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Samstag, 16. April 2016

Die U9 des Großen am 15. April 2016

Die U's der Kinder lagen diesmal sehr nahe beieinander. Erst letzte Woche hatte die Kleine ihre U7a und gestern ging ich nun, wieder morgens vor Kita und Arbeit, mit dem Großen zu seiner U9. Sie ist die letzte große Untersuchung im Kleinkindalter und sollte eine Stunde dauern. Ich ärgerte mich hinterher, dass ich nicht meinen eigenen Bericht zu seiner U8 im letzten Jahr noch einmal gelesen hatte. Da hatten wir ein ähnliches Problem wie diesmal und ich wäre besser vorbereitet gewesen. Grundsätzlich sind wir mit unserer Kinderarztpraxis, vor allem im Vergleich zu den beiden früher besuchten, zufrieden. Es gibt aber einige Dinge, die nicht nur überflüssig, sondern in meinen Augen pädagogisch fahrlässig sind. Das war bei der U8 so und diesmal wieder. In jedem Fall war es sehr aufwühlend und emotional anstrengend für mich und ich war den ganzen Tag noch total ausgelaugt und erschöpft. Aber der Reihe nach.


Wir kamen rein, meldeten uns an und sollten sofort in eines der Sprechzimmer gehen. Wir? Nein, der Große sollte allein gehen. Natürlich wollte er wie bei der U8 nicht allein mit und ich hatte ihm vorher gesagt, dass ich bei allem mit dabei sein werde. Auf diese Aussage verlässt er sich und nun sollte ich ihn mit wildfremden Menschen, in einer fremden Umgebung allein mitgehen lassen? Sicherlich gibt es Kinder, die dies ohne Probleme machen. Aber Kinder sind unterschiedlich und wenn ein Kind nicht möchte, dann sollte man dies akzeptieren und nicht noch die Mama angreifen. Genau das geschah aber. Wir setzten uns ins Sprechzimmer, eine Arzthelferin kam herein, die noch nicht lange dort tätig ist und versuchte auf eine herablassende, unangenehme Art und Weise mich zu zwingen, den Großen allein zu lassen. Er war so verunsichert, dass er nur auf meinem Schoß sitzen wollte. Ich wehrte mich vehement gegen die übergriffige Art und wurde unfreundlich. Ich sagte, ich würde ihn doch auch nicht auf der Straße mit einer wildfremden Person mitgehen lassen. Die Arzthelferin versuchte mir weiszumachen, dass ALLE 5-jährigen Kinder allein bleiben würden. Beim besten Willen, das kann ich nicht glauben. Sie behauptete, dass die Kinder sonst gehemmt seien und die Tests nicht ordentlich mitmachen würden. (Es war mir ein Triumph, als sich diese Behauptung im Laufe der Untersuchung als null und nichtig herausstellte.) Jedenfalls gab es ein kurzes heftiges Wortgefecht und ich blieb. Die Schwester rauschte ab und eine andere, nette, bekannte Arzthelferin kümmerte sich um uns.

Sie nahm Kontakt mit dem Großen auf, so wie man es auch macht, bevor man eine Untersuchung anfängt, und begann, viele standardisierte Tests aus einer Mappe mit ihm durchzunehmen, während ich die gleichen Fragebögen wie bei der U8 ausfüllte (siehe Beitrag zur U8). Zuerst wurde gemalt, Punkte gerade verbunden und Formen benannt. Dann legte sie ihm viele Bilderreihen vor, wo er die nicht dazu passenden Formen oder Muster erkennen, den Plural verschiedenster Wörter bilden oder das Gegenteil sagen musste. Danach sollte er Sätze ergänzen und wiederholen, Vergangenheitsformen bilden, die männliche und weibliche Form benennen sowie schwierig auszusprechende Wörter (Zischlaute) nachsprechen. Bei der weiblichen Form von "König" sagte er "Prinzessin", die Arzthelferin lachte und meinte, das würden alle Kinder sagen:-). Er hat wirklich fast alles perfekt gelöst, schnell reagiert und super mitgemacht. Er antwortete allerdings nur, wenn er sich absolut sicher war. Bei Zweifeln sagte er lieber nichts, auch wenn man ihm anmerkte, dass seine Tendenz korrekt war. So kennen wir ihn ja auch. Er hat viel gelächelt, war freundlich und aufgeschlossen und die Arzthelferin total begeistert von ihm.

Dann kam die Kinderärztin, er wurde gewogen und gemessen und körperlich untersucht. Er wiegt jetzt 21,2 kg bei einer Größe von 118,5 cm. Bei der U8 waren es 17,1 kg auf 107,5 cm. Sie untersuchte ihn ausführlich und zum ersten Mal überhaupt hat er nicht geweint, als er sich hinlegen sollte. Wie schon bei der U7a vor 2 Jahren hörte sie wieder leichte Herzgeräusche, las sich noch einmal den damaligen Bericht des Kinderkardiologen durch, der bestätigte, dass organisch alles in Ordnung sei, und gab dann Entwarnung. Es gibt diese Herzgeräusche wohl bei vielen Kindern bis zur Pubertät. Dann hüpfte sie mit ihm auf einem Bein, warf ihm einen Ball zum Fangen zu und ließ ihn auf Hacken und Zehenspitzen laufen. Alles super. Dann sollte er mit der netten Arzthelferin, die er nun schon kannte, allein nach nebenan zum Seh- und Hörtest gehen. Nach kurzem Zögern ging er mit, man sieht also, dass es entscheidend ist, ob und wie vor einer Trennung mit dem Kind interagiert wird. Auch diese Tests verliefen perfekt. In der Zwischenzeit war etwas Gelegenheit, um einige kleinere Probleme mit der Ärztin zu besprechen. Seinen minimalen Aussprachefehlern bei aufeinanderfolgenden Konsonanten lassen wir noch etwas Zeit, um sich von selbst zu bessern, schließlich beginnt die Schule erst in 1 1/4 Jahren. Was seine Schwierigkeiten und Schmerzen beim Anziehen betrifft, so konnte sie wieder (zum Glück, da erblich belastet) keinerlei Anzeichen für Hautprobleme/ Neurodermitis feststellen. Sie hält es für ein Problem von zuviel Aufmerksamkeit unsererseits, wofür ihrer Meinung nach spricht, dass es in der Kita nicht auftritt. Dagegen spricht aber, dass es bei den Großeltern und meinem Mann, die dem eher verständnislos gegenüberstehen, auch auftritt. Da war sie bei der U8 schonmal näher dran. Ich finde nur immer merkwürdig, dass das als etwas so Ungewöhnliches dargestellt wird, wo das Netz voll ist von Berichten über Kinder, für die die Schilder aus Klamotten herausgeschnitten werden, wo die Reißverschlüsse pieken und die nur bestimmte Stoffe vertragen. Eine Kinderärztin sollte da etwas umfänglicher informiert sein.

Danach fing sie doch tatsächlich an, mir eine Predigt zu halten, dass ich meinen Sohn zu wenig loslassen würde. Die Arzthelferin hätte ihr von der Auseinandersetzung erzählt und gesagt, dass mein Großer sogar allein mitgehen wollte. Das war definitiv nicht der Fall gewesen. Ich stellte meine Perspektive dar, dass ich nicht mein 5-jähriges Kind mit einer fremden Person mitgehen lassen würde, wenn es nicht will. Damit würde ich ja seinen gut ausgeprägten Selbstschutz untergraben. Sie meinte, das Beispiel mit der Straße wäre ja etwas völlig anderes. Ist es für mich aber nicht. Wir fanden keinen gemeinsamen Nenner, aber ich denke, Fremde müssen auch mal akzeptieren, dass eine Mama immer noch ihr Kind am besten kennt. Wie ich nachträglich im U-Heft sah, hatte sie "Overprotection" bei sonstigen Bemerkungen reingeschrieben. Eine Mama, die ihr Kind darin unterstützt, nicht einfach mit Fremden mitzugehen, wird also nach einer halben Stunde Kommunikation als Overprotection-Mama eingeschätzt. Besser als das Gegenteil, würde ich mal sagen:-)

Als der Große wieder da war, erfolgte die Auswertung. Er ist super toll entwickelt, intellektuell und kognitiv sehr weit und hat alle Aufgaben bestens erfüllt. Von Seiten der Kinderärztin gibt es keinerlei Schwachstellen und sie sagte zu ihm, er sei ein "Spitzenreiter". Er war sehr stolz und glücklich und da kullerten mir dann doch die Tränen. Alles brach über mich herein und wir kamen nochmal ins Gespräch. Ich schilderte die krasse Diskrepanz zwischen den äußerst schwierigen und harten ersten Jahren mit ihm und der jetzigen Einschätzung, erinnerte sie an einige Situationen, die wir mit ihm in dieser Praxis erlebt hatten und dass die Kombination dieser ganzen Erinnerungen und der jetzigen absolut positiven Einschätzung für mich kaum zu verarbeiten war. Ich sagte, dass es für mich schwer nachvollziehbar ist, eine auf allen Ebenen absolut perfekte Einschätzung dieses Kindes und gleichzeitig "Kritik" an einem Erziehungsstil zu bekommen, der es mit geprägt hat. Es ist unglaublich, was alles mit ihm jetzt möglich ist, darauf hätten wir lange Jahre nicht mal zu hoffen gewagt. Hinter jedem Verhalten stecken eine Geschichte und Gründe und die sollte man nicht leichtfertig beurteilen. Auf diese emotionale Sichtweise ließ sie sich dann ein und bestärkte uns letzten Endes in unserem Weg, der ein tolles Kind hervorgebracht hat. Die ganze Aufregung wäre nicht nötig gewesen, wenn man einfach mal individuell statt schematisch auf ein Kind eingegangen wäre und Vertrauen in seine engsten Bezugspersonen gezeigt hätte. Passend dazu hat die Grummelmama ein Plädoyer für Letzteres und gegen das Einmischen geschrieben. Das hat gerade wunderbar gepasst.

Der Große saß neben mir und fragte, "Mama, warum weinst Du?" Er wirkte aber nicht verwirrt, sondern hatte soviel Zuspruch erhalten und war, glaube ich, auch selbst mit sich zufrieden. Wir verließen die Praxis nach 1 h 20 min und fuhren zur Kita. Leider war es schon recht spät, sonst hätte ich gern noch mit ihm einen Kakao getrunken. Ich finde es ja immer wieder schön, mit ihm allein unterwegs zu sein. Stattdessen ging es in die Kita und ich fuhr weiter zur Arbeit, wo ich noch lange brauchte, um meine Aufwühlung zu bewältigen. Mit dem Großen ist immer alles emotional, selbst wenn er mal nicht der Auslöser ist. Den ganzen Tag herrschte in mir eine wilde Mischung aus Erleichterung, Stolz und Glück über seine schöne Entwicklung und die Wut über diesen Umgang und solche Ansprüche an kleine Kinder (wie ich in meinem U8-Bericht nachlas, sollte er sich damals auch direkt nach Eintreffen von mir trennen), die Empörung über Schubladisierungen anhand einer Situation sowie die emotionale Verwirrung aus dem erst kritischen, später verständnisvollen und einvernehmlichen Gespräch mit der Ärztin. Ich hatte echt dran zu knabbern und war den ganzen Tag erschöpft. Die nächste spannende Untersuchung mit dem Großen wird nun die Schuleingangsuntersuchung sein.


Und hier noch ein zweiter Text, der auch zu dem angesprochenen Thema passt:
http://www.2kindchaos.com/gesellschaft/entry/gesellschaft/2016/04/16/kinder-sind-individuen

Montag, 4. April 2016

Die U7a der Kleinen am 4. April 2016

Ich bin ja, was die jährlichen U's angeht, ein gebranntes Kind und erwarte immer ein apokalyptisches Szenario. Der Große hat uns dahingehend in seinen ersten Jahren durch infernalisches Geschrei leider geprägt und ich habe diese Erfahrungen bis heute nicht abschütteln können. Insofern bin ich immer leicht nervös vor einer U. Immerhin traue mich seit 2 Jahren alleine mit dem jeweiligen Kind hin, was früher nicht der Fall war. Der Mann würde natürlich auch gehen, aber ich möchte lieber selbst mit der Ärztin sprechen und meine eventuellen Sorgen und Baustellen schildern. Glücklicherweise werden U-Termine bei unserer Kinderärztin vor oder nach der Sprechstunde vereinbart, so dass die Kinder nicht in einem überfüllten Krankenwartezimmer stundenlang ausharren müssen. Ich lege unsere Termine immer gleich morgens, so dass ich das Kind dann noch in die Kita bringen kann.

Als erstes füllte ich die beiden obligatorischen Fragebögen aus und die Kleine versuchte sich gleich an einem Eis-Steckspiel. Die Schwester machte erste Tests mit ihr: ein Türmchen bauen, 3D-Figuren erkennen, und stellte ein paar Fragen. Die Kleine wurde gemessen und gewogen. Sie wiegt jetzt 13,8 kg bei einer Größe von 92 cm. Damit hat sie in einem Jahr 2,3 kg zugenommen und ist 8 cm gewachsen. Der Große hatte damals bei seiner U7a schon 16,1 kg Gewicht und 100 cm Größe. Als die Ärztin kam, stellte sie als erstes beim Blick in den PC fest, dass wir ja "gut durch den Winter gekommen" seien (ich glaube, ich war zweimal mit ihr bei der Ärztin). Haha, da konnte ich nur müde lächeln. Klar, ich renne nicht wegen jedem Virus zum Arzt und wir versuchen immer erstmal, Krankheiten der Kinder mit abwechselnder Betreuung, freien Tagen, Urlaub oder Überstundenabbau aufzufangen, aber von "gut durch den Winter" konnte ja nun wirklich keine Rede sein. Nur waren tatsächlich wir Eltern noch geplagter als die Kinder. Und insgesamt muss man sagen, hatten die Kinder zwar viele Infekte und auch ungewöhnlich oft erhöhte Temperatur, aber keine gravierenden und ernsten Kinderkrankheiten. Zum Glück.


Dann wurde die Kleine untersucht und durfte ein bisschen Ball spielen. Wir sprachen kurz über ihre kleinen Aussprache"fehler" (z.B. sagt sie L statt R), die aber noch bis zur U8 Zeit haben, sich zu bessern. Die Kleine war sehr scheu, wollte nichts sagen, ließ aber alles soweit über sich ergehen. Nur als sie sich kurz hinlegen sollte, weinte sie. Kein Vergleich jedoch mit dem Großen, der beim Hinlegen jedesmal in untröstliches, lautes, langanhaltendes Weinen ausbrach. Dann wurde noch ein Sehtest gemacht und wir waren fertig. Keine Probleme, keine Baustellen, keine Auffälligkeiten, ein rundum gut entwickeltes, normales Kind. Beim Großen ging ich damals aus der U7a mit mehreren Überweisungen raus, u.a. mussten wir zum Augen- und zum Ohrenarzt wegen des Verdachts auf Seh- bzw. Hörminderung und, noch schlimmer, zum Kinderkardiologen wegen Herzgeräuschen, aus heutiger Sicht völlig übertrieben und überflüssig und sich nicht bestätigend. Dass die Kleine eine empfindliche Haut hat, wissen wir, sie war schon als Baby oft wund. Aber bisher zeigt sie noch keins der Anzeichen für die enorme Hautsensitivität, unter der der Große extrem leidet.

Als wir fertig waren, kaufte ich ihr noch das versprochene Teilchen beim Bäcker und brachte sie zur Kita. Auch dies funktionierte ohne Probleme, sie ging anderthalb Stunden später als sonst in ihre Gruppe und ich konnte ohne Bauchschmerzen nach Hause gehen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie entspannt und normal die U's mit ihr ablaufen. Sie hat mich als ihre Bindungsperson dabei und das reicht ihr, um die ungewohnte und fremde Situation zu bewältigen. Beim Großen haben lange Zeit nicht mal zwei seiner vertrauten Bezugspersonen ausgereicht, um ihm dort das Gefühl von Sicherheit zu geben. So unterschiedlich ist das. Schön in jedem Fall, dass sie so stabil und so toll entwickelt ist. Nun wird sie bald 3 Jahre alt und ist ein wunderbares, gesundes, spritziges und temperamentvolles kleines Persönchen.

Hier der Text zu ihrer U7 vor einem Jahr:
Die U7 der Kleinen am 13. April 2015

Montag, 10. August 2015

Komische Kinderkrankheiten

Immer mal wieder was Neues. Nach einem anstrengenden Wochenende und sehr lange zurückliegender effektiver Entlastung abseits der Kita sind beide Kinder nun die ganze Woche krankgeschrieben. Die Diagnose: ansteckende Eiterflechte, auch Grind- oder Borkenflechte genannt. Kinder haben ja immer Krankheiten, die hat man vorher noch nie gehört. Zum Glück hatten wir das gestern abend aufgrund einiger Hinweise auf Twitter schon recherchiert und ahnten, dass es genau das sein würde. Deshalb waren wir heute früh gleich beim Hautarzt. Leider büße ich nun heute meinen für meine Regeneration eigentlich dringend benötigten freien Tag ein, der immer meine wichtigste Kraftquelle für die Woche und das kommende Wochenende ist und den ich schon fest verplant hatte. So ist das eben manchmal, meistens immer dann, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann oder wenig Kraft hat. Glücklicherweise sind die Kinder ja wirklich sehr selten krank, so dass wir uns insgesamt nicht beschweren können. Der Große war zuletzt im Februar krankgeschrieben, davor 2 Jahre gar nicht, und die Kleine hatten wir im November 2014 das letzte Mal länger zuhause. Da wir aber immer alles allein stemmen müssen, ist es trotzdem eine zusätzliche Belastung, die unsere fein austarierte Work-Life-Balance durcheinander bringt.

Die Eiterflechte ist eine hoch ansteckende Hautkrankheit, die durch Schmierinfektion übertragen wird und besonders im Säuglings- und Kleinkindalter verbreitet ist. Ausgelöst wird sie durch Bakterien, die in Wunden eindringen und die Entzündung hervorrufen. Einmal ausgebrochen, verbreiten sich die Bläschen und die Krankheit wird eben durch Schmierinfektion weitergegeben. Das geschieht natürlich in der Kita und unter Geschwistern sehr schnell.


Bei uns war es so, dass der Große am Ellenbogen mehrere Schürfwunden hatte, die nicht so richtig abheilten bzw. immer wieder aufbrachen. Ungefähr am letzten Donnerstag/Freitag bemerkten wir, dass die Wunden merkwürdig aussahen, sich kleine Bläschen bildeten und es leichte Verkrustungen gab. Da er aber nicht über Schmerzen oder Juckreiz jammerte, sahen wir keinen Handlungsbedarf. Am Freitag war außerdem routinemäßig ein Arzt in der Kita, der die 4-5-jährigen Kinder, darunter auch den Großen, untersuchte. Alles in Ordnung. Am Wochenende bildeten sich auf seinem Körper einige wenige, kleine runde Stellen, die etwas anders aussahen. Als aber die Kleine gestern nachmittag diese Stellen auch entwickelte, wurden wir stutzig und recherchierten. Naja, und so landeten wir heute morgen gleich bei der Hautärztin, die uns netterweise als erste untersuchte und die vermutete Diagnose stellte. Es ist eine leichte Ausprägung, aber eben sehr ansteckend, so dass sie zuhause bleiben müssen. Mit einer antibiotischen Salbe werden die befallenen Stellen behandelt. Hoffentlich stecken wir uns nicht auch noch an!

Glücklicherweise ist das Wetter gerade perfekt, die Kinder sind nicht körperlich angeschlagen (Juckreiz oder Schmerzen scheinen sie nicht zu haben) und es gibt keine wichtigen Terminsachen, die abgesagt werden müssen oder davon beeinträchtigt werden. Insofern also nochmal Glück gehabt. Wir werden bzw. müssen das Beste daraus machen und ich hoffe, dass es in dieser Woche abklingt, so dass in der kommenden Woche alle wieder ihren gewohnten Rhythmus leben können. Mein Mann wird die nächsten Tage die Krankenpflege übernehmen, was den Vorteil hat, dass ich ja schon gegen 14:30 Uhr zuhause bin und wir nachmittags zu zweit sind, und ich versuche auch, gegen Ende der Woche ein paar Überstunden abzubauen. Grundsätzlich glaube ich ja, dass die Papas insofern gute Krankenpfleger sind, weil sie nicht so stark mit ihren Kindern mitleiden (wie ich zum Beispiel), weniger Dinge im Kopf haben, was alles noch zu tun wäre und weniger perfektionistisch sind. Mein Mann ist außerdem viel stoischer und duldsamer, was die Rund-um-die Uhr-Betreuung der Kinder angeht, und sein Freiheits- und Freizeitbedürfnis ist geringer als bei mir. Ich bin generell recht geduldig mit den Macken und Marotten der Kinder, werde aber schnell gereizt, wenn ich ohne Pause funktionieren muss. Die Mamas sind dafür generell gut darin, für alles die passende Medizin zu haben und auch regelmäßig zu geben. Wir werden uns reinteilen, so dass möglichst keiner durchdreht.

Warum ich darüber schreibe? Viele Kinderkrankheiten sind meiner Erfahrung nach ziemlich unbekannt, obwohl sehr verbreitet. Ich selbst habe viele Krankheitsnamen zum ersten Mal durch meine Kolleginnen mit älteren Kindern gehört und schon das eine oder andere Mal von deren Wissen profitiert. Vielleicht hilft es auch meinen Lesern insofern, dass sie den Begriff schon einmal gehört haben und nicht ganz unvorbereitet sind, wenn es sie betrifft.