtszeit auch schon wieder vorbei ist. Zum Trost habe ich mir schon einen Topf Narzissen gekauft - der Frühling kommt. Danach sauge ich die ganze Wohnung und hänge Wäsche auf. Alles geht schnell von der Hand, wenn man allein ist. Aber man darf nicht vergessen, dass ich eben auch mehr zu tun habe, weil ich alles allein machen muss. Zwischendurch muss ich immer wieder weinen.


11:30 Uhr

Ich bin erstmal fertig und entschließe mich, in die Innenstadt zu fahren und eine Ausstellung zu besuchen, die morgen endet. Wenn der richtige Alltag wieder beginnt, habe ich dafür meist keine Energie. Ich fahre und laufe zum Deutschen Historischen Museum, wo ich früher mal zeitweise gearbeitet habe, und schaue mir die Ausstellung "Europa und das Meer" an, die eine Freundin von mir mit-kuratiert hat. Spannend und nicht zu groß, nach einer Stunde bin ich durch.



13:00 Uhr

Danach bummle ich noch ein wenig an der Spree entlang, esse eine Bratwurst, lausche einem Musiker auf der Friedrichsbrücke und fahre dann mit der Straßenbahn wieder Richtung Heimat, steige am Park aus und spaziere durch den Park nach Hause. So habe ich frische Luft und Bewegung gehabt, den Kopf gefüttert und mich von dem Schmerz, der mich zuhause überfällt, etwas abgelenkt. Obwohl draußen auch oft noch die Tränen kommen.

15:30 Uhr

Ich bin wieder zuhause, räume noch ein wenig, trinke Kaffee und fange diesen Post an.

16:30 Uhr

Meine Rewe-Lieferung kommt, die mir heute den Wochenendeinkauf erspart hat. Damit sind wir für den Alltagsstart wieder gut gerüstet. Ich räume alles aus und freue mich wie immer, dass ich nichts in den 2. Stock schleppen musste.



17:30 Uhr

Die Kinder kommen vom Papa wieder und gleich ist Trubel in der Bude. Sie beobachten noch kurz einen Kindergeburtstag mit Lagerfeuer im Nachbarsgarten. Wir essen Abendbrot, sie haben ihre Medienzeit und dann bringe ich sie ins Bett.

20:00 Uhr

Feierabend bzw. Blog-Zeit.

Habt einen schönen Sonntag und einen guten Alltagsstart am Montag wieder!


Mehr #wmdedgt gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

Mein letztes WMDEDGT? findet ihr hier. 

Sonntag, 30. Dezember 2018

Mein Jahresrückblick 2018

In guter "alter" Tradition schreibe ich wieder unseren Jahresrückblick und verlinke die wichtigsten Beiträge jedes Monats. 2018 war geprägt durch die Trennung unserer Familie im Februar, die zwar viele Veränderungen mit sich brachte, aber im Großen und Ganzen gut gemeistert wurde, und einen megatollen, langen Sommer, der uns viel Zeit im Garten bescherte, was ich im Vorjahr schmerzlich vermisst hatte. Das Jahr empfand ich trotzdem als sehr durchwachsen, einiges war einfacher, einiges schwieriger. Ich hatte viele, teilweise wochenlange gesundheitliche Probleme, obwohl ich selten mal so richtig krank war. Das macht mir schon Sorgen, denn jünger wird man leider nicht und die Kinder brauchen mich ja doch noch recht intensiv. Gegen Ende des Jahres wuchsen mir neben dem Stress auf der Arbeit auch die Dinge, die ich jetzt alle allein zu regeln habe, ziemlich über den Kopf und ich war am Anschlag. Auch die Kinder gingen zuletzt auf dem Zahnfleisch. Ich hoffe, dass es im nächsten Jahr erstmal etwas ruhiger wird, auf allen Ebenen.

Im Januar hatten wir die Weihnachtsferien gut überstanden, ich veröffentlichte ein Interview mit den Wunschkind-Autorinnen zu ihrem im März erscheinenden neuen Buch und wir verbrachten einen total schönen Exklusivtag mit dem Großen, der ihn glücklich machte.

Im Februar waren wir alle (bis auf die Kleine) krank und fast parallel fand die Trennung unserer Familie statt, über die ich allerdings erst im Juli ausführlich berichtete. Ich schrieb über den rasanten Alltag mit einem Schulkind und einen Rückblick auf meine beiden Elternzeiten.

Im März wurde der Große 7 Jahre alt, ich rezensierte das tolle Buch von Mary Sheedy Kurcinka, was dieses Jahr einer meiner meistgelesenen Texte war, und berichtete über den ersten Kinobesuch der Kleinen, der in einem früheren Alter stattfand als beim Großen, weil sie einfach ein anderer Typ ist. In den Osterferien war ich allein mit den Kindern im Urlaub und das klappte im Großen und Ganzen recht gut.

Im April waren die Großeltern zu ihrem einzigen Besuch hier. Ich schrieb ziemlich spontan eine Rezension des neuen Buches von Susanne Mierau über Schreibabys und erzählte von den kleinen Botschaften, die mein Großer mir zukommen lässt, seitdem er schreiben kann. Nach Ostern begann der Mega-Sommer 2018, den ich sehr genossen habe. Der Balkon und der Garten wurden endlich mal wieder richtig ausgenutzt!

Im Mai feierte die Kleine ihren 5. Geburtstag. Danach war ihre Kita geschlossen und ich unternahm mit ihr einen kleinen Städtetrip nach Potsdam mit Übernachtung. Unmittelbar im Anschluss erlitt die Kita einen Wasserschaden und die Kleine war den ganzen Sommer über in Notbetreuung im Kita-Garten (im Freien), worüber wir sehr dankbar waren, da uns die mehrstündige Fahrerei in Ersatzkitas damit erspart blieb. Ende Mai fuhr die Kleine auf ihre erste Kitafahrt. Ich rezensierte das neue Buch der Wunschkind-Autorinnen "Gelassen durch die Jahre 5 bis 10".

Im Juni gab es viele Termine zum Schuljahresende, u.a. eine tolle Theateraufführung der Klasse des Großen. Die Kleine hatte ihre U9 und ich schaute den Film "Tully" im Kino, der mich aufwühlte. Und das lange erwartete, Ende Mai erschienene Buch von Nora Imlau zu gefühlsstarken Kindern wurde von mir vorgestellt und empfohlen.

Im Juli endete das erste Schuljahr des Großen, ich berichtete endlich über die Trennung und die ersten Monate als alleinerziehende Mama und danach fuhren wir in unseren Sommerurlaub, der teilweise allein mit den Kindern, teilweise als Familie zusammen stattfand. Das Wetter war wirklich megatoll und es war ein richtig entspannter und erholsamer Urlaub. Ich feierte meinen Geburtstag und die Zahl machte mich erneut bange.

Im August begann für meinen Großen das zweite Schuljahr und für meine Kleine das Vorschuljahr. Ich berichtete ausführlich, wie wir die Sommerferien mit Urlaub und Betreuung strukturiert hatten, nachdem ich mich ausgiebig über einige Blogposts von nicht berufstätigen Eltern geärgert hatte, die ihre Kinder die ganzen Ferien über zuhause behalten konnten und dies als Normal- (und Ideal-)zustand propagierten. Desweiteren hatte ich ein Exklusiv-Wochenende mit dem Großen, da die Kleine mit dem Papa verreist war.

Im September schrieb ich darüber, dass das mehr als 7 Jahre dauernde Thema "Einschlafbegleitung" nun überraschend für mich beendet war. Auch die Kleine schlief nämlich seit dem Sommerurlaub  allein mit einem Hörbuch ein, was mich abends sehr entlastete. Außerdem rezensierte ich ein neues Buch über hochsensible Kinder. Gesundheitlich begann leider eine schlechte Phase, die bis Mitte November anhielt.

Im Oktober meldeten wir die Kleine an der Grundschule des Großen an und ich teilte meine Tagebuchaufzeichnungen über die allerersten Tage als Alleinerziehende mit euch. In den Herbstferien fuhr ich mit den Kindern allein weg, was diesmal recht anstrengend war und mich bis heute an einem erneuten Urlaub allein mit ihnen zweifeln lässt.

Im November berichtete ich über eine Situation, die sich aus der Trennung ergab und in der es um gesundheitliche Entscheidungen ging, und bat um eure Meinung. Die Kita der Kleinen wurde 5 Monate nach dem Wasserschaden wieder bezugsfertig und ich feierte meinen 4. Blog-Geburtstag. Außerdem zog Ende des Monats eine liebe Familie aus dem Nachbarhaus weg, die wir zwar erst seit kurzem kannten, die aber nicht nur für die Kinderfreundschaften wichtig, sondern auch für mich eine Entlastung und Sicherheit beim Allein-Wohnen bedeutete.

Im Dezember gingen die Kinder und ich auf dem Zahnfleisch, es gab viele Jahresendtermine, viel Stress auf der Arbeit und zuhause, und für jede bearbeitete Baustelle taten sich zwei neue auf. Ich schrieb über meine Wünsche für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, stellte euch die Weihnachtsgeschenke für meine Kinder vor und protokollierte seit langem wieder einmal ein Wochenende in Bildern aus unserem Weihnachtsurlaub, den wir alle zusammen auswärts verbrachten, was nicht so ganz einfach war. Nun entspannen wir die letzten Tage des Jahres zuhause und starten hoffentlich erholt ins neue Jahr 2019.


Ich hoffe sehr, dass 2019 für uns und besonders für mich ein glücklicheres Jahr wird. Ich fühle mich gerade wie in einer Sackgasse, merke, wie ich immer älter werde und leider nicht soviel beeinflussen und steuern kann, wie ich gern möchte. Das ist ernüchternd und trägt nicht gerade zu einer positiven Grundstimmung bei. Nichtsdestotrotz muss ich stark sein für die Kinder und ihnen Sicherheit und Positivität vermitteln. Eine Gratwanderung.

Meine Tochter wird 2019 eingeschult und das wird nochmal einiges an Veränderungen, aber auch Erleichterung bringen. Unser äußerer Rahmen ist stabil, innen drin sieht es phasenweise schon anders aus. Ich wünsche mir sehr, dass sich manches zum Guten wendet und der Rest so bleibt wie bisher. Und hier meine Twitter-Wünsche für 2019:


Ich wünsche euch einen guten Rutsch und ein gesundes, zufriedenes und erfüllendes Jahr 2019!

Hier findet ihr meinen Jahresrückblick 2017.


Sonntag, 23. Dezember 2018

Unser Wochenende in Bildern 22./ 23. Dezember 2018 - Weihnachtsurlaub

Endlich gibt es wiedermal ein Wochenende in Bildern von mir! Wir sind im Weihnachtsurlaub und hoffen auf ein wenig Erholung von den anstrengenden letzten Wochen.

Samstag

Die Kinder sind beim Papa und ich habe noch kinderfrei bis zu unserer Abfahrt mittags, genieße mein Frühstück in aller Ruhe und packe die restlichen Dinge für den Urlaub zusammen. Den Großteil habe ich schon am Freitag erledigt, dafür hatte ich mir extra frei genommen, sonst hätte ich alle anstehenden Aufgaben kaum geschafft. Aber es fällt tatsächlich immer noch so einiges bis zur Abfahrt an. Die Weihnachtsgeschenke bringe ich schon runter und verstecke sie im Hausflur, damit der Papa der Kinder sie heimlich ins Auto bringen kann, wenn sie kommen.

Ich bin gerade unten, als unsere Nachbarsfreunde, die vor kurzem weggezogen sind, in ihrer alten Wohnung vorbeischauen. Die Freude ist groß und kurz darauf kommen auch meine Kinder mit dem Papa. Natürlich wird sofort noch ein paar Minuten im Hausgarten gespielt, solange wir das Gepäck ins Auto einladen.

Keine 5 Minuten vor unserer Abfahrt sehe ich am Ende der Straße die Postbotin und renne ihr entgegen, denn ich warte schon seit Tagen auf ein Weihnachtsgeschenk, das für meine Eltern bestimmt ist. Großes Glück, es ist tatsächlich mit dabei! Nun können wir losfahren. Wir fahren wieder in unseren Stamm-Ferienpark, wo ich zuletzt in den Osterferien allein mit den Kindern
 war. Diesmal alle zusammen. Es ist der Versuch, die schwierige Situation des ersten Weihnachtens als getrennte Familie zu überbrücken. Mal sehen, ob das klappen wird.

Wir kommen gut über die Autobahn und können unsere Ferienwohnung sofort beziehen. Die Kinder freuen sich über die vertraute Umgebung und begrüßen gleich die Betreuerinnen im Kinderhaus. Leider fehlt unser bestellter Weihnachtsbaum, aber er war lediglich im falschen Appartment aufgestellt. Also noch eine kleine Umräumaktion und dann konnten die Kinder sich schon ans Schmücken machen. Sehr sehr schön!



Am späten Nachmittag wollen wir unbedingt noch ins Schwimmbecken gehen, da dieses über die Weihnachtstage leider geschlossen ist. Wir sind die einzigen Gäste und es ist total entspannt. So macht Schwimmbad Spaß! Der Papa bringt dann noch heimlich zwei kleine Geschenke für die Kinder zur Rezeption, denn morgen kommt im Kinderhaus schon der Weihnachtsmann und der will natürlich versorgt sein:-). Nach dem Abendbrot geht es ins Bett. Die Kleine tut sich überraschend schwer damit, vom Papa ins Bett gebracht zu werden, was überhaupt kein Problem ist, wenn die Kinder bei ihm sind. Doch sobald Mama verfügbar ist, wird diese vorgezogen. Auch noch mit 5 1/2 Jahren. Es klappt aber dann doch noch...


Sonntag

Der Große und ich haben sehr schlecht geschlafen, die erste Nacht im Urlaub ist oft schwierig. Er steht schon kurz vor 6 Uhr auf, obwohl ich ihm extra eingeschärft habe, auszuschlafen, und hat dementsprechend von morgens an schlechte Laune. Die Kinder holen Brötchen und nach dem Frühstück wollen wir in den kostenlosen Wildpark fahren. Leider ist das Anziehen seit langem wieder einmal extrem schwierig für den Großen und wir fühlen uns an frühere Strapazen erinnert.

Zum Glück ist die Fahrt in den Wildpark kurz und wir drehen unsere Spazierrunde. Das Wetter ist okay und wir können viel frische Luft schnappen. Im Wildpark gibt es Rehe, Wildschweine, Mufflons, Luchse, Bisons, Elche und viele Kleintiere zu sehen. Auch füttern darf man. Leider ist die Stimmung durchwachsen und eine zerrissene Jacke macht es nicht besser. Heute hakt es irgendwie ziemlich. Wir essen noch Mittag in der hiesigen Gaststätte und fahren dann wieder zurück in den Ferienpark, wo wir Mittagspause machen.




Am Nachmittag haben wir uns im Kinderhaus für einen weihnachtlichen Bastelnachmittag mit abschließendem Besuch des Weihnachtsmannes angemeldet. Es regnet auch und wir sind dankbar für das Angebot. Wir geben die Kinder um 15:30 Uhr im Kinderhaus ab und sie basteln sich quer durch das Sortiment. Um 17:15 Uhr stoßen wir selbst wieder dazu, denn der Weihnachtsmann hat sich für heute schon angekündigt.


Tatsächlich kommt der Weihnachtsmann um 17:30 Uhr ins Kinderhaus. Die Kleine ist total aus dem Häuschen und auch der Große hat noch Respekt. Leider bleiben wir diesmal die einzige Familie; im letzten Jahr gab es eine große Runde und alle Anwesenden mussten ein Lied singen bzw. ein Gedicht aufsagen. Das war damals eine schöne Stimmung. Vermutlich ist es für manche schwierig zu vermitteln, warum heute schon ein Weihnachtsmann kommt. Ist ja auch ungünstig geplant. Im Vergleich zum letzten Jahr geht es diesmal ganz schnell und unsere Kinder bekommen ihr Geschenk (das wir vorher heimlich an der Rezeption abgegeben haben).


Sie freuen sich und bauen bzw. spielen in der Ferienwohnung. Der Große wirkt aber ziemlich durch den Wind und überhaupt sind alle sehr müde, so dass wir früh ins Bett gehen. Denn morgen ist Heiligabend! Frohe Weihnachten für euch alle!

Mehr Wochenenden in Bildern (#wib) findet ihr seit kurzem bei Große Köpfe.

Und mein letztes WiB aus dem August gibt es hier.

Samstag, 15. Dezember 2018

Meine Faktoren für eine bessere Vereinbarkeit (Blogparade #Arbeitgeberwunsch)

Auf dem Blog Große Köpfe wird in einer Blogparade danach gefragt, welche Bedingungen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und - nicht zu vergessen - auch die eigene Work-Life-Balance verbessern könnten und was unser #Arbeitgeberwunsch zu Weihnachten wäre. Naturgemäß hängen solche Vorschläge und Wünsche sehr stark von der eigenen Situation ab und sind individuell verschieden. Mit Sicherheit kristallisieren sich aber in den Texten zu diesem Thema doch gewisse Gemeinsamkeiten heraus, denn wir alle kämpfen doch mehr oder weniger mit ähnlichen Problemen.

Meine persönliche Vereinbarkeit, meine Zufriedenheit und meine Belastungssituation würden folgende drei Faktoren aktuell bzw. generell positiv beeinflussen:

1. Home Office

2. Karenztage bei Kindkrank

3. Möglichkeit, flexibel Stunden zu erhöhen oder zu reduzieren, je nach aktueller Situation

Zu meinen Rahmenbedingungen:

Ich bin alleinerziehend, habe 2 Kinder (7 und 5 Jahre), die noch Begleitung zur Kita und Schule und nachmittags sowie in den Ferien/ an Schließtagen eine Betreuung benötigen, die ich also noch nicht länger allein lassen kann. Meine Tochter kommt nächstes Jahr in die Schule, so dass dann zumindest der Weg von und zur Kita wegfallen wird. Wir haben keinerlei sonstige Entlastung durch Großeltern, Babysitter o.ä. vor Ort, d.h. niemanden, der beispielsweise einen festen Nachmittag in der Woche übernehmen kann, und auch niemanden, der spontan eingesetzt werden kann, wenn ein Kind krank wird oder Termine anstehen. Das ist nicht nur ein persönlicher Umstand, sondern entscheidend bei der Planung unserer Arbeitszeiten. Zum Glück müssen wir beide beruflich nicht reisen, das wäre organisatorisch kaum zu stemmen.

Ich arbeite in Teilzeit an 4 von 5 Tagen und habe einen grundsätzlich familienfreundlichen Arbeitgeber. Bei uns wurden Elternzeitvereinbarungen eingehalten, auf die Wünsche der ArbeitnehmerInnen eingegangen und auch eine gewisse Flexibilität ist gegeben. Auch der Arbeitgeber des Papas der Kinder ist grundsätzlich familienfreundlich. Er arbeitet ebenfalls in Teilzeit, allerdings an 4 von 5 Tagen voll, und bringt morgens die Kinder in ihre Einrichtungen. Ich dagegen hole sie nachmittags (oder auch früher, falls nötig) ab und übernehme die komplette Nachmittags- und Abendbetreuung allein.

Die Ferienzeiten und Schließtage werden wir uns im nächsten Jahr weitestgehend aufteilen, wodurch diese fast komplett abgedeckt sein werden. Daneben können die Kinder natürlich auch den Ferienhort besuchen. Auch die Krankentage der Kinder teilen wir uns möglichst gleichberechtigt auf, wobei jeder von uns bestimmte Tage hat, an denen es ungünstig ist, auf der Arbeit zu fehlen. Ich kann statt vormittags auch nachmittags arbeiten, wenn der Papa nachmittags die Krankenbetreuung übernimmt. Umgekehrt funktioniert das leider nicht, der Papa der Kinder hat vormittags Präsenzpflicht. Es ist bei uns beiden aktuell nicht möglich, im Home Office zu arbeiten. Dies empfinde besonders ich als sehr einschränkend.

Bildquelle: Pixabay

Probleme und Lösungen:

Für mich existieren im Moment folgende Probleme: ich kann meine Wochenarbeitszeit aktuell nicht wesentlich erhöhen, da die Kinder noch nicht unabhängig und selbstständig genug sind und ich nachmittags bei ihnen sein muss. Die Möglichkeit des Home Office würde hier Abhilfe schaffen. Auch bin ich ein Mensch, der gern in Ruhe und allein arbeitet. Home Office würde mir also nicht nur in organisatorischer Hinsicht helfen, sondern auch meinem Arbeitstyp entsprechen. Ich wünsche mir mindestens einen Home Office-Tag pro Woche sowie die Option, flexibel und spontan von zuhause aus zu arbeiten. Bei Krankheit der Kinder würde ich Home Office allerdings nur im Notfall wahrnehmen, denn kranke Kinder benötigen in der Regel umfängliche Betreuung, so dass an ein konzentriertes Arbeiten meist nicht zu denken ist. Dies gilt für mich persönlich übrigens generell: in Anwesenheit der Kinder kann ich (bisher) nicht konzentriert einer Tätigkeit nachgehen, da sie sich selten länger selbst beschäftigen. Home Office wäre also für mich aktuell keine Option, um Schließtage oder Ferienzeiten zu überbrücken, sondern würde es mir ermöglichen, meine Wochenarbeitszeit zu erhöhen, um meine finanzielle Situation als Alleinerziehende zu verbessern, und hätte großen Einfluss auf meine individuelle Zufriedenheit, meine Work-Life-Balance. Leider aktuell nicht möglich.

Bei Krankheit der Kinder wäre es eine große Erleichterung, wenn man genau wie bei Arbeitnehmern Karenztage zur Verfügung hätte, an denen man die Kinder zuhause betreuen kann, ohne einen Krankenschein dafür beim Arbeitgeber und der Krankenkasse einreichen zu müssen. Dies ist in meinen Augen eine Problematik, derer sich der Gesetzgeber annehmen müsste. Meine Kinder sind beispielsweise - ähnlich wie ich - selten richtig schlimm krank, sondern manchmal einfach leicht angeschlagen und würden nur 2 Tage zur Erholung zuhause benötigen, um wieder fit zu sein. Dies können wir im Moment an unseren Arbeitstagen nicht möglich machen, da wir uns sonst stundenlang ins Wartezimmer des Kinderarztes setzen müssten und mit mehr Krankheiten nach Hause kommen würde, als mit denen wir hingegangen sind. Wir lösen das so, dass ich das jeweilige Kind dann früher abhole, damit es sich wenigstens nachmittags regenerieren kann, was wiederum zu Lasten meiner Arbeitszeit geht. Ich würde mir wünschen, meine Kinder einfach ein/zwei Tage ohne Krankenschein zuhause behalten zu können, wenn ich deutlich merke, dass sie am Limit oder schon angeschlagen sind. Das würde auch die vollen Wartezimmer bei Kinderärzten reduzieren sowie für deutlich weniger Druck bei Eltern sorgen.

Der dritte Faktor, der nicht nur meine persönliche Vereinbarkeitssituation, sondern sicherlich auch die vieler anderer Eltern, vor allem von Müttern, verbessern würde, wäre die Option, die individuelle Wochenarbeitszeit flexibel und unbürokratisch anzupassen, je nach aktueller Situation. An meinem Beispiel: nach der Trennung unserer Familie bat ich (um meine finanzielle Situation zu verbessern) um eine leichte Stundenerhöhung, die auch gewährt wurde. Sobald beide Kinder in der Schule sind und nicht mehr begleitet und abgeholt werden müssen, würde ich natürlich gern nochmal Stunden erhöhen. Darauf habe ich aber keinen Anspruch, sondern bin auf das Wohlwollen des Arbeitgebers angewiesen. Bei anderen führt vielleicht die Notwendigkeit, kranke und alte Eltern betreuen zu müssen, zu dem Wunsch nach einer Stundenreduzierung. Je nach aktueller Lebenssituation wäre es wünschenswert, wenn man dann seine Arbeitssituation flexibel anpassen könnte. Dazu sind natürlich auf Arbeitgeberseite Kompromisse und Zugeständnisse nötig. Eventuell muss Arbeit umverteilt, effizienter gestaltet oder neu geschaffen werden. Solche Prozesse sind nicht immer einfach, auch für die Kollegen nicht. Ich denke dennoch, dass diese Möglichkeit die Zufriedenheit von vielen Arbeitnehmern, besonders von Eltern mit kleinen und größer werdenden Kindern, erhöhen wird.

Grundsätzlich würde ich als teilzeitarbeitende Mama mir wünschen, dass Teilzeitarbeit nicht nur anerkannt, sondern auch gewürdigt und leistungsgerecht bezahlt wird. Denn Arbeitnehmer, die mehr Stunden präsent auf der Arbeitsstelle sind, sind nicht automatisch effizienter, im Gegenteil. Ich denke, diese Erfahrung werden die meisten teilen. Wir Teilzeitarbeitende sind ein vollwertiger Bestandteil der Berufswelt und benötigen in spezifischen Lebensphasen soviel Unterstützung von außen wie möglich. Dazu würden die oben genannten Faktoren eindeutig beitragen.

Mehr Texte der Blogparade #Arbeitgeberwunsch findet ihr hier.

Montag, 5. November 2018

WMDEDGT? am 5. November 2018 - Erster Schultag nach den Herbstferien

Heute ist der 5. des Monats und somit heißt es wieder einmal: "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?". Die Herbstferien sind zuende und ich glaube, der Große hat sich gut erholt, auch wenn sein Wochenende mit 2 Kindergeburtstagen etwas anstrengend war. Heute geht also der normale Schulalltag wieder los.

6:30 Uhr

Ich habe wiedermal schlecht geschlafen, obwohl ich extra früh ins Bett gegangen bin. Ich stehe auf, mache mich fertig, bereite die Brotdose für den Großen und das Frühstück vor und wecke dann die Kinder. Wir frühstücken und ziehen uns an, alles klappt relativ gut, ich bin wie leider sehr oft in den letzten Wochen ziemlich schlapp und angeschlagen. Keine Ahnung, was mit mir los ist.

7:30 Uhr

Der Papa kommt und nimmt die Kinder mit, um sie in die Schule und Kita zu bringen. Sie gehen problemlos mit und ich werde nie verstehen, wieso es an manchen Tagen zu Mega-Eskalationen kommt und an anderen gar nicht. Dann ist Ruhe. Montag ist mein freier Tag und ich fange an herumzuwirbeln. Räume den Geschirrspüler aus, stelle eine Maschine Wäsche an, sortiere im Kinderzimmer ein paar Dinge, räume auf usw. Was man eben alles so zu tun hat.

9 Uhr

Danach putze ich das Bad und hänge die Wäsche auf. Einkaufen gehe ich auch noch. Zuhause esse ich eine Kleinigkeit und fange an, einen Auflauf für mein Mittagessen zu kochen. Dank einiger überreifer Bananen backe ich gleich noch ein Bananenbrot. Es duftet also sehr interessant in der Küche;-).



12:30 Uhr

Wie die Zeit vergeht! Ich genieße mein Mittagessen in Ruhe und lese Twitter. Danach trinke ich einen Kaffee und probiere ein Stück Bananenbrot. Lecker! Ich repariere noch eine Hose des Großen, schnippele ein bisschen Picknickkram für die Kinder und fange dieses WMDEDGT an.

15:15 Uhr

Ich hole heute zuerst die Kleine von der Kita ab und danach den Großen von der Schule (sonst ist es umgekehrt), denn wir wollen noch zum kostenlosen Puppentheater im hiesigen Einkaufszentrum gehen. Keine 5 Minuten nach dem Abholen der Kleinen ist schlechte Laune angesagt. Zum Glück ist auf dem Schulhof Action und damit Ablenkung. Wir holen den Großen ab, dessen erster Schultag nach den Herbstferien gut war, und fahren ins Einkaufszentrum.

16:30 Uhr

Das Puppentheater beginnt, heute kommt das Stück "Der Regenbogenfisch". Es ist voll, wie immer, und sehr unruhig. Eigentlich wollte noch eine befreundete Familie dazustoßen, aber sie sagte leider kurz vorher ab. Ich denke mal, die Puppentheater-Zeit läuft so langsam ab, meine Kinder werden zu alt dafür.



17:15 Uhr

Das Stück ist zuende und wir gehen noch kurz in den Spielzeugladen. Danach fahren wir im Dunkeln mit Roller, Laufrad und Fahrrad nach Hause und stellen fest, dass wir unbedingt Lampen für den Roller und das Laufrad kaufen müssen. Ich mag das Fahren im Dunkeln überhaupt nicht und muss in einer Situation doll schimpfen, woraufhin der Große zuhause weint und wir uns zusammen wieder beruhigen müssen.

18 Uhr

Ich mache Abendbrot, wir essen und die Kinder haben ihre Medienzeit. Eine Ebay-Kleinanzeigen-Käuferin kommt noch etwas abholen. Danach bringe ich die Kinder ins Bett.

19:30 Uhr

Feierabend. Die Kinder sind dabei einzuschlafen, ich tippe diesen Beitrag zuende und werde dann wieder früh ins Bett gehen. Morgen beginnt meine Arbeitswoche. Für den Großen dagegen steht ein Wandertag an.

Mehr #wmdedgt gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

Mein letztes WMDEDGT? findet ihr hier. 

Samstag, 18. August 2018

Die Sommerferien sind vorbei

Am Montag beginnt hier die Schule wieder, mein Großer kommt in die 2. Klasse und seine ersten Sommerferien sind vorbei. Das 1. Schuljahr ist ja rasend schnell vergangen und ich hatte ein wenig Angst, dass die Ferienwochen auch so verfliegen würden. Aber es war alles gut so, wie es war, und ich glaube, dass sich der Große gut erholt hat und eine angenehme Abwechslung zwischen Urlaub mit der Familie und anderen Unternehmungen hatte.

Natürlich kann er nicht die ganzen Ferien über zuhause bleiben. Wir sind beide berufstätig und haben nur einen begrenzten Jahresurlaub. Wir sind weder selbstständig noch Lehrer noch in Elternzeit. Wir sind angestellt und das heißt bei den allermeisten Menschen, dass man 2-3 Wochen Sommerurlaub machen kann. Mich hatten zuletzt einige Blogposts geärgert, die Lobeshymnen auf die langen, herrlichen Sommerferien mit den Kindern zuhause sangen und suggerierten, dass alle Schulkinder dies erleben dürften und sollten (und wenn nicht, sind sie arm dran). Nein, im Normalfall sieht das anders aus und Schulferien bedeuten ein Jonglieren mit verschiedenen Bällen, eine gute Organisation und die Hoffnung, dass die Pläne aufgehen bzw. sich bewähren und das Kind glücklich und erholt ist.


Bei uns sah das folgendermaßen aus: Am ersten Ferientag hatte ich mir frei genommen, das war mir wichtig, ich wollte den Großen da bewusst nicht in den Ferienhort geben. Die letzten Schulwochen waren anstrengend und terminreich und er sollte wirklich das Gefühl bekommen, nun ist das Schuljahr zuende. Am zweiten Ferientag war er beim Papa und danach brachte dieser ihn zu meinen Eltern, wo der Große eine knappe Woche blieb. Dort genoss er Exklusivzeit und Aufmerksamkeit, und auch die Kleine und ich konnten zuhause eine ruhige Woche verleben, mit Arbeit und Kita wie üblich, aber ohne die ständigen Geschwisterscharmützel. Allerdings stellte ich erneut fest, dass sie immer ruhiger und zurückgezogener, fast scheu wird, wenn der Große weg ist. Während der Große umgekehrt aufblüht, wenn sie mal verreist ist, was nur selten vorkommt, fällt sie irgendwie in sich zusammen. Er schien ihr doch sehr zu fehlen, und das zeigte mir wieder einmal, dass sie eben an ihren engsten Menschen hängt, auch wenn die Beziehung zu ihnen konfliktreich ist. Der Papa, bei dem sie in dieser Woche 2 Tage verbrachte, bemerkte das auch.

Zwei Tage, nachdem der Große von Oma und Opa wiederkam, fuhren wir in unseren Sommerurlaub. Zuerst verbrachte ich ein paar Tage mit den Kindern allein an der Ostsee und dann hatten wir noch eine Woche gemeinsam frei, in der wir u.a. einen Städtetrip nach Hamburg machten. Für mich war das Timing super, denn ich ging nicht aus der stressigen Schuljahresendphase direkt in den Urlaub, sondern war in den anderthalb Wochen Ferien, in denen wir unseren normalen Alltag, nur ohne den Großen, hatten, schon etwas runtergefahren und erholt. Ich erhole mich ja schon allein dadurch, je weniger Menschen um mich herum sind. So konnte ich stabil in den Sommerurlaub fahren und das ist bei mir sehr wichtig. Die schlimmsten Urlaube wurden meist die, in die ich fix und fertig gefahren bin und von denen ich mir Regeneration erhoffte. Seit der Trennung unserer Familie findet viel mehr Regeneration im Alltag statt und ich war seitdem nicht mehr so erschöpft wie früher immer.

Unser Sommerurlaub war also richtig schön, aber auch diese zwei Wochen waren irgendwann vorbei und die Arbeit und Kita starteten Ende Juli wieder. Innerhalb von 3 Tagen musste die Schlafenszeit der Kinder von 22:30 Uhr wieder auf 20 Uhr verlegt werden, um fit für den Alltag zu sein. Den Großen hatte ich für die Woche nach unserem Urlaub für ein Fußball-Sommercamp in unserem nächstliegenden Verein angemeldet. Er war in den Wochen davor sehr fußballbegeistert gewesen und ich wollte, dass er mal testet, ob ihm das gefällt, ohne dass wir uns gleich auf eine Vereinsmitgliedschaft festlegen müssten. Leider fiel das Camp ausgerechnet in die heißeste Woche und die armen Kinder mussten bei 35 Grad in der prallen Sonne trainieren. Ich machte mir ziemlich große Sorgen um den Großen, und er war auch sehr platt nachmittags und hatte offene Blasen an den Füßen. Insgesamt hat ihm die Woche Fußballcamp trotzdem gut gefallen, auch wenn er es sich etwas anders vorgestellt hatte.

Auch so ein Sommercamp ist übrigens eine Herausforderung in punkto Vereinbarkeit, denn es startete erst um 10 Uhr, ab 9:30 Uhr konnte man sein Kind hinbringen. An den ersten beiden Tagen, darunter mein Geburtstag, hatte ich noch frei und konnte die Zeiten problemlos bedienen. An den anderen drei Tagen war ich sehr dankbar, dass ich den Großen morgens zu seinem Freund im Nachbarhaus, der ebenfalls das Camp besuchte, bringen und rechtzeitig auf Arbeit fahren konnte, denn sonst hätte ich immense Minusstunden gemacht. Da wir nicht im HomeOffice arbeiten können und der Papa bis spätestens 9 Uhr anfangen muss, war der späte Beginn des Camps eine Herausforderung, die wir nur dank der Nachbarsfamilie lösen konnten. Und nicht zu vergessen, so ein Feriencamp kostet natürlich auch Geld.


Die letzten beiden Ferienwochen besuchte der Große dann den Ferienhort, wovor ich etwas Bauchschmerzen hatte, weil er sich dort nie wohl gefühlt hat. In seiner ersten Woche dort, also der fünften Ferienwoche waren auch nur ganz wenige Kinder anwesend und ich fürchtete, er würde wieder meutern. Aber wider Erwarten gefiel es ihm diesmal gut, er nahm an einigen Ausflügen teil und als in der letzten Ferienwoche, die nun zuende ist, seine Freunde wieder da waren, konnte er auch wieder Fußball spielen. Diesmal fühlte er sich Gottseidank im Ferienhort wohl, und obwohl diese Zeit für uns schon wieder normaler Alltag war, hat er, denke ich, den Unterschied zur Schulzeit gespürt. Ich fand es auch eigentlich gut, dass er sich langsam wieder an die Schule gewöhnt hat, genau wie letztes Jahr, als er vor der Einschulung schon im Ferienhort war. Allerdings wird man neben dem normalen Hortbeitrag zusätzlich noch einiges an Geld los, will man sein Kind auf die Ausflüge mitschicken. Da musste ich ihm dieses Jahr leider aufgrund unserer neuen Situation, die mit finanziellen Problemen verbunden ist, sagen, dass er nicht an allen Unternehmungen teilnehmen kann. Insgesamt war das aber trotzdem eine schöne Zeit für ihn, denke ich.

An den Wochenenden waren wir dank des schönen Wetters viel in unserem Garten, zumindest an den Sonntagen, wenn die Kinder bei mir waren. Dort haben wir ausgiebig und vor allem gratis geplanscht. Wir haben Obst verkauft und kleine Fahrradtouren auf die Felder gemacht. Unter der Woche haben die Kinder oft noch nachmittags mit den Nachbarsfreunden gespielt. In unserer Wohnung war es sowieso viel zu heiß, um sich darin aufzuhalten. Von den 6,5 Ferienwochen hatte der Große also 3 Wochen frei, eine Woche war er beim Fußballcamp und zwei Wochen im Ferienhort. Das war eine angenehme Kombination und er wird gut erholt ins neue Schuljahr starten. Die Kleine hatte nur unsere beiden Urlaubswochen frei und ich hätte mir gewünscht, dass sie vielleicht auch noch eine Woche zu den Großeltern gefahren wäre. Aber das will sie leider allein noch nicht. Trotzdem profitierte sie sicherlich auch von der Ferienstimmung.


Ich fand unsere Aufteilung der Ferienwochen ziemlich optimal, auch wenn der Große eben nicht 6 Wochen komplett frei hatte. Wir haben uns wegen des tollen Wetters so gut wie gar nicht in der Wohnung aufgehalten und waren fast nur draußen. Die Zeit war abwechslungsreich und erholsam und der Große hat hoffentlich Energie für das neue Schuljahr getankt. Nun kommt er am Montag schon in die 2. Klasse - und die Kleine ist nun ein Vorschulkind. Sie wird nämlich nächstes Jahr eingeschult!

Sonntag, 12. August 2018

Unser Sommerurlaub 2018 - Ostsee, Hamburg und Elefanten

Wie jedes Jahr möchte ich auch diesmal über unseren Sommerurlaub berichten, der dreigeteilt war und mehrere unbekannte Komponenten beinhaltete. Als Urlaubsort an der Ostsee hatte ich einen Ort ausgesucht, den wir noch nicht kannten, was natürlich hieß, dass auch die Ferienwohnung neu war, was für meine Kinder zwar meist kein Problem mehr ist, aber manchmal für mich, wenn ich mich nicht wohlfühle. Zwar hatte ich im Vorfeld alle Örtlichkeiten virtuell und im Gespräch mit einer Bekannten abgecheckt, aber ein Risiko ist es immer, zumal ich die ersten Tage allein mit den Kindern und nicht mobil sein würde. Deshalb war ich darauf angewiesen, dass sowohl der Strand als auch Bespaßungs- und Einkaufsmöglichkeiten in direkter Nähe lagen und ich auch im Falle schlechten Wetters genug Abwechslung mit den Kindern hätte.

Wir hatten vereinbart, dass wir trotz unserer Trennung einen Teil des Urlaubs zusammen verbringen würden. Aber ich wollte auch unbedingt mit den Kindern allein urlauben, so wie in den Osterferien, wo das in einem uns bekannten Kontext gut geklappt hatte. Mittlerweile sind sie alt genug, dass man das ohne Panik und Nervenzusammenbrüche übersteht;-). Meine größte Angst, seitdem ich tageweise mit den Kindern allein wegfahre, ist übrigens nicht, dass ich das nicht schaffe, sondern dass ich krank werde. Das wäre tatsächlich die einzige richtig schwierige Situation, neben tagelangem Regen vielleicht. Es gab in der Ostseewoche einen halben Tag, an dem ich mich nicht gut fühlte, und ich merkte schnell, dass mir dann jegliche Energie und Nerven für die Kinder fehlten. Zum Glück war das nur kurz.

Badeurlaub an der Ostsee

Der Papa der Kinder fuhr uns sonntags in unseren Urlaubsort an der mecklenburgischen Ostseeküste und kehrte am Abend wieder nach Hause zurück. Ich befürchtete, dass die Kinder traurig sein würden, aber sie akzeptierten das gut. Dann waren wir allein, nahmen unsere Ferienwohnung in Beschlag und erkundeten unsere Umgebung. Der erste Abend, als die Kinder im Bett lagen, war herrlich, ich saß im Strandkorb auf unserer Terrasse mit Blick auf das Wasser und den Sonnenuntergang, und hatte Ruhe.

Die nächsten Tage verbrachten wir dank des wunderschönen Wetters ganz unspektakulär, aber sehr glücklich und zufrieden zwischen Spielplatz, Promenade, Hafen, Haff und Ostseestrand. Ich hatte mir ein Fahrrad ausgeliehen, die Kinder hatten Fahrrad und Roller mit und es machte total Spaß, mit ihnen zum Strand oder durch den Ort zu fahren. Der neue Urlaubsort war abwechslungsreich und hatte viel zu bieten und uns war nie langweilig. Man hätte auch Kutschfahrten, Haffrundfahrten und geführte Wandertouren machen können, es gab ein kleines Kulturprogramm und am Hafen war oft was los. Aber durch das grandiose Wetter verbrachten wir die meiste Zeit am und im Wasser. Besonders der Große kescherte leidenschaftlich, die Kinder begeisterten sich für die kleinen Fische im Wasser, die sie im flachen Haff gut beobachten konnten. Es war im Großen und Ganzen sehr idyllisch und harmonisch und mir fehlte eigentlich keine zweite erwachsene Person bzw. ich kam gut allein zurecht.





Die Kinder versuchten, Kontakt zu einem Jungen aufzubauen, der in der übernächsten Ferienwohnung urlaubte. Das klappte zwar erst nach ein paar Tagen, aber die letzten beiden Abende war es total schön zu sehen, wie die Kinder beschäftigt sind und von den Eltern wegstreben, wenn sie gleichaltrige Freunde gefunden haben. Das war auch für mich dann eine Entlastung, auch wenn es dadurch deutlich später beim Zubettgehen wurde. Überhaupt war das der erste Urlaub mit richtig späten Schlafenszeiten, bedingt durch das schöne Wetter und die Beschäftigungsmöglichkeiten draußen.

Ein Spielplatz und ein Feriendorf waren direkt nebenan, wo immer was los war, z.B. gleich am ersten Tag ein Piratenfest mit Schatzsuche. Das war natürlich toll und sorgte für Abwechslung. Dort gab es auch ein kleines Restaurant, einen Waschsalon, ein Kinderhaus und andere Möglichkeiten. Ich halte es für wichtig, wenn man allein mit den Kindern Urlaub macht, dass man nicht nur auf sich geworfen ist, sondern Ablenkung und auch ein Backup für schlechte Tage hat. Die Kinder sind teilweise allein zum Spielplatz gegangen und ich denke, beim nächsten Mal würde ich sie auch allein zuhause lassen, wenn ich mit dem Fahrrad einkaufen fahre, denn das war zu dritt tatsächlich etwas stressig.

Alles in allem hatte ich tolle Tage mit den Kindern, an und in einer Ostsee, die ich so warm noch nie erlebt habe, mit grandiosem Wetter und wunderschönen Sonnenuntergängen, die wir dank der Lage unserer Ferienwohnung jeden Abend erleben durften, und mit so oft Baden wie noch nie in unseren Ostsee-Urlauben. Mir fehlten eigentlich nur frische Brötchen am Morgen und eine etwas nähere Einkaufsmöglichkeit. Ansonsten war alles perfekt. Obwohl ich kaum Me-Time hatte und allein verantwortlich war, litt ich darunter komischerweise nicht so sehr wie in den letzten Jahren. Das rührt natürlich einmal daher, dass ich durch die Trennung zuhause jetzt regelmäßige Alleinzeiten habe, lag aber sicherlich auch daran, dass Ruhe herrschte und ich richtig allein war, wenn die Kinder endlich schliefen, und ich dann abschalten konnte. Als der Mann zu uns stieß, machten wir noch einen Halbtagesausflug in die Umgebung, den ich im letzten Wochenende in Bildern beschrieben und bebildert habe.







Städteurlaub in Hamburg

Und dann ging es am Sonntag für alle weiter nach Hamburg. Ich wusste, dass ein Städteurlaub mit unseren Kindern anstrengend ist, für die Kinder und für uns. Trotzdem möchte ich das immer wieder in kleinen Etappen probieren. Erst im Mai war ich ja mit der Kleinen für anderthalb Tage in Potsdam gewesen; der Große hat schon lange keinen Städtetrip mehr gemacht. Meine Kinder sollen auch diese Art des Reisens kennenlernen und etwas über ihren heimatlichen Tellerrand schauen und auch ich möchte diese kleinen Städtetrips nach den Baby- und Kleinkindjahren, die dies (für uns) nicht zuließen, wieder aufnehmen.

Wir hatten zwei Nächte in einem einfachen Hotel gebucht, das aber überraschenderweise viele Familien beherbergte und einiges an Abwechslung bot. Den Ankunftsnachmittag verbrachten wir erholsam an der Außenalster, um erstmal etwas Hamburgluft zu schnuppern und uns wieder an den großstädtischen Trubel zu gewöhnen. Nach einer durchwachsenen Nacht folgte dann unser Ganztags-Kulturprogramm. Wir hatten eine Hop On-Hop Off-Bustour gebucht, die wir sozusagen von vormittags bis abends Stück für Stück "abarbeiteten". Der Bus fuhr eine große Runde durch die Stadt und es wurde viel Wissenswertes und Kurzweiliges erzählt. Wir stiegen an drei Stationen, am Rathaus, am Michel und an den Landungsbrücken aus und verbrachten dort jeweils einige Zeit. Der Ausblick vom Turm des Michel auf den Hafen und ganz Hamburg war phantastisch, ich war total begeistert. Am Nachmittag machten wir eine Hafenrundfahrt, bei der beide Kinder einschliefen. Sie waren fix und fertig, obwohl das Programm eigentlich nicht zu anstrengend war. Aber es war heiß und Sightseeing ist eben für unsere Kinder doch sehr ungewohnt.




Den nächsten Vormittag verbrachten wir ebenfalls noch in Hamburg und besichtigten die Elbphilharmonie, was für die Kleine dann schon zuviel war. Danach tobten sich die Kinder auf dem tollen Wasserspielplatz in der Hafencity, nicht weit entfernt von der Elphi aus, bevor wir wieder ins Auto stiegen und zu unserer letzten Urlaubsstation fuhren. Die 2 Tage in Hamburg reichten dann auch; obwohl es sicherlich noch viel zu entdecken gegeben hätte, war es für die Kinder mehr als genug und auch ich war durchaus zufrieden, wieviel wir geschafft und gesehen hatten.




Ziegendorf

Zum Abschluss unseres Urlaubs hatte ich eine Unterkunft auf halber Strecke von Hamburg zurück nach Berlin gesucht und erinnerte mich an eine schöne Reisekooperation aus dem September 2016 mit dem Ferienpark Mecklenburg. Dies ist ein kleiner, ruhiger Ferienpark mit einem See, einem Schwimmbad und vielen Möglichkeiten für Kinder, perfekt zum Entspannen nach den anstrengenden Tagen in Hamburg. Zum Glück war dort auch noch etwas frei und so verbrachten wir unsere letzten Urlaubstage im Ferienpark Mecklenburg, im Park unter den alten Bäumen, am See und vor allem auch im Schwimmbad. Leider war es extrem heiß und die Ferienwohnung war sehr aufgeheizt, so dass wir letztendlich schon am Vorabend unseres Abreisetages nach Hause fuhren.



Natürlich nicht, ohne dem Elefantenhof Platschow im Nachbardorf noch einen Besuch abgestattet zu haben. Wir waren dort schon 2016 gewesen und waren auch diesmal wieder sehr beeindruckt, die grauen Riesen so hautnah zu erleben. Wir sahen die Elefanten- und Seelöwenshow und ich ritt zusammen mit den Kindern auf einem Elefanten. 2016 hatte sich die Kleine noch nicht getraut, jetzt wagte sie es. Auch fütterte sie die Elefanten mit dem dort zu kaufenden Futter und ließ mutig das Obst und Gemüse in den Rüssel hineinfallen. Ein tolles Erlebnis, die Kinder erzählen immer wieder davon.




Fazit

Das war unser Sommerurlaub 2018. Wir hatten Erholung, wir hatten Abwechslung, wir hatten Sightseeing und Natur, ich hatte Urlaub allein mit den Kindern und wir alle haben Zeit zusammen verbracht. Das funktionierte eigentlich ganz gut, auch wenn es allein mit den Kindern am entspanntesten war. Das lag aber natürlich besonders am tollen Wetter und unserem wunderbaren Ostsee-Urlaubsort. Im Unterschied zu den vergangenen Jahren war ich auch ohne konkreten Tagesplan ausgeglichen und zufrieden. Früher hat mich dieses "In-den-Tag-hinein-leben" immer ganz kirre gemacht und ich bekam schlechte Laune. Diesmal war das kein Problem, ich konnte allein entscheiden, was wir noch machen würden und erwartete nichts von niemandem. Das macht tatsächlich einen großen Unterschied.

Obwohl ich schon in den Osterferien ein paar Tage allein mit den Kindern im Urlaub war, war es diesmal wegen der unbekannten Umgebung und des Auf-Sich-Gestellt-Seins nochmal etwas anderes. In den Osterferien waren wir in unserem bekannten Stamm-Ferienpark, ich konnte die Kinder stundenweise im Spielhaus abgeben und meine Eltern waren einen Tag zu Besuch. Diesmal war ich komplett allein mit ihnen, bis der Papa der Kinder zu uns stieß, und es hat alles sehr gut geklappt. Langsam muss man sich ja steigern. Nur die Versorgung ist ohne Auto doch etwas schwierig (wir hatten natürlich auch Vorräte dabei).

Es war ein richtig schöner, abwechslungsreicher Sommerurlaub, der mich überhaupt nicht gestresst wieder hat nach Hause fahren lassen, sondern gleichzeitig Erholung und Input gebracht hat, der sich richtig nach Sommer anfühlte. Solch ein Wahnsinnswetter hat man sonst so gut wie nie an der Ostsee und in unserer wunderbaren Ferienwohnung kam ich sofort zur Ruhe und konnte mich erholen. Die Kinder sind mittlerweile alt genug, dass sie nicht mehr rund um die Uhr Betreuung brauchen, und wenn man allein ist, muss man sowieso die Ressourcen zusammenhalten und sich selbst auch mal kurze Auszeiten nehmen.

Den Hamburg-Städtetrip hätte ich aber tatsächlich nicht allein mit beiden Kindern gewagt, das wäre noch zu anstrengend gewesen. Insofern war die Aufteilung gut und meine Einschätzung, was allein geht und was nicht, war richtig. Die Zeit allein mit den Kindern war schön und die Tage zu viert klappten auch gut, sicherlich auch aufgrund der vielen Abwechslung. Ich bin nicht erschöpft in diesen Urlaub hineingegangen, das ist sehr wichtig bei mir. Ich habe mich gut erholt, den Kindern hat es gefallen und wir haben viel erlebt. Das war ein richtig schöner Sommerurlaub. Und ich denke, wir haben auch als getrennte Familie einen guten Kompromiss für alle gefunden.

Urlaubsberichte aus den letzten Jahren:

Unser Sommerurlaub 2017
Unser Sommerurlaub 2016
Unser Sommerurlaub 2015

Sonntag, 5. August 2018

WMDEDGT? am 5. August 2018 - Mama- und Gartentag

Heute ist Sonntag und damit Mamatag. Die Kinder kommen immer am Samstagabend vom Papa zu mir zurück. Da es sehr warm in unserer Dachgeschosswohnung ist, ist die Nacht etwas unruhig. Die Kinder sind zum Glück morgens heute mal still und ich kann bis kurz vor 8 Uhr im Bett bleiben.

8:30 Uhr

Frühstück zu dritt. Es hat erfreulicherweise etwas abgekühlt und ich reiße die Fenster auf, um die frische Luft reinzulassen. Am späten Vormittag will ich eigentlich in unseren Garten fahren. Nach dem Frühstück toben die Kinder wie so oft lautstark und konfliktreich herum und ich muss gleich wieder einschreiten.

9:30 Uhr

Die Kinder hören im Gemeinschaftsgarten des Nachbarhauses ihre Freunde und gehen auf den Balkon, um herunter zu rufen. Wir laden spontan den Freund des Großen zu uns ein und er kommt hoch zum Spielen. Meine Kinder laufen etwas ratlos durch die Wohnung, denn bekanntlich können sie ja überhaupt nicht spielen. Als die Jungs im Zimmer des Großen sind, spiele ich mit der Kleinen unser neues Taschengeldspiel*, von dem wir alle sehr begeistert sind. Um 11:20 muss der Freund wieder los, weil die Familie Mittagessen will. Ich disponiere um und fange ebenfalls an, Mittagessen zu kochen. Eigentlich wollten wir im Garten essen, aber das wird mir jetzt doch zu spät.

12 Uhr

Mittagessen, ich packe für den Garten und wir fahren endlich los. Ich nehme auch die Fahrräder der Kinder mit, denn heute ist es so angenehm, dass wir wiedermal eine Runde über unsere Felder drehen können.

13:30 Uhr

Mittagspause im Garten. Klappt wieder mit der Kleinen nicht gut. Es ist echt nervig, wie wenig sie sich an unsere Regeln hält. Beim Großen war das nie ein Problem. Danach wird noch ein wenig geschaukelt, Trampolin gesprungen und Eis gegessen. Wir ernten schon ein paar Äpfel, die aber noch sehr sauer sind, und stellen sie wieder zum Verkauf vor den Garten.




15 Uhr

Wir starten zu unserer Fahrradrunde über die Felder. Es ist wirklich herrlich und ich genieße das jedesmal sehr. Das wird mir arg fehlen, sollten wir den Garten aus finanziellen Gründen aufgeben müssen. Wir fahren zu einem kleinen Damwildgehege, sehen viele wilde Obstbäume und ein Sonnenblumenfeld. Der Große hat urplötzlich schlechte Laune, meckert und weint und klagt über Rückenschmerzen (die danach wieder vergessen waren). Auch auf solchen Mini-Touren gibt es jedesmal in irgendeiner Form Stress, mindestens ein Kind hat immer etwas zu meckern.



17 Uhr

Wir sind wieder im Garten, packen zusammen und fahren nach Hause. Der Papa kommt extra und holt das Auto ab, da er noch etwas zu erledigen hat. Vor dem Haus treffen wir zufällig wieder den besagten Freund vom Großen, die auch gerade zurück gekommen sind. Wir gehen hoch, aber die Kinder sehen, dass die Freunde noch in den Gemeinschaftsgarten gehen, und fragen mich, ob sie noch 10 Minuten runter dürfen. Aus 10 werden 45 Minuten, aber ich kann in Ruhe ausräumen, das Abendbrot vorbereiten und den Geschirrspüler ausräumen.

18:30 Uhr

Die Kinder kommen hoch, wir essen Abendbrot und sie haben ihre Medienzeit. Es wird geduscht und um 19:30 lese ich vor und bringe die Kinder ins Bett. Für den Großen sind seine insgesamt 4 freien Wochen nun vorbei und er geht ab morgen in den Ferienhort. Er weint und sagt, dass er nicht in den Ferienhort will, sondern lieber Schule hat, weil er da immer genau weiß, was er machen soll. Ja, er ist ein Strukturkind, er braucht feste Vorgaben und Strukturen. Ich kann ihn verstehen, aber es geht eben nicht anders, wer kann schon 6,5 Wochen Sommerferien abdecken? Ich tröste ihn damit, dass der Nachbarsfreund jetzt 3 Wochen frei hat und jeden Nachmittag mit ihm Fußball spielen wird. Ich bin aber auch etwas traurig, dass seine freie Zeit (und dazu zähle ich auch das Fußballcamp, wo er letzte Woche täglich war) nun vorbei ist. Die Ferien dauern zwar noch 2 Wochen, aber er ist nun der Letzte, der wieder in den Alltagsrhythmus zurückkehrt. Ab morgen wird wieder eine Brotdose gemacht;-)

Und dann heißt es: Gute Nacht!


Mehr #wmdedgt gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

Mein letztes WMDEDGT? findet ihr hier.

Und mein letztes Wochenende in Bildern (#wib) aus dem Urlaub lest ihr hier.

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