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Sonntag, 23. Dezember 2018

Unser Wochenende in Bildern 22./ 23. Dezember 2018 - Weihnachtsurlaub

Endlich gibt es wiedermal ein Wochenende in Bildern von mir! Wir sind im Weihnachtsurlaub und hoffen auf ein wenig Erholung von den anstrengenden letzten Wochen.

Samstag

Die Kinder sind beim Papa und ich habe noch kinderfrei bis zu unserer Abfahrt mittags, genieße mein Frühstück in aller Ruhe und packe die restlichen Dinge für den Urlaub zusammen. Den Großteil habe ich schon am Freitag erledigt, dafür hatte ich mir extra frei genommen, sonst hätte ich alle anstehenden Aufgaben kaum geschafft. Aber es fällt tatsächlich immer noch so einiges bis zur Abfahrt an. Die Weihnachtsgeschenke bringe ich schon runter und verstecke sie im Hausflur, damit der Papa der Kinder sie heimlich ins Auto bringen kann, wenn sie kommen.

Ich bin gerade unten, als unsere Nachbarsfreunde, die vor kurzem weggezogen sind, in ihrer alten Wohnung vorbeischauen. Die Freude ist groß und kurz darauf kommen auch meine Kinder mit dem Papa. Natürlich wird sofort noch ein paar Minuten im Hausgarten gespielt, solange wir das Gepäck ins Auto einladen.

Keine 5 Minuten vor unserer Abfahrt sehe ich am Ende der Straße die Postbotin und renne ihr entgegen, denn ich warte schon seit Tagen auf ein Weihnachtsgeschenk, das für meine Eltern bestimmt ist. Großes Glück, es ist tatsächlich mit dabei! Nun können wir losfahren. Wir fahren wieder in unseren Stamm-Ferienpark, wo ich zuletzt in den Osterferien allein mit den Kindern
 war. Diesmal alle zusammen. Es ist der Versuch, die schwierige Situation des ersten Weihnachtens als getrennte Familie zu überbrücken. Mal sehen, ob das klappen wird.

Wir kommen gut über die Autobahn und können unsere Ferienwohnung sofort beziehen. Die Kinder freuen sich über die vertraute Umgebung und begrüßen gleich die Betreuerinnen im Kinderhaus. Leider fehlt unser bestellter Weihnachtsbaum, aber er war lediglich im falschen Appartment aufgestellt. Also noch eine kleine Umräumaktion und dann konnten die Kinder sich schon ans Schmücken machen. Sehr sehr schön!



Am späten Nachmittag wollen wir unbedingt noch ins Schwimmbecken gehen, da dieses über die Weihnachtstage leider geschlossen ist. Wir sind die einzigen Gäste und es ist total entspannt. So macht Schwimmbad Spaß! Der Papa bringt dann noch heimlich zwei kleine Geschenke für die Kinder zur Rezeption, denn morgen kommt im Kinderhaus schon der Weihnachtsmann und der will natürlich versorgt sein:-). Nach dem Abendbrot geht es ins Bett. Die Kleine tut sich überraschend schwer damit, vom Papa ins Bett gebracht zu werden, was überhaupt kein Problem ist, wenn die Kinder bei ihm sind. Doch sobald Mama verfügbar ist, wird diese vorgezogen. Auch noch mit 5 1/2 Jahren. Es klappt aber dann doch noch...


Sonntag

Der Große und ich haben sehr schlecht geschlafen, die erste Nacht im Urlaub ist oft schwierig. Er steht schon kurz vor 6 Uhr auf, obwohl ich ihm extra eingeschärft habe, auszuschlafen, und hat dementsprechend von morgens an schlechte Laune. Die Kinder holen Brötchen und nach dem Frühstück wollen wir in den kostenlosen Wildpark fahren. Leider ist das Anziehen seit langem wieder einmal extrem schwierig für den Großen und wir fühlen uns an frühere Strapazen erinnert.

Zum Glück ist die Fahrt in den Wildpark kurz und wir drehen unsere Spazierrunde. Das Wetter ist okay und wir können viel frische Luft schnappen. Im Wildpark gibt es Rehe, Wildschweine, Mufflons, Luchse, Bisons, Elche und viele Kleintiere zu sehen. Auch füttern darf man. Leider ist die Stimmung durchwachsen und eine zerrissene Jacke macht es nicht besser. Heute hakt es irgendwie ziemlich. Wir essen noch Mittag in der hiesigen Gaststätte und fahren dann wieder zurück in den Ferienpark, wo wir Mittagspause machen.




Am Nachmittag haben wir uns im Kinderhaus für einen weihnachtlichen Bastelnachmittag mit abschließendem Besuch des Weihnachtsmannes angemeldet. Es regnet auch und wir sind dankbar für das Angebot. Wir geben die Kinder um 15:30 Uhr im Kinderhaus ab und sie basteln sich quer durch das Sortiment. Um 17:15 Uhr stoßen wir selbst wieder dazu, denn der Weihnachtsmann hat sich für heute schon angekündigt.


Tatsächlich kommt der Weihnachtsmann um 17:30 Uhr ins Kinderhaus. Die Kleine ist total aus dem Häuschen und auch der Große hat noch Respekt. Leider bleiben wir diesmal die einzige Familie; im letzten Jahr gab es eine große Runde und alle Anwesenden mussten ein Lied singen bzw. ein Gedicht aufsagen. Das war damals eine schöne Stimmung. Vermutlich ist es für manche schwierig zu vermitteln, warum heute schon ein Weihnachtsmann kommt. Ist ja auch ungünstig geplant. Im Vergleich zum letzten Jahr geht es diesmal ganz schnell und unsere Kinder bekommen ihr Geschenk (das wir vorher heimlich an der Rezeption abgegeben haben).


Sie freuen sich und bauen bzw. spielen in der Ferienwohnung. Der Große wirkt aber ziemlich durch den Wind und überhaupt sind alle sehr müde, so dass wir früh ins Bett gehen. Denn morgen ist Heiligabend! Frohe Weihnachten für euch alle!

Mehr Wochenenden in Bildern (#wib) findet ihr seit kurzem bei Große Köpfe.

Und mein letztes WiB aus dem August gibt es hier.

Sonntag, 22. Juli 2018

Unser Wochenende in Bildern 21./ 22. Juli 2018 - Urlaubsedition

Mein Wochenende in Bildern kommt aus unserem Sommerurlaub. Die erste Woche hatten die Kinder und ich bei herrlichem Wetter an der Ostsee verbracht. Am Freitag war der Papa zu uns gestoßen, so dass wir dann auch mobil waren. Hier hatte ich ja schon erzählt, dass wir trotz unserer Trennung einen Teil des Urlaubs zusammen verbringen werden. Am Samstag waren wir noch in unserer Ferienwohnung an der Ostsee und am Sonntag begaben wir uns dann auf die Reise nach Hamburg, in unseren Städtetrip.

Samstag

Natürlich wurde ausgiebig mit dem Papa und mit frischen Brötchen, die dieser dank des Autos holen konnte, gefrühstückt. Danach wollte ich einen halbtägigen Ausflug ins Umland machen, den einzigen der Urlaubswoche. Wir fuhren zuerst zu 5000 Jahre alten Hügel- und Dolmengräbern, die sich ein Stück vor unserem Ort befanden, und erkundeten diese ausführlich. Sie lagen inmitten von Getreidefeldern, so dass wir durch die Schneisen liefen. Der Große war sehr interessiert, die Kleine hatte schlechte Laune und war miesepetrig.



Danach fuhren wir weiter zum Leuchtturm Buk, von dem aus man über Kühlungsborn und Umgebung bis hin nach Rostock schauen kann. Er stand inmitten von Mais- und Sonnenblumenfeldern, das war sehr idyllisch. Wir bestiegen den Leuchtturm und aßen dort zu Mittag. Trotz der geringen Anstrengung waren alle etwas geschafft. Auf der Heimfahrt schliefen die Kinder im Auto ein.


Am Nachmittag waren wir am Ostseestrand baden. Schließlich sollte der Papa auch mal in der Ostsee schwimmen. Es war warm und angenehm, aber ziemlich voll. So ein tolles Wetter hatten wir an der Ostsee in den letzten Jahren nie. Auch der Strand war wunderbar, feinsandig und weich.


Leider wurde am Strand der Autoschlüssel sowohl nass als auch sandig, so dass unser Auto nicht mehr ansprang. Großer Schockmoment, schließlich wollten wir am nächsten Tag nach Hamburg fahren! Wir mussten samt Badegepäck nach Hause laufen, der Papa holte den Ersatzschlüssel und Gottseidank sprang es damit an. Obwohl ihr Urlaubsfreund schon abgereist war, ging es abends wieder spät für die Kinder ins Bett. Wir bewunderten alle noch den letzten Sonnenuntergang unserer Ostseewoche.


Sonntag

Nach dem Frühstück wurde gepackt und wir checkten um 10 Uhr aus. Wir waren echt traurig, die schöne Ferienwohnung in einer tollen Lage mit Blick auf's Wasser schon zu verlassen. Vor allem für den Papa war das ziemlich kurz. Nun ging es in Richtung Hamburg. Ich hatte einen Zwischenstopp im Tierpark Wismar ausgesucht, der sehr abwechslungsreich sein und viele Spielmöglichkeiten bieten sollte. Dort verbrachten wir ca. 4 Stunden, die Kinder hatten viel Spaß, es gab Schatten und Essen. Besonders süß waren die Erdmännchen, die aus Erdlöchern ohne Einzäunung hervorguckten. Ich denke, das war ein angenehmer Zwischenstopp.




Am frühen Nachmittag fuhren wir ca. 1 h weiter nach Hamburg. Die Kinder schliefen im Auto und wachten erst auf, als wir durch Hamburg navigierten. Da wir noch nicht in unser Hotel wollten (bzw. die Kinder nicht wieder heraus bekommen hätten), hatte ich vorgeschlagen, an der Außenalster zu parken und den herrlichen Nachmittag dort zu genießen. Das war eine gute Entscheidung, es war wirklich traumhaft dort. Wir spazierten im Park, schauten den Segelschiffen zu, kletterten auf dem Spielplatz, aßen Eis und später noch Abendbrot im Restaurant Alstercliff (teilten uns eine Pizza). Es war trotz der Menschenmassen, die alle das schöne Wetter genießen wollten, ein entspannter Nachmittag und ein schöner Einstieg in unsere Hamburg-Tage.




Am Abend checkten wir in unser Hotel ein (wir hatten zwei Doppelzimmer gebucht), erkundeten noch kurz die Örtlichkeiten, fuhren auf die Dachterrasse hoch und suchten verzweifelt nach einem bezahlbaren Parkplatz. Die Kinder schliefen spät ein, es war sehr warm in den Hotelzimmern und recht hell. Mein letzter Blick aus dem Fenster ließ mich eine tolle Silhouette von Hamburg im Sonnenuntergang sehen, mit der Elbphilharmonie und diversen Kirchtürmen. Die Nacht war durchwachsen und am Montag folgte dann unser Hamburg-Erkundungstag.


Mehr Wochenenden in Bildern (#wib) findet ihr wie immer bei Geborgen Wachsen.

Donnerstag, 4. Februar 2016

Sind alle Kinder tiervernarrt?

Irgendwie dachte ich früher immer, alle Kinder interessieren sich für Tiere. Haustiere, Wildtiere, im Zoo, im Wald, auf dem Bauernhof. Ein Ausflug in den Tierpark würde bei Kindern höchste Begeisterungsstürme und größte Dankbarkeit auslösen. Tierbücher werden exzessiv angeschaut, Tierstimmen nachgeahmt, auf der Weltkarte nachgesehen, wo die Tiere leben etc. Es wird mit Tierfiguren gespielt, Kuscheltiere werden gesammelt, Tierverkleidungen werden geliebt. Nur wenig davon ist bei uns der Fall.

Der Große hat sich eigentlich nie für Tiere interessiert. Schon als Baby schaute ich mit ihm niedliche Tierbücher wie Mein erstes großes Fühlbuch an, machte Tiergeräusche nach und wartete darauf, dass er nachahmen würde. Das erfolgte nie. Er bekam eine Arche Noah ähnlich der von PLAYMOBIL 123 und spielte kaum damit (erst die Kleine nutzte sie später). An seinem 1. Geburtstag besuchten wir mit ihm den Zoo und meinten, ihm ein unvergessliches Erlebnis zu bescheren. Er hat sich nicht nur NULL für die Tiere interessiert, er hat sogar die ganze Zeit gemeckert und gequengelt. Es war ein wenig enttäuschend. Auch die wenigen darauffolgenden Male wurden nicht besser. Ich dachte, er müsste sich vielleicht erst dran gewöhnen und vertrauter mit den Wildtieren werden, aber dem war nicht so. Nach der Geburt der Kleinen hatten wir eine vergünstigte Babycard für den Zoo gekauft (die es jetzt wohl nicht mehr gibt). Wir nutzten sie aber nicht sehr oft, da der Große sich weiterhin mehr oder weniger nur für den Spielplatz im Zoo interessierte. Und die Kleine war ja sowieso noch ein Baby.

Der Große an seinem 1. Geburtstag im Zoo. Sein Gesichtsausdruck sagt alles.

Es war nicht so, dass wir ihn nicht an Tiere herangeführt hätten. Oft besuchten wir in unserem Park die Ziegen und die Vogelvoliere, aber auch das konnte ihn nicht hervorlocken. In unserer Nähe gibt es einen Kinderbauernhof mit Schafen, Ziegen, Eseln, Hasen, Gänsen und vielen Spielgeräten. Nach ca. 3 Versuchen ließ ich es bleiben und ging kaum noch mit ihm hin. Es war einfach zu frustrierend, er wusste nicht, was er dort machen sollte, er ging weder von selbst noch mit mir von Gehege zu Gehege, wollte immer auf den Arm. Er hat sich nicht gemerkt, wo welche Tiere untergebracht waren, fragte nie danach und bat nie darum, wieder zum Kinderbauernhof gehen zu können. Wir hatten ihm viele Tierfiguren gekauft, weil wir davon ausgingen, dass alle Kinder gern damit spielen. Nicht ein Mal hat er sie selbstständig angerührt, und auch, wenn wir ihm was vorgespielt haben, kam kein Interesse auf. Wir fanden das sehr ungewöhnlich. Fragt man ihn nach seinem Lieblingstier (wir müssen jetzt oft Freundebücher ausfüllen), kommt lange gar nichts und dann zögerlich sein Kuscheltiger und der T-Rex (von Kitafreund aufgeschnappt). Also nichts, was man sich unter einem Lieblingstier vorstellt. In unserem Garten hat er nie Ameisen gejagt oder Regenwürmer gesammelt. Schneckenhäuser sammelt er ganz gern :). Im Kurzurlaub mit dem Papa hatte dieser ihm sogar eine exklusive Kinderführung durch den örtlichen Zoo organisiert, inklusive hautnaher Fütterungen. Auch dies stieß nicht auf große Begeisterung.

Die Kleine war anders, sie schaute gern Tierbücher an, ahmte auch Tierstimmen nach und hörte fasziniert zu, wenn wir Tiergeräusche machten. Sie interessierte sich schon früh für die Tiere im Kinderbauernhof und mit ihr machte es Spaß, diesen zu besuchen, da sie eigenständig von Stall zu Stall lief. Sie kennt die Namen der Tiere und weiß, wo sie sich aufhalten. Sie liebt Pferde, allerdings hat sie Angst, wenn sie zu nahe kommen. Anfangs ist sie gern auf Ponys geritten, im letzten halben Jahr wollte sie dies aber auch kaum noch. Der Große sowieso nicht. Ihr Lieblingsbuch war lange Zeit Die Eule mit der Beule. Wenn wir im Garten sind, drängt sie immer darauf, die Heckrinder zu besuchen, die in einem Freigehege in dem Naturschutzgebiet hinter unserem Garten leben. Vor Ort überwiegt dann wieder die Angst. Ähnlich wie der Große hat sie auch nie oder selten mit unseren Tierfiguren gespielt. Insgesamt war/ist sie aber Tieren gegenüber deutlich aufgeschlossener und interessierter als der Große.

Am letzten Sonntag gab es die Aktion "Berlin sagt danke", in deren Rahmen man viele Attraktionen Berlins kostenlos besuchen konnte. Im Zoo Berlin wurden kostenlose Early Bird-Tickets an die ersten 1500 Besucher vergeben und ich versuchte, die Kinder für ein schnelles Anziehen nach dem Frühstück zu motivieren. Die Kleine war Feuer und Flamme, der Große stöhnte und meinte: "Och nö, ich will nicht in den Zoo, da muss man immer bei den Tieren stehenbleiben und weitergehen und wieder stehenbleiben." Stimmt ja irgendwie, aber wir wollten es halt wiedermal probieren und die kostenlose Gelegenheit nutzen. Wir waren um 9:30 Uhr da und ergatterten Early-Bird-Tickets. Ich freute mich sehr, ist doch der normale Eintrittspreis heftig, vor allem, wenn man nicht so tierbegeisterte Kinder hat und eh' nur bis zum Mittagsschlaf bleiben möchte. Beim Großen war alles wie immer, er interessierte sich kaum und fragte die ganze Zeit nach dem Spielplatz. Am ehesten faszinierten ihn die ungewöhnlichen Tiere wie der Ameisenbär, und die Fütterungen. Die Kleine, die sich so auf den Zoo gefreut hatte, skandierte die ganze Zeit "Weiter, weitergehn!", wenn wir irgendwo stehenblieben. Auch ihr schienen die Wildtiere eher fremd zu sein. Auf dem Spielplatz blühten beide Kinder dann auf und stellten ihr Gemecker ein. Naja, aber für den ohne Frage tollen Spielplatz werden wir mit Sicherheit zukünftig nicht die teuren Eintrittspreise bezahlen.

Insgesamt hält sich die Tierliebe und -Begeisterung meiner Kinder also in Grenzen. Sie füttern gern Enten und sammeln gern Feuerkäfer. Sie beobachten gern Katzen, die sich unter Autos verstecken. Sie fanden es spannend, mal die Hasen der Nachbarn in den Ferien zu hüten. Dann hört es schon fast auf. Ein Urlaub auf dem Bauernhof wäre also wohl im Moment nicht das Richtige für uns. Oder vielleicht doch? Vielleicht entwickeln sie dann ein Gefühl und Interesse für Tiere? Ich kann mich leider nicht zurück erinnern, wie ich selbst in dieser Hinsicht als Kleinkind war. Sehe aber viele andere, tierbegeisterte Kinder, die auch schon viel mehr über Tiere wissen als meine Kinder. Wir haben Tierbücher, Tierpuzzles, Tierfiguren, eine tolle Weltkarte mit Tieren, Tierbuchstaben etc. Aber irgendwie springt der Funke nicht über. Ist ja nicht dramatisch, wir finden es eben nur ungewöhnlich. Weil es nicht unserer Erwartungshaltung grundsätzlich tierlieber Kinder entspricht. Wahrscheinlich werden wir dereinst noch froh darüber sein: wenn es nämlich um den Wunsch nach Haustieren geht. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass meine Kinder diesen äußern werden. Mein Bruder und ich waren auch nicht sehr haustierbegeistert. Wir besaßen erst Fische und dann einen wegen eines Umzugs geschenkten Wellensittich. Den meisten Spaß damit hatte mein Vater. Und spätestens, seit mir ein Hamster in einem Haus, das ich im Urlaub hüten sollte, durch die morschen Bodendielen entwischt ist und erst am nächsten Tag wieder auftauchte, bin ich gegenüber Tieren im Haushalt voller Vorbehalte. Insofern wäre es mir nur recht, wenn meine Kinder keine Haustiere einfordern würden.

Wie ist das bei euch, lieben eure Kinder Tiere oder sind sie auch eher desinteressiert oder skeptisch? Wie hat sich der Bezug eurer Kinder zu Tieren entwickelt/ verändert? Haben sie Angst? Habt ihr schon einmal Urlaub auf dem Bauernhof gemacht? Wie war das? Möchten eure Kinder Haustiere haben?

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Freitag, 29. Januar 2016

Erinnerungsfetzen III - Spießrutenlauf

Heute erzähle ich wiedermal eine Begebenheit aus der Babyzeit des Großen, die sich ins Gehirn eingebrannt hat, weil sie so charakterisch und kräftezehrend war. Er war ein knappes halbes Jahr alt, meine Eltern waren zu Besuch und wir machten einen Ausflug in den Tier- und Freizeitpark Germendorf, den wir schon kannten, bevor wir Eltern wurden. Eine Woche vor der Geburt des Großen waren wir hochschwanger dort gewesen und wussten, das nächste Mal würden wir mit einem Baby wiederkommen. So war es dann auch, nur dass alles ganz anders gekommen war, als wir es uns vorgestellt hatten.

Ich vermute mal, dass der Große auf der halbstündigen Fahrt im Auto etwas geschlafen hatte, obwohl er sich damit ja schwer tat und meist hysterisch schrie. Mit Sicherheit war der Schlaf wieder einmal zu kurz, er wachte ja auch sofort auf, wenn das Auto (oder der Kinderwagen) stehenblieb. Wir waren noch nicht lange im Freizeitpark, da wurde er schon wieder unruhig. Ich stillte, wir trugen ihn weiter herum, er wurde quengelig, ich stillte wieder, er zappelte, meine Eltern übernahmen, es half nichts, sobald man ihn in den Kinderwagen legte, fing er an zu schreien, wie üblich. Der Untergrund war leider sehr glatt, also nicht einschlafförderlich. Ich wollte ihn eigentlich durch das Stillen etwas dösig machen und dann auf dem Arm in den Schlaf schuckeln, so dass wir ihn in den Wagen legen könnten. Pustekuchen. Es war zu unruhig, zu fremd, zu viele Eindrücke, zuviel "Jetzt schlaf doch endlich!". Wir schirmten ihn ab, ich suchte mir ruhige Ecken, stillte immer wieder, aber es half alles nichts. Eltern verzweifelt, Großeltern hilflos. Wir wollten doch nicht schon wieder umkehren!

Es gab keine andere Möglichkeit, als ihn zum Schlafen zu zwingen. Er wehrte sich sowieso fast immer dagegen und es war jedesmal ein Spießrutenlauf, bis er eingeschlafen war. Das aber, was folgte, war der allerschlimmste Spießrutenlauf der ganzen Babyzeit. Da keiner von uns 4 Erwachsenen Erfolg damit hatte, ihn zu beruhigen und sanft zum Schlafen zu bewegen, er sich immer mehr aufbäumte und völlig überdreht und überreizt war, weiteres Herumtragen und Stillen nur noch mehr dazu beigetragen hätten und keiner irgendeine Initiative ergriff, weil jeder ratlos war, wusste ich mir nicht anders zu helfen, als ihn in den Kinderwagen zu legen und loszufahren. Er schrie, als ob die Welt untergehen würde, und der unvermeidliche Kommentar "Da hat aber einer Hunger!" ließ nicht auf sich warten. Ich schrie die Dame an, die Nerven lagen blank... Es gab eine einzige, kurze (vielleicht 100 m lange) Strecke, die gepflastert war und richtig holperte. Diese Strecke fuhr ich mit dem hysterisch schreienden Kind im Wagen bestimmt 30 Mal ganz langsam auf und ab. Es ruckelte wunderbar und unter "normalen" Umständen wäre er nach wenigen Minuten eingeschlafen. Aber er war auf 180, schrie sich die Seele aus dem Leib und es dauerte sehr lange, bis der Weg seine Wirkung zeigte. Bis dahin wäre ich abwechselnd am liebsten im Boden versunken und heulend weggerannt. Es war furchtbar! Und bei allen anderen Eltern schliefen die Kinder natürlich seelenruhig im Wagen.

Quelle: Pixabay

Meine Mutter schaute mich hilflos und mitleidig an, wann immer ich ihren Weg kreuzte. Ich fühlte mich von aller Welt verlassen, allein mit einem schreienden Baby, das sich nicht beruhigen ließ. Ich weinte, wie oft beim Kinderwagenschieben. Als er endlich, endlich eingeschlafen war, fühlte ich mich leer und ausgebrannt. Ich wusste, es hatte keine andere Möglichkeit gegeben, aber es war trotzdem einfach nur schrecklich. Für ihn, für mich, für alle Beteiligten. Wie schön es früher gewesen war, als wir einfach selbstbestimmt solche Ausflüge gemacht hatten. Als er sicher und tief schlief, übernahmen abwechselnd mein Mann und meine Eltern den Kinderwagen. Man musste ja schieben, durfte nicht stehenbleiben und Kaffee trinken. Er schlief sehr lange, hatte es also nötig gehabt. Danach war er ausgeruht und wir verbrachten noch einige Zeit im Freizeitpark. Ich glaube, er schrie dann im Auto auf dem Nachhauseweg wieder, aber nichts übertraf den Spießrutenlauf im Freizeitpark.

Ich weiß, dass es die richtige Entscheidung war, aber es war eine unglaublich zermürbende, verzweifelte, kräftezehrende Situation, die mir bis heute deutlich vor Augen steht. Und die ich deshalb mit euch teilen möchte. Der eine belastende Aspekt war sein unstillbares, unberuhigbares, durch Übermüdung und Überreizung hervorgerufenes Schreien, das wir auch aus vielen anderen Situationen kannten. Der andere war das Gefühl, dass ich allein für sein Wohlbefinden und sein Seelenheil verantwortlich bin. Beides zusammengenommen war einfach zuviel. An diesem Tag und in seiner gesamten Babyzeit.

Und hier die bisherigen Erinnerungsfetzen:
Erinnerungsfetzen I
Erinnerungsfetzen II