Posts mit dem Label Museum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Museum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 5. Januar 2019

WMDEDGT? am 5. Januar 2019 - Fast Ende der Weihnachtsferien

Heute ist der 5. des Monats und somit heißt es im Rahmen der bekannten Bloggeraktion wieder einmal: "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" Es ist der vorletzte Tag der Weihnachtsferien, am Montag beginnt der richtige Alltag wieder. Ich war aber gestern schon wieder arbeiten und die Kleine halbtags in der Kita. Die Kinder sind heute beim Papa, wie meist samstags. Ich habe somit kinderfrei und das heißt, Putztag und Me-Time, wenn ich es schaffe. Heute habe ich es tatsächlich in eine Ausstellung geschafft!


6:00 Uhr

Ich wache auf, obwohl kein Wecker klingelt und keine Kinder da sind. Die Nacht war bescheiden, ich habe schlecht geschlafen, viel geweint und lag wach. Mir geht es im Moment total mies, ich bin am Boden zerstört und komplett aus meiner Stabilität geworfen, seit einer Mitteilung am Neujahrstag, die mich unglaublich schmerzt und die ich kaum verarbeiten kann. Dass sie mich so mitnimmt, erstaunt mich selbst, aber so verzweifelt, traurig, hoffnungslos und voller Schmerz war ich wirklich seit ganz vielen Jahren nicht mehr. So hat das Jahr überhaupt nicht schön begonnen und ich hoffe, dass ich mich mit der Zeit wieder etwas zusammenflicken kann. Ich liege eine Weile wach, döse wieder ein und wache dann um kurz nach 8 Uhr wieder auf. Ich fühle mich wie durch den Kakao gezogen und frühstücke erstmal in Ruhe.

9:00 Uhr

Ich räume die ganze Weihnachtsdeko weg, packe alles in Kisten, putze und bringe die Kartons in den Keller. Allein geht das super schnell, aber ich finde es erstaunlich, dass die Weihnachtszeit auch schon wieder vorbei ist. Zum Trost habe ich mir schon einen Topf Narzissen gekauft - der Frühling kommt. Danach sauge ich die ganze Wohnung und hänge Wäsche auf. Alles geht schnell von der Hand, wenn man allein ist. Aber man darf nicht vergessen, dass ich eben auch mehr zu tun habe, weil ich alles allein machen muss. Zwischendurch muss ich immer wieder weinen.


11:30 Uhr

Ich bin erstmal fertig und entschließe mich, in die Innenstadt zu fahren und eine Ausstellung zu besuchen, die morgen endet. Wenn der richtige Alltag wieder beginnt, habe ich dafür meist keine Energie. Ich fahre und laufe zum Deutschen Historischen Museum, wo ich früher mal zeitweise gearbeitet habe, und schaue mir die Ausstellung "Europa und das Meer" an, die eine Freundin von mir mit-kuratiert hat. Spannend und nicht zu groß, nach einer Stunde bin ich durch.



13:00 Uhr

Danach bummle ich noch ein wenig an der Spree entlang, esse eine Bratwurst, lausche einem Musiker auf der Friedrichsbrücke und fahre dann mit der Straßenbahn wieder Richtung Heimat, steige am Park aus und spaziere durch den Park nach Hause. So habe ich frische Luft und Bewegung gehabt, den Kopf gefüttert und mich von dem Schmerz, der mich zuhause überfällt, etwas abgelenkt. Obwohl draußen auch oft noch die Tränen kommen.

15:30 Uhr

Ich bin wieder zuhause, räume noch ein wenig, trinke Kaffee und fange diesen Post an.

16:30 Uhr

Meine Rewe-Lieferung kommt, die mir heute den Wochenendeinkauf erspart hat. Damit sind wir für den Alltagsstart wieder gut gerüstet. Ich räume alles aus und freue mich wie immer, dass ich nichts in den 2. Stock schleppen musste.



17:30 Uhr

Die Kinder kommen vom Papa wieder und gleich ist Trubel in der Bude. Sie beobachten noch kurz einen Kindergeburtstag mit Lagerfeuer im Nachbarsgarten. Wir essen Abendbrot, sie haben ihre Medienzeit und dann bringe ich sie ins Bett.

20:00 Uhr

Feierabend bzw. Blog-Zeit.

Habt einen schönen Sonntag und einen guten Alltagsstart am Montag wieder!


Mehr #wmdedgt gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

Mein letztes WMDEDGT? findet ihr hier

Montag, 18. Juli 2016

Unser Sommerurlaub 2016

So eine lange Blogpause gab es noch nie. Allerdings auch noch nie so einen langen Urlaub zu viert. Ganze 17 Tage waren wir an zwei verschiedenen Urlaubsorten, zwischendurch noch 3 Tage zuhause und haben wettermäßig alle möglichen Konstellationen erlebt, von Badewetter bis hin zu 16 Grad mit heftigem Wind an der Ostsee. Ich hatte eigentlich gehofft, im Urlaub ein wenig schreiben zu können, aber das hat leider nicht geklappt. Erstens waren die Kinder meist länger auf als normal, was insofern nicht schlimm war, als dass sie gut drauf waren und wir entweder später zurückkamen als üblich oder sie im Garten der Ferienwohnung noch schön spielten. Zweitens habe ich wirklich Watte im Kopf, wenn ich 17 Tage x 24 Stunden Kinderbereitschaft habe und bewundere diejenigen Mamas, die mit Kindern zuhause noch Beiträge, sei es beruflich oder privat, produzieren können. Ich kann das nicht.

Insgesamt habe ich unseren Urlaub als wirklich schön empfunden, was vor allem an der ausnehmend guten Stimmung der Kinder lag. Ich weiß nicht, woran es liegt: in manchen Urlauben ist von Anfang an der Wurm drin, wie z.B. in unserem Kurztrip im November oder auch hier anschaulich bei der Stadtmama beschrieben. Diesmal waren alle gut gelaunt, kooperativ, wenig streitsüchtig, zugänglich, entspannt und fröhlich. Den Großen haben wir selten solch eine lange Zeitspanne so "ungrummelig" erlebt. Und die Kleine erfreute uns immer wieder mit ihren lustigen Einfällen, kuriosen Wortschöpfungen und überhaupt ihrer Frohnatur. Als am vorletzten Tag bei mir die Laune wegen des schlechten Wetters in den Keller ging und sich der Große und der Mann etwas anstecken ließen, schaffte sie es, weiterhin ihre Unbeschwertheit und Fröhlichkeit zu verbreiten. Und als ich ziemlich in der Hälfte des Urlaubs einen kurzen, aber knackigen Durchhänger wegen fehlender Allein-Zeit hatte, ließ sie sich überhaupt nicht von meiner Stimmung beeindrucken. Sie ist eindeutig ein charakterlicher Ausreißer in unserer Familie, im positiven Sinne.

In der ersten Woche besuchten wir wieder einmal unseren "Stamm-Ferienpark", fühlten uns wie immer wie zuhause und wurden jeden Tag namentlich begrüßt. Effektiv hatten wir nur 3 ganze Tage vor Ort, da wir an einem Tag zu einer Familienfeier in meine Geburtsstadt fuhren und erst abends wiederkamen. Dort begegneten wir einem großen Teil meiner Verwandtschaft wieder, die wir seit 5 Jahren nicht gesehen hatten. Die letzte Familienfeier, die wir besuchten, war 2011, als der Große 4 Monate alt war. Die darauffolgende durchgeschriene Nacht gab uns so den Rest, dass wir solche Events daraufhin mieden. Diesmal lief alles glatt, die Kinder haben es gut weggesteckt, allerdings haben sie und wir rein gar nichts von solchen Feiern, da wir uns die ganze Zeit um sie kümmern.

Im Ferienpark machten wir eine herrliche Fahrt mit einem Tretmobile, besuchten wieder den Freizeitpark mit der sog. Familienachterbahn, badeten im See und hielten uns ansonsten in der direkten Umgebung auf. Die Kinder bzw. die Kleine holten jeden Morgen stolz die Brötchen von der Rezeption. Leider klappte es nicht, die Kinder mal allein im Spielhaus zu lassen, wie beim letzten Mal erhofft. Sie trauen sich einfach nicht, obwohl sie alles gut kennen, inklusive der Betreuerinnen. Schade! Vielleicht nächstes Mal...







Dann waren wir 3 Tage zuhause, an denen mein Mann ziemlich kränkelte, ich mit den Kindern einen Nachmittag im Garten war und wir trotzdem noch eine Geschichtssession im The Wall Museum einlegten. Das Museum ist leider fast komplett multimedial und für kleinere Kinder nicht geeignet. Aber so konnten wir den Kindern mal die East Side Gallery zeigen, vor allem der Große interessiert sich schon sehr für die Mauergeschichte. Ich musste im Museum weinen, als ich die Bilder von 1989 sah, und auch mein Mann war berührt.

The Wall Museum

Große Heuballenliebe auf den Feldern bei unserem Garten

Danach fuhren wir noch eine Woche an die Ostsee und hofften inständig auf Bade- und Buddelwetter, nachdem wir die letzten 2 Jahre immer etwas Pech hatten. An den ersten beiden Tagen konnten wir wenigstens noch zum Strand, später war der Wind so heftig und die Kleine, ähnlich wie der Große lange Zeit, sehr windempfindlich. Wir machten also einige Ausflüge, u.a. zum Gespensterwald Nienhagen, zum Doberaner Münster, nach Warnemünde, zum Molli-Bahnhof, zu einer Robben-Station, fuhren Fahrrad, Kart und Sommerrodelbahn und spielten zuhause und im großen Garten der Ferienwohnung. Wie jedes Jahr besuchten wir auch den Ruheforst, wo die Eltern meines Mannes bestattet wurden. Mit jedem Mal merkt man, wie die Kinder immer mehr realisieren, dass dort die Großeltern, die sie nie mehr sehen werden, liegen.












Es war insgesamt super entspannt, die Kinder ließen sich leicht nach draußen locken, wo wir zuhause oft kämpfen müssen, um vor allem den Großen vor die Tür zu kriegen. Sie freundeten sich erstmals im Urlaub ein wenig mit dem Nachbarskind an. Sie spielten sehr schön miteinander und waren ein gutes Team. Man hatte nicht das Gefühl, dass sie jemanden oder etwas vermissen würden, und sie sagten auch beide einhellig bei Abfahrt, dass sie gern noch länger Urlaub machen würden. So einander zugewandt, aufmerksam und liebevoll zum Geschwisterkind hatten wir beide noch nie erlebt. Deshalb hatten wir auch noch nie so lange Urlaub mit den beiden gemacht. Wenn nämlich der Wurm drin ist, können sich 17 Tage zäh wie Kaugummi ziehen. So aber waren wir bis auf's Wetter mit allem rundum zufrieden.

Was mir fehlte, war mehr Zeit allein. Ich weiß, dass das schwierig ist, so lange die Kinder so klein sind und noch nirgends allein hingehen können. Außerdem möchte ich ja auch Ausflüge mit ihnen zusammen machen und gemeinsame Erlebnisse schaffen, von denen sie bzw. wir alle zehren können. Allerdings stehe ich tatsächlich die ganze Zeit unter Hochspannung, auch wenn die Atmosphäre entspannt ist, und bräuchte dringend zwischendurch kleine Pausen. Und damit meine ich nicht Einkaufen fahren und Mittagessen kochen, sondern die Seele baumeln lassen und Allein-Sein. Irgendwie ist das im Urlaub noch weniger möglich als im Alltag. Wie macht ihr das?

Als wir zurückkehrten, fiel uns als erstes wieder der Lärm der Großstadt auf. Die Kleine klagte über die Flugzeuge, beide Kinder nahmen den Dreck und die Menschenmassen als unangenehm wahr und ich habe auch jedes Mal Probleme bei der Rückkehr in ein so reizüberflutetes Umfeld. Die Reduzierung der (unangenehmen) Eindrücke der Großstadt ist seit langem ein wichtiger Effekt des Urlaubs. Dass die Kinder das erstmals bewusst so wahrnahmen, spricht Bände. Nun urlaubten wir auch in einem kleinen, ruhigen Dörfchen direkt an der Küste, nicht in einem überlaufenen Touristenort. Der Kontrast ist krass und fällt mir, je älter ich werde, immer mehr auf. Und die Kinder spürten das auch.

Nun hat der Alltag wieder angefangen, die Kinder waren erschöpft nach ihrem ersten Kita-Tag und haben Freunde, die sie eigentlich gar nicht vermissten (das ging mir als Kind genauso) wiedergesehen. In einer Woche macht der Große endlich wieder einmal Urlaub bei Oma und Opa und wenn er wiederkommt, wird er schon ein Vorschulkind sein. Und der nächste Sommerurlaub 2017 ist der Urlaub vor seiner Einschulung. Daran habe ich des Öfteren gedacht. Unglaublich!

Montag, 21. Dezember 2015

Wenn ich das vor dem ersten Kind gewusst hätte... (Blogparade)

Den Anlass zu diesem Text hat nicht nur der Ursprungsbeitrag der Blogparade Wenn ich das vor dem ersten Kind gewusst hätte... gegeben, sondern besonders der allererste Beitrag von Klaudia bloggt, der in mir einigen Widerstand hervorrief. Im Rahmen der Blogparade fragt die Rubbelmama, was wir vor der Geburt des ersten Kindes anders gemacht hätten, wenn wir gewusst hätten, wie das Kinderhaben wirklich ist. Sie erwähnt einige Beispiele der Dinge, die ihr früher wichtig waren (Reisen, Feiern) und die sie lieber noch mehr ausgekostet hätte. Gleichzeitig bringt sie auch Aspekte an, die sie gar nicht berücksichtigt hatte und die sie, hätte sie es besser gewusst, vorher intensiver betrieben hätte (Beispiel Trageberatung). Man liest aus ihrem Text heraus, dass sie sich wie die meisten Eltern nicht vorstellen konnte, wie verändernd das Leben mit einem Kind tatsächlich ist.

Das geht auch aus dem Text von Klaudia bloggt hervor, die bestätigt, dass sich mit Kind vor allem für die Mamas vieles verändert, aber behauptet, dass man nach der ersten unbestreitbar anstrengenden Zeit vieles selbst in der Hand hat, man selber "Herr, oder in diesem Fall Frau über sein Schicksal" ist und meint, mit der entsprechenden Organisation und einer gesunden Portion Egoismus, um "sich nicht im Mamasein zu verlieren" könne man zumindest teilweise sein altes Leben wieder aufnehmen. Ihr Kind ist ein halbes Jahr alt, sie hat schon eine "babyfreie Partynacht" hinter sich und wird bald über Nacht wegfahren. Die Oma wohnt in unmittelbarer Nähe und fungiert problemlos als Babysitterin. Dies kumuliert in der Aussage: "Mein Rat also an alle kinderlosen: Lasst euch nicht abschrecken, in erster Linie entscheidet ihr, wie weit ihr euch einschränken müsst, zumindest über die “normalen” Einschränkungen hinaus." Sie impliziert damit, dass man vor dem ersten Kind eigentlich nichts besonders auskosten muss, weil man es sich alles selbst wieder ermöglichen kann, wenn man nur möchte. Ähnliches klingt auch aus dem Blogparadentext von Mami und Ich heraus, die sagt: "Ich glaube das funktioniert bei jeder Mama, die es auch will."

Ich muss ehrlich sagen, als Kinderlose und auch mit einem pflegeleichten Kind hätte ich das geglaubt und genauso gesehen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das Leben tatsächlich auf Jahre hinaus fremdbestimmt ist und man daran, so sehr man es vielleicht will, nicht viel ändern kann, entweder weil die Umstände ungünstig sind oder die Kinder das einfach nicht mitmachen. Ich war auch der Meinung, dass man nur genügend wollen muss, um sich sein Leben neben dem Mamasein zu erhalten. Sicherlich gehört der eigene Wille dazu, aber man unterschätzt völlig, dass Kinder auch ihren eigenen Willen, ihre Bedürfnisse und Eigenheiten haben, gegen die man manchmal nicht viel ausrichten kann, selbst wenn man es wöllte. Man unterschätzt auch, dass das Wohlergehen des Kindes plötzlich wichtiger ist als die eigenen Wünsche, auch wenn man unter der Tatsache leidet, und dass man es nicht mit sich vereinbaren kann, sich über diese hinwegzusetzen und das Unglück des Kindes für die eigene Zufriedenheit in Kauf zu nehmen. Und dass man kämpfen muss, um überhaupt ein paar Mama-Bedürfnisse durchsetzen zu können.

Ich bin ein sehr freiheitsliebender, selbstbestimmter Mensch und leide immer noch, mal mehr, mal weniger unter der Tatsache, dass ich nicht mehr über alles in meinem Leben frei bestimmen kann, seit ich Kinder habe. Ich bin eigentlich kein aufopferungsvoller Mensch und vor allem verbiege ich mich nicht gern, damit jemand anderes zufrieden ist. Für meine Kinder mache ich dies aber seit fast 5 Jahren, und zwar nicht unbedingt aus freien Stücken, zwar durchaus aus Überzeugung, aber auch weil es notwendig ist, weil es nicht anders geht, weil sie manches nicht akzeptieren, was andere Kinder vielleicht problemlos mitmachen. Beide haben beispielsweise keine Flasche akzeptiert, d.h. solange ich vollstillte, musste ich immer parat stehen. Ich habe auch beide Kinder lange einschlafgestillt und deshalb auch keine Möglichkeit zum abendlichen Weggehen gehabt. Seit dem Wegfallen des Einschlafstillens bei der Kleinen vor einem Jahr will sie trotzdem nur von mir ins Bett gebracht werden und wehrt sich mit Händen und Füßen gegen unsere Versuche, dass der Papa das mal übernimmt. Ich bin seit nunmehr fast 5 Jahren nicht ein einziges Mal über Nacht weggefahren, nicht weil ich nicht will (ich will unbedingt), sondern weil es mit meinen Kindern nicht geht. Mein Großer hatte im gesamten ersten Lebensjahr mehrstündige nächtliche Wachphasen und war tagsüber sehr unzufrieden und schwierig. Man konnte ihn einfach an niemanden übergeben, ohne Eskalation. Wir haben ihn mit wenigen Monaten mal für 1,5 h meinen Eltern anvertraut, um ins Museum zu gehen. Er war gestillt, er war müde und sollte im Wagen schlafen. Stattdessen hat er die ganze Zeit geschrien, bis kurz vor unserem Rauskommen. Meine Eltern haben ihn getragen, herumgefahren, alles versucht, erfolglos. So ein Kind kann man einfach niemandem "zumuten". Von den Nächten ganz zu schweigen. Meine Kleine braucht mich abends und nachts bis heute, ob ich das will oder nicht. Sie hat sich sogar gesträubt mitzukommen, als die Großeltern sie und ihren Bruder einmal von der Kita abholten. Mag sein, dass das in den Augen anderer Eltern mit pflegeleichteren Kindern ungewöhnlich, übertrieben, marottenhaft oder hausgemacht ist, aber so ist unsere Realität und es bleibt uns nichts übrig, als sie zu akzeptieren. Zumindest wenn wir nicht über die Kinder hinweggehen wollen. Das sind die Faktoren, die vom Kind und seinen Bedürfnissen und Eigenheiten abhängen, vom Trennungsverhalten, der Anhänglichkeit und Ausgeglichenheit. Auch das Reisen ist nicht mit allen Kindern einfach. Mein Großer hat bis kurz vor seinem 2. Geburtstag hysterisch im Auto geschrien. Auch die Kleine war und ist keine gute Autofahrerin. Der Große hatte schon immer große Umstellungsprobleme und Schwierigkeiten in fremden Umgebungen. Deshalb fahren wir bevorzugt in vertraute Gefilde, damit sich die Kinder und damit auch wir wohlfühlen, und behalten genau den Rhythmus wie zuhause bei. Schön für die Eltern, wenn sie schreiben können: "Aber es war wunderbar, Zoe war dort genauso wie zuhause, kein Fremdeln oder sonstiges." Aber das ist nicht allgemeingültig und vor allem nicht allein von den Eltern abhängig. Genau das wird aber in solchen Texten suggeriert.

Daneben gibt es die äußeren Faktoren wie das Vorhandensein von Babysittern, die Nähe der Großeltern und die Zuverlässigkeit des sozialen Netzwerkes. Nicht jeder hat Großeltern in unmittelbarer Nähe wohnen, die auch noch freudig bereit sind, Babysitterdienste zu übernehmen und den Eltern freie Abende und Nächte zu ermöglichen. Bei uns wohnen die Großeltern 300 km entfernt und wir sehen uns ca. 5-6x im Jahr, wovon ca. 3x wir unsererseits in ihre Umgebung reisen. Dass die Kinder keine verlässliche Beziehung zu ihnen aufbauen können, liegt auf der Hand. Wir haben das Glück, dass unser Großer einen sehr guten Draht zu seinem Opa hat und sich dadurch relativ problemlos von uns löst. Das ist wirklich ein absoluter Glücksfall, denn er war lange Zeit ein Kind mit enormen Trennungsschwierigkeiten. Wäre diese Chemie zwischen den beiden nicht vorhanden, wäre es mit Sicherheit bis heute schwer, ihn bei den Großeltern übernachten zu lassen. Das ist eine Tatsache und kein Punkt, den man irgendwie beeinflussen könnte. Trotzdem hat er erst mit 3 Jahren bei ihnen übernachtet. Bei der Kleinen wird das noch schwieriger werden. Nach einem Babysitter haben wir mal ein dreiviertel Jahr lang gesucht, bis wir entnervt aufgaben. Es passte einfach nicht. Für ein pflegeleichtes Kind nimmt man vielleicht einfach die erstbeste Schülerin zum Babysitten und das klappt dann auch gut, aber für anspruchsvolle Kinder schaut man schon genauer hin. Auch dies konnte ich mir, bevor ich Kinder hatte, nicht vorstellen.

Ich wehre mich dagegen, wenn andere Eltern behaupten, es wäre alles nur eine Frage des Wollens und dann könnte man sich Freiheit und Freizeit auch als Eltern schaffen. Dem ist nicht so oder nur sehr eingeschränkt, zumindest bei einigen speziellen Kindern, und wer so ein Kind nicht hat, sollte nicht über andere urteilen oder Kinderlose in ihrer Naivität bestärken, dass das Leben mit Kindern fast genauso weitergeht wie vorher. Ich bin jetzt mal radikal und sage, bei uns ist kein Stein auf dem anderen geblieben und nichts ist mehr so wie vorher. Und ich kenne aus der Online-Welt einige andere Eltern, wo dies genauso ist. Natürlich ist auch dies nicht allgemeingültig und auf alle anderen Eltern und Kinder anwendbar, was wir erlebt haben, aber es kann passieren und man sollte darauf vorbereitet sein. Das ist in jedem Fall besser als Blauäugigkeit, die durch die o.g. Blogposts noch unterstützt wird.

So, und um nun noch konkret etwas zum eigentlichen Thema der Blogparade zu schreiben: Hätte ich gewusst, was wirklich auf mich zukommt, ich wäre vorher noch um die Welt gereist, ich hätte fast mein ganzes Erspartes für Reisen draufgegeben, weil es das ist, was ich wirklich sehr vermisse und was auch auf lange Sicht nicht mehr in der Form wie früher möglich sein wird. Alles andere habe ich mir häppchenweise zurück erkämpft, mal ins Kino, Museum oder essen zu gehen ist mittlerweile möglich, wenn auch zu anderen Zeiten und gehetzter als früher. Und allein, denn der andere Elternteil muss ja die Kinder hüten. Im ersten Babyjahr allerdings waren selbst solche Vergnügungen fast ein Ding der Unmöglichkeit. Also rate ich allen, die Dinge, die einem wichtig sind und fehlen würden, auszukosten und auszuleben. Was das ist, ist individuell verschieden. Aber geht nicht davon aus, dass ihr es mit Kindern genauso weitermachen könnt. Sicherlich gibt es Kinder, mit denen das geht, mit denen man reisen und essen gehen kann und die alles problemlos mitmachen. Aber es kann auch anders sein. Und darauf sollte man sich vorbereiten.

Und noch einen anderen Rat hätte ich: wartet mit dem Geschwisterkind lieber etwas länger, falls eines geplant ist, und lasst euch zwischen zwei Kindern Zeit, um wieder ein wenig Freiheit und Selbstbestimmung auszukosten. Es macht, denke ich, viel aus, in eine erneute Babyzeit zu gehen mit dem Wissen, zwischendurch wieder mehr für sich gemacht zu haben. Ich hatte das nicht und bin nun sozusagen seit fast 5 Jahren ununterbrochen in diesem Kreislauf. Das zerrt schon manchmal an den Nerven, auch wenn mit zunehmendem Alter der Kinder vieles besser wird.

Was hättet ihr anders gemacht, wenn ihr gewusst hättet, wie das Leben mit Kindern wirklich ist?

Und hier habe ich darüber geschrieben, was ich als Mama vermisse.

Sonntag, 20. Dezember 2015

Unser Wochenende in Bildern 19./20. Dezember 2015

Das vierte Adventswochenende begann mit MeTime am Freitagnachmittag, wenn mein Mann immer die Kinder abholt. Eigentlich wollte ich ins Kino gehen, da aber nichts Passendes lief, schlenderte ich zu einem kleinen, relativ neuen Museum, dem Museum Magicum, was nicht nur thematisch für mich interessant ist, sondern auch architektonisch faszinierend in einem alten Kellergewölbe gelegen ist. Ich konnte wiedermal ganz in Ruhe und ungestört (als einzige Besucherin) etwas für meinen Geist tun. Das tat so gut! Ich verdrückte auch ein paar Tränchen, weil ich mich manchmal so sehr nach meinen früheren Interessen sehne. Allerdings war ich körperlich dann doch sehr erschöpft, als ich zuhause ankam. MeTime strengt also tatsächlich manchmal auch an.




Am Abend entstand dieses wirklich sehr seltene Bild vom einträchtigen Malen auf dem Sofa. Hach, wäre es doch öfter so!


Am Samstagvormittag spielten wir geruhsam zuhause. Der Große war bis Donnerstag bei den Großeltern gewesen und hatte wenig Zeit zuhause gehabt. Die Kleine freute sich, dass der Große wieder da war und sie jemanden zum Streiten hatte. Es wurde erst ziemlich konfliktreich und später dann ruhiger gespielt. Das sah mal so (Picknick)


und mal so aus (Chaos).


Nach dem Mittagessen fuhren wir kurz im Garten vorbei, um nach dem Rechten zu sehen, und waren einmal mehr schockiert, dass unsere neuen Nachbarn ihren ganzen Garten "abrasieren".



Die Kinder schliefen gewollt im Auto ein und wir fuhren in die Innenstadt, um doch noch einen Weihnachtsmarktversuch zu wagen. Diesmal im Hellen und ausgeruht nach dem Mittagsschlaf. Es war warm, die Sonne schien und der blaue Himmel strahlte. Das etwas andere Weihnachtsmarktfeeling!




Auf diesem Weihnachtsmarkt waren wir in den letzten Jahren immer mindestens 1x, obwohl es sehr voll ist, weil es für die Kinder viele schöne Möglichkeiten gibt, wie eine Märcheneisenbahn, Ponyreiten, diverse Karussells und eine Eislaufbahn. Zum ersten Mal sind wir nun mit dem Riesenrad gefahren, was bei dem tollen Wetter ein einmaliges Erlebnis war (Foto: der Blick hinunter).


Der Große wollte außer der Märcheneisenbahn nichts nutzen. Entweder er ist schon wieder aus dem Alter raus oder er schützt sich jetzt einfach besser, weil er merkt, dass ihm vieles zu aufregend ist. Für die Kleine ist das ein bisschen blöd, weil sie alleine auch mehr Angst hat, aber er will einfach nicht. Als es dunkel und zu voll wurde, fuhren wir wieder nach Hause. Ich denke, wir werden mit den Kindern zukünftig eher im Hellen auf Weihnachtsmärkte gehen, weil wir uns alle im Dunkeln schlecht orientieren können und dann gestresst sind. Außerdem ist es leerer. Jedenfalls klappte es besser als beim letzten Mal.



Am Sonntagvormittag spielten wir wieder zuhause und ich bereitete ein frühes Mittagessen vor. Das Schlafen klappte zum Glück bei der Kleinen reibungslos, was bei latentem Zeitdruck im Hintergrund nicht selbstverständlich ist. Der Große schlief leider nicht, was sich später rächen sollte.


Am Nachmittag hatten wir Karten für den Roncalli Weihnachtszirkus. In den letzten beiden Jahren besuchte ich mit dem Großen allein die Vorstellung und blieb immer bis zur Pause. Das reichte für ihn und länger konnte ich die Kleine (vor allem als Baby) auch nicht beim Papa lassen. Diesmal war es nun das erste Mal zu viert.



Wir schafften es, bis in die Mitte der zweiten Hälfte zu bleiben, was eine riesen Leistung für die Mäuse ist. Es war laut und aufregend und faszinierend. Die Kleine fand es klasse und hat begeistert mitgeklatscht. Der Große war ab der Pause nur noch maulig, was aber auch kein Wunder mit dem fehlenden Mittagsschlaf war. Wir brachen dann vorfristig ab, waren aber hochzufrieden. Ich fand, es war der beste Roncalli Weihnachtszirkus in den letzten 3 Jahren, seit ich ihn kenne.


Am Abend zeigte sich leider, was Übermüdung und viele Eindrücke mit dem Großen machen. Er würde in solchen Momenten selbst seine Weihnachtsgeschenke ablehnen. Nun sind noch 3 Tage Kita, ich habe glücklicherweise schon Urlaub, weil ich nach Weihnachten arbeite, und in 2 Tagen ist Wintersonnenwende! Mein persönliches Highlight im Dezember:)

Mehr Wochenenden in Bildern gibt es unter #wib und bei Geborgen Wachsen.