Ich weiß noch sehr gut, wie aufgewühlt und erschöpft mich die U9 des Großen vor 2 Jahren zurückließ. Dort gab es nämlich Auseinandersetzungen bezüglich der Frage, ob man es einem Kind zumuten könne, direkt nach Ankunft in der Praxis, unvorbereitet und gegen das Versprechen der Mama mit einer völlig fremden Arzthelferin mitzugehen, um einen Test zu machen. Es gab viel Aufregung und Unverständnis am Anfang für meine deutliche Abwehrreaktion, dann eine wunderbar verlaufene U9 mit einem grandiosen Großen und schließlich am Ende ein versöhnliches, empathisches Gespräch mit der Kinderärztin. Dennoch fühlte ich mich danach unendlich ausgelaugt, denn diesem Muster begegne ich immer wieder, seit ich meinen Großen habe: einerseits Unverständnis für unseren ganz speziellen Weg mit ihm und andererseits die Bestätigung aufgrund seiner Entwicklung und seiner Fähigkeiten, wie gut dieser Weg für ihn war und ist.
Nun ist ja meine Kleine, die diesmal dran war, ein ganz anderes Wesen als der Große und ich wusste, dass die U9 mit Sicherheit weniger aufwühlend verlaufen würde als bei ihm. Trotzdem war ich gespannt auf bestimmte Situationen, da sie anders reagiert als er, nicht so gründlich überlegt, grundsätzlich mutiger ist und gleichzeitig in der letzten Zeit immer schüchterner und zurückhaltender geworden ist. So wie ich die Fähigkeiten des Großen manchmal schwer einschätzen kann, weil er oft erst, wenn es drauf ankommt, zeigt, was er kann, so unberechenbar ist die Kleine, weil sie Flüchtigkeitsfehler macht oder manches nicht so ernst nimmt. Kinder sind eben verschieden, und deshalb können die Vorsorgeuntersuchungen von Geschwisterkindern komplett gegensätzlich verlaufen.
Wir hatten gleich montags morgens um 8 Uhr einen Termin, diese Vorsorgen werden bei unserer Kinderärztin vor der regulären Sprechstunde gemacht. Ich bereitete die Kleine und mich selbst auf die verlangte Trennung direkt nach Ankunft vor, und ich denke, sie wäre auch problemlos mitgegangen, so wie sie es bei ihrer U8 vor einem Jahr schon getan hat. Aber überraschenderweise wurde diesmal nichts dergleichen verlangt und wir konnten zusammen in den Untersuchungsraum gehen, wo der Seh- und Hörtest gemacht wurden. Ich kam mir etwas veräppelt vor, nach dem Riesentheater beim Großen damals, und überlegte die ganze Zeit, ob die Praxis aus der Erfahrung damals (die sich bestimmt mit anderen Eltern wiederholte) gelernt hatte oder ob vielleicht sogar meine Beschwerdemail bei der Ärztekammer eine Rolle spielte.
Der Sehtest verlief sehr gut, der Hörtest weniger. Einerseits war die Kleine etwas erkältet, andererseits versuchte sie auch zu schummeln bzw. nahm die ganze Sache etwas zu leicht. Das merkte ich schon währenddessen an ihren Antworten, und die Ärztin bestätigte das nachher. Den Hörtest müssen wir nun demnächst wiederholen. Dann ging es weiter mit dem räumlichen Sehen, dem Sprachtest, Messen, Wiegen, auf einem Bein hüpfen, einen Ball werfen und fangen, auf Zehenspitzen und Hacken laufen und der körperlichen Untersuchung. Sie wiegt aktuell 19,3 kg bei einer Größe von 1,12 m und befindet sich exakt auf der mittleren Perzentile. Der Große war seinerzeit 21,2 kg schwer und 1,18 m groß.
Beim Zusammensetzen eines Puzzles benötigte sie Hilfe bei den letzten beiden Formen, und meiner Meinung nach strengte sie sich auch hier nicht genügend an. Als sie sich nach der körperlichen Untersuchung wieder anziehen sollte, um ein Bild zu malen, verlangte sie doch allen Ernstes meine Hilfe beim Anziehen der Leggins. Ich lachte und sagte zu ihr: "Na, du willst wohl jetzt ganz schnell mit Malen anfangen?!" Ich sah nämlich schon am Blick der Ärztin, dass sie das selbstständige Anziehen beobachtete, und sagte klar und deutlich, dass sie sich schon mit 2 Jahren selbst angezogen hat und dasjenige meiner beiden Kinder ist, was sich jeden Morgen problemlos, schnell und meist allein anzieht (im Gegensatz zum Großen). Die Kleine weiß natürlich nicht, dass die Ärztin ein unselbstständiges Anziehen evtl. als Problem notieren würde, und wollte einfach schnell zum Malen übergehen. Deshalb stellte ich dies klar, bevor es wieder thematisiert würde, und die Ärztin akzeptierte es. Sie kennt die Kleine ja nun auch schon ein wenig:-).
Bezüglich ihrer leichten Ausspracheprobleme geben wir uns immer noch ein wenig Zeit, ich schilderte der Kinderärztin, dass sich viele minimale Fehler in den letzten Monaten schon von selbst erledigt hatten. Auch hier ist es so, dass die Kleine, wenn sie sich konzentriert, alles perfekt meistert, jedoch oft eine zu große Leichtigkeit an den Tag legt, wodurch sich Fehler in ihre Artikulation einschleichen oder sie in Babysprache verfällt. Ich weiß und die Ärztin bestätigte dies auch, dass das bei vielen Kindern der Fall ist. Da ich aber den Großen im direkten Vergleich kenne, der sich in diesem Alter schon sehr bemüht hat, alles richtig zu machen, kommt mir die Kleine wie ein Schusselkopf vor. Sie hat einfach nicht den Anspruch des Perfektionismus und ist viel unbekümmerter, macht dadurch kleine Fehler, ist aber auch sehr natürlich und sympathisch. Sie ist viel mehr ein typisches Kind, was der Große nie war.
Besonders glücklich war ich, als sie beim Untersuchen der Haut der Kleinen keine erneuten Neurodermitisherde feststellte. Zur Erinnerung: die U8
vor einem Jahr hatte ja die traurige Erkenntnis zutage gebracht, dass
die Kleine aufgrund des emotionalen Stresses, den sie empfunden hatte,
als ich mit dem Großen zur Mutter-Kind-Kur
war, Neurodermitis entwickelt bzw. ihre Veranlagung zum ersten Mal
ausgebrochen war. Eine schreckliche Gewissheit für mich und mit viel
schlechtem Gewissen verbunden. Zwar waren die Neurodermitisherde in den
Wochen nach meiner Rückkehr wieder verschwunden, aber die Angst blieb
natürlich trotzdem, dass sie bei erneutem Stress wieder ausbrechen
würden. Aber glücklicherweise gab es vorerst Entwarnung; zwar ist sie
anfällig dafür, aber im Moment sieht alles gut aus. Mir fiel ein Stein
vom Herzen.
Dann sollte die U9 schon beendet sein. Ich staunte und merkte an, dass beim Großen noch sehr viele andere Tests gemacht wurden, wie z.B. Sätze ergänzen, Vergangenheitsformen bilden, männliche und weibliche Formen benennen sowie schwierig auszusprechende Wörter (Zischlaute) nachsprechen. Das war für mich damals sehr spannend gewesen und ich war verblüfft, was er alles schon wusste. Auf meine Anmerkung hin bestätigte sie, dass sie früher viel mehr abgefragt habe, dies aber eingestellt hat, weil sie einen Rüffel von der Ärztekammer bekam, weil sie damit Tests durchführte, die weit über die von den Kassen bezahlten Leistungen hinausgingen. Wieder stutzte ich, als die Ärztekammer ins Spiel kam...
Ihrer Einschätzung nach ist die Kleine super entwickelt, fröhlich, aufgeschlossen, umgänglich und hat alles, was ein 5-jähriges Kind nach den Kriterien der Vorsorgeuntersuchungen können muss, reibungslos gemeistert. Sie fragte noch, ob es mit ihr Probleme zuhause oder in der Kita gäbe, aber ich hatte tatsächlich nichts auf dem Herzen. Klar treibt sie mich immer mal wieder in den Wahnsinn und zeigte in den letzten anderthalb Jahren komplett andere Gesichter als in den ersten 3,5 Jahren, aber so ist eben anscheinend ihre Entwicklung, und gerade wird sie wieder etwas ruhiger. Wir besprachen noch kurz ein Problem, was den Großen betraf, und das war so bezeichnend: nach der U9 der Kleinen ein Problem des Großen zu besprechen.
Dann marschierte die Kleine hinaus, als wäre nix gewesen, ich hinterher, und wir fuhren zusammen zur Kita, wo ich sie um 9:30 Uhr abgab. Das nachfolgende Gefühl kam mir so unwirklich vor: keine bleierne Schwere, kein emotionales Ausgelaugtsein, kein aufgewühltes Nachhallen wie damals beim Großen nach dieser unsäglichen Diskussion über die Notwendigkeit der Trennung und die spätere "Versöhnung". Einfach eine normale U9 mit einer (für meinen Geschmack etwas zu) entspannten Kleinen und keinen Problemen, die über das Übliche hinausgehen. In solchen Situationen kommt bei mir immer wieder das Gefühl der ersten Jahre mit ihr hoch, diese Leichtigkeit, diese Ausgeglichenheit, diese Sicherheit im Mamasein, was mir ja in der zuletzt nervenaufreibenden Zeit mit ihr abhanden gekommen ist.
Deutlich wurde wieder einmal, dass sie ein komplett anderer Charakter als der Große ist. Während er bei jeder Sache gewissenhaft überlegt und erst eine Antwort gibt, wenn er sich sicher ist, alles Ernst nimmt und sehr perfektionistisch ist, nimmt sie alles viel leichter, schert sich nicht um Fehler und Schusseligkeiten und liefert trotzdem ein sehr gutes, wenn auch nicht perfektes Ergebnis ab. Ich staunte wieder über ihre Unbekümmertheit und über die großen Unterschiede zwischen meinen beiden Kindern. Eigentlich war es schade, dass nicht all diese sprachlichen Tests mit ihr gemacht wurde, die der Große noch hatte. Es hätte mich interessiert, wie sie sich darin geschlagen hätte. Aber spätestens zur Einschulungsuntersuchung wird das auf die Agenda kommen. Und ich bin unheimlich gespannt, wie sie dann die Schulzeit meistern wird.
Denn nächstes Jahr wird sie eingeschult und ab August ist sie ein Vorschulkind!
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Samstag, 30. Juni 2018
Die U9 der Kleinen am 18. Juni 2018
Freitag, 12. Mai 2017
Die U8 der Kleinen am 5. Mai 2017
Vor einer Woche absolvierten die Kleine und ich ihre U8, die Untersuchung um den 4. Geburtstag herum, und wieder einmal überraschte sie mich mit ihrem Verhalten. Diesmal war ich - im Gegensatz zu ihrer U7a - vorher relativ angespannt, weil die Kleine im Moment unberechenbar ist und ich befürchtet hatte, dass sie nicht kooperieren, sondern sich verweigern würde, wie sie es zuhause gerade sehr oft macht. Nun habe ich ja mit dem Großen schon viele schwierige U's absolviert, wäre aber trotzdem bei einem der derzeit heftigen Wutanfälle der Kleinen hilflos gewesen.
Wir hatten gleich den ersten Termin um 8 Uhr vor der eigentlichen Sprechstunde. Ich fing an, den Fragebogen auszufüllen und wusste von der U8 des Großen, dass die Sprechstundenhilfe gleich versuchen würde, die Kleine allein zum Seh- und Hörtest mitzunehmen. Dies verweigerte er seinerzeit, verständlicherweise, und ich rechnete auch damit, dass die Kleine nicht mitkommen würde, da sie seit meiner Mutter-Kind-Kur noch mehr an mir hängt und klammert als ohnehin schon. Pustekuchen, sie schaut kurz zu mir und trabte dann leichten Fußes mit der fremden Person mit. So unterschiedlich ist das, und es hat rein gar nichts damit zu tun, ob eine Mama "ängstlich" ist oder "nicht loslassen kann" (alles schon gehört), sondern lediglich mit dem Wesen des Kindes. Sie war bestimmt 20 Minuten weg, machte den Seh- und Hörtest mit der Sprechstundenhilfe und, wie ich hinterher erfuhr, auch den Sprach- und Maltest. Ich saß derweil allein im Wartezimmer, eine Situation, die ich so noch nie erlebt hatte. Dafür konnte ich die Fragebögen mit mehr Muße ausfüllen als bisher.
Dann durfte ich dazukommen und sie zeigte mir die Formen und Bilder, die sie gemalt hatte. Das sah alles super aus. Beim Sehtest war wohl das rechte Auge etwas schlechter, deshalb haben wir eine Überweisung zum Augenarzt bekommen. Die Kleine wurde gewogen und gemessen. Sie wiegt aktuell 16,7 kg und ist 103 cm groß. Damit hat sie den Abstand zum Großen im gleichen Alter verringert und seit der U7a ganz schön aufgeholt. Der Große wog zu seinem 4. Geburtstag 17,1 kg und war 107 cm groß. In den letzten Wochen hatte sie eine Klamottengröße fast übersprungen und wir merkten, dass sie zugelegt hatte.
Dann kam die Ärztin dazu und machte die üblichen motorischen Tests: Hüpfen, Ball werfen und fangen, auf Zehenspitzen und Hacken laufen und auf einem Bein stehen. Das klappte alles wunderbar und ich staunte über die gute Laune und Kooperation der Kleinen. Sie hatte richtig Spaß. Die ausführliche körperliche Untersuchung folgte, nachdem sich die Kleine schnell, bereitwillig und selbstständig ausgezogen hatte. Dafür brauchte der Große immer etwas Hilfe. Als sie sich auf die Liege legen sollte, war mir angst und bange, hatte doch der Große damals fürchterlich geweint, als er dies machen sollte. Aber: kein Problem mit ihr, sie schaute kurz zu mir und ließ sich dann bereitwillig im Liegen untersuchen. Körperlich ist soweit alles in bester Ordnung, bis auf ein Problem (dazu weiter unten).
Der Wortschatz der Kleinen ist super, die Aussprache einiger Konsonanten jedoch noch nicht korrekt. Ich vermute, dass die Kinderärztin uns eine Überweisung zur Logopädie ausgestellt hätte, wenn ich nicht ziemlich überzeugend vermittelt hätte, dass ich aus der Erfahrung mit dem Großen heraus glaube, dass sich diese Schwierigkeiten von selbst auflösen werden und die korrekte Aussprache mit der Zeit kommen wird. So war es nämlich beim Großen, der allerdings geringere Artikulationsprobleme hatte als die Kleine. Wir sind nun so verblieben, dass wir in einem halben Jahr nochmal extra deshalb zur Kinderärztin kommen und dann weitersehen. Das ist okay für mich, da ich eigentlich damit gerechnet hatte, dass wir den Sommer über zur Logopädie müssten.
Die für mich schwerwiegendste und auch traurigste Feststellung der U8 war die Neurodermitis-Diagnose, die bisher schon vermutet wurde, aber, da es noch keine Schübe gegeben hatte, nicht feststand. Seit einigen Wochen jedoch hat die Kleine in den Kniekehlen und den Armbeugen deutliche Neurodermitisstellen, die stark jucken, und kratzt sich besonders abends rot. Es ist eine leichte Neurodermitis und mit konsequenter Basispflege gut in den Griff zu kriegen, aber die Diagnose steht nun leider fest. Auf meine Frage, was diesen ersten größeren Schub ausgelöst haben könnte, antwortete die Kinderärztin, dass es meist entweder Infekte oder Stress sind. Und da die Kleine lange keine Infekte hatte, fiel es mir gleich wie Schuppen von den Augen: STRESS, natürlich hatte sie Stress, den vielleicht schlimmsten Stress ihres Lebens, als ich die 3 Wochen mit dem Großen auf der Mutter-Kind-Kur war und sie jeden Tag nach mir weinte und mich furchtbar vermisste. Ich musste die Tränen runterschlucken, als mir dies klar wurde. Sie tat mir so unglaublich leid, und gleichzeitig fand ich es auch so ungerecht, dass ich eine (veranlagte) Krankheit bei meinem Kind zum Ausbruch geführt hatte, nur weil ich zum ersten Mal in 6 Jahren als Mutter mal etwas für mich gemacht hatte. Das ist einfach frustrierend! Aber man sieht daran wieder einmal, wie eng Kinder mit ihren Eltern verbunden sind und wie emotionale Schwierigkeiten sich auf irgendeine Weise ihren Weg nach außen bahnen. Bei der Kleinen eben über die Haut und manchmal über den Bauch, und es tut mir im Herzen weh, dass meine Kur nun ihren ersten Neurodermitis-Schub ausgelöst hat.
Manchmal denke ich, als Mutter kann man eigentlich nur alles falsch machen. Sorgt man nicht für sich selbst, sondern ist nur für die Kinder da, wird man unzufrieden und unruhig. Tut man etwas für sich, entscheidet man sich damit automatisch temporär gegen die Kinder und kriegt meist danach die Quittung. In unserem Fall heißt es nun konsequente Basispflege der empfindlichen Haut der Kleinen und möglichst Vermeidung der schubauslösenden Faktoren. Und obwohl ich ein enormes schlechtes Gewissen habe und sehr traurig bin, dass es so gekommen ist, kann so eine Diagnose nicht für mich bedeuten, dass ich nun wieder einen Schritt zurück gehe und nichts mehr mache, was mit einem Wegsein von den Kindern verbunden ist. Ich finde es unglaublich schwer, diesen Spagat auszuhalten und eine zufriedenstellende Balance zu finden. Irgendeiner leidet immer, so meine Erfahrung.
Ich erzählte noch ein wenig von ihrer Entwicklung, z.B. dass ihre Autonomiephase erst recht spät anstrengend wurde und sie jetzt, in dem Alter, als es mit dem Großen endlich einfacher wurde, viel schwieriger zu händeln ist als früher. Also auch für die Ärztin interessante Unterschiede in der Entwicklung der beiden Geschwister.
Insgesamt verlief die ganze Untersuchung wunderbar. Die Kleine kooperierte entgegen meiner Erwartungen perfekt, machte alles bereitwillig mit, zog sich aus und an und verließ am Ende sogar schon selbstständig den Raum, als ich noch mit der Ärztin sprach. Ich sagte nur: "Sie sehen selbst, wie unterschiedlich meine Kinder sind", und sie stimmte zu. Diesmal war ich wirklich überrascht, hatte ich doch aufgrund ihres Verhaltens in den letzten Monaten durchaus anderes erwartet. Ich hatte den Eindruck, sie wollte zeigen, was sie drauf hatte. Mit einer Leichtigkeit rauschte sie durch Situationen hindurch (hinlegen, allein mitgehen), die beim Großen im gleichen Alter noch undenkbar oder sehr schwierig waren.
Nach einer Stunde waren wir fertig und kauften als Belohnung die ersten deutschen Erdbeeren von Karl's Erdbeerhäuschen, wie von ihr gewünscht. Wir liefen zum Bus und fuhren zur Kita. Auch der Abschied dort war - wider Erwarten - problemlos. Ich machte mich auf den Weg zur Arbeit und staunte noch lange über mein kleines Mädchen. Die U8 lief super, auch wenn die Neurodermitis ein Wermutstropfen ist. Also, nicht die Neurodermitis an sich, sondern dass höchstwahrscheinlich meine Mutter-Kind-Kur den ersten größeren Schub bei ihr ausgelöst hat. Daran habe ich immer noch zu knabbern. Mit ihrer Artikulation werden wir weitersehen. Ansonsten ist alles bestens. Das war insgesamt sehr erfreulich, und es war auch lange nicht so anstrengend, wie die U's mit dem Großen immer für mich sind. In einem Jahr folgt die U9 und dann ist erstmal eine Weile Pause.
Wir hatten gleich den ersten Termin um 8 Uhr vor der eigentlichen Sprechstunde. Ich fing an, den Fragebogen auszufüllen und wusste von der U8 des Großen, dass die Sprechstundenhilfe gleich versuchen würde, die Kleine allein zum Seh- und Hörtest mitzunehmen. Dies verweigerte er seinerzeit, verständlicherweise, und ich rechnete auch damit, dass die Kleine nicht mitkommen würde, da sie seit meiner Mutter-Kind-Kur noch mehr an mir hängt und klammert als ohnehin schon. Pustekuchen, sie schaut kurz zu mir und trabte dann leichten Fußes mit der fremden Person mit. So unterschiedlich ist das, und es hat rein gar nichts damit zu tun, ob eine Mama "ängstlich" ist oder "nicht loslassen kann" (alles schon gehört), sondern lediglich mit dem Wesen des Kindes. Sie war bestimmt 20 Minuten weg, machte den Seh- und Hörtest mit der Sprechstundenhilfe und, wie ich hinterher erfuhr, auch den Sprach- und Maltest. Ich saß derweil allein im Wartezimmer, eine Situation, die ich so noch nie erlebt hatte. Dafür konnte ich die Fragebögen mit mehr Muße ausfüllen als bisher.
Dann durfte ich dazukommen und sie zeigte mir die Formen und Bilder, die sie gemalt hatte. Das sah alles super aus. Beim Sehtest war wohl das rechte Auge etwas schlechter, deshalb haben wir eine Überweisung zum Augenarzt bekommen. Die Kleine wurde gewogen und gemessen. Sie wiegt aktuell 16,7 kg und ist 103 cm groß. Damit hat sie den Abstand zum Großen im gleichen Alter verringert und seit der U7a ganz schön aufgeholt. Der Große wog zu seinem 4. Geburtstag 17,1 kg und war 107 cm groß. In den letzten Wochen hatte sie eine Klamottengröße fast übersprungen und wir merkten, dass sie zugelegt hatte.
Dann kam die Ärztin dazu und machte die üblichen motorischen Tests: Hüpfen, Ball werfen und fangen, auf Zehenspitzen und Hacken laufen und auf einem Bein stehen. Das klappte alles wunderbar und ich staunte über die gute Laune und Kooperation der Kleinen. Sie hatte richtig Spaß. Die ausführliche körperliche Untersuchung folgte, nachdem sich die Kleine schnell, bereitwillig und selbstständig ausgezogen hatte. Dafür brauchte der Große immer etwas Hilfe. Als sie sich auf die Liege legen sollte, war mir angst und bange, hatte doch der Große damals fürchterlich geweint, als er dies machen sollte. Aber: kein Problem mit ihr, sie schaute kurz zu mir und ließ sich dann bereitwillig im Liegen untersuchen. Körperlich ist soweit alles in bester Ordnung, bis auf ein Problem (dazu weiter unten).
Der Wortschatz der Kleinen ist super, die Aussprache einiger Konsonanten jedoch noch nicht korrekt. Ich vermute, dass die Kinderärztin uns eine Überweisung zur Logopädie ausgestellt hätte, wenn ich nicht ziemlich überzeugend vermittelt hätte, dass ich aus der Erfahrung mit dem Großen heraus glaube, dass sich diese Schwierigkeiten von selbst auflösen werden und die korrekte Aussprache mit der Zeit kommen wird. So war es nämlich beim Großen, der allerdings geringere Artikulationsprobleme hatte als die Kleine. Wir sind nun so verblieben, dass wir in einem halben Jahr nochmal extra deshalb zur Kinderärztin kommen und dann weitersehen. Das ist okay für mich, da ich eigentlich damit gerechnet hatte, dass wir den Sommer über zur Logopädie müssten.
Die für mich schwerwiegendste und auch traurigste Feststellung der U8 war die Neurodermitis-Diagnose, die bisher schon vermutet wurde, aber, da es noch keine Schübe gegeben hatte, nicht feststand. Seit einigen Wochen jedoch hat die Kleine in den Kniekehlen und den Armbeugen deutliche Neurodermitisstellen, die stark jucken, und kratzt sich besonders abends rot. Es ist eine leichte Neurodermitis und mit konsequenter Basispflege gut in den Griff zu kriegen, aber die Diagnose steht nun leider fest. Auf meine Frage, was diesen ersten größeren Schub ausgelöst haben könnte, antwortete die Kinderärztin, dass es meist entweder Infekte oder Stress sind. Und da die Kleine lange keine Infekte hatte, fiel es mir gleich wie Schuppen von den Augen: STRESS, natürlich hatte sie Stress, den vielleicht schlimmsten Stress ihres Lebens, als ich die 3 Wochen mit dem Großen auf der Mutter-Kind-Kur war und sie jeden Tag nach mir weinte und mich furchtbar vermisste. Ich musste die Tränen runterschlucken, als mir dies klar wurde. Sie tat mir so unglaublich leid, und gleichzeitig fand ich es auch so ungerecht, dass ich eine (veranlagte) Krankheit bei meinem Kind zum Ausbruch geführt hatte, nur weil ich zum ersten Mal in 6 Jahren als Mutter mal etwas für mich gemacht hatte. Das ist einfach frustrierend! Aber man sieht daran wieder einmal, wie eng Kinder mit ihren Eltern verbunden sind und wie emotionale Schwierigkeiten sich auf irgendeine Weise ihren Weg nach außen bahnen. Bei der Kleinen eben über die Haut und manchmal über den Bauch, und es tut mir im Herzen weh, dass meine Kur nun ihren ersten Neurodermitis-Schub ausgelöst hat.
Manchmal denke ich, als Mutter kann man eigentlich nur alles falsch machen. Sorgt man nicht für sich selbst, sondern ist nur für die Kinder da, wird man unzufrieden und unruhig. Tut man etwas für sich, entscheidet man sich damit automatisch temporär gegen die Kinder und kriegt meist danach die Quittung. In unserem Fall heißt es nun konsequente Basispflege der empfindlichen Haut der Kleinen und möglichst Vermeidung der schubauslösenden Faktoren. Und obwohl ich ein enormes schlechtes Gewissen habe und sehr traurig bin, dass es so gekommen ist, kann so eine Diagnose nicht für mich bedeuten, dass ich nun wieder einen Schritt zurück gehe und nichts mehr mache, was mit einem Wegsein von den Kindern verbunden ist. Ich finde es unglaublich schwer, diesen Spagat auszuhalten und eine zufriedenstellende Balance zu finden. Irgendeiner leidet immer, so meine Erfahrung.
Ich erzählte noch ein wenig von ihrer Entwicklung, z.B. dass ihre Autonomiephase erst recht spät anstrengend wurde und sie jetzt, in dem Alter, als es mit dem Großen endlich einfacher wurde, viel schwieriger zu händeln ist als früher. Also auch für die Ärztin interessante Unterschiede in der Entwicklung der beiden Geschwister.
Insgesamt verlief die ganze Untersuchung wunderbar. Die Kleine kooperierte entgegen meiner Erwartungen perfekt, machte alles bereitwillig mit, zog sich aus und an und verließ am Ende sogar schon selbstständig den Raum, als ich noch mit der Ärztin sprach. Ich sagte nur: "Sie sehen selbst, wie unterschiedlich meine Kinder sind", und sie stimmte zu. Diesmal war ich wirklich überrascht, hatte ich doch aufgrund ihres Verhaltens in den letzten Monaten durchaus anderes erwartet. Ich hatte den Eindruck, sie wollte zeigen, was sie drauf hatte. Mit einer Leichtigkeit rauschte sie durch Situationen hindurch (hinlegen, allein mitgehen), die beim Großen im gleichen Alter noch undenkbar oder sehr schwierig waren.
Nach einer Stunde waren wir fertig und kauften als Belohnung die ersten deutschen Erdbeeren von Karl's Erdbeerhäuschen, wie von ihr gewünscht. Wir liefen zum Bus und fuhren zur Kita. Auch der Abschied dort war - wider Erwarten - problemlos. Ich machte mich auf den Weg zur Arbeit und staunte noch lange über mein kleines Mädchen. Die U8 lief super, auch wenn die Neurodermitis ein Wermutstropfen ist. Also, nicht die Neurodermitis an sich, sondern dass höchstwahrscheinlich meine Mutter-Kind-Kur den ersten größeren Schub bei ihr ausgelöst hat. Daran habe ich immer noch zu knabbern. Mit ihrer Artikulation werden wir weitersehen. Ansonsten ist alles bestens. Das war insgesamt sehr erfreulich, und es war auch lange nicht so anstrengend, wie die U's mit dem Großen immer für mich sind. In einem Jahr folgt die U9 und dann ist erstmal eine Weile Pause.
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Freitag, 5. Mai 2017
WMDEDGT? am 5. Mai 2017 - U8 der Kleinen und Geburtstagsvorbereitungen
Nach dem letzten WMDEDGT? von der Mutter-Kind-Kur mit dem Großen mache ich wiedermal bei der Aktion von Frau Brüllen (#wmdedgt) mit und erzähle euch ein wenig von meinem Tag, dem Tag vor dem 4. Geburtstag meiner Kleinen und ihrer U8. Es war also viel los.
Um 8 Uhr hatten wir den Termin für die U8 der Kleinen, die ich nochmal gesondert beschreiben werde. Nur so viel: sie hat mich wieder einmal verblüfft, denn ich hatte nach den vielen Wutanfällen in letzter Zeit mit Verweigerung gerechnet. Nichts davon, sie kooperierte wunderbar und die Ärztin und ich waren hoch zufrieden.
Als wir nach einer Stunde fertig waren, kauften wir die ersten Erdbeeren am Erdbeerhäuschen von Karl's Erdbeerhof. Nach diesen Erdbeeren ist die Kleine immer ganz wild und es war eine schöne Belohnung für die tolle U8.
Ich brachte sie gegen 9:30 Uhr zur Kita und war um 10 Uhr auf der Arbeit, wo ich bis 14:30 Uhr blieb.
Das ist der Blick aus meinem Bürofenster auf eine der Großbaustellen in Berlin.
Da freitags der Mann die Kinder von der Kita abholt, gehe ich nach der Arbeit immer noch einkaufen. Zwar bestellen wir den Großeinkauf beim Rewe Lieferservice, aber ein paar Dinge sind vor dem Wochenende immer noch zu holen.
Auf dem Rückweg sah ich, dass in der Zwischenzeit vor dem Markt ein schwerer Unfall passiert war. Ein Motorrad lag völlig geschrottet auf dem Gehweg, ein kaputtes Auto stand mitten auf der Fahrbahn, Polizei und Feuerwehr kamen, der Verkehr staute sich und Passanten standen herum. Schlimm!
Ich traf einen befreundeten Papa und erzählte kurz. Um 15:30 Uhr war ich zuhause, der Mann ging gerade los, um die Kinder abzuholen. Ich verräumte die Einkäufe und startete die Kuchenproduktion für den Geburtstag der Kleinen.
Als der Kuchen im Ofen war, konnte ich endlich etwas Warmes essen und eine kleine Pause machen sowie diesen Beitrag beginnen. Außerdem suchte ich die Geburtstagsdeko, Kerzen, Luftballons etc. zusammen, um abends zu dekorieren.
Als die Kinder kamen, haben wir unser normales Abendprogramm gemacht und, sobald sie im Bett waren, den Geburtstagstisch für die Kleine geschmückt und die Geschenke drapiert.
Hoffentlich wecken uns die Kinder nicht zu früh. Morgen wird die Kleine 4 Jahre alt !!
Um 8 Uhr hatten wir den Termin für die U8 der Kleinen, die ich nochmal gesondert beschreiben werde. Nur so viel: sie hat mich wieder einmal verblüfft, denn ich hatte nach den vielen Wutanfällen in letzter Zeit mit Verweigerung gerechnet. Nichts davon, sie kooperierte wunderbar und die Ärztin und ich waren hoch zufrieden.
Als wir nach einer Stunde fertig waren, kauften wir die ersten Erdbeeren am Erdbeerhäuschen von Karl's Erdbeerhof. Nach diesen Erdbeeren ist die Kleine immer ganz wild und es war eine schöne Belohnung für die tolle U8.
Ich brachte sie gegen 9:30 Uhr zur Kita und war um 10 Uhr auf der Arbeit, wo ich bis 14:30 Uhr blieb.
Das ist der Blick aus meinem Bürofenster auf eine der Großbaustellen in Berlin.
Da freitags der Mann die Kinder von der Kita abholt, gehe ich nach der Arbeit immer noch einkaufen. Zwar bestellen wir den Großeinkauf beim Rewe Lieferservice, aber ein paar Dinge sind vor dem Wochenende immer noch zu holen.
Auf dem Rückweg sah ich, dass in der Zwischenzeit vor dem Markt ein schwerer Unfall passiert war. Ein Motorrad lag völlig geschrottet auf dem Gehweg, ein kaputtes Auto stand mitten auf der Fahrbahn, Polizei und Feuerwehr kamen, der Verkehr staute sich und Passanten standen herum. Schlimm!
Ich traf einen befreundeten Papa und erzählte kurz. Um 15:30 Uhr war ich zuhause, der Mann ging gerade los, um die Kinder abzuholen. Ich verräumte die Einkäufe und startete die Kuchenproduktion für den Geburtstag der Kleinen.
Als der Kuchen im Ofen war, konnte ich endlich etwas Warmes essen und eine kleine Pause machen sowie diesen Beitrag beginnen. Außerdem suchte ich die Geburtstagsdeko, Kerzen, Luftballons etc. zusammen, um abends zu dekorieren.
Als die Kinder kamen, haben wir unser normales Abendprogramm gemacht und, sobald sie im Bett waren, den Geburtstagstisch für die Kleine geschmückt und die Geschenke drapiert.
Hoffentlich wecken uns die Kinder nicht zu früh. Morgen wird die Kleine 4 Jahre alt !!
Samstag, 16. April 2016
Die U9 des Großen am 15. April 2016
Die U's der Kinder lagen diesmal sehr nahe beieinander. Erst letzte Woche hatte die Kleine ihre U7a und gestern ging ich nun, wieder morgens vor Kita und Arbeit, mit dem Großen zu seiner U9. Sie ist die letzte große Untersuchung im Kleinkindalter und sollte eine Stunde dauern. Ich ärgerte mich hinterher, dass ich nicht meinen eigenen Bericht zu seiner U8 im letzten Jahr noch einmal gelesen hatte. Da hatten wir ein ähnliches Problem wie diesmal und ich wäre besser vorbereitet gewesen. Grundsätzlich sind wir mit unserer Kinderarztpraxis, vor allem im Vergleich zu den beiden früher besuchten, zufrieden. Es gibt aber einige Dinge, die nicht nur überflüssig, sondern in meinen Augen pädagogisch fahrlässig sind. Das war bei der U8 so und diesmal wieder. In jedem Fall war es sehr aufwühlend und emotional anstrengend für mich und ich war den ganzen Tag noch total ausgelaugt und erschöpft. Aber der Reihe nach.
Wir kamen rein, meldeten uns an und sollten sofort in eines der Sprechzimmer gehen. Wir? Nein, der Große sollte allein gehen. Natürlich wollte er wie bei der U8 nicht allein mit und ich hatte ihm vorher gesagt, dass ich bei allem mit dabei sein werde. Auf diese Aussage verlässt er sich und nun sollte ich ihn mit wildfremden Menschen, in einer fremden Umgebung allein mitgehen lassen? Sicherlich gibt es Kinder, die dies ohne Probleme machen. Aber Kinder sind unterschiedlich und wenn ein Kind nicht möchte, dann sollte man dies akzeptieren und nicht noch die Mama angreifen. Genau das geschah aber. Wir setzten uns ins Sprechzimmer, eine Arzthelferin kam herein, die noch nicht lange dort tätig ist und versuchte auf eine herablassende, unangenehme Art und Weise mich zu zwingen, den Großen allein zu lassen. Er war so verunsichert, dass er nur auf meinem Schoß sitzen wollte. Ich wehrte mich vehement gegen die übergriffige Art und wurde unfreundlich. Ich sagte, ich würde ihn doch auch nicht auf der Straße mit einer wildfremden Person mitgehen lassen. Die Arzthelferin versuchte mir weiszumachen, dass ALLE 5-jährigen Kinder allein bleiben würden. Beim besten Willen, das kann ich nicht glauben. Sie behauptete, dass die Kinder sonst gehemmt seien und die Tests nicht ordentlich mitmachen würden. (Es war mir ein Triumph, als sich diese Behauptung im Laufe der Untersuchung als null und nichtig herausstellte.) Jedenfalls gab es ein kurzes heftiges Wortgefecht und ich blieb. Die Schwester rauschte ab und eine andere, nette, bekannte Arzthelferin kümmerte sich um uns.
Sie nahm Kontakt mit dem Großen auf, so wie man es auch macht, bevor man eine Untersuchung anfängt, und begann, viele standardisierte Tests aus einer Mappe mit ihm durchzunehmen, während ich die gleichen Fragebögen wie bei der U8 ausfüllte (siehe Beitrag zur U8). Zuerst wurde gemalt, Punkte gerade verbunden und Formen benannt. Dann legte sie ihm viele Bilderreihen vor, wo er die nicht dazu passenden Formen oder Muster erkennen, den Plural verschiedenster Wörter bilden oder das Gegenteil sagen musste. Danach sollte er Sätze ergänzen und wiederholen, Vergangenheitsformen bilden, die männliche und weibliche Form benennen sowie schwierig auszusprechende Wörter (Zischlaute) nachsprechen. Bei der weiblichen Form von "König" sagte er "Prinzessin", die Arzthelferin lachte und meinte, das würden alle Kinder sagen:-). Er hat wirklich fast alles perfekt gelöst, schnell reagiert und super mitgemacht. Er antwortete allerdings nur, wenn er sich absolut sicher war. Bei Zweifeln sagte er lieber nichts, auch wenn man ihm anmerkte, dass seine Tendenz korrekt war. So kennen wir ihn ja auch. Er hat viel gelächelt, war freundlich und aufgeschlossen und die Arzthelferin total begeistert von ihm.
Dann kam die Kinderärztin, er wurde gewogen und gemessen und körperlich untersucht. Er wiegt jetzt 21,2 kg bei einer Größe von 118,5 cm. Bei der U8 waren es 17,1 kg auf 107,5 cm. Sie untersuchte ihn ausführlich und zum ersten Mal überhaupt hat er nicht geweint, als er sich hinlegen sollte. Wie schon bei der U7a vor 2 Jahren hörte sie wieder leichte Herzgeräusche, las sich noch einmal den damaligen Bericht des Kinderkardiologen durch, der bestätigte, dass organisch alles in Ordnung sei, und gab dann Entwarnung. Es gibt diese Herzgeräusche wohl bei vielen Kindern bis zur Pubertät. Dann hüpfte sie mit ihm auf einem Bein, warf ihm einen Ball zum Fangen zu und ließ ihn auf Hacken und Zehenspitzen laufen. Alles super. Dann sollte er mit der netten Arzthelferin, die er nun schon kannte, allein nach nebenan zum Seh- und Hörtest gehen. Nach kurzem Zögern ging er mit, man sieht also, dass es entscheidend ist, ob und wie vor einer Trennung mit dem Kind interagiert wird. Auch diese Tests verliefen perfekt. In der Zwischenzeit war etwas Gelegenheit, um einige kleinere Probleme mit der Ärztin zu besprechen. Seinen minimalen Aussprachefehlern bei aufeinanderfolgenden Konsonanten lassen wir noch etwas Zeit, um sich von selbst zu bessern, schließlich beginnt die Schule erst in 1 1/4 Jahren. Was seine Schwierigkeiten und Schmerzen beim Anziehen betrifft, so konnte sie wieder (zum Glück, da erblich belastet) keinerlei Anzeichen für Hautprobleme/ Neurodermitis feststellen. Sie hält es für ein Problem von zuviel Aufmerksamkeit unsererseits, wofür ihrer Meinung nach spricht, dass es in der Kita nicht auftritt. Dagegen spricht aber, dass es bei den Großeltern und meinem Mann, die dem eher verständnislos gegenüberstehen, auch auftritt. Da war sie bei der U8 schonmal näher dran. Ich finde nur immer merkwürdig, dass das als etwas so Ungewöhnliches dargestellt wird, wo das Netz voll ist von Berichten über Kinder, für die die Schilder aus Klamotten herausgeschnitten werden, wo die Reißverschlüsse pieken und die nur bestimmte Stoffe vertragen. Eine Kinderärztin sollte da etwas umfänglicher informiert sein.
Danach fing sie doch tatsächlich an, mir eine Predigt zu halten, dass ich meinen Sohn zu wenig loslassen würde. Die Arzthelferin hätte ihr von der Auseinandersetzung erzählt und gesagt, dass mein Großer sogar allein mitgehen wollte. Das war definitiv nicht der Fall gewesen. Ich stellte meine Perspektive dar, dass ich nicht mein 5-jähriges Kind mit einer fremden Person mitgehen lassen würde, wenn es nicht will. Damit würde ich ja seinen gut ausgeprägten Selbstschutz untergraben. Sie meinte, das Beispiel mit der Straße wäre ja etwas völlig anderes. Ist es für mich aber nicht. Wir fanden keinen gemeinsamen Nenner, aber ich denke, Fremde müssen auch mal akzeptieren, dass eine Mama immer noch ihr Kind am besten kennt. Wie ich nachträglich im U-Heft sah, hatte sie "Overprotection" bei sonstigen Bemerkungen reingeschrieben. Eine Mama, die ihr Kind darin unterstützt, nicht einfach mit Fremden mitzugehen, wird also nach einer halben Stunde Kommunikation als Overprotection-Mama eingeschätzt. Besser als das Gegenteil, würde ich mal sagen:-)
Als der Große wieder da war, erfolgte die Auswertung. Er ist super toll entwickelt, intellektuell und kognitiv sehr weit und hat alle Aufgaben bestens erfüllt. Von Seiten der Kinderärztin gibt es keinerlei Schwachstellen und sie sagte zu ihm, er sei ein "Spitzenreiter". Er war sehr stolz und glücklich und da kullerten mir dann doch die Tränen. Alles brach über mich herein und wir kamen nochmal ins Gespräch. Ich schilderte die krasse Diskrepanz zwischen den äußerst schwierigen und harten ersten Jahren mit ihm und der jetzigen Einschätzung, erinnerte sie an einige Situationen, die wir mit ihm in dieser Praxis erlebt hatten und dass die Kombination dieser ganzen Erinnerungen und der jetzigen absolut positiven Einschätzung für mich kaum zu verarbeiten war. Ich sagte, dass es für mich schwer nachvollziehbar ist, eine auf allen Ebenen absolut perfekte Einschätzung dieses Kindes und gleichzeitig "Kritik" an einem Erziehungsstil zu bekommen, der es mit geprägt hat. Es ist unglaublich, was alles mit ihm jetzt möglich ist, darauf hätten wir lange Jahre nicht mal zu hoffen gewagt. Hinter jedem Verhalten stecken eine Geschichte und Gründe und die sollte man nicht leichtfertig beurteilen. Auf diese emotionale Sichtweise ließ sie sich dann ein und bestärkte uns letzten Endes in unserem Weg, der ein tolles Kind hervorgebracht hat. Die ganze Aufregung wäre nicht nötig gewesen, wenn man einfach mal individuell statt schematisch auf ein Kind eingegangen wäre und Vertrauen in seine engsten Bezugspersonen gezeigt hätte. Passend dazu hat die Grummelmama ein Plädoyer für Letzteres und gegen das Einmischen geschrieben. Das hat gerade wunderbar gepasst.
Der Große saß neben mir und fragte, "Mama, warum weinst Du?" Er wirkte aber nicht verwirrt, sondern hatte soviel Zuspruch erhalten und war, glaube ich, auch selbst mit sich zufrieden. Wir verließen die Praxis nach 1 h 20 min und fuhren zur Kita. Leider war es schon recht spät, sonst hätte ich gern noch mit ihm einen Kakao getrunken. Ich finde es ja immer wieder schön, mit ihm allein unterwegs zu sein. Stattdessen ging es in die Kita und ich fuhr weiter zur Arbeit, wo ich noch lange brauchte, um meine Aufwühlung zu bewältigen. Mit dem Großen ist immer alles emotional, selbst wenn er mal nicht der Auslöser ist. Den ganzen Tag herrschte in mir eine wilde Mischung aus Erleichterung, Stolz und Glück über seine schöne Entwicklung und die Wut über diesen Umgang und solche Ansprüche an kleine Kinder (wie ich in meinem U8-Bericht nachlas, sollte er sich damals auch direkt nach Eintreffen von mir trennen), die Empörung über Schubladisierungen anhand einer Situation sowie die emotionale Verwirrung aus dem erst kritischen, später verständnisvollen und einvernehmlichen Gespräch mit der Ärztin. Ich hatte echt dran zu knabbern und war den ganzen Tag erschöpft. Die nächste spannende Untersuchung mit dem Großen wird nun die Schuleingangsuntersuchung sein.
Und hier noch ein zweiter Text, der auch zu dem angesprochenen Thema passt:
http://www.2kindchaos.com/gesellschaft/entry/gesellschaft/2016/04/16/kinder-sind-individuen
Wir kamen rein, meldeten uns an und sollten sofort in eines der Sprechzimmer gehen. Wir? Nein, der Große sollte allein gehen. Natürlich wollte er wie bei der U8 nicht allein mit und ich hatte ihm vorher gesagt, dass ich bei allem mit dabei sein werde. Auf diese Aussage verlässt er sich und nun sollte ich ihn mit wildfremden Menschen, in einer fremden Umgebung allein mitgehen lassen? Sicherlich gibt es Kinder, die dies ohne Probleme machen. Aber Kinder sind unterschiedlich und wenn ein Kind nicht möchte, dann sollte man dies akzeptieren und nicht noch die Mama angreifen. Genau das geschah aber. Wir setzten uns ins Sprechzimmer, eine Arzthelferin kam herein, die noch nicht lange dort tätig ist und versuchte auf eine herablassende, unangenehme Art und Weise mich zu zwingen, den Großen allein zu lassen. Er war so verunsichert, dass er nur auf meinem Schoß sitzen wollte. Ich wehrte mich vehement gegen die übergriffige Art und wurde unfreundlich. Ich sagte, ich würde ihn doch auch nicht auf der Straße mit einer wildfremden Person mitgehen lassen. Die Arzthelferin versuchte mir weiszumachen, dass ALLE 5-jährigen Kinder allein bleiben würden. Beim besten Willen, das kann ich nicht glauben. Sie behauptete, dass die Kinder sonst gehemmt seien und die Tests nicht ordentlich mitmachen würden. (Es war mir ein Triumph, als sich diese Behauptung im Laufe der Untersuchung als null und nichtig herausstellte.) Jedenfalls gab es ein kurzes heftiges Wortgefecht und ich blieb. Die Schwester rauschte ab und eine andere, nette, bekannte Arzthelferin kümmerte sich um uns.
Sie nahm Kontakt mit dem Großen auf, so wie man es auch macht, bevor man eine Untersuchung anfängt, und begann, viele standardisierte Tests aus einer Mappe mit ihm durchzunehmen, während ich die gleichen Fragebögen wie bei der U8 ausfüllte (siehe Beitrag zur U8). Zuerst wurde gemalt, Punkte gerade verbunden und Formen benannt. Dann legte sie ihm viele Bilderreihen vor, wo er die nicht dazu passenden Formen oder Muster erkennen, den Plural verschiedenster Wörter bilden oder das Gegenteil sagen musste. Danach sollte er Sätze ergänzen und wiederholen, Vergangenheitsformen bilden, die männliche und weibliche Form benennen sowie schwierig auszusprechende Wörter (Zischlaute) nachsprechen. Bei der weiblichen Form von "König" sagte er "Prinzessin", die Arzthelferin lachte und meinte, das würden alle Kinder sagen:-). Er hat wirklich fast alles perfekt gelöst, schnell reagiert und super mitgemacht. Er antwortete allerdings nur, wenn er sich absolut sicher war. Bei Zweifeln sagte er lieber nichts, auch wenn man ihm anmerkte, dass seine Tendenz korrekt war. So kennen wir ihn ja auch. Er hat viel gelächelt, war freundlich und aufgeschlossen und die Arzthelferin total begeistert von ihm.
Dann kam die Kinderärztin, er wurde gewogen und gemessen und körperlich untersucht. Er wiegt jetzt 21,2 kg bei einer Größe von 118,5 cm. Bei der U8 waren es 17,1 kg auf 107,5 cm. Sie untersuchte ihn ausführlich und zum ersten Mal überhaupt hat er nicht geweint, als er sich hinlegen sollte. Wie schon bei der U7a vor 2 Jahren hörte sie wieder leichte Herzgeräusche, las sich noch einmal den damaligen Bericht des Kinderkardiologen durch, der bestätigte, dass organisch alles in Ordnung sei, und gab dann Entwarnung. Es gibt diese Herzgeräusche wohl bei vielen Kindern bis zur Pubertät. Dann hüpfte sie mit ihm auf einem Bein, warf ihm einen Ball zum Fangen zu und ließ ihn auf Hacken und Zehenspitzen laufen. Alles super. Dann sollte er mit der netten Arzthelferin, die er nun schon kannte, allein nach nebenan zum Seh- und Hörtest gehen. Nach kurzem Zögern ging er mit, man sieht also, dass es entscheidend ist, ob und wie vor einer Trennung mit dem Kind interagiert wird. Auch diese Tests verliefen perfekt. In der Zwischenzeit war etwas Gelegenheit, um einige kleinere Probleme mit der Ärztin zu besprechen. Seinen minimalen Aussprachefehlern bei aufeinanderfolgenden Konsonanten lassen wir noch etwas Zeit, um sich von selbst zu bessern, schließlich beginnt die Schule erst in 1 1/4 Jahren. Was seine Schwierigkeiten und Schmerzen beim Anziehen betrifft, so konnte sie wieder (zum Glück, da erblich belastet) keinerlei Anzeichen für Hautprobleme/ Neurodermitis feststellen. Sie hält es für ein Problem von zuviel Aufmerksamkeit unsererseits, wofür ihrer Meinung nach spricht, dass es in der Kita nicht auftritt. Dagegen spricht aber, dass es bei den Großeltern und meinem Mann, die dem eher verständnislos gegenüberstehen, auch auftritt. Da war sie bei der U8 schonmal näher dran. Ich finde nur immer merkwürdig, dass das als etwas so Ungewöhnliches dargestellt wird, wo das Netz voll ist von Berichten über Kinder, für die die Schilder aus Klamotten herausgeschnitten werden, wo die Reißverschlüsse pieken und die nur bestimmte Stoffe vertragen. Eine Kinderärztin sollte da etwas umfänglicher informiert sein.
Danach fing sie doch tatsächlich an, mir eine Predigt zu halten, dass ich meinen Sohn zu wenig loslassen würde. Die Arzthelferin hätte ihr von der Auseinandersetzung erzählt und gesagt, dass mein Großer sogar allein mitgehen wollte. Das war definitiv nicht der Fall gewesen. Ich stellte meine Perspektive dar, dass ich nicht mein 5-jähriges Kind mit einer fremden Person mitgehen lassen würde, wenn es nicht will. Damit würde ich ja seinen gut ausgeprägten Selbstschutz untergraben. Sie meinte, das Beispiel mit der Straße wäre ja etwas völlig anderes. Ist es für mich aber nicht. Wir fanden keinen gemeinsamen Nenner, aber ich denke, Fremde müssen auch mal akzeptieren, dass eine Mama immer noch ihr Kind am besten kennt. Wie ich nachträglich im U-Heft sah, hatte sie "Overprotection" bei sonstigen Bemerkungen reingeschrieben. Eine Mama, die ihr Kind darin unterstützt, nicht einfach mit Fremden mitzugehen, wird also nach einer halben Stunde Kommunikation als Overprotection-Mama eingeschätzt. Besser als das Gegenteil, würde ich mal sagen:-)
Als der Große wieder da war, erfolgte die Auswertung. Er ist super toll entwickelt, intellektuell und kognitiv sehr weit und hat alle Aufgaben bestens erfüllt. Von Seiten der Kinderärztin gibt es keinerlei Schwachstellen und sie sagte zu ihm, er sei ein "Spitzenreiter". Er war sehr stolz und glücklich und da kullerten mir dann doch die Tränen. Alles brach über mich herein und wir kamen nochmal ins Gespräch. Ich schilderte die krasse Diskrepanz zwischen den äußerst schwierigen und harten ersten Jahren mit ihm und der jetzigen Einschätzung, erinnerte sie an einige Situationen, die wir mit ihm in dieser Praxis erlebt hatten und dass die Kombination dieser ganzen Erinnerungen und der jetzigen absolut positiven Einschätzung für mich kaum zu verarbeiten war. Ich sagte, dass es für mich schwer nachvollziehbar ist, eine auf allen Ebenen absolut perfekte Einschätzung dieses Kindes und gleichzeitig "Kritik" an einem Erziehungsstil zu bekommen, der es mit geprägt hat. Es ist unglaublich, was alles mit ihm jetzt möglich ist, darauf hätten wir lange Jahre nicht mal zu hoffen gewagt. Hinter jedem Verhalten stecken eine Geschichte und Gründe und die sollte man nicht leichtfertig beurteilen. Auf diese emotionale Sichtweise ließ sie sich dann ein und bestärkte uns letzten Endes in unserem Weg, der ein tolles Kind hervorgebracht hat. Die ganze Aufregung wäre nicht nötig gewesen, wenn man einfach mal individuell statt schematisch auf ein Kind eingegangen wäre und Vertrauen in seine engsten Bezugspersonen gezeigt hätte. Passend dazu hat die Grummelmama ein Plädoyer für Letzteres und gegen das Einmischen geschrieben. Das hat gerade wunderbar gepasst.
Der Große saß neben mir und fragte, "Mama, warum weinst Du?" Er wirkte aber nicht verwirrt, sondern hatte soviel Zuspruch erhalten und war, glaube ich, auch selbst mit sich zufrieden. Wir verließen die Praxis nach 1 h 20 min und fuhren zur Kita. Leider war es schon recht spät, sonst hätte ich gern noch mit ihm einen Kakao getrunken. Ich finde es ja immer wieder schön, mit ihm allein unterwegs zu sein. Stattdessen ging es in die Kita und ich fuhr weiter zur Arbeit, wo ich noch lange brauchte, um meine Aufwühlung zu bewältigen. Mit dem Großen ist immer alles emotional, selbst wenn er mal nicht der Auslöser ist. Den ganzen Tag herrschte in mir eine wilde Mischung aus Erleichterung, Stolz und Glück über seine schöne Entwicklung und die Wut über diesen Umgang und solche Ansprüche an kleine Kinder (wie ich in meinem U8-Bericht nachlas, sollte er sich damals auch direkt nach Eintreffen von mir trennen), die Empörung über Schubladisierungen anhand einer Situation sowie die emotionale Verwirrung aus dem erst kritischen, später verständnisvollen und einvernehmlichen Gespräch mit der Ärztin. Ich hatte echt dran zu knabbern und war den ganzen Tag erschöpft. Die nächste spannende Untersuchung mit dem Großen wird nun die Schuleingangsuntersuchung sein.
Und hier noch ein zweiter Text, der auch zu dem angesprochenen Thema passt:
http://www.2kindchaos.com/gesellschaft/entry/gesellschaft/2016/04/16/kinder-sind-individuen
Montag, 4. April 2016
Die U7a der Kleinen am 4. April 2016
Ich bin ja, was die jährlichen U's angeht, ein gebranntes Kind und erwarte immer ein apokalyptisches Szenario. Der Große hat uns dahingehend in seinen ersten Jahren durch infernalisches Geschrei leider geprägt und ich habe diese Erfahrungen bis heute nicht abschütteln können. Insofern bin ich immer leicht nervös vor einer U. Immerhin traue mich seit 2 Jahren alleine mit dem jeweiligen Kind hin, was früher nicht der Fall war. Der Mann würde natürlich auch gehen, aber ich möchte lieber selbst mit der Ärztin sprechen und meine eventuellen Sorgen und Baustellen schildern. Glücklicherweise werden U-Termine bei unserer Kinderärztin vor oder nach der Sprechstunde vereinbart, so dass die Kinder nicht in einem überfüllten Krankenwartezimmer stundenlang ausharren müssen. Ich lege unsere Termine immer gleich morgens, so dass ich das Kind dann noch in die Kita bringen kann.
Als erstes füllte ich die beiden obligatorischen Fragebögen aus und die Kleine versuchte sich gleich an einem Eis-Steckspiel. Die Schwester machte erste Tests mit ihr: ein Türmchen bauen, 3D-Figuren erkennen, und stellte ein paar Fragen. Die Kleine wurde gemessen und gewogen. Sie wiegt jetzt 13,8 kg bei einer Größe von 92 cm. Damit hat sie in einem Jahr 2,3 kg zugenommen und ist 8 cm gewachsen. Der Große hatte damals bei seiner U7a schon 16,1 kg Gewicht und 100 cm Größe. Als die Ärztin kam, stellte sie als erstes beim Blick in den PC fest, dass wir ja "gut durch den Winter gekommen" seien (ich glaube, ich war zweimal mit ihr bei der Ärztin). Haha, da konnte ich nur müde lächeln. Klar, ich renne nicht wegen jedem Virus zum Arzt und wir versuchen immer erstmal, Krankheiten der Kinder mit abwechselnder Betreuung, freien Tagen, Urlaub oder Überstundenabbau aufzufangen, aber von "gut durch den Winter" konnte ja nun wirklich keine Rede sein. Nur waren tatsächlich wir Eltern noch geplagter als die Kinder. Und insgesamt muss man sagen, hatten die Kinder zwar viele Infekte und auch ungewöhnlich oft erhöhte Temperatur, aber keine gravierenden und ernsten Kinderkrankheiten. Zum Glück.
Dann wurde die Kleine untersucht und durfte ein bisschen Ball spielen. Wir sprachen kurz über ihre kleinen Aussprache"fehler" (z.B. sagt sie L statt R), die aber noch bis zur U8 Zeit haben, sich zu bessern. Die Kleine war sehr scheu, wollte nichts sagen, ließ aber alles soweit über sich ergehen. Nur als sie sich kurz hinlegen sollte, weinte sie. Kein Vergleich jedoch mit dem Großen, der beim Hinlegen jedesmal in untröstliches, lautes, langanhaltendes Weinen ausbrach. Dann wurde noch ein Sehtest gemacht und wir waren fertig. Keine Probleme, keine Baustellen, keine Auffälligkeiten, ein rundum gut entwickeltes, normales Kind. Beim Großen ging ich damals aus der U7a mit mehreren Überweisungen raus, u.a. mussten wir zum Augen- und zum Ohrenarzt wegen des Verdachts auf Seh- bzw. Hörminderung und, noch schlimmer, zum Kinderkardiologen wegen Herzgeräuschen, aus heutiger Sicht völlig übertrieben und überflüssig und sich nicht bestätigend. Dass die Kleine eine empfindliche Haut hat, wissen wir, sie war schon als Baby oft wund. Aber bisher zeigt sie noch keins der Anzeichen für die enorme Hautsensitivität, unter der der Große extrem leidet.
Als wir fertig waren, kaufte ich ihr noch das versprochene Teilchen beim Bäcker und brachte sie zur Kita. Auch dies funktionierte ohne Probleme, sie ging anderthalb Stunden später als sonst in ihre Gruppe und ich konnte ohne Bauchschmerzen nach Hause gehen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie entspannt und normal die U's mit ihr ablaufen. Sie hat mich als ihre Bindungsperson dabei und das reicht ihr, um die ungewohnte und fremde Situation zu bewältigen. Beim Großen haben lange Zeit nicht mal zwei seiner vertrauten Bezugspersonen ausgereicht, um ihm dort das Gefühl von Sicherheit zu geben. So unterschiedlich ist das. Schön in jedem Fall, dass sie so stabil und so toll entwickelt ist. Nun wird sie bald 3 Jahre alt und ist ein wunderbares, gesundes, spritziges und temperamentvolles kleines Persönchen.
Hier der Text zu ihrer U7 vor einem Jahr:
Die U7 der Kleinen am 13. April 2015
Als erstes füllte ich die beiden obligatorischen Fragebögen aus und die Kleine versuchte sich gleich an einem Eis-Steckspiel. Die Schwester machte erste Tests mit ihr: ein Türmchen bauen, 3D-Figuren erkennen, und stellte ein paar Fragen. Die Kleine wurde gemessen und gewogen. Sie wiegt jetzt 13,8 kg bei einer Größe von 92 cm. Damit hat sie in einem Jahr 2,3 kg zugenommen und ist 8 cm gewachsen. Der Große hatte damals bei seiner U7a schon 16,1 kg Gewicht und 100 cm Größe. Als die Ärztin kam, stellte sie als erstes beim Blick in den PC fest, dass wir ja "gut durch den Winter gekommen" seien (ich glaube, ich war zweimal mit ihr bei der Ärztin). Haha, da konnte ich nur müde lächeln. Klar, ich renne nicht wegen jedem Virus zum Arzt und wir versuchen immer erstmal, Krankheiten der Kinder mit abwechselnder Betreuung, freien Tagen, Urlaub oder Überstundenabbau aufzufangen, aber von "gut durch den Winter" konnte ja nun wirklich keine Rede sein. Nur waren tatsächlich wir Eltern noch geplagter als die Kinder. Und insgesamt muss man sagen, hatten die Kinder zwar viele Infekte und auch ungewöhnlich oft erhöhte Temperatur, aber keine gravierenden und ernsten Kinderkrankheiten. Zum Glück.
Dann wurde die Kleine untersucht und durfte ein bisschen Ball spielen. Wir sprachen kurz über ihre kleinen Aussprache"fehler" (z.B. sagt sie L statt R), die aber noch bis zur U8 Zeit haben, sich zu bessern. Die Kleine war sehr scheu, wollte nichts sagen, ließ aber alles soweit über sich ergehen. Nur als sie sich kurz hinlegen sollte, weinte sie. Kein Vergleich jedoch mit dem Großen, der beim Hinlegen jedesmal in untröstliches, lautes, langanhaltendes Weinen ausbrach. Dann wurde noch ein Sehtest gemacht und wir waren fertig. Keine Probleme, keine Baustellen, keine Auffälligkeiten, ein rundum gut entwickeltes, normales Kind. Beim Großen ging ich damals aus der U7a mit mehreren Überweisungen raus, u.a. mussten wir zum Augen- und zum Ohrenarzt wegen des Verdachts auf Seh- bzw. Hörminderung und, noch schlimmer, zum Kinderkardiologen wegen Herzgeräuschen, aus heutiger Sicht völlig übertrieben und überflüssig und sich nicht bestätigend. Dass die Kleine eine empfindliche Haut hat, wissen wir, sie war schon als Baby oft wund. Aber bisher zeigt sie noch keins der Anzeichen für die enorme Hautsensitivität, unter der der Große extrem leidet.
Als wir fertig waren, kaufte ich ihr noch das versprochene Teilchen beim Bäcker und brachte sie zur Kita. Auch dies funktionierte ohne Probleme, sie ging anderthalb Stunden später als sonst in ihre Gruppe und ich konnte ohne Bauchschmerzen nach Hause gehen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie entspannt und normal die U's mit ihr ablaufen. Sie hat mich als ihre Bindungsperson dabei und das reicht ihr, um die ungewohnte und fremde Situation zu bewältigen. Beim Großen haben lange Zeit nicht mal zwei seiner vertrauten Bezugspersonen ausgereicht, um ihm dort das Gefühl von Sicherheit zu geben. So unterschiedlich ist das. Schön in jedem Fall, dass sie so stabil und so toll entwickelt ist. Nun wird sie bald 3 Jahre alt und ist ein wunderbares, gesundes, spritziges und temperamentvolles kleines Persönchen.
Hier der Text zu ihrer U7 vor einem Jahr:
Die U7 der Kleinen am 13. April 2015
Montag, 10. August 2015
Komische Kinderkrankheiten
Immer mal wieder was Neues. Nach einem anstrengenden Wochenende und sehr lange zurückliegender effektiver Entlastung abseits der Kita sind beide Kinder nun die ganze Woche krankgeschrieben. Die Diagnose: ansteckende Eiterflechte, auch Grind- oder Borkenflechte genannt. Kinder haben ja immer Krankheiten, die hat man vorher noch nie gehört. Zum Glück hatten wir das gestern abend aufgrund einiger Hinweise auf Twitter schon recherchiert und ahnten, dass es genau das sein würde. Deshalb waren wir heute früh gleich beim Hautarzt. Leider büße ich nun heute meinen für meine Regeneration eigentlich dringend benötigten freien Tag ein, der immer meine wichtigste Kraftquelle für die Woche und das kommende Wochenende ist und den ich schon fest verplant hatte. So ist das eben manchmal, meistens immer dann, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann oder wenig Kraft hat. Glücklicherweise sind die Kinder ja wirklich sehr selten krank, so dass wir uns insgesamt nicht beschweren können. Der Große war zuletzt im Februar krankgeschrieben, davor 2 Jahre gar nicht, und die Kleine hatten wir im November 2014 das letzte Mal länger zuhause. Da wir aber immer alles allein stemmen müssen, ist es trotzdem eine zusätzliche Belastung, die unsere fein austarierte Work-Life-Balance durcheinander bringt.
Die Eiterflechte ist eine hoch ansteckende Hautkrankheit, die durch Schmierinfektion übertragen wird und besonders im Säuglings- und Kleinkindalter verbreitet ist. Ausgelöst wird sie durch Bakterien, die in Wunden eindringen und die Entzündung hervorrufen. Einmal ausgebrochen, verbreiten sich die Bläschen und die Krankheit wird eben durch Schmierinfektion weitergegeben. Das geschieht natürlich in der Kita und unter Geschwistern sehr schnell.
Bei uns war es so, dass der Große am Ellenbogen mehrere Schürfwunden hatte, die nicht so richtig abheilten bzw. immer wieder aufbrachen. Ungefähr am letzten Donnerstag/Freitag bemerkten wir, dass die Wunden merkwürdig aussahen, sich kleine Bläschen bildeten und es leichte Verkrustungen gab. Da er aber nicht über Schmerzen oder Juckreiz jammerte, sahen wir keinen Handlungsbedarf. Am Freitag war außerdem routinemäßig ein Arzt in der Kita, der die 4-5-jährigen Kinder, darunter auch den Großen, untersuchte. Alles in Ordnung. Am Wochenende bildeten sich auf seinem Körper einige wenige, kleine runde Stellen, die etwas anders aussahen. Als aber die Kleine gestern nachmittag diese Stellen auch entwickelte, wurden wir stutzig und recherchierten. Naja, und so landeten wir heute morgen gleich bei der Hautärztin, die uns netterweise als erste untersuchte und die vermutete Diagnose stellte. Es ist eine leichte Ausprägung, aber eben sehr ansteckend, so dass sie zuhause bleiben müssen. Mit einer antibiotischen Salbe werden die befallenen Stellen behandelt. Hoffentlich stecken wir uns nicht auch noch an!
Glücklicherweise ist das Wetter gerade perfekt, die Kinder sind nicht körperlich angeschlagen (Juckreiz oder Schmerzen scheinen sie nicht zu haben) und es gibt keine wichtigen Terminsachen, die abgesagt werden müssen oder davon beeinträchtigt werden. Insofern also nochmal Glück gehabt. Wir werden bzw. müssen das Beste daraus machen und ich hoffe, dass es in dieser Woche abklingt, so dass in der kommenden Woche alle wieder ihren gewohnten Rhythmus leben können. Mein Mann wird die nächsten Tage die Krankenpflege übernehmen, was den Vorteil hat, dass ich ja schon gegen 14:30 Uhr zuhause bin und wir nachmittags zu zweit sind, und ich versuche auch, gegen Ende der Woche ein paar Überstunden abzubauen. Grundsätzlich glaube ich ja, dass die Papas insofern gute Krankenpfleger sind, weil sie nicht so stark mit ihren Kindern mitleiden (wie ich zum Beispiel), weniger Dinge im Kopf haben, was alles noch zu tun wäre und weniger perfektionistisch sind. Mein Mann ist außerdem viel stoischer und duldsamer, was die Rund-um-die Uhr-Betreuung der Kinder angeht, und sein Freiheits- und Freizeitbedürfnis ist geringer als bei mir. Ich bin generell recht geduldig mit den Macken und Marotten der Kinder, werde aber schnell gereizt, wenn ich ohne Pause funktionieren muss. Die Mamas sind dafür generell gut darin, für alles die passende Medizin zu haben und auch regelmäßig zu geben. Wir werden uns reinteilen, so dass möglichst keiner durchdreht.
Warum ich darüber schreibe? Viele Kinderkrankheiten sind meiner Erfahrung nach ziemlich unbekannt, obwohl sehr verbreitet. Ich selbst habe viele Krankheitsnamen zum ersten Mal durch meine Kolleginnen mit älteren Kindern gehört und schon das eine oder andere Mal von deren Wissen profitiert. Vielleicht hilft es auch meinen Lesern insofern, dass sie den Begriff schon einmal gehört haben und nicht ganz unvorbereitet sind, wenn es sie betrifft.
Die Eiterflechte ist eine hoch ansteckende Hautkrankheit, die durch Schmierinfektion übertragen wird und besonders im Säuglings- und Kleinkindalter verbreitet ist. Ausgelöst wird sie durch Bakterien, die in Wunden eindringen und die Entzündung hervorrufen. Einmal ausgebrochen, verbreiten sich die Bläschen und die Krankheit wird eben durch Schmierinfektion weitergegeben. Das geschieht natürlich in der Kita und unter Geschwistern sehr schnell.
Bei uns war es so, dass der Große am Ellenbogen mehrere Schürfwunden hatte, die nicht so richtig abheilten bzw. immer wieder aufbrachen. Ungefähr am letzten Donnerstag/Freitag bemerkten wir, dass die Wunden merkwürdig aussahen, sich kleine Bläschen bildeten und es leichte Verkrustungen gab. Da er aber nicht über Schmerzen oder Juckreiz jammerte, sahen wir keinen Handlungsbedarf. Am Freitag war außerdem routinemäßig ein Arzt in der Kita, der die 4-5-jährigen Kinder, darunter auch den Großen, untersuchte. Alles in Ordnung. Am Wochenende bildeten sich auf seinem Körper einige wenige, kleine runde Stellen, die etwas anders aussahen. Als aber die Kleine gestern nachmittag diese Stellen auch entwickelte, wurden wir stutzig und recherchierten. Naja, und so landeten wir heute morgen gleich bei der Hautärztin, die uns netterweise als erste untersuchte und die vermutete Diagnose stellte. Es ist eine leichte Ausprägung, aber eben sehr ansteckend, so dass sie zuhause bleiben müssen. Mit einer antibiotischen Salbe werden die befallenen Stellen behandelt. Hoffentlich stecken wir uns nicht auch noch an!
Glücklicherweise ist das Wetter gerade perfekt, die Kinder sind nicht körperlich angeschlagen (Juckreiz oder Schmerzen scheinen sie nicht zu haben) und es gibt keine wichtigen Terminsachen, die abgesagt werden müssen oder davon beeinträchtigt werden. Insofern also nochmal Glück gehabt. Wir werden bzw. müssen das Beste daraus machen und ich hoffe, dass es in dieser Woche abklingt, so dass in der kommenden Woche alle wieder ihren gewohnten Rhythmus leben können. Mein Mann wird die nächsten Tage die Krankenpflege übernehmen, was den Vorteil hat, dass ich ja schon gegen 14:30 Uhr zuhause bin und wir nachmittags zu zweit sind, und ich versuche auch, gegen Ende der Woche ein paar Überstunden abzubauen. Grundsätzlich glaube ich ja, dass die Papas insofern gute Krankenpfleger sind, weil sie nicht so stark mit ihren Kindern mitleiden (wie ich zum Beispiel), weniger Dinge im Kopf haben, was alles noch zu tun wäre und weniger perfektionistisch sind. Mein Mann ist außerdem viel stoischer und duldsamer, was die Rund-um-die Uhr-Betreuung der Kinder angeht, und sein Freiheits- und Freizeitbedürfnis ist geringer als bei mir. Ich bin generell recht geduldig mit den Macken und Marotten der Kinder, werde aber schnell gereizt, wenn ich ohne Pause funktionieren muss. Die Mamas sind dafür generell gut darin, für alles die passende Medizin zu haben und auch regelmäßig zu geben. Wir werden uns reinteilen, so dass möglichst keiner durchdreht.
Warum ich darüber schreibe? Viele Kinderkrankheiten sind meiner Erfahrung nach ziemlich unbekannt, obwohl sehr verbreitet. Ich selbst habe viele Krankheitsnamen zum ersten Mal durch meine Kolleginnen mit älteren Kindern gehört und schon das eine oder andere Mal von deren Wissen profitiert. Vielleicht hilft es auch meinen Lesern insofern, dass sie den Begriff schon einmal gehört haben und nicht ganz unvorbereitet sind, wenn es sie betrifft.
Montag, 13. April 2015
Die U7 der Kleinen am 13. April 2015
Die Kleine wird in ca. 3 Wochen 2 Jahre alt und heute war ich deshalb mit ihr zur U7 bei unserer Kinderärztin. Im Vorfeld war ich eigentlich ziemlich entspannt, sowohl was ihr Verhalten bei der Untersuchung als auch ihre unproblematische Entwicklung angeht. Aber man weiß ja nie, was einen erwartet, ob das Kind kooperiert und ob etwas Besorgniserregendes gefunden wird (wie die Herzgeräusche des Großen bei seiner U7a).
Die U-Termine werden bei uns vor oder nach der regulären Sprechstunde gemacht, so dass wir gleich um 8 Uhr beginnen konnten. Sie wurde gewogen, gemessen an Kopf und Körper, ausgiebig untersucht, durfte mit der Ärztin Ball spielen, ein Türmchen bauen, hat gezeigt, dass sie versteht, was die Ärztin von ihr wollte und hat sogar einige kurze Antworten gegeben. Sie wiegt jetzt 11,5 kg und ist ca. 84 cm groß. Damit hat sie in einem Jahr seit der U6 ca. 2,4 kg und 10 cm zugelegt. Der Große war zum gleichen Zeitpunkt 13,4 kg schwer und ca. 89 cm groß. Mit den Impfungen sind wir bei ihr seit September 2014 durch. Ich musste wieder 2 Fragebögen über ihre motorischen, sprachlichen und sozialen Fähigkeiten ausfüllen. Bei den Wörtern, die die Kleine schon benutzt, konnte ich nahezu alles ankreuzen. Sie ist sprachlich wirklich sehr fit und spricht auch vieles schon ziemlich korrekt oder zumindest gut verständlich aus. Ihre leichte O-Beinigkeit ist völlig normal und absolut nicht besorgniserregend. Ansonsten hatte ich keine weiteren Anliegen oder Probleme, ein für mich sehr ungewohnter Zustand. Ich sage auch jedesmal zur Kinderärztin, dass die Kleine ein ganz und gar normales, toll entwickeltes und gut zu händelndes Kind ist. Sie kennt ja unsere Sorgen mit dem Großen und sagt dann immer nur schelmisch: "Genießen!";)
Ich war trotzdem erleichtert, dass es keine negativen Überraschungen gab. Körperlich ist alles in bester Ordnung. Über das Verhalten der Kleinen habe ich Bände gestaunt. Mir ist noch lebhaft in Erinnerung, wie der Große bei seiner U7 die gesamte Kinderarztpraxis (damals noch eine andere) zusammengeschrien hat und sich weder von uns Eltern (wir waren bei all seinen Arztterminen immer zu zweit) beruhigen noch von der Ärztin oder den Schwestern ablenken ließ. Er wollte damals überhaupt niemanden an sich und seinen Körper lassen, hat sich nur an uns geklammert und sofort losgebrüllt, sobald ihm jemand zu nahe kam. Dass wir direkt im Anschluss noch 2 Impfungen mit ihm absolvieren mussten, wo er eh schon total aufgebracht war, hat dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. Es war jedenfalls grauenhaft und traumatisch für alle Beteiligten und ich bin deshalb sehr erleichtert und froh, dass es heute mit der Kleinen so glimpflich, um nicht zu sagen erfreulich ablief. Sie hat nur 1x kurz geweint, als sie sich hinlegen sollte (da weint der Große auch jedesmal), sich dann aber sofort wieder eingekriegt. Ansonsten hat sie alles bis auf's Messen gut mitgemacht und zwischendurch immer "Fertich!" gesagt. Um kurz nach 9 Uhr habe ich sie dann in der Kita abgegeben. Geschwister sind eben unterschiedlich und niemand, der noch nie mit einem schwierigen Kind in einer Arztpraxis war, kann nachvollziehen, was das bedeutet.
Ich habe auch nochmal die Blutuntersuchung des Großen angesprochen, da ich die Ergebnisse damals nur telefonisch durch eine Schwester mitgeteilt bekam. Die Ärztin hat sich Zeit genommen und ist kurz alles mit mir durchgegangen. Er hatte ja vor der Blutabnahme einen Infekt gehabt, was man im Blutbild schon noch sah. Ansonsten war alles, was untersucht wurde (Schilddrüse, Eisenwert, Muskelentzündungswerte, Allergien etc.) top in Ordnung. Es gibt also keinen Hinweis auf irgendwelche körperlichen Beeinträchtigungen. Das Angenehme bei dieser Ärztin ist, dass sie aber trotzdem nicht die Probleme, die wir als Eltern mit ihm haben, bagatellisiert oder gar verneint, sondern schon versucht, Erklärungen zu finden und uns ernst zu nehmen. Das ist sicherlich nicht selbstverständlich; unsere erste Kinderärztin war von der Sorte "Da müssen Sie jetzt durch!", was einem bekanntlich nie weiterhilft, wenn man ein Problem hat.
Im besten Fall sind wir nun erst wieder in einem Jahr bei der Ärztin. Da meine Kinder glücklicherweise so gut wie nie schwerwiegende Krankheiten haben und ich es vermeide, wegen Erkältungen zum Arzt zu gehen, haben wir darauf sogar eine reale Chance. Das Ergebnis der U7 und mein Fazit von heute: Die Kleine ist ein tolles Kind!
Die U-Termine werden bei uns vor oder nach der regulären Sprechstunde gemacht, so dass wir gleich um 8 Uhr beginnen konnten. Sie wurde gewogen, gemessen an Kopf und Körper, ausgiebig untersucht, durfte mit der Ärztin Ball spielen, ein Türmchen bauen, hat gezeigt, dass sie versteht, was die Ärztin von ihr wollte und hat sogar einige kurze Antworten gegeben. Sie wiegt jetzt 11,5 kg und ist ca. 84 cm groß. Damit hat sie in einem Jahr seit der U6 ca. 2,4 kg und 10 cm zugelegt. Der Große war zum gleichen Zeitpunkt 13,4 kg schwer und ca. 89 cm groß. Mit den Impfungen sind wir bei ihr seit September 2014 durch. Ich musste wieder 2 Fragebögen über ihre motorischen, sprachlichen und sozialen Fähigkeiten ausfüllen. Bei den Wörtern, die die Kleine schon benutzt, konnte ich nahezu alles ankreuzen. Sie ist sprachlich wirklich sehr fit und spricht auch vieles schon ziemlich korrekt oder zumindest gut verständlich aus. Ihre leichte O-Beinigkeit ist völlig normal und absolut nicht besorgniserregend. Ansonsten hatte ich keine weiteren Anliegen oder Probleme, ein für mich sehr ungewohnter Zustand. Ich sage auch jedesmal zur Kinderärztin, dass die Kleine ein ganz und gar normales, toll entwickeltes und gut zu händelndes Kind ist. Sie kennt ja unsere Sorgen mit dem Großen und sagt dann immer nur schelmisch: "Genießen!";)
Ich war trotzdem erleichtert, dass es keine negativen Überraschungen gab. Körperlich ist alles in bester Ordnung. Über das Verhalten der Kleinen habe ich Bände gestaunt. Mir ist noch lebhaft in Erinnerung, wie der Große bei seiner U7 die gesamte Kinderarztpraxis (damals noch eine andere) zusammengeschrien hat und sich weder von uns Eltern (wir waren bei all seinen Arztterminen immer zu zweit) beruhigen noch von der Ärztin oder den Schwestern ablenken ließ. Er wollte damals überhaupt niemanden an sich und seinen Körper lassen, hat sich nur an uns geklammert und sofort losgebrüllt, sobald ihm jemand zu nahe kam. Dass wir direkt im Anschluss noch 2 Impfungen mit ihm absolvieren mussten, wo er eh schon total aufgebracht war, hat dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. Es war jedenfalls grauenhaft und traumatisch für alle Beteiligten und ich bin deshalb sehr erleichtert und froh, dass es heute mit der Kleinen so glimpflich, um nicht zu sagen erfreulich ablief. Sie hat nur 1x kurz geweint, als sie sich hinlegen sollte (da weint der Große auch jedesmal), sich dann aber sofort wieder eingekriegt. Ansonsten hat sie alles bis auf's Messen gut mitgemacht und zwischendurch immer "Fertich!" gesagt. Um kurz nach 9 Uhr habe ich sie dann in der Kita abgegeben. Geschwister sind eben unterschiedlich und niemand, der noch nie mit einem schwierigen Kind in einer Arztpraxis war, kann nachvollziehen, was das bedeutet.
Ich habe auch nochmal die Blutuntersuchung des Großen angesprochen, da ich die Ergebnisse damals nur telefonisch durch eine Schwester mitgeteilt bekam. Die Ärztin hat sich Zeit genommen und ist kurz alles mit mir durchgegangen. Er hatte ja vor der Blutabnahme einen Infekt gehabt, was man im Blutbild schon noch sah. Ansonsten war alles, was untersucht wurde (Schilddrüse, Eisenwert, Muskelentzündungswerte, Allergien etc.) top in Ordnung. Es gibt also keinen Hinweis auf irgendwelche körperlichen Beeinträchtigungen. Das Angenehme bei dieser Ärztin ist, dass sie aber trotzdem nicht die Probleme, die wir als Eltern mit ihm haben, bagatellisiert oder gar verneint, sondern schon versucht, Erklärungen zu finden und uns ernst zu nehmen. Das ist sicherlich nicht selbstverständlich; unsere erste Kinderärztin war von der Sorte "Da müssen Sie jetzt durch!", was einem bekanntlich nie weiterhilft, wenn man ein Problem hat.
Im besten Fall sind wir nun erst wieder in einem Jahr bei der Ärztin. Da meine Kinder glücklicherweise so gut wie nie schwerwiegende Krankheiten haben und ich es vermeide, wegen Erkältungen zum Arzt zu gehen, haben wir darauf sogar eine reale Chance. Das Ergebnis der U7 und mein Fazit von heute: Die Kleine ist ein tolles Kind!
Montag, 2. März 2015
Überraschungen beim Kinderarzt
Kinder sind doch immer wieder für eine Überraschung gut. Da hatte ich mir so viele Gedanken und Sorgen gemacht wegen der Blutabnahme, die heute beim Großen anstand, und dann war es überhaupt kein Problem! Wir hatten ja letzte Woche bei der U8 des Großen gemeinsam mit der Ärztin entschieden, dass wir mal ein großes Blutbild machen, um ihn auf einen eventuellen Eisenmangel, eine Schilddrüsenfehlfunktion und Entzündungswerte zu testen, damit körperliche Ursachen für seine Kraftlosigkeit (hoffentlich) ausgeschlossen werden können. Heute war es soweit.
Wir haben ihn in den letzten Tagen sehr intensiv und immer wieder darauf vorbereitet. Ich hatte ihm gesagt, dass ich mich ihm anschließen und morgens nichts essen werde (was für mich ein großes Opfer ist, da mein Kreislauf dann schnell in den Keller geht) und wir nach dem Arztbesuch eine Bäckerei leerplündern würden. Auch ein kleines Geschenk sollte er erhalten. Er schien alles ganz gut verinnerlicht zu haben und erzählte den Großeltern gestern am Telefon sogar einige Details (z.B. dass er am Morgen nur Wasser trinken darf). Trotzdem befürchteten wir das Schlimmste, angefangen von mehreren morgendlichen Wutanfällen beim Anziehen und Nicht-Essen-Dürfen bis hin zu einer Komplettverweigerung bzw. gemeinschaftlichem Festhalten bei der Blutabnahme selbst. Nichts dergleichen!
Der Papa machte ihm heute morgen das betäubende Pflaster in die rechte Armbeuge, wo laut Schwester die Venen besser zu sehen waren. Als würde er sich selbst nicht in Versuchung führen wollen, vermied der Große wohlweislich die Küche, wo der Papa und die Kleine frühstückten. Er wirkte sehr gefasst und es gab keine Probleme. Trotzdem wollte er erstmal nicht in die Praxis rein, als wir ankamen. Ich nahm meinen fast 4-jährigen auf den Arm, das besiegt die Angst immer noch am besten. Wir durften dann ziemlich schnell ins Labor und eine Schwester nahm ganz langsam und vorsichtig Kontakt mit ihm auf. Sie zeigte ihm erstmal alles, erklärte jeden Schritt und näherte ich behutsam dem entscheidenden Vorgang. Perfekt!
Dann "piekste die Mücke den Arm" und der Große, auf meinem Schoß sitzend und den Kopf wegdrehend, zuckte nicht einmal. Leider musste sie ewig nach der Vene suchen bzw. die Vene flutschte immer wieder weg. Ich befürchtete schon das Schlimmste, aber der Große war total ruhig. Da am rechten Arm nichts zu machen war, entschieden wir, doch die linke Armbeuge zu nehmen, wo kein Betäubungspflaster drauf gewesen war. Wieder Herzklopfen bei mir. Wieder keine Reaktion beim Großen. Er sagte durchaus auf Nachfrage der Schwester, dass es weh tat. Aber er war ganz gefasst und tapfer. Mein kleiner Held.
Sie zog 3 Ampullen voll Blut, es dauerte also auch eine ganze Weile. Dann war es überstanden. Er bekam in jeder Armbeuge ein Kinderpflaster, zwei Traubenzucker und wir verließen die Praxis. In 2 Tagen soll ich erstmal wegen des Ergebnisses anrufen. Sollte etwas auffällig sein, vereinbaren wir noch einen Termin. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Ihm bestimmt auch.
Wir stürmten den Bäcker und beluden das ganze Tablett mit Leckereien, einem schönen Kakao und Kaffee für mich. Er war total selig, das merkte man ihm an. Ich sagte ihm immer wieder, wie toll er das gemacht hatte, und gab ihm dann ein kleines Geschenk, auf das er schon scharf gewesen war: den Pirat mit Schatztruhe von Playmobil. Wir genossen in Ruhe unser Frühstück und fuhren dann zur Kita. Dort gab es allerdings noch eine Überraschung: er wollte nicht rein und weinte beim Abgeben. Das macht er eigentlich seit 2 Jahren nicht mehr. Wahrscheinlich kamen dann doch der ganze Druck und die Anspannung irgendwie raus. Es tat mir leid, ihn so abzugeben, aber ich hoffe, dass er sich schnell wieder beruhigt hat.
Fazit:
1. Er war von uns sehr gut vorbereitet worden und hatte einen guten Tag.
2. Die Schwester hat sich toll auf ihn eingestellt und ihn gleichwürdig behandelt. Sowas merkt er sofort und kooperiert entsprechend besser.
3. Meine Ängste / Unruhe / Sorgen übertragen sich nicht automatisch auf ihn, wie immer wieder so viele Menschen gern behaupten und was so unglaublich kränkt. Er hat sich heute komplett gegensätzlich zu meinen Erwartungen verhalten, was zeigt, dass ein Kind sein eigenes Programm hat.
Nun das Ergebnis abwarten und das Beste hoffen. Bitte Daumen drücken!
Nachtrag vom 05.03.2015: Das Ergebnis war super, alle Werte waren in Ordnung.
Wir haben ihn in den letzten Tagen sehr intensiv und immer wieder darauf vorbereitet. Ich hatte ihm gesagt, dass ich mich ihm anschließen und morgens nichts essen werde (was für mich ein großes Opfer ist, da mein Kreislauf dann schnell in den Keller geht) und wir nach dem Arztbesuch eine Bäckerei leerplündern würden. Auch ein kleines Geschenk sollte er erhalten. Er schien alles ganz gut verinnerlicht zu haben und erzählte den Großeltern gestern am Telefon sogar einige Details (z.B. dass er am Morgen nur Wasser trinken darf). Trotzdem befürchteten wir das Schlimmste, angefangen von mehreren morgendlichen Wutanfällen beim Anziehen und Nicht-Essen-Dürfen bis hin zu einer Komplettverweigerung bzw. gemeinschaftlichem Festhalten bei der Blutabnahme selbst. Nichts dergleichen!
Der Papa machte ihm heute morgen das betäubende Pflaster in die rechte Armbeuge, wo laut Schwester die Venen besser zu sehen waren. Als würde er sich selbst nicht in Versuchung führen wollen, vermied der Große wohlweislich die Küche, wo der Papa und die Kleine frühstückten. Er wirkte sehr gefasst und es gab keine Probleme. Trotzdem wollte er erstmal nicht in die Praxis rein, als wir ankamen. Ich nahm meinen fast 4-jährigen auf den Arm, das besiegt die Angst immer noch am besten. Wir durften dann ziemlich schnell ins Labor und eine Schwester nahm ganz langsam und vorsichtig Kontakt mit ihm auf. Sie zeigte ihm erstmal alles, erklärte jeden Schritt und näherte ich behutsam dem entscheidenden Vorgang. Perfekt!
Dann "piekste die Mücke den Arm" und der Große, auf meinem Schoß sitzend und den Kopf wegdrehend, zuckte nicht einmal. Leider musste sie ewig nach der Vene suchen bzw. die Vene flutschte immer wieder weg. Ich befürchtete schon das Schlimmste, aber der Große war total ruhig. Da am rechten Arm nichts zu machen war, entschieden wir, doch die linke Armbeuge zu nehmen, wo kein Betäubungspflaster drauf gewesen war. Wieder Herzklopfen bei mir. Wieder keine Reaktion beim Großen. Er sagte durchaus auf Nachfrage der Schwester, dass es weh tat. Aber er war ganz gefasst und tapfer. Mein kleiner Held.
Sie zog 3 Ampullen voll Blut, es dauerte also auch eine ganze Weile. Dann war es überstanden. Er bekam in jeder Armbeuge ein Kinderpflaster, zwei Traubenzucker und wir verließen die Praxis. In 2 Tagen soll ich erstmal wegen des Ergebnisses anrufen. Sollte etwas auffällig sein, vereinbaren wir noch einen Termin. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Ihm bestimmt auch.
Wir stürmten den Bäcker und beluden das ganze Tablett mit Leckereien, einem schönen Kakao und Kaffee für mich. Er war total selig, das merkte man ihm an. Ich sagte ihm immer wieder, wie toll er das gemacht hatte, und gab ihm dann ein kleines Geschenk, auf das er schon scharf gewesen war: den Pirat mit Schatztruhe von Playmobil. Wir genossen in Ruhe unser Frühstück und fuhren dann zur Kita. Dort gab es allerdings noch eine Überraschung: er wollte nicht rein und weinte beim Abgeben. Das macht er eigentlich seit 2 Jahren nicht mehr. Wahrscheinlich kamen dann doch der ganze Druck und die Anspannung irgendwie raus. Es tat mir leid, ihn so abzugeben, aber ich hoffe, dass er sich schnell wieder beruhigt hat.
Fazit:
1. Er war von uns sehr gut vorbereitet worden und hatte einen guten Tag.
2. Die Schwester hat sich toll auf ihn eingestellt und ihn gleichwürdig behandelt. Sowas merkt er sofort und kooperiert entsprechend besser.
3. Meine Ängste / Unruhe / Sorgen übertragen sich nicht automatisch auf ihn, wie immer wieder so viele Menschen gern behaupten und was so unglaublich kränkt. Er hat sich heute komplett gegensätzlich zu meinen Erwartungen verhalten, was zeigt, dass ein Kind sein eigenes Programm hat.
Nun das Ergebnis abwarten und das Beste hoffen. Bitte Daumen drücken!
Nachtrag vom 05.03.2015: Das Ergebnis war super, alle Werte waren in Ordnung.
Dienstag, 24. Februar 2015
Die U8 des Großen am 23. Februar 2015
Gestern, 11 Tage vor dem 4. Geburtstag des Großen, hatten wir die U8, die Vierjahresuntersuchung, bei unserer Kinderärztin. Da sie diese Untersuchungen nur vor oder nach ihrer regulären Sprechzeit macht, wählte ich einen Termin um 8 Uhr, damit der Große fit genug ist und ich ihn danach noch in die Kita bringen konnte. Wir verließen die Praxis um 9:35 Uhr, waren zwar nicht die ganze Zeit komplett im Untersuchungsmodus, aber ca. eine Stunde hat das Ganze schon gedauert. Wir waren beide danach ziemlich knülle.
Der Große war irgendwie doch noch ein wenig angeschlagen von seiner Krankheit und klammerte und jammerte die ganze Zeit mehr oder weniger stark. Diesen extremen Klammermodus hatten wir eigentlich halbwegs überstanden, als er ca. 2,5 Jahre alt war. Letztes Jahr bei der U7a mit 3 Jahren war er wesentlich aufgeschlossener. Obwohl ich ihn gut vorbereitet und ihm immer wieder erklärt hatte, was heute passiert, wirkte er insgesamt ziemlich überfahren, wollte ab und zu die Kooperation verweigern und hing immer an mir dran. Morgens hatte er mir "tschüss" gesagt, obwohl ich angezogen im Flur stand und die letzten Tage gebetsmühlenartig gepredigt hatte, dass wir zusammen zur Kinderärztin gehen. Nun ja.
Wir kamen rein, setzten uns hin, ich bekam zwei Fragebögen und fing an, diese auszufüllen, da kam schon eine Sprechstundenhilfe und wollte den Großen alleine mit zum Seh- und Hörtest nehmen. Er weigerte sich mitzukommen. Verständlicherweise. Was ist das für eine Erwartung an ein 4-jähriges Kind, allein mit einer wildfremden Person an einem unbekannten Ort (wir sind zum Glück sehr seltene Gäste bei der Kinderärztin) zu einer nicht einordenbaren Untersuchung mitzugehen?! Das wäre ja genauso, als würde auf dem Spielplatz eine fremde Person ihn zum Mitgehen auffordern, nur dass diese vielleicht noch ein Leckerli als Anreiz bieten würde! Obwohl unsere Kinderarztpraxis wirklich sehr menschlich und nett ist, war ich doch ziemlich entsetzt, ernsthaft von einem kleinen Kind zu erwarten, sich 2 Minuten nach Ankunft von der Mama zu trennen. Ich ging also mit, er setzte sich auf meinen Schoß und die Seh- und Hörtests sowie der Test zum räumlichen Sehen wurden durchgeführt. Wie ich nachher erfuhr, hätte auch noch ein Farberkennungstest stattfinden müssen, wurde aber vergessen und auch nicht nachgeholt. Bei diesen Tests war alles in Ordnung, die Ohren zwar noch etwas erkältungsbeeinträchtigt, aber nur unwesentlich.
Danach warteten wir auf die Ärztin, der Große sollte sich ausziehen und wurde gewogen und gemessen (Körpergröße und Kopfumfang). Alles war sehr schwierig und der Ablauf stotterte immer wieder, weil er sich verweigerte. Zum Glück drängte uns niemand; auch dies habe ich schon bei einem anderen Arzt mit ihm zusammen erlebt, und als Ergebnis verweigerte er sich komplett. Das diesmal zum Glück nicht. Danach stellte die Sprechstundenhilfe ein paar Fragen an mich und an ihn, ich füllte eher nebenbei den zweiten Fragebogen aus. Ich hatte bei diesem einen Schreck bekommen, weil mir die Anforderungen viel zu hoch schienen, bis ich sah, dass er sich auf die Entwicklung 5-jähriger Kinder bezieht. Auf meine Nachfrage teilte man mir mit, dass er trotzdem benutzt wird, aber die Auswertung anders erfolgt. Schon komisch. Gibt es keinen spezifischen Fragebogen, der die Fähigkeiten 4-jähriger Kinder abfragt?! Außerdem datierte er von 1993/1994, was ganze 20 Jahre her ist! Das kann doch logischerweise nicht mehr auf dem neuesten Stand sein, oder?
Die Sprechstundenhilfe machte einige Sprachtests mit ihm, weil ich auf zwei Ausspracheschwierigkeiten hingewiesen hatte. Er spricht "S" und "Sch" noch etwas verwaschen aus und Aneinanderreihungen von Konsonanten, z.B. "Br", "Dr", "Fr", "Tr", tendenziell als "Gr". Dann fragte sie mich, ob ich noch Anliegen oder Probleme hätte, die ich gerne klären würde, und ich schilderte die drei Themen, die mir auf der Seele lagen. Sie dokumentierte alles fleißig.
Danach kam die Ärztin, hörte ihn ab (das Herzgeräusch, was uns bei der U7a noch einen großen Schrecken eingejagt hatte und vom Kardiologen abgeklärt werden musste, war glücklicherweise weg), kontrollierte die Ohren und die Zähne, untersuchte die Füße (rechts ist immer noch ein leichter Knick-Senkfuß, der sich bis in einem Jahr verwachsen sollte), die Wirbelsäule, den Unterbauch und die Genitalien. Eine wirklich umfangreiche und ausführliche körperliche Untersuchung war das, was ich sehr gut finde. Zwischendurch sollte er sich auf die Untersuchungsliege legen und hat dabei fürchterlich geweint. Hinlegen und Ausgeliefert-Sein scheint ein ganz schreckliches Gefühl für ihn zu sein. Ähnliche, zum Teil noch drastischere Erfahrungen haben wir schon oft mit ihm gemacht.
Dann animierte sie ihn noch zum Hüpfen, Ball werfen, Ball fangen (ich musste alles mitmachen, alleine ging nicht viel), testete seine Malfähigkeiten und wertete die Fragebögen kursorisch aus. Er hat ein Strichmännchen gemalt, mit dem sie sehr zufrieden war, da die Beine aus dem Körper herauswuchsen, nicht aus dem Kopf, wie bei den meisten Kindern in dem Alter, und in einem unbeobachteten Moment, als ich mit ihr sprach, malte er ein für die Ärztin interessantes Bild, was er auch erklären konnte. Damit und mit den zwei Fragebögen war sie jedenfalls hochzufrieden. Auf seine Stifthaltung (Stift in der Faust, wird langsam weniger) ist sie nicht eingegangen, ich habe diesmal ehrlich gesagt auch gar nicht darauf geachtet, wie er den Stift hielt.
Das Gewicht (17,1 kg) im Verhältnis zur Größe (108 cm) ist okay, er ist wirklich sehr schlank, aber es ist nicht besorgniserregend wenig. Er isst halt insgesamt sehr wenig, das war schon immer so. Wenn man allerdings bedenkt, wie rasant er im 1. Lebensjahr zugenommen hat (bei der U6 mit einem Jahr 10,4 kg) und dazu im Vergleich die Gewichtszunahme von der U7a mit 3 Jahren zu jetzt von gerade mal einem Kilo sieht, fühlt sich das schon komisch an. Ändern kann man es aber nicht und es ist alles im Rahmen der normalen Perzentilen. Er ist eben sehr groß für sein Alter. Das Gewicht ist da eher normal.
Was die Aussprache betrifft, so habe ich mit ihr vereinbart, dass wir einfach beobachten, wie es sich entwickelt. Man soll ja die Kinder nicht verbessern, sondern die Aussage wiederholen und das betreffende Wort dann korrekt aussprechen. Bei der U7a mit 3 Jahren konnte er das "F" noch nicht korrekt aussprechen (sagte "S"), und das änderte sich ca. ein Vierteljahr nach der Untersuchung. Ich vertraue da wirklich auf die zunehmende Reife und dass sich vieles ganz von allein entwickelt, ohne dass man nachhelfen muss.
Da die Ärztin dann die Untersuchung mit einer Urinprobe abschließen wollte, habe ich von mir aus die zuvor schon geäußerten Anliegen angesprochen, und das Gespräch darüber dauerte dann noch eine ganze Weile. Ein Anliegen betraf das nächtliche Trockenwerden, was noch in weiter Ferne zu sein scheint. Dahingehend beruhigte sie mich und meinte, dafür hätten wir noch Zeit und oft würde das wie alle Entwicklungsschritte von heute auf morgen kommen.
Das zweite Problem betraf das Problem des Anziehens mit dem hier beschriebenen Leidensdruck vom Großen und von uns natürlich auch. Ich sprach die Möglichkeit von eventuell väterlicherseits vererbten Hautproblemen an. Dazu äußerte sie, ohne dass ich jemals das Thema Hochsensibilität bei ihr angedeutet hätte, überraschend einige Gedanken zu einer möglicherweise gesteigerten Sensitivität und veränderten Reizverarbeitung. Ernsthafte Hautprobleme, Neurodermitis etc. schloss sie eigentlich aufgrund ihrer eigenen Untersuchungen und meiner Schilderungen aus. Wäre dies der Fall, müsste das Problem ja immer und überall auftreten, nicht nur zuhause. Wir sollen nun nochmal in der Kita fragen, ob dort schon dahingehende Äußerungen von ihm aufgefallen wären. Wenn nicht, dann äußert er dieses immense Unbehagen tatsächlich nur bei uns (und bei seinen Großeltern), in seinem geschützten Bereich. Das finde ich ja grundsätzlich positiv, mindert aber nicht unseren und seinen immensen Leidensdruck.
Das dritte Anliegen war meine Sorge bezüglich seiner generellen Schlappheit und Kraftlosigkeit. Ich weiß nicht, ob andere 4-jährige Kinder auch ständig sagen: "Ich bin schlapp. Ich habe keine Kraft. Ich kann nicht mehr. Ich kann nicht laufen." Diese Aussagen gibt er von sich, seit er sich entsprechend artikulieren kann. Und zwar nicht erst in Belastungssituationen, sondern bevor er sich überhaupt in irgendeiner Form betätigen muss. Er konnte beispielsweise mit 11 Monaten frei laufen, läuft aber bis heute mit uns kaum mal eine längere Strecke am Stück. Er fährt meist Laufrad oder will ab und zu auf's Buggyboard. Und wieder ist das ein Verhalten, was er nur bei uns bzw. vertrauten Personen (Großeltern) zeigt. Das heißt aber nicht, dass er simuliert. Ich denke, er empfindet in diesen Momenten tatsächlich so und lässt sich eben einfach in sein persönliches Netz fallen. Auch dies ist für uns oft sehr nervenaufreibend. Der Kardiologe hatte vor einem Jahr eine leichte kindliche Bradykardie infolge von Regulations-Unreife (interessant die Parallele zum Großen als regulationsgestörtem Baby) festgestellt, d.h. sein Herz schlägt etwas langsamer als altersentsprechend normal wäre, woraus eine leichte Kreislaufschwäche resultiert. Das ist vererbt, aber nicht behandlungsbedürftig. Es kann die Ursache für seine Schwäche sein. Um aber ernsthafte körperliche Ursachen auszuschließen, schlug die Kinderärztin ein großes Blutbild vor, um alle Werte einmal durchzuchecken. Wir gehen nun also nächste Woche nochmal nüchtern zur Blutabnahme und ein weiteres Mal zur Auswertung. Dann haben wir hoffentlich Gewissheit. Egal wie es ausgeht: ich kann besser damit umgehen, wenn ich alle Untersuchungsmöglichkeiten ausgeschöpft habe.
Es ist natürlich immer schwierig, solche Probleme vor dem Kind zu besprechen. Zumal er sehr genau zuhört und sicherlich vieles schon versteht. Ich will ihn auch nicht noch mehr problematisieren, mich aber schon mit der ärztlichen Seite darüber beraten. Da wir so selten mit ihm bei der Ärztin sind, musste ich alles in diesen Termin packen. Ich werde hier berichten, wie es nun weitergeht. Die U8 jedenfalls haben wir, trotz seines Klammerns, ganz gut gemeistert. Ärztlicherseits gibt es keinerlei Sorgen, die die Entwicklung des Großen betreffen. Die nächste große Untersuchung ist dann die U9 in einem Jahr.
Der Große war irgendwie doch noch ein wenig angeschlagen von seiner Krankheit und klammerte und jammerte die ganze Zeit mehr oder weniger stark. Diesen extremen Klammermodus hatten wir eigentlich halbwegs überstanden, als er ca. 2,5 Jahre alt war. Letztes Jahr bei der U7a mit 3 Jahren war er wesentlich aufgeschlossener. Obwohl ich ihn gut vorbereitet und ihm immer wieder erklärt hatte, was heute passiert, wirkte er insgesamt ziemlich überfahren, wollte ab und zu die Kooperation verweigern und hing immer an mir dran. Morgens hatte er mir "tschüss" gesagt, obwohl ich angezogen im Flur stand und die letzten Tage gebetsmühlenartig gepredigt hatte, dass wir zusammen zur Kinderärztin gehen. Nun ja.
Wir kamen rein, setzten uns hin, ich bekam zwei Fragebögen und fing an, diese auszufüllen, da kam schon eine Sprechstundenhilfe und wollte den Großen alleine mit zum Seh- und Hörtest nehmen. Er weigerte sich mitzukommen. Verständlicherweise. Was ist das für eine Erwartung an ein 4-jähriges Kind, allein mit einer wildfremden Person an einem unbekannten Ort (wir sind zum Glück sehr seltene Gäste bei der Kinderärztin) zu einer nicht einordenbaren Untersuchung mitzugehen?! Das wäre ja genauso, als würde auf dem Spielplatz eine fremde Person ihn zum Mitgehen auffordern, nur dass diese vielleicht noch ein Leckerli als Anreiz bieten würde! Obwohl unsere Kinderarztpraxis wirklich sehr menschlich und nett ist, war ich doch ziemlich entsetzt, ernsthaft von einem kleinen Kind zu erwarten, sich 2 Minuten nach Ankunft von der Mama zu trennen. Ich ging also mit, er setzte sich auf meinen Schoß und die Seh- und Hörtests sowie der Test zum räumlichen Sehen wurden durchgeführt. Wie ich nachher erfuhr, hätte auch noch ein Farberkennungstest stattfinden müssen, wurde aber vergessen und auch nicht nachgeholt. Bei diesen Tests war alles in Ordnung, die Ohren zwar noch etwas erkältungsbeeinträchtigt, aber nur unwesentlich.
Danach warteten wir auf die Ärztin, der Große sollte sich ausziehen und wurde gewogen und gemessen (Körpergröße und Kopfumfang). Alles war sehr schwierig und der Ablauf stotterte immer wieder, weil er sich verweigerte. Zum Glück drängte uns niemand; auch dies habe ich schon bei einem anderen Arzt mit ihm zusammen erlebt, und als Ergebnis verweigerte er sich komplett. Das diesmal zum Glück nicht. Danach stellte die Sprechstundenhilfe ein paar Fragen an mich und an ihn, ich füllte eher nebenbei den zweiten Fragebogen aus. Ich hatte bei diesem einen Schreck bekommen, weil mir die Anforderungen viel zu hoch schienen, bis ich sah, dass er sich auf die Entwicklung 5-jähriger Kinder bezieht. Auf meine Nachfrage teilte man mir mit, dass er trotzdem benutzt wird, aber die Auswertung anders erfolgt. Schon komisch. Gibt es keinen spezifischen Fragebogen, der die Fähigkeiten 4-jähriger Kinder abfragt?! Außerdem datierte er von 1993/1994, was ganze 20 Jahre her ist! Das kann doch logischerweise nicht mehr auf dem neuesten Stand sein, oder?
Die Sprechstundenhilfe machte einige Sprachtests mit ihm, weil ich auf zwei Ausspracheschwierigkeiten hingewiesen hatte. Er spricht "S" und "Sch" noch etwas verwaschen aus und Aneinanderreihungen von Konsonanten, z.B. "Br", "Dr", "Fr", "Tr", tendenziell als "Gr". Dann fragte sie mich, ob ich noch Anliegen oder Probleme hätte, die ich gerne klären würde, und ich schilderte die drei Themen, die mir auf der Seele lagen. Sie dokumentierte alles fleißig.
Danach kam die Ärztin, hörte ihn ab (das Herzgeräusch, was uns bei der U7a noch einen großen Schrecken eingejagt hatte und vom Kardiologen abgeklärt werden musste, war glücklicherweise weg), kontrollierte die Ohren und die Zähne, untersuchte die Füße (rechts ist immer noch ein leichter Knick-Senkfuß, der sich bis in einem Jahr verwachsen sollte), die Wirbelsäule, den Unterbauch und die Genitalien. Eine wirklich umfangreiche und ausführliche körperliche Untersuchung war das, was ich sehr gut finde. Zwischendurch sollte er sich auf die Untersuchungsliege legen und hat dabei fürchterlich geweint. Hinlegen und Ausgeliefert-Sein scheint ein ganz schreckliches Gefühl für ihn zu sein. Ähnliche, zum Teil noch drastischere Erfahrungen haben wir schon oft mit ihm gemacht.
Dann animierte sie ihn noch zum Hüpfen, Ball werfen, Ball fangen (ich musste alles mitmachen, alleine ging nicht viel), testete seine Malfähigkeiten und wertete die Fragebögen kursorisch aus. Er hat ein Strichmännchen gemalt, mit dem sie sehr zufrieden war, da die Beine aus dem Körper herauswuchsen, nicht aus dem Kopf, wie bei den meisten Kindern in dem Alter, und in einem unbeobachteten Moment, als ich mit ihr sprach, malte er ein für die Ärztin interessantes Bild, was er auch erklären konnte. Damit und mit den zwei Fragebögen war sie jedenfalls hochzufrieden. Auf seine Stifthaltung (Stift in der Faust, wird langsam weniger) ist sie nicht eingegangen, ich habe diesmal ehrlich gesagt auch gar nicht darauf geachtet, wie er den Stift hielt.
Das Gewicht (17,1 kg) im Verhältnis zur Größe (108 cm) ist okay, er ist wirklich sehr schlank, aber es ist nicht besorgniserregend wenig. Er isst halt insgesamt sehr wenig, das war schon immer so. Wenn man allerdings bedenkt, wie rasant er im 1. Lebensjahr zugenommen hat (bei der U6 mit einem Jahr 10,4 kg) und dazu im Vergleich die Gewichtszunahme von der U7a mit 3 Jahren zu jetzt von gerade mal einem Kilo sieht, fühlt sich das schon komisch an. Ändern kann man es aber nicht und es ist alles im Rahmen der normalen Perzentilen. Er ist eben sehr groß für sein Alter. Das Gewicht ist da eher normal.
Was die Aussprache betrifft, so habe ich mit ihr vereinbart, dass wir einfach beobachten, wie es sich entwickelt. Man soll ja die Kinder nicht verbessern, sondern die Aussage wiederholen und das betreffende Wort dann korrekt aussprechen. Bei der U7a mit 3 Jahren konnte er das "F" noch nicht korrekt aussprechen (sagte "S"), und das änderte sich ca. ein Vierteljahr nach der Untersuchung. Ich vertraue da wirklich auf die zunehmende Reife und dass sich vieles ganz von allein entwickelt, ohne dass man nachhelfen muss.
Da die Ärztin dann die Untersuchung mit einer Urinprobe abschließen wollte, habe ich von mir aus die zuvor schon geäußerten Anliegen angesprochen, und das Gespräch darüber dauerte dann noch eine ganze Weile. Ein Anliegen betraf das nächtliche Trockenwerden, was noch in weiter Ferne zu sein scheint. Dahingehend beruhigte sie mich und meinte, dafür hätten wir noch Zeit und oft würde das wie alle Entwicklungsschritte von heute auf morgen kommen.
Das zweite Problem betraf das Problem des Anziehens mit dem hier beschriebenen Leidensdruck vom Großen und von uns natürlich auch. Ich sprach die Möglichkeit von eventuell väterlicherseits vererbten Hautproblemen an. Dazu äußerte sie, ohne dass ich jemals das Thema Hochsensibilität bei ihr angedeutet hätte, überraschend einige Gedanken zu einer möglicherweise gesteigerten Sensitivität und veränderten Reizverarbeitung. Ernsthafte Hautprobleme, Neurodermitis etc. schloss sie eigentlich aufgrund ihrer eigenen Untersuchungen und meiner Schilderungen aus. Wäre dies der Fall, müsste das Problem ja immer und überall auftreten, nicht nur zuhause. Wir sollen nun nochmal in der Kita fragen, ob dort schon dahingehende Äußerungen von ihm aufgefallen wären. Wenn nicht, dann äußert er dieses immense Unbehagen tatsächlich nur bei uns (und bei seinen Großeltern), in seinem geschützten Bereich. Das finde ich ja grundsätzlich positiv, mindert aber nicht unseren und seinen immensen Leidensdruck.
Das dritte Anliegen war meine Sorge bezüglich seiner generellen Schlappheit und Kraftlosigkeit. Ich weiß nicht, ob andere 4-jährige Kinder auch ständig sagen: "Ich bin schlapp. Ich habe keine Kraft. Ich kann nicht mehr. Ich kann nicht laufen." Diese Aussagen gibt er von sich, seit er sich entsprechend artikulieren kann. Und zwar nicht erst in Belastungssituationen, sondern bevor er sich überhaupt in irgendeiner Form betätigen muss. Er konnte beispielsweise mit 11 Monaten frei laufen, läuft aber bis heute mit uns kaum mal eine längere Strecke am Stück. Er fährt meist Laufrad oder will ab und zu auf's Buggyboard. Und wieder ist das ein Verhalten, was er nur bei uns bzw. vertrauten Personen (Großeltern) zeigt. Das heißt aber nicht, dass er simuliert. Ich denke, er empfindet in diesen Momenten tatsächlich so und lässt sich eben einfach in sein persönliches Netz fallen. Auch dies ist für uns oft sehr nervenaufreibend. Der Kardiologe hatte vor einem Jahr eine leichte kindliche Bradykardie infolge von Regulations-Unreife (interessant die Parallele zum Großen als regulationsgestörtem Baby) festgestellt, d.h. sein Herz schlägt etwas langsamer als altersentsprechend normal wäre, woraus eine leichte Kreislaufschwäche resultiert. Das ist vererbt, aber nicht behandlungsbedürftig. Es kann die Ursache für seine Schwäche sein. Um aber ernsthafte körperliche Ursachen auszuschließen, schlug die Kinderärztin ein großes Blutbild vor, um alle Werte einmal durchzuchecken. Wir gehen nun also nächste Woche nochmal nüchtern zur Blutabnahme und ein weiteres Mal zur Auswertung. Dann haben wir hoffentlich Gewissheit. Egal wie es ausgeht: ich kann besser damit umgehen, wenn ich alle Untersuchungsmöglichkeiten ausgeschöpft habe.
Es ist natürlich immer schwierig, solche Probleme vor dem Kind zu besprechen. Zumal er sehr genau zuhört und sicherlich vieles schon versteht. Ich will ihn auch nicht noch mehr problematisieren, mich aber schon mit der ärztlichen Seite darüber beraten. Da wir so selten mit ihm bei der Ärztin sind, musste ich alles in diesen Termin packen. Ich werde hier berichten, wie es nun weitergeht. Die U8 jedenfalls haben wir, trotz seines Klammerns, ganz gut gemeistert. Ärztlicherseits gibt es keinerlei Sorgen, die die Entwicklung des Großen betreffen. Die nächste große Untersuchung ist dann die U9 in einem Jahr.
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