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Dienstag, 5. Februar 2019

WMDEDGT? am 5. Februar 2019 - Winterferien

Heute ist der 5. des Monats und somit heißt es im Rahmen der bekannten Bloggeraktion wieder einmal: "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?".

Hier sind gerade Winterferien. Ich bin am Samstag mit den Kindern zu den Großeltern gefahren, um die Taufe meines zweiten Neffen am Sonntag zu feiern. Die lange Feier haben die Kinder noch gut mitgemacht. Am Montagmorgen war die Kleine auf einmal aus heiterem Himmel krank. Sie hatte vorher wirklich nichts. Schon komisch. Da es am Sonntag den ganzen Tag geschneit hatte, gab es am Montag eine wunderschöne Schneelandschaft und viel Sonnenschein. Das war wunderschön, der Große konnte rodeln, eine Schneeballschlacht mit dem Opa machen und wir spazierten durch den Winterwald. Die Kleine blieb leider größtenteils mit Oma zuhause. Heute nun reisten wir wieder ab.



3:00 Uhr

Ein Schneepflug fährt vorm Haus meiner Eltern auf und ab, ich wache auf und liege dann wach, wie meist, wenn ich nachts geweckt werde.

7:00 Uhr

Nach und nach wachen alle auf und es kommt Leben in die Wohnung. Wenigstens ein bisschen länger als die letzten beiden Tage, wenn auch wieder sehr schlecht, "geschlafen". Es gibt Frühstück, ich packe unseren Koffer und zum Schluss wird die sehr kränkliche Kleine fertiggemacht. Mir graut es ein wenig vor der Bahnfahrt und dem Rest des Tages.

9:00 Uhr

Wir sitzen im Auto zum Bahnhof, als ich die fast schon obligatorische Mail der Deutschen Bahn bekomme, dass es Veränderungen bei unserer Zugverbindung gibt. Das war bei der Hinfahrt auch schon so gewesen. Heute kann ich das allerdings gar nicht gebrauchen. Aha, der ICE entfällt, in den wir umsteigen wollten. Na super! Ich lasse mir eine alternative Reiseverbindung geben und überlege, ob ich einfach später losfahre. Nein, wir wollen alle nach Hause. Also steigen wir in unseren Zug ein. Ich bin echt platt von den Aufregungen der letzten Tage und die Nerven liegen kurz blank. Aber ich beruhige mich schnell wieder und zum Glück sind auch die Kinder nicht unruhig.


10:30 Uhr

Am Umsteigebahnhof frage ich nochmal nach Alternativen. Wir könnten 1,5 Stunden warten, aber darauf habe ich keine Lust. Also nutzen wir die ursprüngliche Alternative und fahren mit der S-Bahn in die nächstgelegene Stadt. Die kranke Kleine schläft ein, kurz bevor wir ankommen. Also muss ich die Ärmste wecken.

11:30 Uhr

Wir sind an dem Bahnhof angekommen, wo der Alternativ-ICE halten soll, fragen, ob dieser planmäßig kommt, tauschen unsere Platzkarten um und holen uns noch ein paar kleinere Snacks. Die Kleine ist heiß, sehr still und isst nichts, läuft aber wenigstens selbst. Unser ICE kommt und endlich sitzen wir in einem Zug gen Heimat. Ich bin erleichtert.

Neben mir sitzt eine Frau, die mir erzählt, dass ihre Schwiegertochter gestern ihr Baby tot geboren hat. Wie furchtbar! Obwohl ich ihr gern sagen würde, dass ich gerade genug eigene Probleme habe, höre ich mir ihren Schmerz an und tröste, so gut ich kann. Die Kinder bekommen von der Schaffnerin Gutscheine und löse diese im Bordrestaurant ein. Die Fahrt klappt reibungslos.


13:00 Uhr

Wir kommen in Berlin an und ich atme auf. Ist ja doch noch alles glimpflich verlaufen und wir sind nur eine halbe Stunde später da als geplant. Aber wenn es eben auf der Hinfahrt auch schon Ausfälle gab und ich ein krankes Kind dabei habe, braucht man sowas nicht nochmal.

13:30 Uhr

Wir sind zuhause! Ich mache ein schnelles Mittagessen und starte die erste Maschine Wäsche. Endlich kann ich auch mal Fieber bei der Kleinen messen: 38.7 °C. Puh, das ist für unsere Verhältnisse viel. Wir sind alle total kaputt und jeder zieht sich erstmal für ein Stündchen zurück und lässt sich berieseln.

15:00 Uhr

Ich räume unsere Taschen aus, hänge Wäsche auf und umsorge die kranke Maus. Ich schaue mir die Mappe an, die der Große zum Abschluss des Schulhalbjahres bekommen hat, da die Kinder ja von Freitag zu Samstag beim Papa waren und ich das "Zeugnis" (das keins ist) noch nicht gesehen habe.


17:00 Uhr

Der Papa schaut kurz vorbei, um die Kinder zu sehen. Er hatte sie diesmal nur bis Samstag Mittag bei sich. Besonders der Große freut sich sehr und die beiden spielen noch kurz unten Fußball.

18:00 Uhr

Der Papa ist wieder weg, wir essen Abendbrot (die Kleine isst nichts) und dann gibt es Medienzeit.

20:00 Uhr

Die Kinder schlafen und ich hoffe auf eine ruhige Nacht. Hoffentlich geht es der Kleinen bald wieder besser. So hat der Große nämlich gar nichts von seinen Ferien, da ich allein ja nichts unternehmen kann, wenn ein Kind krank ist. Ich bin platt und mache außer dem #wmdedgt nichts mehr.

Ich wünsche euch eine schöne Restwoche bzw. schöne Winterferien, falls ihr auch welche habt.


Mehr #wmdedgt gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

Mein letztes WMDEDGT? findet ihr hier.   

Donnerstag, 5. Juli 2018

WMDEDGT? am 5. Juli 2018 - Erster Ferientag

Gestern gab es in Berlin Zeugnisse und heute war der erste Ferientag. Mein Großer hat sein erstes Schuljahr geschafft! Wir haben abends mit einem Pizzaessen gefeiert und heute hatte ich mir frei genommen, damit er wirklich abschalten kann und ein Ferien-Feeling bekommt. Die letzten Wochen waren sehr terminreich und anstrengend und wir sind alle urlaubsreif.

Die Kleine ging in die Kita, der Große und ich frühstückten auf dem Balkon und dann kam schon um 9 Uhr der beste Freund des Großen zu Besuch. Dessen Eltern hatten zwar auch frei, aber da die beiden Jungs sich in den ganzen Ferien wahrscheinlich nicht sehen werden, weil sie immer abwechselnd weg sind, wollten die Jungs nochmal Zeit miteinander verbringen. Es war mega entspannt und sehr ruhig, die beiden harmonieren wirklich wahnsinnig gut und ich wünschte, meine Kinder würden sich mal einen einzigen Tag so gut miteinander beschäftigen wie diese beiden Jungen.

Sie fachsimpelten über die Fußball-Sammelkarten, spielten im Hausgarten mit den neuen Pop-Up-Fußballtoren*, die der Große für sein erfolgreiches 1. Schuljahr bekommen hatte, Fußball, solange es noch nicht zu heiß war, aßen Mittag und spielten nochmal, bevor wir zusammen die Kleine aus der Kita abholten. Das obligatorische Eis wurde im Lieblingscafè verspeist und dann wollten die beiden Freunde noch weiter spielen, so dass wir die Abholzeit etwas verschoben.


Zuhause angekommen, verschwanden sie gleich wieder im Zimmer des Großen. Es ist wirklich faszinierend, wie sich Kinder/ Menschen, die ähnlich ticken, miteinander beschäftigen können. Ich musste für keinerlei Bespaßung, sondern lediglich für die Verpflegung sorgen. Das habe ich nur sehr selten. Sie spielen nicht im klassischen Sinne, das können beide nicht, aber da sie sich in diesem Unvermögen ähnlich sind, finden sie eine Ebene, die super funktioniert. Anders als bei der Kleinen, die immer vom Großen erwartet, dass er mit ihr spielt und dann enttäuscht ist, während der Große genervt ist, dass sie ihm so auf der Pelle hängt.

Als der Freund um 17 Uhr abgeholt wurde (er war also 8 Stunden bei uns gewesen), musste ich noch schnell etwas einkaufen gehen. Eigentlich sollte nur die Kleine mit, aber der Große wollte nicht allein zuhause bleiben und so gingen wir zusammen. Ich holte mir bei Rewe an der Salatbar eine Schale voll Salat und die Kinder, die eigentlich keinen Salat essen, bekamen anscheinend Appetit und füllten für sich selbst auch jeweils eine kleine Schale. Wahrscheinlich fühlten sie sich wie am Hotel-Buffet;-). Die leeren Schalen werden wir in unseren Garten mitnehmen, damit die Kinder demnächst wieder Obst an vorbeigehende Spaziergänger und Fahrradfahrer verkaufen können. Am vergangenen Wochenende hatten sie Sauerkirschen in Bechern verkauft, was ihnen Spaß gemacht hatte.

Zuhause wurde Abendbrot gegessen, die Kinder hatten wie immer etwas Medienzeit, dann wurde geduscht und ich brachte sie ins Bett. Ein sehr entspannter erster Ferientag!

Mehr #wmdedgt gibt es wie immer bei Frau Brüllen.

Und mein letztes WMDEDGT? findet ihr hier.


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Montag, 11. September 2017

Die Einschulung des Großen am 9. September 2017

Endlich, 6 lange Wochen nach seinem Kita-Ende, war es soweit. Am Samstag, den 9. September 2017, wurde mein Großer in seine Grundschule eingeschult. Und obwohl ich dem Thema Schule gegenüber ja schon lange mit Bauchschmerzen und Bedenken entgegensah, war dieser Tag trotzdem für mich eine Erleichterung. Denn nun wurde es real und endgültig, nun konnte ich vorwärts blicken, anstatt die Schule wie ein Damoklesschwert über uns schweben zu sehen und mich ausgeliefert zu fühlen.


Die lange Pause zwischen Kita-Ende und Einschulung verstärkte mein Bangen und meine Unsicherheit eher noch, weil ich in dieser Zeit nicht viel tun konnte, außer mich und den Großen mental, so gut es eben ging, vorzubereiten. Dem Großen hat die lange Pause sicherlich unheimlich gut getan, er hatte 4 Wochen frei, so lange wie noch nie zuvor, war mit uns und bei den Großeltern im Urlaub, wirkte erholt und ausgeglichen. Für mich dagegen war es ein "Kaninchen-vor-der-Schlange-Gefühl". Etwas besser wurde es, als er 2 Wochen vor der Einschulung schon im Hort startete und das neue Schul-Leben nun greifbarer wurde. Ein Schock war sein Unfall an seinem 5. Horttag, bei dem er sich 1 Woche vor der Einschulung das Nasenbein brach. Glücklicherweise sah man äußerlich weniger als befürchtet und er hat das erstaunlich gut verkraftet. Nichtsdestotrotz beginnt er seinen Schulalltag nun mit einer Sportbefreiung und ich hoffe, dass er sich deshalb nicht ausgeschlossen fühlt.

Als der große Tag nun endlich da war, fühlte ich mich nach der ganzen Aufregung eigentlich ganz gut und mehr oder weniger im Reinen. Ich war total erleichtert und befreit, weil das Warten nun ein Ende hatte. In den letzten Wochen und Monaten hatte ich wieder einmal deutlich gemerkt, wie ich es hasse, wenn neue, unbekannte Situationen, Herausforderungen, Umstellungen auf mich zukommen und ich dem einfach nur passiv entgegen sehen kann. Das war vergleichbar mit den letzten Wochen vor der Geburt des Großen, als der Zug unaufhaltsam auf mich zuraste und ich nichts tun konnte außer zu warten. Sowas belastet mich ungemein. An diesem Einschulungs-Samstag ließ ich das alles hinter mir und ging mit überwiegend guten Gefühlen zur Feierstunde in die Schule.


Wir waren gleich morgens um 9 Uhr dran, so dass wir früh aufstehen mussten, aber auch dies war sicherlich besser als ein langes Warten. Im letzten Jahr schaute ich mir mit dem Großen vor der Schule das Spektakel an, um ihn schon ein wenig vorzubereiten. Und im Oktober 2016 meldeten wir ihn dort an.

Dieses Jahr kamen nun wir mit Schulranzen und Zuckertüte zur Schule gelaufen. In der Aula der Schule wurden die Erstklässler vorn platziert und wir suchten uns einen Platz. Der Große saß zwischen einigen Kitafreunden und wirkte ruhig, gefasst und zufrieden. Es war so toll, ihn so selbstbewusst und gelassen zu sehen! Die eigentliche Feier dauerte nur eine halbe Stunde, mit einer kurzen Vorstellungsrunde der Pädagogen, einer Ansprache der Direktorin und dann wurden die Kinder mit Namen aufgerufen, um sich auf die kleine Bühne zu stellen. Der Große war gleich als zweiter dran und er lachte, als er vorn stand! Auf einer Bühne! Ist das zu glauben?!

Die Kinder gingen mit ihrer Lehrerin und Horterzieherin in den Klassenraum, wo sie eine kleine Zuckertüte sowie Infoblätter für den ersten Elternabend und Hortschließtage bekamen. Die Eltern sahen in der Aula eine kleine Präsentation über die Schule. Alles war recht sachlich und nüchtern gehalten, was mir eigentlich zupasse kam, denn der Tag war eh' schon emotional genug. Und das war's schon. Im Flur warteten alle bei Kaffee und Getränken auf ihre Kinder, die kurze Zeit später kamen. Auch hier wirkte der Große total selbstsicher und fröhlich, wie insgesamt den ganzen Tag über. Wir machten noch einige Familienfotos und verließen dann das Schulgebäude.

Da es regnete und wir noch Zeit bis zum Mittagessen hatten, gingen wir nach Hause, wo der Große als erstes die Zuckertüte der Großeltern auspackte. Auch die Kleine war mit ihrer Geschwistertüte beschäftigt. Mittagessen hatten wir in einem Restaurant mit Brunch Buffet bestellt, da unser ursprünglich reserviertes Restaurant uns kurzfristig, nämlich 2 Tage vor der Einschulung, abgesagt hatte. Der Brunch erwies sich aber als perfekt, da die Kinder sofort Essen bekamen und auch wir sehr abwechslungsreich speisen konnten. Es war unheimlich lecker!


Nach dem Essen streiften wir noch kurz über das jährliche Fest in unserem Stadtbezirk, gaben etwas Geld für Ponyreiten, Büchsenwerfen und Entenangeln aus und machten zurück nach Hause eine kleine Mittagspause, in der der Große sein Lego Nexo Knights-Geschenk* auspackte. Am Nachmittag gab es trotz allgemeiner Sättigung noch ein gemeinsames Kaffeetrinken. Wir hatten eine tolle Schultüten-Torte bestellt, die klasse aussah und lecker schmeckte.


Der weitere Nachmittag verlief wegen schlechten Wetters ruhig zuhause, mit Lego bauen, spielen und quatschen. Da nur meine Eltern anwesend waren, klappte das gut in der Wohnung. Vor dem Abendbrot verabschiedeten sich meine Eltern und wir ließen den Tag ruhig ausklingen.


Im Gegensatz zu anderen Feier-Tagen gab es keine überdrehten Kinder und auch unsere Erschöpfung hielt sich in Grenzen. Das war sehr angenehm. Und so werde ich den Tag, an dem mein Großer eingeschult wurde, als zwar aufregenden, aber dennoch unaufgeregten Tag in Erinnerung behalten. Am meisten staunte ich über meinen Großen: er wirkte kein bisschen überfordert von der Situation, war gut gelaunt, gelassen und sehr stolz. Es war trotz des Unfalls absolut richtig, ihn schon vor der Einschulung in den Ferienhort zu geben. So konnte er die Schule, die Erzieher und ein paar andere Kinder schon kennenlernen. Glücklicherweise traf er meist auch einige Kita-Freunde an. All das gab ihm Sicherheit und Vertrauen. Dass er in seiner gewohnten Umgebung bleiben konnte, war sicherlich ein ganz wichtiger Baustein für den reibungslosen Start. In den nächsten Wochen wird noch soviel Neues auf ihn einstürmen, was ihn fordern wird. Ein vertrautes Umfeld hilft da hoffentlich, mit den Herausforderungen klarzukommen.

Für mich war es beruhigend zu sehen, dass er sich grundsätzlich nicht von meiner Skepsis und Aversion gegen das System Schule anstecken ließ. Vielleicht ist es für seinen abwartenden, beobachtenden Charakter sogar besser, wenn man ihn nicht mit naiver oder gar geheuchelter Euphorie überschüttet. Der Tag der Einschulung war insgesamt sehr angenehm und mir selbst geht es nun, mit der konkreten Aufgabe, besser als in den letzten Monaten. Nun sind wir gespannt, wie die ersten Wochen für den Großen werden. Die Einschulung ist erstmal geschafft. Etwas über 3 1/2 Jahre alt war er, als ich zu bloggen anfing. Sehr schwierig und anstrengend war das Leben mit ihm zu dieser Zeit. Nun ist er so reif, verständig und selbstsicher, fröhlich und offen. Er ist nicht nur körperlich, sondern vor allem seelisch so dermaßen gewachsen in den letzten Jahren. Und nun ist er ein Schulkind!


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Mittwoch, 5. Juli 2017

WMDEDGT? am 5. Juli 2017

Nach dem letzten WMDEDGT? im Mai erzähle ich euch heute wieder einmal, was ich den ganzen Tag gemacht habe. Dies ist eine monatliche Aktion des Blogs von Frau Brüllen. Diesmal gibt es aber hier keine Bilder zu sehen, weil ich schlichtweg heute keine gemacht habe.

8 Uhr
Nachdem die Kinder und der Mann die Wohnung verlassen haben, warte ich auf die Putzfrau und düse dann auch zur Arbeit. Der Große hat wie fast jeden Tag wieder herzzerreißend geweint beim Abschied.

8:30 bis 13:30 Uhr
Ich bin auf der Arbeit. Eine Kollegin feiert Geburtstag. Leider geht es mir ziemlich schlecht, ich kränkele immer noch mit meiner Sommergrippe herum. Zum Glück heute ohne Kopfschmerzen wie fast jeden Tag in den letzten 2 Wochen, dafür mit extremer Schlappheit und Muskelschmerzen. Ätzend.

14 Uhr
Zuhause angekommen, räume ich die durch die Putzfrau am Vormittag gesäuberte Wohnung wieder in den Urzustand, hänge eine vorprogrammierte Maschine Wäsche auf, räume den Geschirrspüler aus und mache mir etwas zum Mittagessen. Ich esse und sitze kurz auf dem Sofa. Ich bin sehr schlapp und mir tut alles weh.

15:15 Uhr
Ich verlasse die Wohnung Richtung Supermarkt und kaufe noch ein paar dringend benötigte Sachen ein. Normalerweise mache ich solche kleinen Einkäufe nach der Kita mit den Kindern zusammen, aber heute bekommen wir Besuch und da klappt das nicht.

15:40 Uhr
Ich bin an der Kita angekommen, unsere Verabredung sitzt schon vor'm Eingang und ich hole schnell die Kinder aus dem Kita-Garten ab. Wir gehen mit 2 Freundinnen der Kleinen (Zwillinge) und deren Mama zum Eis-Cafè.

16 Uhr
Wir essen alle zusammen Eis in unserem Stamm-Cafè nach der Kita. Noch mehr Kinder aus unserer Kita kommen dazu.

16:30 Uhr
Wir sind bei uns zuhause angekommen und ich hatte gehofft, dass die 3 Mädchen zusammen im neuen Kinderzimmer der Kleinen spielen würden und wir Mamas Zeit zum Quatschen hätten. Stattdessen klüngelte die Kleine erst mit dem einen Zwillingsmädchen, so dass das andere sich ausgeschlossen fühlte und weinte, und später war dann meine Kleine selbst andauernd frustriert und weinte lautstark, weil sie nicht wollte, dass die beiden mit ihrem Spielzeug spielen, weil sie immer genau das haben wollte, was die andere hatte oder weil sie nur mit dem einen der Mädchen spielen wollte. Es war sehr anstrengend, ich war fast nur mit Trösten und Ausgleichen beschäftigt. So eine Phase hatte der Große ca. mit 2,5 - 3 Jahren, aber nicht mehr mit über 4 Jahren.

Der Große ist derweil mit dem Mann, der extra früher Feierabend gemacht hat, in den Park Fußball spielen gegangen, und freute sich sehr über die ungewöhnliche Exklusivzeit.

18 Uhr
Der Besuch verlässt uns, ich räume auf und bereite das Abendbrot vor.

18:30 Uhr
Der Mann und der Große sind zurück und wir essen Abendbrot. Danach dürfen die Kinder noch ein wenig Handy bzw. Tablet schauen/ spielen.

19:15 Uhr
Ich fange mit dem Abendritual der Kleinen an, der Mann wenig später mit dem Großen.

20 Uhr
Die Kleine schläft.

20:30 Uhr
Der Große schläft.

FEIERABEND!

Mittwoch, 19. April 2017

Zur Mutter-Kind-Kur mit dem Großen: Erfahrungsbericht und Fazit

Die Mutter-Kind-Kur mit dem Großen auf Usedom ist seit einer Woche vorbei und ich möchte natürlich unbedingt ein ausführliches Fazit ziehen und über meine Erfahrungen berichten. Insgesamt, das kann ich gleich vorab sagen, war es für mich eine sehr schöne Zeit, die mir gut getan hat, mich etwas Abstand gewinnen ließ und erholsam war. Ich wurde auf jeden Fall positiv überrascht nach den vielen Negativ-Berichten aus meinem Umfeld und bin sehr dankbar für die wertvolle Erfahrung. Es war nicht alles einfach und besonders die Schwierigkeiten meiner beiden Kinder (6 und knapp 4 Jahre alt) mit der Situation waren teilweise recht belastend für mich, aber ich habe immer wieder versucht, meine eigenen positiven Gefühle wahrzunehmen und zu genießen. Ich bin froh, dass ich mich für die Mutter-Kind-Kur entschieden habe (hier die Vorgeschichte) und auch die Entscheidung, mit dem Großen allein zu fahren, war definitiv richtig.

Unser kleineres Nebenhaus der Kurklinik

Wir verbrachten vom 22.03.2017 bis 12.04.2017 genau 3 Wochen in der Ostseestrand Kurklinik Klaus Störtebeker in Kölpinsee auf der Insel Usedom. Nach der Anreise am Mittwoch brauchten wir ein paar Tage, um uns einzuleben und alles kennenzulernen. Von der Kurklinik, dem Zimmer, dem Speisesaal und den sonstigen Räumen (Spielzimmer, Toberaum, Teeküche etc.) hatte ich gleich einen angenehmen Eindruck. Wir hatten als Einkind-Familie ein Einzimmerappartment mit Schiebetür, recht klein, aber praktisch und nett eingerichtet. Ich fühlte mich sofort wohl und auch der Große hatte keine Umstellungsprobleme. Auch an die Mahlzeiten im Speisesaal gewöhnten wir uns schnell. Das Frühstück war wirklich sehr lecker, das Mittagessen qualitativ unterschiedlich und das Abendbrot recht spartanisch, aber ausreichend.


Speiseplan - Beispiel

Unser Kurgang (15 Familien auf Eltern-Kind-Kur) war in einem kleineren, ruhigen Nebenhaus untergebracht, und vor unserem Fenster begann direkt der Wald. Die Lage und Umgebung war wirklich wunderbar, in weniger als 10 Minuten gelangte man zum Strand und zum Wald, die Landschaft war sehr abwechslungsreich durch Flach- und Steilküste sowie einen größeren See im Ort. Kleinere Souvenirläden gab es in direkter Nähe, einen Supermarkt und den Bahnhof der Usedomer Bäderbahn in ca. 10 Minuten Laufentfernung. Am Anreisetag schien die Sonne und wir gingen gleich nachmittags zum Strand. Es war herrlich, man schaltete sofort auf Erholung um.


In den ersten beiden Tagen standen ein ärztliches und ein psychologisches Gespräch an, in denen die Therapien und Kurse individuell festgelegt wurden. Dabei wurden die eigenen Wünsche und Vorlieben berücksichtigt. Ich bekam 4x Wirbelsäulen- und 2x Wassergymnastik, 4 Massagen, 4x Autogenes Training, 4x Beckenbodentraining und 4x Selbstfürsorge-Kurs verschrieben. Außerdem Vorträge über Erschöpfung und Stressmanagement. Weitere Angebote waren Yoga, Progressive Muskelentspannung, Kunsttherapie, Therapeutisches Bogenschießen, Sport-Fit und Freies Walken. Nach der ersten Woche hatte man eine Zwischenvisite und ein Kurgespräch, am Ende ein Abschlussgespräch mit der Ärztin und der Kurbetreuerin. In der Zwischenvisite hätte man eine Änderung des Therapieplanes besprechen können, wenn man unzufrieden gewesen wäre. Das war bei mir nicht der Fall, mir machten die Kurse Spaß, die ich hatte. Es war überhaupt kein Problem, wenn man mal an einem Termin nicht teilnahm, weil man sich lieber ausruhen wollte. Es gab keinen Zwang oder so. Gerade am Anfang war der Terminplan doch recht voll und jeder musste erstmal schauen, ob es zuviel oder angenehm ist. Ich empfehle, sich wirklich nur die Therapien herauszupicken, die man unbedingt machen möchte. Alle, die sich zuviel "aufgebürdet" hatten, ruderten in der zweiten Woche zurück, da die Entspannungszeit fehlte.


Kinderbetreuung

Am Donnerstag Nachmittag schnupperte der Große ca. 1 Stunde in der Kinderbetreuung und wir Eltern hatten nebenan ein Gruppengespräch. Da ich befürchtet hatte, ihn gleich am ersten Morgen übergangslos abgeben zu müssen, war ich von dieser "sanften" Eingewöhnung positiv überrascht. Alles machte einen guten Eindruck und der Große löste sich an diesem Tag problemlos von mir. Genauso hatte ich mir das erhofft; leider ging es nicht so weiter. Als ich den Wochenplan der Kinderbetreuungszeiten sah, war ich ziemlich überrascht: es waren im Laufe der Kur viele halbe Tage für Eltern-Kind-Interaktion eingeplant, wo die Betreuung geschlossen hatte. Insgesamt gab es in den 21 Tagen der Kur nur 4 Tage, wo die Kinder ganztags betreut wurden! Das war erstmal ein kleiner Schock für mich, immerhin gehen meine Kinder zuhause täglich 7,5 Stunden in die Kita und ich war nicht zuletzt deshalb auf die Kur gefahren, um mehr Zeit ALLEIN zu verbringen. Von fast allen aus unserer Gruppe wurde dies als unglücklich empfunden und am Ende auch im Feedbackgespräch mitgeteilt.

Kita

Dazu kam, dass es an den Tagen der Vormittagsbetreuung (bis 14 Uhr) eine freiwillige Abholzeit um 12 Uhr gab, die einige Eltern, deren Kinder einen längeren Mittagsschlaf halten sollten, wahrnahmen. Jedesmal, wenn mein Großer nun hörte, dass einer seiner Freunde statt um 14 Uhr schon um 12 Uhr abgeholt würde, forderte er dies auch von mir ein. Wäre er glücklich in der Betreuung gewesen, hätte ich das sicherlich abgelehnt. Leider fiel es ihm aber nach den ersten Tagen so schwer und er weinte herzzerreißend beim Abgeben und Abholen, dass ich nachgab und ihn dann eben auch so früh abholte. Er war dann beispielsweise nur von 9 bis 12 Uhr in der Betreuung und ich hatte neben meinen Terminen an solchen Tagen kaum Zeit für mich. Ungünstig waren auch Tage der Nachmittagsbetreuung von 14 bis 16:30 Uhr. Vormittags fand dann eine Eltern-Kind-Interaktion statt und die Kita hatte geschlossen. Keinem der Kinder fiel es leicht, nach dem gemeinsam verbrachten Vormittag dann am Nachmittag für 2 Stunden in die Betreuung zu gehen. Und den Eltern brachte das rein gar nichts. Mit der Verteilung der Betreuungszeiten waren wir also fast alle unzufrieden; wenn ich nachrechne, komme ich vielleicht auf ein Drittel unserer Betreuungszeit zuhause. Das hatte ich mir anders vorgestellt. Immerhin gibt es sogar Kurkliniken, wo es eine Betreuung am Wochenende gibt, wenn man dies möchte oder braucht. Zum Glück war es für mich nicht anstrengend, da ich nur den Großen allein um mich hatte. Mit beiden Kindern hätte das schon anders ausgesehen und eine Mutter mit drei Kindern brach u.a. deshalb die Kur ab, weil es für sie zu anstrengend war, ihre Kinder ständig allein zu betreuen, was ich sehr gut verstehen kann.

Für mich war es sehr belastend, dass der Große sich nach den ersten Tagen nur noch widerstrebend und weinend in der Betreuung abgeben ließ. Fremdbetreuung und Trennungen waren für ihn nie einfach gewesen und er würde immer lieber bei uns bleiben, als in eine Kita zu gehen. Allerdings hatte ich gehofft, dass er mittlerweile anpassungsfähig genug ist, um solch eine fraglos schwierige, komplett fremde Situation zu meistern. Die Erzieher wirkten etwas unerfahren, obwohl sie ja ständig Trennungen bewältigen müssen. Fast alle Kinder hatten anfangs Schwierigkeiten mit der Kita. Hinzu kam das Pech, dass seine beiden neuen Freunde anfangs gleich drei Tage in Quarantäne (wegen Magen-Darm) waren und er sich ziemlich allein dort fühlte. Das war echt blöd für ihn, und es blieb dann bis zum Ende sehr schwierig mit der Kita. Er weinte schon abends, wenn es um den nächsten Tag ging, fragte immer, wie viele Termine ich hätte und ob ich ihn eher abholen könnte. Das war sehr schwierig auszuhalten, denn ich wollte ja nicht nur meine Termine wahrnehmen, sondern mal allein spazierengehen oder im Zimmer lesen etc. Stattdessen hatte ich auch bei nur 3 Stunden Betreuung ein schlechtes Gewissen und er tat mir so leid, dass ich meine Freizeit kürzte, um ihn eher abzuholen. Das hatte ich mir anders vorgestellt, aber es ist eben unplanbar und ich musste es so akzeptieren. Meine Termine nahm ich aber alle wahr und die Zeit mit ihm zusammen war auch meist total schön, da wir viel unternahmen und ich dadurch etwas "für mich" machte, aber es sprang für mich durch diese beiden Umstände (weniger Betreuungszeit als zuhause und die Probleme des Großen) definitiv zu wenig Alleinzeit heraus. Nach unserer Abreise sollte wohl etwas an dem Konzept der Betreuungszeiten geändert werden, ließ die Kurbetreuerin durchblicken.

Ein Spaziergang zum Strand donnerstags morgens um 9 Uhr

Die Kinder absolvierten während der Betreuungszeit auch verschiedene Aktivitäten wie Sport und Kinderküche. Toll war das Zirkus-Projekt, wofür sie des öfteren übten und was sie uns am letzten Tag in einer Abschluss-Show präsentierten. Der Große zauberte Tücher aus seinem Ärmel, andere Kinder balancierten auf einem Ball, imitierten Tiere oder schwangen Bänder und Reifen, und alle hatten einen riesen Spaß. Das war ein wunderschöner Abschluss und die eine oder andere Mama verdrückte einige Tränchen. An den beiden letzten Tagen kam der Große auch besser mit der Betreuung zurecht, sei es nun durch die baldige Abreise bedingt oder weil er richtig Fuß gefasst hatte. Insgesamt aber hatte ich mir diesen Aspekt der Kur leichter erhofft.

Steilküste

Eine zuverlässige Fremdbetreuung ist unglaublich wichtig für das Gelingen einer Kur. Mit sehr kleinen oder trennungsängstlichen Kindern würde ich mir sehr gut überlegen, auf eine Mutter-Kind-Kur zu fahren. Meiner knapp 4-jährigen Kleinen hätte ich eine Eingewöhnung in der kurzen Zeit nicht zugetraut. Das war u.a. ein Aspekt, weswegen ich sie nicht mitgenommen hatte. Die Allerkleinsten wurden nach Aussage zweier Mütter lediglich "verwahrt". Die Gruppe des Großen, die 3-6jährigen, war eine gute gemischte Gruppe, aber nicht jedes Kind schließt mit allen Freundschaft oder freut sich über die willkommene Abwechslung. Und nicht jede Mama schafft es, ihr weinendes Kind morgens abzugeben und sich dann ohne Gewissensbisse bis nachmittags ihrem Kur-Ziel zu widmen. Mir fiel das sehr schwer, was im Alltag nicht der Fall ist, wenn wir zur Arbeit fahren müssen, während die Kinder fremdbetreut sind. Es sollte jeder, der eine Kur in Betracht zieht, ehrlich überlegen, ob das für beide Seiten so funktioniert, dass die 3 Wochen zufriedenstellend verlaufen. Mein Großer ist schon alt genug, um ihn für einen Termin auch mal 45 Minuten allein im Zimmer zu lassen, wenn er sich komplett der Betreuung verweigert hätte. Mit kleinen Kindern ist das nicht möglich. Das muss man bedenken.

Therapien

Meine oben erwähnten Therapien/ Anwendungen/ Kurse waren allesamt sehr angenehm. Ich hatte eine gute Mischung aus Kursen für Körper und Geist. Sicherlich gab es Qualitätsunterschiede bei den Therapeuten und manchmal überraschende Personalwechsel innerhalb eines Kurses, aber so ist das eben in einer großen Einrichtung. Überraschend fand ich, wieviel Spaß die Wassergymnastik machte, obwohl ich diesen Kurs eigentlich absagen wollte. Als sehr fruchtbar empfand ich den Austausch im Selbstfürsorge-Kurs, wo 5 Mütter unter Anleitung einer Psychologin über ihre Probleme, Bedürfnisse und Strategien sprachen. Natürlich können solche Runden nie in die Tiefe gehen und langanhaltende Probleme lösen, aber es half schon, zu merken, dass man nicht allein mit gewissen Schwierigkeiten ist. In einige Wunden wurde der Finger gelegt, die Mütter wurden immer wieder ermutigt, sich gut um sich selbst zu kümmern und mir wurde noch deutlicher, worauf ich in Zukunft noch mehr achten muss. Einzeltermine wurden nicht aktiv angeboten, aber man konnte Beratungsgespräche problemlos vereinbaren. Einige Mütter aus unserer Gruppe nahmen zum Beispiel eine Erziehungsberatung in Anspruch. Ich hatte weder den Anspruch, dass 4 Massagen meine Rückenprobleme grundlegend beheben noch dass ein Vortrag über "Wege aus der Erschöpfung" mein gesamtes Leben verändert. Es können lediglich Anregungen zur Bewältigung vermittelt werden und Eltern für typische Probleme sensibilisiert werden. Dessen sollte man sich bewusst sein, sonst wird eine zu hohe Erwartungshaltung sicher nicht erfüllt. Was man daraus macht, muss natürlich jeder allein zuhause weitersehen. Nun war in unserer Gruppe auch außer einer Frau niemand, der wirklich schwerwiegende gesundheitliche Probleme hatte. Deshalb waren eigentlich alle Erwachsenen unserer Gruppe zufrieden mit den angebotenen Anwendungen.

Therapieplan für die 2., entspanntere Woche

Was die Kinder betrifft, sah das schon anders aus. Mein Großer war lediglich Begleitkind, d.h. es waren keine Therapien vonnöten, aber es gab einige Kinder, die ausdrücklich als Patientenkinder mitgefahren sind (Neurodermitis etc.) und diese erhielten leider keine oder unzureichende Anwendungen. Ich würde also raten, dass man lieber eine Kinderreha beantragt, wenn man umfassende Therapien für das Kind haben möchte. Bei einer Eltern-Kind-Kur liegt der Focus auf den Eltern.

Der Therapieplan hätte gern ausgeglichener sein können. In den ersten Tagen gab es viel Terminstress und kaum Zeit zwischen den Anwendungen. Ich glaube, das wird auch bewusst so geplant, damit man nicht aus seinem Alltagsstress in ein Loch fällt. Eine gewisse Tagesstruktur gibt ja auch Halt, gerade wenn alles noch neu ist. Dann wurde es langsam weniger und in den letzten Tagen hatte ich manchmal nur einen Termin (da gab es dann aber auch nur 3 Stunden Kinderbetreuung). Wenn mein Anfangsplan so stressig weitergegangen wäre, hätte ich definitiv bei der Zwischenvisite um Kürzung meiner Therapien gebeten. Das war aber genau der Zeitpunkt, als es entspannter wurde und deshalb beließ ich es dabei. Mir gefiel nicht, dass die freie Zeit manchmal so zerrissen war, d.h. Termin, 1/2 h Freizeit, Termin, 1 h Freizeit, Termin, Kind abholen. Für mich persönlich sind längere zusammenhängende Freizeitphasen besser, da ich immer recht lange zum Herunterfahren brauche. Habe ich schon in einer Stunde den nächsten Termin, bleibe ich auf einem hohen Adrenalinlevel und kann nicht abschalten. Aber das ist individuell verschieden, manche fanden auch gerade die vielen kurzen Pausen toll. Der allerletzte Tag war nochmal total vollgepackt, das bemängelten alle im Abschlussgespräch. Ich hatte an diesem Tag bewusst einen Termin gestrichen. Während der Mittagszeit fanden keine Therapien statt, d.h. man konnte tatsächlich entweder mit oder ohne Kind (je nach Betreuungsplan) auf dem Zimmer ruhen oder einen Spaziergang machen. Das war toll, denn wer von uns hat im Alltag mittags eine freie Stunde, wenn der Körper müde ist und eine Pause braucht? Auch wenn der Große bei mir war, hielten wir diese Zeit ein.

Freizeit

Für die Zeiten der Eltern-Kind-Interaktion gab es Angebote seitens der Klinik für gemeinsame Aktivitäten mit dem Kind. Oder man konnte allein etwas mit dem Kind unternehmen. Wir haben vier Angebote mitgemacht, Wassertreten am Strand, Eltern-Kind-Zirkus, eine Waldwanderung zum Gummibärchenbaum und einen Kreativ-Vormittag (Bemalen von Holz). Das war alles angenehm. Manchmal unternahmen wir allein etwas oder gingen mit den Freunden zum Strand. An zwei Interaktionstagen war der Mann mit der Kleinen zu Besuch, der Große ging nicht in die Betreuung und wir machten am Nachmittag einen Ausflug. Die Interaktionen waren aber für diejenigen Eltern schwierig, die mit Kindern verschiedenen Alters da waren. Eine Zweijährige und ein Sechsjähriger sind schlecht unter einen Hut zu bringen. Einige Eltern fühlten sich dann zerrissen oder mussten sich Alternativen überlegen. Das war etwas unglücklich organisiert.


Auch für die Wochenenden konnte man sich für Aktivitäten eintragen bzw. es gab Aushänge über Angebote wie Kutschfahrten, Kindertheater, Schwimmbad etc. In unmittelbarer Nähe waren zwei Spielplätze, der See, der Strand und der Wald, so dass es wirklich nie langweilig wurde. Im Nachbarort befand sich Karl's Erdbeerhof, wo man locker mehrmals einen halben Tag verbringen kann. Dank des meist wunderbaren Wetters waren wir natürlich viel am Strand unterwegs, machten eine lange Waldwanderung und genossen einfach die frische Ostseeluft. Abends trafen sich die Kinder meist noch im Toberaum und Spielzimmer. Der Große und seine Freunde spielten auch Karten oder Gesellschaftsspiele in der Sitzecke. Ich habe mit ihm so gut wie nie im Zimmer gespielt. Entweder wir waren draußen oder im Haus unterwegs oder wir machten eben Mittagspause. Da ich weder Essen zubereiten noch abräumen oder putzen und mich außer um die Wäsche um nichts kümmern musste, war ich in der gemeinsamen Freizeit immer präsent für ihn und konnte mich ihm exklusiv widmen. Und weil ich mich draußen in der Natur am wohlsten fühle, waren wir sehr viel unterwegs.


Besuch

Familienbesuch ist ein schwieriges Thema auf einer Kur. Eigentlich möchte man ja gerade mal raus aus den festgefahrenen Familienstrukturen und Abstand gewinnen. Zumindest ging es mir so. Jede Familie hatte das verschieden gelöst. Einige Väter waren die ersten Tage mit vor Ort, andere kamen zum Schluss die letzten Tage, andere jedes Wochenende. Manche Mütter hatten nach der Kur noch ein paar Tage Urlaub mit der Familie geplant, was sich wegen der Osterfeiertage anbot. Manche buchten sich als Übernachtungsgäste in der Kurklinik ein, andere nahmen sich ein Pensionszimmer oder eine Ferienwohnung. Wir hatten den Besuch des Papas mit der Kleinen genau in der Hälfte geplant, um die lange Zeit der Kur (immerhin war sie noch nie mehr als ca. 15 Stunden von mir getrennt gewesen) für sie erträglicher zu gestalten. Und ich fand es auch gut, nach ihrer Abreise noch eine ganze Woche für mich und den Großen zu haben. Grundsätzlich war das auch richtig so. Ich selbst hätte den Besuch nicht gebraucht, mir wäre es lieber gewesen, ich hätte die kompletten 3 Wochen Abstand gehabt. Die 4 Tage waren recht nervenaufreibend und mental anstrengend, genau so, wie es eben zuhause immer ist. Dadurch hatte ich das Gefühl, ich müsste die Kur nach dem Besuch nochmal neu anfangen. Aber für die Kinder war das schon wichtig, den jeweils anderen Elternteil wiederzusehen.


Sie hatten eine Ferienwohnung direkt neben unserem Kurhaus gebucht und obwohl ich eigentlich weiterhin in unserem Zimmer schlafen und im Speisesaal essen wollte, ließ sich das nicht durchsetzen, die Kleine vereinnahmte mich völlig und der Große wollte auch in der Ferienwohnung wohnen. An ihren Besuchstagen war zum Teil Wochenende bzw. ich hatte an den Wochentagen nur jeweils einen Termin, so dass wir flexibel genug waren, um etwas zu unternehmen. Das hatte gut gepasst. Wir machten Ausflüge zu Gullivers Welt, dem Verkehrten Haus, der Schmetterlingsfarm Trassenheide, nach Bansin, Heringsdorf und zu Karl's Erdbeerhof. Der Große hatte den Papa auch vermisst, naja und die Kleine klebte förmlich an mir. Ich fiel für 4 Tage zurück ins Alltagsleben inkl. Essensvorbereitung, Geschirrspüler ein- und ausräumen, Geschwisterstreitereien etc. Darüber war ich recht frustriert und daher froh, als der Große und ich wieder in unser Kurzimmer zurückkehren konnten. Der Abschied war wie erwartet sehr schwierig und tränenreich. Wie gesagt, für mich wäre kein Besuch besser gewesen, aber für die Kinder eben nicht. Die Kleine hatte schon darauf hingefiebert, für sie war die Zeit der Trennung natürlich sehr lang. Zwar hat der Abschied dann nochmal Wunden bei den Kindern aufgerissen, aber ich denke trotzdem, dass der Besuch wichtig für sie war.


Die Kleine, die ich aus guten Gründen nicht mitgenommen hatte, litt zuhause streckenweise arg. Sie hat eine sehr starke, nicht nur psychische, auch körperliche Bindung zu mir und war noch nie ohne mich. Sie weinte anfangs viel, suchte mich in der Wohnung und beklagte sich beim Papa, warum sie denn nicht mitkommen durfte. Sie fixierte sich dann sehr auf ihren Papa, entwickelte starke Trennungsängste und wollte sich kaum von den Großeltern, die 3 Tage bei ihnen zu Besuch waren, und dann gar nicht mehr von einer befreundeten Mama von der Kita abholen lassen. Das war für sie zuviel, wenn nach der Mama nun auch noch der Papa nicht kam. Der Mann bastelte ihr einen Tageskalender, zuerst bis zum Urlaub und danach noch einen zweiten bis zum Kur-Ende, wo sie gleich morgens den nächsten Tag abschnitt. Ich schickte ihr viele Postkarten und Fotos sowie kleine Videosequenzen, die sie aber auch oft weinen ließen. Das tat mir unheimlich leid und ich weiß, wie schwer das für sie gewesen sein muss. Trotzdem habe ich es immer für die richtige Entscheidung gehalten (und das tue ich auch heute noch), dass sie nicht dabei war, denn ihre Anwesenheit hätte eine ganz andere Dynamik und einen viel höheren Stresspegel für mich mit sich gebracht, der dem Kur-Effekt diametral entgegen gestanden hätte.


Gruppe

Alle, die am gleichen Datum anreisten (bei uns 15 Familien), waren ein fester Kurgang, wohnten im gleichen Haus (die meisten auch im gleichen Flur) und hatten ihre Termine zusammen (aufgeteilt nach den jeweiligen Plänen). Das fand ich toll, so kannte man bald die Eltern und Kinder (in unserem Kurgang war auch ein Papa mit seinen beiden Jungs, die die besten Freunde meines Großen wurden) und musste sich nicht ständig auf neue Leute einstellen. Besonders bei sensiblen Kursen wie dem Selbstfürsorge-Kurs war es angenehm, dass schon eine Art Vertrauensverhältnis aufgebaut war; so konnte man doch freier erzählen als wenn die Besetzung immer gewechselt hätte.

Ich muss zugeben, dass ich ein wenig Angst vor den anderen Müttern hatte, nach den Berichten, die ich so gehört und gelesen hatte. Unsere Gruppe war zum Glück extrem toll und homogen, alle waren sehr nett untereinander und liebevoll mit ihren Kindern und es herrschte eine angenehme, ausgeglichene Atmosphäre. Natürlich gibt es mal unterschiedliche Ansichten zur Kindererziehung etc., aber es wurde sich sehr respektvoll und zugewandt ausgetauscht. Im Kurgang vor uns sah ich allerdings durchaus Mütter, die einen unschönen Umgang mit ihren Kindern pflegten und aus anderen sozialen Schichten als unsere Gruppe stammten. Deshalb bin ich wirklich dankbar, dass ich soviel Glück mit der Gruppe hatte. Da ich besonders am Anfang das Alleinsein genoss und die Einsamkeit suchte, merkte ich dies so richtig erst ab der Mitte der Kur. Auch die Altersmischung unserer Kinder war perfekt, zwischen 2 und 7 Jahren und somit passend für uns. Mit zwei 6-jährigen und einem 4-jährigen Freund hatte es auch der Große gut getroffen; eine 4-jährige Freundin für die Kleine beispielsweise hätte es in unserer Gruppe nicht gegeben. Nach uns kamen die Kurmütter mit den Schulkindern (Osterferien), das war eine ganz andere Atmosphäre und Gruppendynamik. Mit kleineren Kindern würde ich also immer versuchen, außerhalb der Schulferien auf Kur zu fahren.

Tendenziell merkte man, dass die Mütter, die mit mehreren Kindern da waren, gestresster waren als die Einkind-Mütter. Man sah deutlich den Unterschied zwischen der Einkind- und der Mehrkind-Situation, den ich selbst ja auch immer extrem krass empfinde. Alle Einkind-Mütter waren auf der Kur entspannt und zufrieden und konnten sich ausreichend ihrem Kind und sich selbst widmen. 5 Mütter unserer Gruppe (darunter ich) waren mit nur einem ihrer Kinder da und hatten die anderen zuhause gelassen. Dabei war ich die Einzige, die das kleinere Kind nicht mitgenommen hatte. Die einzige anwesende Dreikind-Mama brach die Kur ab. Die Zweikind-Mamas waren durchaus zerrissen zwischen den Bedürfnissen der Kinder und ihren eigenen. Je mehr Kinder mit sind, umso weniger kann man sich um sich selbst kümmern. Ich möchte dazu ermutigen, mit nur einem Kind zu fahren, wenn es irgendwie möglich ist. Nicht nur bekommt man eine tolle Exklusivzeit mit dem Kind geschenkt, die im Alltag so niemals möglich sein wird, sondern man kann auch mehr für sich selbst tun. Bei uns kommt erschwerend dazu, dass meine Kinder nicht gut harmonieren und dies ein enormer Stressfaktor gewesen wäre. Bei entspannten Geschwistern kann es auch eine tolle Erfahrung für beide sein.

Mein Befinden

Mir ging es bis auf Kopfschmerzen und den Anflug eines Magen-Darm-Virus (beides nur am Anfang) in der ganzen Zeit total gut, ich fühlte mich körperlich so fit wie zuhause nie, kränkelte nicht, war aktiv und gut gelaunt. Ich schlief mehr als zuhause und vor allem ungestörter, da allein. Zuhause liegt ja die Kleine neben mir, die noch einen sehr durchwachsenen Schlaf hat, und ich gehe grundsätzlich zu spät ins Bett, damit ich die einzige Freizeit des Tages auskosten kann. Auf der Kur war ich abends durch die Ostseeluft so müde, dass ich oft eindöste, nachdem der Große im Bett war. Der Schlaf war erholsam und ungestört, ich habe das nach 6 unruhigen Jahren sehr genossen. Bis auf wenige Tage konnten wir auch morgens länger schlafen als zuhause. Ich fühlte mich schnell recht ausgeruht. Vor allem die Aktivitäten an der frischen Luft taten mir gut und waren Balsam für meine Seele.

Auch die Zeit mit dem Großen war sehr entspannt, ich konnte eigentlich fast alles mit ihm unternehmen, was ich gern wollte, so dass sich mein sonst sehr hohes Stress-Level deutlich verringert hat. Die Zeit fühlte sich für mich streckenweise fast wie mein Vorkind-Leben an und dieses Gefühl, nach 6 Jahren mal so zu können, wie ich gern wollte, ohne auf alle möglichen Befindlichkeiten Rücksicht nehmen zu müssen, war so toll! Es gab auch keinen Zeitpunkt, wo ich mir gewünscht habe, dass ich ganz allein zur Kur gefahren wäre. Okay, der Große hatte zwischendurch ein paar Tage, wo sein Kopf komplett leer schien und die einfachsten Dinge nicht funktionierten. Das war nervig, aber insgesamt waren wir ein super Team und er zog gut mit. An den letzten Tagen hatte er allerdings starkes Heimweh, die 3 Wochen waren für ihn etwas zu lang. Für mich nicht;-)


Wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter, den Umständen (Ort, Unterkunft, Gruppe etc.) und auch mit der Tatsache, dass uns keinerlei Krankheiten heimgesucht haben. Eine mehrtägige Isolation wegen Magen-Darm oder eine Fieberwoche oder Überführung in eine Kinderklinik auf dem Festland (trat alles in unserer Gruppe auf) hätten die Zufriedenheit auf der Kur sicherlich deutlich geschmälert. Insofern bin ich sehr dankbar, dass wir die Zeit komplikationslos ausnutzen und genießen konnten.

Mir hat es sehr gut getan, einen deutlichen Abstand vom Alltag und der Familienkonstellation zu haben. Ich konnte endlich mal reichlich Zeit allein bzw. mit dem Großen verbringen und das hat sowohl mich selbst als auch unsere Bindung gestärkt. Eines meiner Kurziele war übrigens, die Beziehung zu ihm zu intensivieren, die durch die schwierige Anfangszeit (Schreibaby) immer noch geprägt ist. Wir sind sehr zusammen gewachsen und ich sah, wie gut ihm die Ruhe und die Konzentration auf nur eine Bezugsperson bekam. Allerdings realisierte ich aber doch nach der ersten Woche, dass ihm der nahe Kontakt zu anderen Kindern (trotz Kita) fehlte und achtete ab diesem Zeitpunkt mehr darauf, uns bzw. ihn mit seinen Freunden zusammenzubringen. So waren wir oft mit anderen zusammen am Strand, im Wald, auf dem Fußball- oder Spielplatz oder im Toberaum. Wenn ich mir die vielen Fotos von dieser tollen Kindertruppe anschaue, mit ihren bunten Jacken vor dem blauen Meer oder zusammen im Strandkorb sitzend und Karten spielend, wird mir ganz warm ums Herz. Es war eine wunderbare Zeit und ich bin dankbar und glücklich über diese Erfahrungen und Erlebnisse. Gut, dass ich die Kur gemacht habe!

Ich habe versucht, alle Aspekte, die mir wichtig waren, zusammenzufassen und näher zu beleuchten. Wenn ihr noch konkrete Fragen habt, könnt ihr diese gern in den Kommentaren stellen.



Hier findet ihr die anderen Beiträge zu meiner Mutter-Kind-Kur:

Zur Mutter-Kind-Kur mit dem Großen: Die Vorgeschichte
Zur Mutter-Kind-Kur mit dem Großen: Die Planung
Unser Wochenende in Bildern 25./ 26. März 2017 auf der Mutter-Kind-Kur
Zur Mutter-Kind-Kur mit dem Großen: Zwischenstand nach einer Woche
WMDEDGT? am 5. April 2017 - auf der Mutter-Kind-Kur

Und hier der Bericht über die Zeit nach der Kur:
Zur Mutter-Kind-Kur mit dem Großen: Die Zeit danach

Mit diesem Beitrag nehme ich auch an der Blogparade #meinekur vom Blog Landfamilie teil.

Alle Fotos: Copyright Frühlingskindermama

Mittwoch, 29. März 2017

Zur Mutter-Kind-Kur mit dem Großen: Zwischenstand nach einer Woche

Heute sind wir genau eine Woche auf unserer Mutter-Kind-Kur und, so wie ich heute eine kleine Zwischenvisite hatte, möchte ich auch einen kleinen Zwischenbericht schreiben. Die ersten Tage waren wir mit der Umstellung und dem Einleben beschäftigt, lernten die Umgebung kennen und mussten schauen, wie der Hase läuft. Ich hatte ärztliche und psychologische Termine, der Große schnupperte in seiner Kinderbetreuung und dann startete das Kursprogramm. Wir hatten wunderschönes Wetter und verbrachten viel Zeit draußen am Strand und im Wald. Die ersten Tage hat der Große alles wunderbar mitgemacht, war sehr kooperativ und wirkte auch zufrieden. Die letzten beiden Tage hatte er einen Durchhänger, der sich deutlich bemerkbar macht.

Mir gefällt es sehr gut, ich bin positiv überrascht und fühle mich grundsätzlich wohl. Meine Kurse/ Anwendungen sind angenehm, zusätzliche Termine habe ich abgelehnt, weil ich lieber mehr Zeit für mich haben möchte. Den langsamen Start in der Kinderbetreuung empfand ich als sehr positiv und ich hatte die Hoffnung, dass der Große sie problemlos akzeptiert, was am Anfang auch der Fall war. Leider fällt es ihm mit jedem Tag schwerer, mich loszulassen und seine Betreuung dort zu akzeptieren. Das ist aber unabdingbar dafür, dass ich meine Termine wahrnehmen kann und mich erhole. Immerhin ist es insgesamt eine kürzere Betreuung als zuhause, an vielen Tagen nur halbtags und wenn der Mann und die Kleine zu Besuch kommen, können wir ihn natürlich auch ganz herausnehmen. Aber man darf eben nicht vergessen, dass es eine komplett neue Situation für die Kinder ist, fremde Erzieher, fremde Kinder, fremde Räumlichkeiten, und sie sich auch erstmal an den anderen Rhythmus gewöhnen müssen. Fast alle Kinder tun sich mit der Betreuung dort schwer. Durch das enge Zusammensein mit der Mama sind sie halt auch viel stärker als vielleicht zuhause auf sie fixiert und empfinden eine Trennung umso schmerzhafter. Dazu kommt Heimweh und Vermissen, ungewohntes Essen und möglicherweise auch ein verändertes Verhalten der Bezugsperson.

Mir fällt es hier deutlich schwerer als zuhause, ihn abzugeben, wenn er traurig und widerwillig ist. Er hat sich noch nie leicht mit Betreuung getan und das ist in 5 Jahren Kita auch nicht wesentlich leichter geworden. Auch zuhause ist er jeden Morgen traurig, hat Probleme mit dem Situationswechsel und würde, wenn man ihm die Wahl ließe, sich immer für's Zuhause-Bleiben entscheiden. Die Wahl haben wir natürlich nicht. Hier gäbe es zwar die Option, ihn gar nicht betreuen zu lassen, was bedeuten würde, dass ich meine Termine nicht wahrnehmen könnte und auch keinerlei Zeit für mich hätte. Das kann nicht Sinn und Zweck der Kur sein. Allerdings finde ich es wirklich deutlich belastender, ihn hier wegen meiner Massagen, Wassergymnastik oder einem Selbstfürsorge-Kurs abzugeben als wegen der Arbeit. Das schlechte Gewissen lässt grüßen. Sobald Mama etwas für sich tut, meldet es sich und dann kann ich die Zeit eben auch nicht genießen. Klar kommt eine erholte Mama auch dem Kind zugute, aber Erholung tritt nur ein, wenn der Kopf sich ausschaltet und man nicht den ganzen Tag grübelt und traurig ist. Ein schwieriges Dilemma. Ich hatte gehofft, dass das einfacher wird.


Was mich betrifft, so merke ich, dass ich zwar im Großen und Ganzen gelassener, geduldiger und ausgeglichener bin, allerdings in Gesprächen oder Gesprächskreisen sehr viele Emotionen hochkommen und schon Stichworte wie Selbstfürsorge genügen, um mir das Wasser in die Augen zu treiben. Es sind sehr viele unbearbeitete, unterdrückte Themen da, die nur angetippt werden, und ich hoffe, dass es demnächst noch ein wenig in die Tiefe geht. Denn was mir immer stärker bewusst wird, ist, dass ich etwas in meinem Leben ändern müsste, aber das gar nicht möglich ist, ohne entweder jemanden anderen oder mich selbst zu schädigen. Und dass viele Dinge im Rahmen der Möglichkeiten schon optimiert sind, der Rest jedoch einfach nicht änderbar ist. Im Prinzip habe ich alles, was ich hier erfahre, schon hunderte Male durchdacht und gedanklich gewälzt.

Weiterhin merke ich immer deutlicher, dass ich einfach nur allein sein und meine Ruhe haben will. Weder möchte ich am Tisch mit anderen Leuten zusammen essen und das gleiche Theater haben wie zuhause noch möchte ich die Intensität und Exklusivität im Zusammensein mit dem Großen dadurch aufweichen, indem ich mit anderen Mamas und deren Kindern Ausflüge etc. mache. Wir sind eine nette Gruppe und einige haben sich gleich von Anfang an zusammen getan, aber ich will das nicht, mir ist das schon zuhause zuviel und ich genieße es gerade hier so, dass ich Ruhe allein oder zu zweit habe. Das war ja auch eines meiner wichtigsten Ziele für die Kur, nicht nur für mich, sondern auch für den Großen, der oft ebenfalls unter dem häuslichen Trubel, den Geschwisterkonflikten und fehlenden Rückzugsmöglichkeiten leidet. Es scheint aber so, als würde er doch auch mittlerweile andere Kinder vermissen. Nun waren blöderweise seine beiden Freunde seit 3 Tagen in Quarantäne und das merkt man ihm an. Wäre das nicht passiert, würde er vielleicht heute nicht so traurig und ablehnend sein, wie er ist. Dadurch, dass ich die Einsamkeit suche, hat er eben auch nicht so die Chance, andere Freunde zu finden. Deshalb war ich heute Abend bewusst mit ihm im Tobe- und Spielraum (was ich nicht mag) und er hat es sichtlich genossen, mit ein paar anderen Kindern zu spielen. Danach ging es ihm besser, was mir wiederum auch sehr gut tat.

Insgesamt kommen wir gut miteinander klar, bis auf immer wiederkehrende Dinge, die auch zuhause ein Problem sind (Anziehen...). Er hat viel weniger Frust auszuhalten als zuhause, der durch die Schwester und auch den Papa entsteht, wie er mehrfach sagte. Die Kämpfe und Scharmützel fallen vollständig weg und das tut ihm gut und mir genauso. Die ständigen Ausraster oder Boykotte wie in letzter Zeit zuhause fehlen weitestgehend. Daran sieht man, wie ihn die häusliche Situation doch unter Stress setzt bzw. diesen noch verstärkt. Ich finde es schön, ihn so ruhig zu erleben und weiß, dass er noch viel mehr solcher Zeiten zuhause brauchen würde.

Für mich kann ich auch sagen, dass ich den physischen Abstand zu meiner Kleinen sehr genieße. Sie ist ja ein sehr körperbetontes Kind und ich habe sie seit fast 4 Jahren täglich (und nachts) an mir "kleben". Außerdem darf viele Dinge immer noch nur ich machen und ich empfinde das manchmal als sehr einschränkend. Im Moment fühle ich mich deshalb so ein klitzekleines Bisschen wie der Mensch, der ich vor meinen Kindern war, auch wenn der Große bei mir ist, und das ist definitiv ein angenehmes Gefühl. Leider werde ich das zurück im Alltag wohl nicht bewahren können.

Nun bin ich erstmal auf den Besuch des Restes der Familie am Wochenende gespannt und welche Dynamik dadurch entsteht. Für uns liegen noch zwei weitere Wochen Kur vor uns und ich freue mich darauf. Und hoffe inständig, dass der Große wieder etwas bereitwilliger in die Betreuung geht. Denn damit steht und fällt alles.

Dienstag, 21. März 2017

Zur Mutter-Kind-Kur mit dem Großen: Die Planung

Im letzten Beitrag habe ich über die Vorgeschichte der Mutter-Kind-Kur, die ich mit dem Großen allein bald antreten werde, erzählt. Nun möchte ich ein wenig unsere Planungen beschreiben, denn ich wäre nicht ich, wenn ich einfach abfahren und mir keinerlei Gedanken über uns Wegfahrende und die Zuhause-Bleibenden machen würde. Planungen geben mir Sicherheit und Struktur und sind sehr wichtig für uns, weil wir keinerlei Notfall-Auffangnetz haben. Außerdem wollte ich weder der Kleinen noch mir zumuten, volle 3 Wochen ohne einander zu verbringen. Ich glaube, das schafft sie noch nicht. Dazu kommt, dass der Mann nicht die Kleine täglich in die Kita bringen und abholen kann, ohne immense Minusstunden zu sammeln, die dann wieder auf meine Kosten abgetragen werden müssen. Deshalb habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, wie die lange Zeit strukturiert, organisatorisch geschafft und abwechslungsreich gestaltet werden kann.

Die Zuhause-Bleibenden

Am ersten Wochenende ohne uns werden meine Eltern sonntags zu Besuch kommen und ausnahmsweise auch bei uns wohnen, was sie sonst nicht tun, weil wir einfach nicht genügend Platz haben. So kann sich die Kleine gut an sie gewöhnen, hat ein bisschen Abwechslung und der Mann wiederum Entlastung. Am Sonntag sollen sie möglichst auch etwas mit ihr allein unternehmen, so dass sich der Mann etwas ausruhen kann. An den nächsten 2 oder 3 Tagen werden sie die Kleine aus der Kita abholen und nachmittags betreuen, bis der Papa von der Arbeit kommt. Da müssen sie mit ihr auch zu ihrem Kindertanzkurs gehen, der dienstags stattfindet. Ich hoffe sehr, dass das funktioniert, denn sie hat die beiden Male, in denen die Großeltern sie bisher (allein, ohne den Großen) abholten, ganz schlimm geweint und wollte nicht mitgehen. Hoffentlich werden sie auch mal was einkaufen, kochen und ein bisschen saubermachen. Auch nach ihrer Abreise werden sie sich die ganze Zeit der Kur über bereit halten, falls es einen Notfall geben sollte. Das müssen sie auch, denn jemand anderen gibt es dafür nicht. Ich habe unseren Kurtermin extra in eine Zeit gelegt, in der sie keine Termine, Urlaube o.ä. geplant hatten, damit sie zum Einspringen zur Verfügung stehen.

Theoretisch würde auch noch eine Kita-Übernachtung für die Kleine an diesem ersten Wochenende stattfinden, aber da weiß sie bis jetzt noch nicht, ob sie teilnehmen möchte.

Am zweiten Wochenende kommen uns der Mann und die Kleine besuchen. Sie haben eine schöne Ferienwohnung ganz in der Nähe der Kurklinik gebucht und bleiben 4 Tage, in denen wir die Insel Usedom, die wir alle noch nicht kennen, entdecken wollen. Da der Große und ich ohne Auto vor Ort sein werden, ist das eine schöne Gelegenheit, dann mal etwas weitere Strecken zu fahren. Es wird sich herausstellen, ob es eine gute Idee war, wenn die Kleine mich wiedersieht und dann erneut von mir getrennt wird. Sicherlich wird das nicht einfach sein. Aber die Alternative, sie 3 Wochen gar nicht zu sehen, würde ich nicht schaffen und für sie wäre das auch nicht gut. Sie hängt sehr an mir und wird mich arg vermissen. Also gibt es ein Wiedersehen genau in der Mitte der Kur, ein paar gemeinsame Urlaubstage und eine erneute Trennung. Der Mann hat sich die gesamte Woche Urlaub genommen, kann also nach der Rückkehr der beiden nach Berlin noch 2 Tage entspannen, wenn die Kleine wieder in die Kita geht, und sie so auch besser auffangen, sollte sie arg leiden.

Bildquelle: Pixabay

Das dritte Wochenende wird er allein mit ihr sein, da können sie sich dann hoffentlich schon im Garten aufhalten, alles österlich dekorieren und die letzten Tage Exklusivzeit genießen. Am darauffolgenden Mittwoch kommen wir wieder. Am Donnerstag habe ich Urlaub genommen, der Große soll aber wieder in die Kita gehen, allerdings nur diesen einen Tag, denn danach ist schon das Osterwochenende. Und das werden wir dann auch brauchen, um uns alle wieder aneinander zu gewöhnen;-)

An zwei einzelnen Tagen wird die Kleine von einer befreundeten Mama aus der Kita mitgenommen und der Papa holt sie später dort ab. Wenn alles wie geplant klappt, hat der Mann lediglich 4 Tage in diesen 3 Wochen, an denen er durch das Bringen und Abholen der Kleinen Minusstunden machen muss. Alle anderen Tagen werden durch freie Tage, Urlaub oder andere Abholer abgedeckt. Das finde ich sehr beruhigend. Nun kann natürlich noch das eine oder andere dazwischen kommen, damit muss man rechnen. Aber ich finde die Planung erstmal relativ wasserdicht und vor allem abwechslungsreich, so dass sich die 3 Wochen, bis wir wiederkommen, hoffentlich nicht zäh wie Kaugummi ziehen werden. Sie haben den Vorteil, in ihrer gewohnten Umgebung zu sein, allerdings muss neben Arbeit und Betreuung der Kleinen der gesamte Haushalt allein vom Mann am Laufen gehalten werden. Da habe ich es einfacher, muss ich mich doch auf der Kur um nichts außer der Wäsche kümmern. Andererseits muss man zugute halten, dass bei nur 2 Personen ja deutlich weniger Dreck, Wäsche und Einkauf anfällt als zu viert.

Der Große und ich

Wir beide werden mit der Bahn nach Usedom fahren und demzufolge nicht mehr als zwei Koffer mitnehmen können. Natürlich müssen da genügend Beschäftigungsmöglichkeiten für den Großen dabei sein. Größeres Spielzeug können wir uns vor Ort ausleihen, einen Ball und Buddelzeug werde ich vielleicht kaufen. Eventuell können wir uns auch Fahrräder ausleihen, mal sehen. Im Ort gibt es mehrere Spielplätze, der Strand ist 5 Minuten entfernt und Karl's Erdbeerhof existiert seit einem Jahr im Nachbarort.

Wir werden sicherlich ein paar Tage brauchen, um alles zu erkunden und uns einzuleben. Der Große muss allerdings von Anfang an in die Kinderbetreuung gehen, denn eine Eingewöhnung ist in Kurkliniken nicht vorgesehen. Ich kann nur hoffen, dass das problemlos funktioniert. Ich selbst möchte neben den obligatorischen Anwendungen und Terminen vor allem viel Zeit allein verbringen, lesen, spazieren und einfach die Seele baumeln lassen. Ich möchte versuchen, den ständigen Druck des Funktionieren-Müssens mal etwas abzuschütteln. Gleichzeitig freue ich mich auf die Zeit mit meinem Großen, die wir intensiv und ungestört zusammen verbringen können. Ich möchte mit ihm auch ein paar Ausflüge machen, aber vor allem die nähere Umgebung gemeinsam erkunden. Da ich kein Auto vor Ort haben werde, sind wir auf die UBB (Usedomer Bäderbahn) und den Nahverkehr angewiesen.

Ich möchte explizit auch mal raus aus dem Familienhamsterrad. 6 lange Jahre war und bin ich nun für erst ein Kind, dann zwei Kinder dagewesen und werde dies natürlich auch weiterhin sein. Aber eine kleine Pause, eine kleine Veränderung tut jedem mal gut. Meine Kinder mögen gern Exklusivzeiten mit einem Elternteil und ich selbst mag es gern, mich auf ein Kind zu konzentrieren. Es ist für mich sehr anstrengend, mich ständig zerteilen zu müssen, Bedürfnisse abzuwägen und Konflikte zu schlichten. Von all dem gibt es erstmal eine Pause. Ich freue mich auch darauf, nach 4 Jahren mal wieder allein schlafen zu können, denn obwohl ich das starke Bedürfnis der Kleinen nach körperlicher Nähe auch des Nachts erfülle und seit ihrer Geburt mit ihr zusammen schlafe, bin ich doch von Natur aus eher eine Individualistin und würde lieber gern allein schlafen. Ich brauche das wiedermal. Der Große schläft eigentlich problemlos allein und obwohl wir wenig Platz haben werden, so bin ich doch dadurch mehr für mich als zuhause. Und wenn der Große (hoffentlich!) zuverlässig in die Kinderbetreuung geht, werde ich (hoffentlich!) auch tagsüber etwas Zeit für mich haben, um aus der Anspannung der letzten 6 Jahre mal grundlegend herunterzufahren.

Die Kleine wird mich vermissen und ich sie auch. Das tut sicherlich weh, gehört aber dazu, wenn einer verreist. Ich war in den letzten 6 Jahren nie allein weg, sie war nie lange ohne mich und es wird definitiv eine ungewohnte Situation für alle. Aber wir werden daraus lernen und neue Wege finden, und jedes Elternteil wird mit "seinem" Kind stärker zusammenwachsen. Ich bin gespannt! Morgen geht es los.

Je nach WLAN-Qualität werde ich auch zwischendurch von mir hören lassen, und danach gibt es natürlich einen ausführlichen Bericht. Bis bald, ihr Lieben!

Freitag, 17. Februar 2017

Eine Spielplatzbegebenheit und die Frage der richtigen Reaktion

Seit Tagen grübele ich über eine Begebenheit auf dem Spielplatz nach und über der Frage, ob und wie ich (richtig) darauf hätte reagieren können/ müssen. Gestern las ich dann den Text der Grummelmama "Kinder müssen Grenzen erkennen: die anderer Menschen" und er passte so gut auf die begrübelte Situation, dass ich mir klarer darüber wurde, falsch (nämlich nicht) reagiert zu haben. Daraufhin sprach ich mit meinem Großen darüber, der betroffen gewesen war, sagte ihm, dass ich einen Fehler gemacht hatte, indem ich nicht reagiert hatte, und versprach ihm, mich beim nächsten Mal anders zu verhalten. Er wirkte sichtlich erleichtert. Ganz sicher bin ich mir aber immer noch nicht, was nun richtig gewesen wäre.

Wir waren gerade auf dem Spielplatz angekommen, als ein gleichaltriger Freund des Großen (knapp 6) mit Papa und Schwester kam. Der Freund schlich miesepetrig herum und der Papa warnte uns schon, dass er schlechte Laune habe und "bockig" sei. Er brachte also eine Hypothek mit, die nichts mit uns zu tun hatte. Mein Großer versuchte vorsichtig, Kontakt zu ihm aufzunehmen. Dabei trat der Freund ihn grundlos, ohne Vorwarnung und heftig vor's Schienbein. Er hat sich wahrscheinlich bedrängt gefühlt. Der Große kam verwirrt zu uns und ich sagte lediglich zu ihm: "Hat ... Dich getreten? Der hat schlechte Laune, am besten, wir lassen ihn erstmal in Ruhe." Mehr nicht. Der Papa sagte auch nichts, weder zu seinem Sohn noch zu meinem Großen. Nur zu mir, dass das jetzt öfter ein Problem wäre und sein Sohn auch zu den Eltern körperlich aggressiv sei. Wir beließen es dabei, der Freund kriegte sich wieder ein, die Kinder näherten sich wieder etwas an und spielten noch miteinander. Ich aber hatte den ganzen Nachmittag/ Abend und am nächsten Tag ein komisches Gefühl, spürte eigentlich, dass meine Reaktion nicht zufriedenstellend war, wusste aber auch nicht genau, wie ich besser und angemessener hätte reagieren können.

 Bildquelle: Pixabay

Einerseits will ich definitiv nicht, dass mein Sohn einfach grundlos getreten wird und ich sollte einschreiten. Andererseits hätte ja der anwesende Papa reagieren müssen. Und zum Dritten war mein eigener Sohn beim letzten Besuch des Freundes zwar nicht körperlich aggressiv ihm gegenüber gewesen, hatte ihn aber komplett ignoriert und geschnitten. Das war auch überhaupt nicht in Ordnung gewesen, und ich habe ihm das hinterher deutlich gesagt. Dazu kamen Gedanken wie, dass die Kinder das unter sich regeln müssten und man ein Kind, was in einer schlechten Laune und Aggression feststeckte, nicht noch durch Zurechtweisen weiter reizen sollte. Es waren also vielerlei Impulse, die dazu führten, dass ich nicht reagierte bzw. nur so, wie oben geschildert. Aber richtig fühlte sich das nicht an. Ich hatte mit dem, was ich zu meinem Großen sagte, Verständnis für die Miesepetrigkeit des Freundes gezeigt, ohne ihm oder jenem zu sagen, dass körperliche Aggression nicht tolerierbar ist. Was macht man in solchen Fällen? Den anwesenden Papa, der den Hergang auch gesehen hatte, um Reaktion bitten? Ich wusste, dass der Papa des Freundes ein weniger großes Problem mit körperlichen Aggressionen hat als ich und eine in seinen Augen "übertriebene" Reaktion meinerseits nicht verstehen wird. Oder selbst das fremde Kind unter den Augen des Papas zurechtweisen? Aber hätte ich das gut gefunden, wenn der Papa des Freundes meinen Großen beim letzten Besuch zurechtgewiesen hätte, als er wirklich unhöflich zu seinem Freund war? Hätte ich das selbst in der Situation deutlicher tun müssen und nicht erst danach? Hat der Papa das vielleicht damals genauso von mir erwartet wie ich nun von ihm?

Es ist wirklich schwer, in solchen Situationen schnell alle Aspekte abzuwägen, um angemessen reagieren zu können. Ich hatte nach diesem Spielplatzereignis ein schlechtes Gefühl und der Text der Grummelmama hat mich darin bestärkt, beim nächsten Mal anders zu reagieren. Allerdings habe ich auch schon erlebt, wie schnell man als überbesorgte Mama abgestempelt wird (siehe dieser Text). Das schlimmste Gefühl ist jedoch, das eigene Kind im Stich zu lassen. Das war zum Glück diesmal nicht so stark, weil der Große es relativ gut weggesteckt hatte (was ungewöhnlich für ihn ist). Ich greife eigentlich immer recht schnell ein, wenn ich ein Missverhältnis oder Gewalt sehe, zumal meine Kinder sehr zurückhaltend und eher passiv sind. Außerdem möchte ich ihnen natürlich zeigen und vorleben, dass bestimmte Dinge nicht tolerierbar sind. Vor nun schon fast 2 Jahren hatten wir mal den Fall der Störenfriede in der Kita, die meinen Großen und andere Kinder ärgerten und wo ich deutlich eingriff. Bei der geschilderten Spielplatz-Begebenheit konnte ich das irgendwie nicht, da es um seinen Freund ging, der gerade mit sich zu kämpfen hatte, was natürlich keine Entschuldigung für das Treten ist. Der Ärger auf meinen Sohn beim letzten Treffen mit seinem Freund, als er diesen komplett ignorierte, trug dazu bei, dass ich den Großen nicht deutlicher in Schutz nahm. Bei einem fremden Kind wäre meine Reaktion mit Sicherheit anders ausgefallen. Es sind also immer sehr viele verschiedene Aspekte, die in solche Situationen hineinspielen, und ich finde es wahnsinnig schwierig, schnell den richtigen Weg zu finden. Das habe ich am nächsten Tag mit dem Großen nochmal geklärt und ihm versprochen, in solch einem Fall anders zu reagieren. Ganz genau wie, weiß ich aber immer noch nicht.

Was würdet ihr machen, wie löst ihr solche Situationen? Verhaltet ihr euch gegenüber befreundeten Kindern anders als gegenüber fremden? Bekommt ihr Verständnis für eure Reaktionen oder eher ein Kopfschütteln?

Sonntag, 1. Januar 2017

Unser Wochenende in Bildern 31.12.2016/ 01.01.2017

Ein Wochenende in Bildern über einen Jahreswechsel ist eine spannende Sache, zumal der Silvestertag auch der letzte Tag unseres Kurzurlaubs war. Deshalb gibt es wiedermal ein paar Bilder von uns.

Nach dem Frühstück in der Ferienwohnung packten wir unsere Sachen und checkten aus. Wir hatten absichtlich nur bis zum 31.12. gebucht und wollten zu Silvester lieber zuhause in Berlin sein. Zwar ist es hier sehr laut, aber wenigstens vertraut. In fremden Umgebungen weiß man ja nie, wie laut und unmittelbar die Böllerei stattfindet und das ist uns mit den Kindern zu riskant.

Da das Wetter wie am Vortag schon traumhaft war, gingen wir noch ein wenig am See spazieren. Die Umgebung ist wunderschön und wir waren nun mittlerweile schon zu allen Jahreszeiten dort im Urlaub. Zu Weihnachten vor 2 Jahren lag ein paar Tage lang unheimlich viel Schnee und wir rodelten an dieser Stelle.


Die Kinder kraxelten auf den Geräten am Wegesrand, die Eltern genossen die Ruhe und die Sonne, und die Stimmung war für einen Silvestertag, an dem ich eigentlich immer schlechte Laune habe, weil ich ihn nicht leiden kann, erstaunlich gut.


Weil es so schön war, beschloss ich, mit dem Großen zu einer nahegelegenen Kirchenruine zu laufen, während der Mann mit der Kleinen zurück zum Auto ging und mit diesem dorthin kommen wollte. Diese ca. 20 Minuten mit dem Großen allein war mein schönster Eltern-Kind-Moment in den letzten Wochen. Wir erzählten auf dem Spaziergang über Entdeckungen, Reisen und tolle Erlebnisse, z.B. darüber, auf welchen Vulkanen ich schon stand. Ich merkte wieder einmal, was alles man mit ihm schon machen könnte, wenn man nicht immer Rücksicht auf die kleine Maus nehmen müsste. Hach, das war echt schön! Und als wir zufällig um Punkt 12 Uhr bei der Kirchenruine ankamen und unerwarteterweise die Glocken läuteten, war die Stimmung perfekt.


Wir erkundeten die Ruine und erzählten noch ein wenig über die Geschichte der Region. Das Bauwerk war wirklich beeindruckend und der Große war sehr interessiert. Da geht mir das Herz auf und ich spüre immer ganz intensiv, wie meine jahrelang vernachlässigten Interessen Nahrung bekommen.



Dann fuhren wir Mittagessen und anschließend direkt nach Hause. Im Auto schliefen gottseidank beide Kinder ein. Wir kamen supergut durch.


Nach dem Ankommen tobten wir noch kurz im Garten, jeder packte seine Sachen aus und nach dem Abendbrot machten wir eine kleine Wunderkerzen-Party auf dem Balkon. Da es schon ziemlich laut war, hatten die Kinder vorsorglich ihren Peltor Kids Gehörschutz* auf.


Der Kleinen war das alles nicht geheuer und dann gingen sie etwas später als sonst, aber zu einer "normalen" Uhrzeit ins Bett. Die Nacht war okay, der Große schlief durch, die Kleine wachte ab und zu auf, schlief aber schnell wieder ein und alle waren am Neujahrsmorgen gut drauf. Nichts ist schlimmer, als ein Tag mit übermüdeten, nöligen Kindern.

Am Sonntag machten wir nach dem Frühstück ein wenig Kleinkram, wie ein Freundebuch für die Kita auszufüllen.


Am Nachmittag waren wir spontan bei Freunden eingeladen und verbrachten ein paar schöne Stunden dort. Die Kinder inspizierten die Weihnachtsgeschenke des Freunde-Kindes und wir quatschten über unsere Weihnachtstage. Zum Schluss trugen sie sich noch ins Telefonbuch ein...


und wir warfen einen letzten Blick auf die tolle Aussicht vom Balkon unserer Freunde.


Ab morgen muss der Mann wieder arbeiten und ich bin mit den Kindern noch zwei Tage zuhause, bis die Kita wieder öffnet. Der Alltag geht also langsam wieder los.

Mehr Wochenenden in Bildern (#wib) gibt es wie immer bei Geborgen Wachsen.

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