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Sonntag, 24. Juli 2016

Unser Wochenende in Bildern 23./ 24. Juli 2016

Alle paar Monate mache ich mal beim Wochenende in Bildern von Geborgen Wachsen mit. Das letzte #wib findet ihr hier. Heute haben wir nämlich so einen tollen Ausflug gemacht, der schon lange auf meinem Wunschzettel stand, dass ich euch unbedingt die Bilder zeigen möchte. Aber der Reihe nach.

Am Samstag frühstückten wir auf dem Balkon, da es schon schön warm war. Das ist eines der Dinge, die ich am meisten liebe. Leider läuft bei uns fast keine Mahlzeit ohne Reibereien ab. So ärgerte sich der Große über irgendetwas und verließ daraufhin den Frühstückstisch (er aß später mit mir zusammen noch etwas). Die Kleine fühlte sich wie so oft in letzter Zeit vom Flugzeuglärm gestört. Deshalb hatten wir ihr den Peltor Kid Gehörschutz gekauft, den sie nun zum Frühstück aufsetzte. Mir macht das echt Sorge, dass sie unseren leider starken Alltagslärm seit unserem Urlaub viel stärker empfindet und richtig leidet.


Nach dem Frühstück fuhren wir in unseren Garten. Durch die Urlaubs-Abwesenheit war jede Menge zu tun und das Wetter spielte glücklicherweise mit. Mein Mann werkelte fast den ganzen Tag. Die Kinder freuten sich über unseren neugekauften Pool, der auf mehr Anklang stieß als das alte Kinderplanschbecken. Endlich konnte auch ich mich mal ein wenig erfrischen! Es war göttlich!


Am Nachmittag kam noch der Gartennachbarsfreund des Großen zu uns und zeigte unseren Kindern, was kreatives Spielen ist. Wir probierten zum ersten Mal diese selbstschließenden Wasserbomben aus und hatten großen Spaß damit. Ist ein teures Vergnügen, aber ich hätte ja nicht geglaubt, dass sich die Ballons wirklich selbst verschließen.


Der Phlox blüht gerade wunderbar. Ich liebe ja Phlox. Zu ernten gibt es leider gar nichts. Unser bestes Erntejahr war tatsächlich das eine Jahr, als wir den Garten schon und noch keine Kinder hatten.


Wir fuhren erst nach dem Abendbrot nach Hause. Die Kleine wollte sich wohl als lebendes Navi versuchen und der Große als unser Chauffeur. So ein schöner Sommertag.


Am Sonntag waren wir mit meinen Eltern am Baumwipfelpfad in Beelitz südwestlich von Berlin verabredet, weil wir den Großen an sie übergeben wollten, der ein paar Tage bei ihnen Urlaub macht. Der Baumwipfelpfad wurde im September 2015 eröffnet und steht seitdem auf meiner Ausflugsliste. Wir trafen uns dort mit meinen Eltern und besichtigten das Gelände der verfallenen Beelitzer Heilstätten.



In 20 Metern Höhe (der Aussichtsturm hat sogar 40 Meter) kann man dort zwischen den Baumwipfeln und über den Ruinen der berühmten Beelitzer Heilstätten (Tuberkuloseheilanstalt), einem verwunschenen Gelände, das schon oft als Filmkulisse diente, flanieren. Der Pfad ist bisher ca. 300 m lang, soll aber noch auf ca. 1000 m ausgebaut werden.





Die Ruinen werden auf Schautafeln erklärt und im zweiten Bauabschnitt sollen noch Bewegungselemente für Kinder dazukommen. Es ist wirklich ein einmaliges Erlebnis, man sieht z.B. einen ganzen Wald, der auf dem Dach einer Ruine neu gewachsen ist. Geschichte und Natur im Doppelpack!



Regelmäßige Führungen durch die verfallenen Gebäude der parkähnlichen Anlage finden statt, es gibt Gastronomie und einen Kinderspielplatz. Der gesamte Park wird noch weiter ausgebaut. Uns hat es sehr gut gefallen und nach dem Mittagessen verabschiedeten wir den Großen und die Großeltern.

Den Nachmittag verbrachten wir mit der Kleinen in unserem Garten und genossen die Ruhe. Wir planschten und es konnte sich tatsächlich immer ein Elternteil abwechselnd ausruhen. Ich ging noch kurz mit ihr auf unsere Felder, auf der Suche nach den Heckrindern und Wildpferden, die früher dort lebten. Leider sind sie seit einiger Zeit verschwunden. Es war ein schöner Tag und insgesamt ein herrliches Sommerwochenende mit tollem Wetter.



Nun sind wir bis Donnerstag Einkind-Eltern und der Große genießt Großeltern-Exklusivzeit, seit Dezember das erste Mal wieder. Wünsche euch eine schöne Woche!

Dieser Text enthält Affiliate Links.

Montag, 18. Juli 2016

Unser Sommerurlaub 2016

So eine lange Blogpause gab es noch nie. Allerdings auch noch nie so einen langen Urlaub zu viert. Ganze 17 Tage waren wir an zwei verschiedenen Urlaubsorten, zwischendurch noch 3 Tage zuhause und haben wettermäßig alle möglichen Konstellationen erlebt, von Badewetter bis hin zu 16 Grad mit heftigem Wind an der Ostsee. Ich hatte eigentlich gehofft, im Urlaub ein wenig schreiben zu können, aber das hat leider nicht geklappt. Erstens waren die Kinder meist länger auf als normal, was insofern nicht schlimm war, als dass sie gut drauf waren und wir entweder später zurückkamen als üblich oder sie im Garten der Ferienwohnung noch schön spielten. Zweitens habe ich wirklich Watte im Kopf, wenn ich 17 Tage x 24 Stunden Kinderbereitschaft habe und bewundere diejenigen Mamas, die mit Kindern zuhause noch Beiträge, sei es beruflich oder privat, produzieren können. Ich kann das nicht.

Insgesamt habe ich unseren Urlaub als wirklich schön empfunden, was vor allem an der ausnehmend guten Stimmung der Kinder lag. Ich weiß nicht, woran es liegt: in manchen Urlauben ist von Anfang an der Wurm drin, wie z.B. in unserem Kurztrip im November oder auch hier anschaulich bei der Stadtmama beschrieben. Diesmal waren alle gut gelaunt, kooperativ, wenig streitsüchtig, zugänglich, entspannt und fröhlich. Den Großen haben wir selten solch eine lange Zeitspanne so "ungrummelig" erlebt. Und die Kleine erfreute uns immer wieder mit ihren lustigen Einfällen, kuriosen Wortschöpfungen und überhaupt ihrer Frohnatur. Als am vorletzten Tag bei mir die Laune wegen des schlechten Wetters in den Keller ging und sich der Große und der Mann etwas anstecken ließen, schaffte sie es, weiterhin ihre Unbeschwertheit und Fröhlichkeit zu verbreiten. Und als ich ziemlich in der Hälfte des Urlaubs einen kurzen, aber knackigen Durchhänger wegen fehlender Allein-Zeit hatte, ließ sie sich überhaupt nicht von meiner Stimmung beeindrucken. Sie ist eindeutig ein charakterlicher Ausreißer in unserer Familie, im positiven Sinne.

In der ersten Woche besuchten wir wieder einmal unseren "Stamm-Ferienpark", fühlten uns wie immer wie zuhause und wurden jeden Tag namentlich begrüßt. Effektiv hatten wir nur 3 ganze Tage vor Ort, da wir an einem Tag zu einer Familienfeier in meine Geburtsstadt fuhren und erst abends wiederkamen. Dort begegneten wir einem großen Teil meiner Verwandtschaft wieder, die wir seit 5 Jahren nicht gesehen hatten. Die letzte Familienfeier, die wir besuchten, war 2011, als der Große 4 Monate alt war. Die darauffolgende durchgeschriene Nacht gab uns so den Rest, dass wir solche Events daraufhin mieden. Diesmal lief alles glatt, die Kinder haben es gut weggesteckt, allerdings haben sie und wir rein gar nichts von solchen Feiern, da wir uns die ganze Zeit um sie kümmern.

Im Ferienpark machten wir eine herrliche Fahrt mit einem Tretmobile, besuchten wieder den Freizeitpark mit der sog. Familienachterbahn, badeten im See und hielten uns ansonsten in der direkten Umgebung auf. Die Kinder bzw. die Kleine holten jeden Morgen stolz die Brötchen von der Rezeption. Leider klappte es nicht, die Kinder mal allein im Spielhaus zu lassen, wie beim letzten Mal erhofft. Sie trauen sich einfach nicht, obwohl sie alles gut kennen, inklusive der Betreuerinnen. Schade! Vielleicht nächstes Mal...







Dann waren wir 3 Tage zuhause, an denen mein Mann ziemlich kränkelte, ich mit den Kindern einen Nachmittag im Garten war und wir trotzdem noch eine Geschichtssession im The Wall Museum einlegten. Das Museum ist leider fast komplett multimedial und für kleinere Kinder nicht geeignet. Aber so konnten wir den Kindern mal die East Side Gallery zeigen, vor allem der Große interessiert sich schon sehr für die Mauergeschichte. Ich musste im Museum weinen, als ich die Bilder von 1989 sah, und auch mein Mann war berührt.

The Wall Museum

Große Heuballenliebe auf den Feldern bei unserem Garten

Danach fuhren wir noch eine Woche an die Ostsee und hofften inständig auf Bade- und Buddelwetter, nachdem wir die letzten 2 Jahre immer etwas Pech hatten. An den ersten beiden Tagen konnten wir wenigstens noch zum Strand, später war der Wind so heftig und die Kleine, ähnlich wie der Große lange Zeit, sehr windempfindlich. Wir machten also einige Ausflüge, u.a. zum Gespensterwald Nienhagen, zum Doberaner Münster, nach Warnemünde, zum Molli-Bahnhof, zu einer Robben-Station, fuhren Fahrrad, Kart und Sommerrodelbahn und spielten zuhause und im großen Garten der Ferienwohnung. Wie jedes Jahr besuchten wir auch den Ruheforst, wo die Eltern meines Mannes bestattet wurden. Mit jedem Mal merkt man, wie die Kinder immer mehr realisieren, dass dort die Großeltern, die sie nie mehr sehen werden, liegen.












Es war insgesamt super entspannt, die Kinder ließen sich leicht nach draußen locken, wo wir zuhause oft kämpfen müssen, um vor allem den Großen vor die Tür zu kriegen. Sie freundeten sich erstmals im Urlaub ein wenig mit dem Nachbarskind an. Sie spielten sehr schön miteinander und waren ein gutes Team. Man hatte nicht das Gefühl, dass sie jemanden oder etwas vermissen würden, und sie sagten auch beide einhellig bei Abfahrt, dass sie gern noch länger Urlaub machen würden. So einander zugewandt, aufmerksam und liebevoll zum Geschwisterkind hatten wir beide noch nie erlebt. Deshalb hatten wir auch noch nie so lange Urlaub mit den beiden gemacht. Wenn nämlich der Wurm drin ist, können sich 17 Tage zäh wie Kaugummi ziehen. So aber waren wir bis auf's Wetter mit allem rundum zufrieden.

Was mir fehlte, war mehr Zeit allein. Ich weiß, dass das schwierig ist, so lange die Kinder so klein sind und noch nirgends allein hingehen können. Außerdem möchte ich ja auch Ausflüge mit ihnen zusammen machen und gemeinsame Erlebnisse schaffen, von denen sie bzw. wir alle zehren können. Allerdings stehe ich tatsächlich die ganze Zeit unter Hochspannung, auch wenn die Atmosphäre entspannt ist, und bräuchte dringend zwischendurch kleine Pausen. Und damit meine ich nicht Einkaufen fahren und Mittagessen kochen, sondern die Seele baumeln lassen und Allein-Sein. Irgendwie ist das im Urlaub noch weniger möglich als im Alltag. Wie macht ihr das?

Als wir zurückkehrten, fiel uns als erstes wieder der Lärm der Großstadt auf. Die Kleine klagte über die Flugzeuge, beide Kinder nahmen den Dreck und die Menschenmassen als unangenehm wahr und ich habe auch jedes Mal Probleme bei der Rückkehr in ein so reizüberflutetes Umfeld. Die Reduzierung der (unangenehmen) Eindrücke der Großstadt ist seit langem ein wichtiger Effekt des Urlaubs. Dass die Kinder das erstmals bewusst so wahrnahmen, spricht Bände. Nun urlaubten wir auch in einem kleinen, ruhigen Dörfchen direkt an der Küste, nicht in einem überlaufenen Touristenort. Der Kontrast ist krass und fällt mir, je älter ich werde, immer mehr auf. Und die Kinder spürten das auch.

Nun hat der Alltag wieder angefangen, die Kinder waren erschöpft nach ihrem ersten Kita-Tag und haben Freunde, die sie eigentlich gar nicht vermissten (das ging mir als Kind genauso) wiedergesehen. In einer Woche macht der Große endlich wieder einmal Urlaub bei Oma und Opa und wenn er wiederkommt, wird er schon ein Vorschulkind sein. Und der nächste Sommerurlaub 2017 ist der Urlaub vor seiner Einschulung. Daran habe ich des Öfteren gedacht. Unglaublich!

Sonntag, 28. Dezember 2014

Schönes und Anstrengendes am Mehrfach-Elterndasein

"Großer, warum hast Du denn als Baby immer so schrecklich viel geschrien?"
 "Na, weil es mir da so langweilig war ohne ... (hier Namen der Kleinen einsetzen)!"

"Großer, wo war denn die Kleine, als Du in Mamas Bauch warst?"
"Na, auch in Mamas Bauch! Nur ich bin zuerst rausgekommen!" 

Und während der Große sich bei uns Eltern mit Liebesbekundungen sehr zurückhält, ist die Kleine diejenige, die ganz oft von ihm ein "Ich hab dich lieb!" hören darf.
Das sind Momente, wo mir das Herz überläuft vor Freude darüber, zwei Kinder zu haben.

Aufgrund eines Blogposts von Mutter & Söhnchen, der auf Twitter eine rege Diskussion über die Vor- und Nachteile von mehreren Kindern auslöste und vor allem die zahlreichen Schwangeren abwechselnd in Vorfreude und Bangen stürzte, starteten Mama on the Rocks und Mama Schulze eine Blogparade zu diesem Thema. Da die bisherigen Beiträge schon die wichtigsten generellen Aspekte wie mehr Erfahrung, dadurch mehr Gelassenheit, vorhandene Kleidungs- und Spielzeugvorräte, gegenseitige Bespaßung der Kinder etc. genannt haben, möchte ich nur noch ein paar persönliche Erfahrungen ergänzen.

Meine Kinder sind jetzt 3 Jahre 10 Monate (Sohn) sowie 1 Jahr 8 Monate (Tochter) alt. Der Altersabstand beträgt somit 26 Monate (2 Jahre 2 Monate). In unserem Freundes- und Bekanntenkreis sind wir die Ersten gewesen, die ein zweites Kind bekamen. Unser Großer war noch sehr bedürftig zum Zeitpunkt der Geburt der Kleinen. Er trug Windeln, schlief nicht zuverlässig durch, brauchte viel Aufmerksamkeit, wollte noch oft getragen bzw. gefahren werden und fing gerade erst an zu sprechen. Das war schon eine große Herausforderung für uns, zu diesem Zeitpunkt ein zweites Kind zu bekommen, und natürlich nicht immer einfach. Glücklicherweise war die Kleine  (im  Gegensatz zu ihrem Bruder) in ihrem ersten halben Jahr ein wirklich pflegeleichtes, ruhiges Baby, was uns die Zeit gab, uns an das neue Leben zu viert zu gewöhnen. Für den Großen war die Kleine uninteressant, bis sie mobil wurde. Ab dann nahm er sie sukzessive immer mehr wahr. Seit kurzem hat er sie, glaube ich, richtig als ebenbürtige Spielpartnerin akzeptiert und macht jede Menge (sehr sehr lauten) Quatsch mit ihr. Das hat sie sich aber durch ihre forsche Art auch hart erkämpft;)

Der für mich schönste Aspekt am Elternsein von mehreren Kindern ist die Unterschiedlichkeit der Kinder bei nahezu identischen Voraussetzungen und Input. An meinen Kindern sehe ich jeden Tag, wie verschieden sie sind. Schon als Babys konnte man ihre Charaktere erkennen und jeden Tag lernt man neue Wesensaspekte dazu. An Geschwisterkindern sieht man auch, wie wenig die Grundcharakterzüge eigentlich beeinflussbar sind und dass man als Eltern vor allem die Aufgabe hat, die Kinder in ihrer jeweiligen individuellen Disposition zu begleiten und zu unterstützen. Mein Sohn hat beispielsweise einen rosa Puppenbuggy geliebt und lange genutzt. Die Tochter verschmähte diesen bisher konsequent. Dem Großen haben wir viel mehr vorgesungen als der Kleinen. Die Kleine kristallisiert sich aber schon jetzt als die eindeutig Musikalischere heraus. Solche Vorlieben sind ja in keinster Weise von den Eltern beeinflussbar. Für mich ist das total spannend zu beobachten, welches Kind welche Stärken/Schwächen/Vorlieben/Abneigungen entwickelt, ohne dass man grundlegende Dinge anders gemacht hätte.

Ein unerwarteter positiver Aspekt ist für mich gewesen, dass ich die früher als langweilig-anstrengend empfundenen Spielplatznachmittage allein mit dem Großen nun mit zwei kleinen Kindern als sportliche Herausforderung empfinde. Ja, es ist anstrengend, zwei Kinder zu koordinieren, die auf verschiedene Klettergerüste/Rutschen wollen und dies im Falle der Kleinen noch nicht alleine schaffen. Aber es ist fordernd anstrengend im positiven Sinne. Es ruft geheime Kräfte in mir hervor, von denen ich früher nie dachte, dass ich sie hätte. Außerdem konzentriert man sich nicht nur auf ein Kind, was sehr nervig sein kann, wenn es einen schlechten (Nachmit)Tag hat, sondern hat durch das Zweite immer Ablenkung.

Nun ein paar praktische Tipps an alle derzeit Schwangeren, wie wir persönlich die erste Zeit mit beiden Kindern gemanaged haben:

1. Stellt euch darauf ein, dass die Geburtssituation nicht so verläuft wie geplant. Mein Mann hat mich im Morgengrauen in die Klinik gefahren und wollte nachkommen, wenn er den Großen in die Kita gebracht hat. Da war die Kleine aber schon geboren. Das Wichtigste war für mich, dass mein Sohn versorgt ist, nicht dass mein Mann bei der Geburt dabei ist.

2. Behaltet für das erste Kind möglichst den gewohnten Ablauf und die gewohnten Bezugspersonen bei. Das gibt diesem Sicherheit und Stabilität und euch die nötige Ruhe, um das neue Baby kennenzulernen und zu versorgen. Wir haben unseren Großen weiterhin wie gewohnt in seine Kita gegeben, mit Freunden verabredet und bekannte Aktivitäten gemacht.

3. Die gleiche Devise galt bei uns beim Thema Tragen/Fahren. Wie gesagt, der Große war knapp über 2 und zwar ein früher, aber nie ein ausdauernder Läufer. Er durfte deshalb auch weiterhin wie gewohnt im  Buggy sitzen, während die Kleine getragen wurde. Nach und nach hat das Laufradfahren gesiegt und die Kleine ist in den Kinderwagen/Buggy gewechselt. Ein Buggyboard haben wir bis heute am KiWa. Auch getragen haben wir ihn noch viel. Das geht natürlich nur, wenn zwei Erwachsene zur Verfügung stehen. Wichtig war für uns immer, dass er so wenig wie möglich von seinem gewohnten Leben aufgeben muss. Und das hat für uns und ihn gut funktioniert.

4. Holt euch Hilfe, bevor es zuviel wird. Haushaltshilfe/Putzfrau, Babysitter, Großeltern, Freunde. Alles ist erlaubt und kein Eingeständnis von Versagen. Zwei Kinder, noch dazu in geringem Altersabstand, sind einfach anstrengend. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

5. Erwartet nicht, dass das zweite Kind genauso wie das erste wird. Freunde von uns hatten zuerst ein pflegeleichtes und jetzt ein anstrengenderes Kind. Bei uns war es (zum Glück?) anders herum. Wenn man ein Kind hat, das nur herumgetragen werden will, wochenlang Clusterfeeding betreibt und nur im fahrenden Kinderwagen schläft, kann man sich nicht adäquat um ein größeres Geschwisterkind kümmern. Macht einen Notfallplan für diesen Fall.

Was ich im Moment als die schwierigsten und anstrengendsten Aspekte vom Leben mit zwei Kindern empfinde, ist einerseits der Lärm-/ Unruhepegel und andererseits, dass man sie selten gleichzeitig abgeben kann. In der Zeit, in der unsere beiden Kinder in der Kita sind, gehen wir arbeiten. In der übrigen Zeit ist mindestens ein Kind da. Aber das wird sich mit zunehmendem Alter auch ändern. Und ich bin mal gespannt, wann sie sich zum ersten Mal gegen uns Eltern verbünden...

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