Die Kleine, die sehr lange Zeit ohne mich nicht einschlief, geschweige denn die ganze Nacht ohne mich geschafft hätte, hat nun tatsächlich zum ersten Mal allein auswärts geschlafen. In unserer Kita werden mehrmals im Jahr Kita-Übernachtungen veranstaltet, die natürlich völlig freiwillig sind, aber von vielen Kindern geliebt werden. Ich selbst finde die Idee an sich schön, stehe aber einer sehr frühen Übernachtung eher skeptisch gegenüber und halte es eigentlich für überflüssig, so kleine Kinder nach der anstrengenden Kitawoche noch dem Stress einer Fremd-Übernachtung auszusetzen. Aber für viele Kinder ist das ein absolutes Highlight und auch die meisten Eltern sind begeistert.
Als die Kleine noch im kleinen Elementarbereich war, haben wir sie nie für eine Kita-Übernachtung eingetragen. Das war uns einfach noch zu früh und es hätte wahrscheinlich auch nicht funktioniert. Nun ist sie 4 1/2 Jahre alt, kann seit ca. einem Jahr ohne mich einschlafen und hat in diesem Jahr mehrfach, u.a. bei meiner Mutter-Kind-Kur, gezeigt, dass sie auch nachts ohne mich auskommt. Eine auswärtige Übernachtung hielt ich trotzdem lange für sehr heikel, denn sie benötigt viel Körperkontakt und hat am liebsten jemanden, der direkt neben ihr schläft. Sie hat auch noch nie bei den Großeltern übernachtet, was der Große ab 3 1/4 Jahre gemacht hat. Trotzdem wollten wir es nun zum ersten Mal mit einer Kita-Übernachtung probieren; einerseits wollte sie selbst gern und außerdem wird sie nächstes Jahr mit auf die Kitareise fahren, so dass man es schon vorher mal testen muss. Wäre es schwierig geworden, sind wir in 10 Minuten an der Kita und hätten sie abgeholt. Darauf haben wir uns auch eingestellt.
Der Große hat zweimal an Kita-Übernachtungen teilgenommen, die ihn so überfordert haben, dass er beide Male anschließend eine Woche krank war. Und er ist kein Kind, was oft krank wird, und selbst wenn, dann ist er meist nach 2 Tagen wieder fit. Das war für uns sehr ernüchternd und anstrengend, solch eine Quote hat für uns keinen Sinn gemacht. Hier könnt ihr über seine erste Kita-Übernachtung nachlesen und hier über die zweite. Da es bei den Kitafahrten und Großelternübernachtungen keine Probleme mit ihm gab, haben wir nach diesen Malen auf Kita-Übernachtungen für ihn verzichtet. Das hat er problemlos akzeptiert und wir sind mit dieser Entscheidung glücklich gewesen.
Nun sollte die Kleine es mal versuchen. Der Mann holte die Kinder am Freitag ab und brachte sie beizeiten nach Hause, damit die Kleine sich noch ein wenig ausruhen konnte. Ich hatte damit gerechnet, dass wir sie nicht wieder loseisen würden können, aber sie schnappte sich ihren Rucksack, sagte fröhlich, sie wolle jetzt losgehen und wurde vom Mann um 18 Uhr wieder in die Kita gebracht bzw. davor abgegeben. Und dann konnten wir nur abwarten.
Da das Motto der Übernachtung "Tiere" war, hatte sie ein Pandakostüm dabei, was ich mir von einer Freundin ausgeliehen hatte. Die Kinder aßen in der Kita Abendbrot, dann wurde ein Film geschaut und irgendwann scheinen alle geschlafen zu haben. Am nächsten Morgen wurde gefrühstückt und um 9:30 Uhr durften die Kinder wieder abgeholt werden. Es war sehr süß, wie alle fertig angezogen und mit stolzen Gesichtern die Treppe herunter kamen. Auch meine Kleine war sehr sehr stolz, dass sie es geschafft hatte, und ich muss sagen, dass sie mich damit ein bisschen überrascht hat. Also, ich habe schon geglaubt, dass sie es schaffen könnte, wusste aber nicht, ob sie wirklich wollte oder sich nicht doch lieber nach Hause sehnen würde. In ganz kleinen Schritten entwickelt sich das Thema "Schlafen ohne Mama" bei ihr weiter und manchmal muss man eben auch etwas probieren, um zu sehen, ob es schon funktioniert. Gut gemacht!
Am Samstag wirkte sie völlig normal, weder überdreht noch verwirrt. Sie erzählte auf Nachfrage einiges von der Übernachtung und wollte das unbedingt wiederholen. Nicht einmal besonders müde wirkte sie, das war beim Großen anders gewesen. Dennoch bestanden wir auf einem Mittagsschlaf, den sie eigentlich seit einem Jahr nicht mehr hält, und sie schlief auch anderthalb Stunden. Das hatte allerdings zur Folge, dass sie am Abend sehr lange brauchte, um einzuschlafen. Als sie endlich eingeschlafen war und ich mich rausschleichen wollte, wachte sie wieder auf. Das kommt sonst nie vor! Der Mann legte sich dann nochmal mit ihr hin, bis sie fest schlief. Doch auch dann wachte sie nach einer halben Stunde wieder auf, weinte und klammerte sehr, bis sie wieder eingeschlafen war. Ich denke schon, dass solche Herausforderungen ihr ziemlich viel abverlangen, auch wenn man ihr äußerlich nichts anmerkt. Ich weiß mittlerweile auch aus der Erfahrung mit dem Großen, dass es immer irgendwelche Nachwirkungen gibt. Je nachdem, wie groß diese ausfallen, wird man ein Experiment nochmal oder nicht mehr stattfinden lassen.
Ich bin sehr stolz auf sie und freue mich, dass sie die Kita-Übernachtung so gut gemeistert hat. Die nächste Herausforderung wird sein, sie mal bei den Großeltern schlafen zu lassen. Mal sehen, wann es dazu kommen wird. Schritt für Schritt geht der Abnabelungsprozess weiter, in ihrem Tempo, mit unserer Unterstützung, mit Herausforderung und Sicherheit. So wie sie es braucht.
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Sonntag, 26. November 2017
Freitag, 23. Juni 2017
Die dritte Kitareise des Großen im Juni 2017
Zum dritten und letzten Mal vor seiner Einschulung war der Große nun für 4,5 Tage auf Kitafahrt, und diesmal waren wir alle schon so erfahren und sicher, dass wir keine Bedenken hegten und wussten, dass alles klappen würde. Bei seiner ersten Kitafahrt war er 4 1/4 Jahre alt gewesen, also ungefähr so alt wie die Kleine jetzt, und ich hatte damals große Bauchschmerzen, sowohl vorher als auch während dieser Woche. Bei seiner zweiten Fahrt war er ein Jahr älter, und nun ist er 6 1/4. Ursprünglich hatten wir gehofft, dass die Kleine schon mitfahren würde, was ich super gefunden hätte, aber da sie erst im August in den großen Elementarbereich wechselt, wird ihre erste Kitafahrt erst nächstes Jahr sein, wenn der Bruder schon in der Schule ist. Der Große hatte zwar vorher ein Mal kurz gesagt, dass er nicht mitfahren wolle, weil sein bester Freund nicht mit dabei war, der im gleichen Zeitraum mit seinen Großeltern in den Urlaub geflogen ist. Aber mit Verweis auf seine anderen Freunde verflog das schnell wieder.
Am Montag 12. Juni 2017 verabschiedeten wir ihn morgens in der Kita, wo die Gruppe der teilnehmenden Kinder gegen 9 Uhr mit einem großen Bus losfuhr. Es ging wieder in das schon vertraute Ferienlager an einen See südöstlich von Berlin. Diesmal schlief der Große in einem Zimmer mit 8 Jungen zusammen, da will ich mir gar nicht vorstellen, was da manchmal los war. Sie machten wieder eine Waldwanderung, eine Kinderdisco, einen Kinoabend und eine Nachtwanderung. Den wärmsten Tag verbrachten sie komplett am und im See. Die Eltern hatten vorher wieder eine Karte abgegeben, die den Kindern in der Mitte der Woche vorgelesen wurde. Leider verschwand diese Karte diesmal, was noch nie vorkam. Auch gab es diesmal so gut wie gar keine Fotos und Informationen über die WhatsApp-Gruppe, was die Erzieher schon vorher angekündigt hatten, da es im letzten Jahr Beschwerden von Eltern gegeben hatte, weil einige Kinder oft und andere gar nicht zu sehen waren. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln...
Wir hatten eine ziemlich arbeitsintensive Woche, da wir in der Wohnung umräumten und der Kleinen ein eigenes Kinderzimmer einrichteten. So vergingen die Tage wie im Flug. Morgens waren die Kleine und ich allein, das war total entspannt und eine herrliche Abwechslung zum sonstigen Morgenterror, zu dem der Große nicht unwesentlich beiträgt. Auch nachmittags und abends war es erholsam mit nur einem Kind. Ich muss immer wieder sagen, ich mag es sehr gern und es bekommt mir besser, Ein-Kind-Mama zu sein, und es ist egal, mit welchem Kind ich zusammen bin, es ist immer deutlich entspannter in der 1:1-Situation. Das war auf der Mutter-Kind-Kur mit dem Großen so, und diesmal mit der Kleinen auch wieder.
Am Freitag gegen 12 Uhr holte der Mann den Großen wieder vom Bus ab. Er wirkte fröhlich und gut gelaunt und staunte zuhause über das neue Kinderzimmer der Kleinen. Als ich am Nachmittag nach Hause kam, begrüßte er mich kurz und holte dann mit dem Mann die Kleine von der Kita ab. Wie in den letzten Jahren erzählte er in den folgenden Tagen kaum etwas von sich aus, ich musste ihm alles aus der Nase ziehen. Aber er wirkte zufrieden und ausgeglichen und das freute mich sehr. Nach seiner ersten Kitafahrt war er ja sehr motzig wiedergekommen und musste viel kompensieren. Man sieht also deutlich, dass er eine gute Entwicklung gemacht hat. Allerdings kennt er seine Freunde und Erzieher nun schon viele Jahre, ist gut integriert und beliebt und fühlt sich sicher. Ich denke, seine erste Klassenfahrt in der Schule wird erstmal wieder schwieriger werden.
Am Samstag Vormittag haben der Große und die Kleine relativ lange und störungsfrei im neuen Kinderzimmer der Kleinen gespielt, zwar nicht wirklich zusammen, sondern nebeneinander, aber immerhin. Leider blieb es bisher bei diesem einen Mal und spätestens ab Sonntag war alles beim Alten, inkl. ständigen Streitereien, Ärger und Frust im Garten. In der neuen Woche wollte er noch weniger als sonst in die Kita gehen, was mich wunderte, denn wenn die Kitafahrt so schön war, müsste er doch gern seine Freunde und Erzieher wiedersehen wollen. Aber er meinte, es sei wie Urlaub gewesen und nach dem Urlaub geht er eben nicht gern wieder in die Kita (er verlässt generell nicht gern die Wohnung).
Ich muss sagen, dass ich diesmal wirklich tiefenentspannt und nicht so emotional beteiligt war wie die letzten beiden Male. Sorgen habe ich mir keine mehr gemacht, ich hatte nur Angst vor der Rückkehr und der erneuten konfliktreichen Geschwisterkonstellation, die einen sehr negativen Einfluss auf mein Wohlbefinden hat. Ich war sehr froh, dass er ausgeglichen wiederkam und es ihm gefallen hat. Während in anderen Kitas die Vorschulkinder erstmals auf Kitareise fahren, war es für ihn die dritte - und letzte - Kitafahrt. Nun, wo er und wir uns gerade sicher genug fühlen, endet es wieder. Als nächstes kommt dann eine Klassenfahrt. Hoffentlich erst, wenn er sich in der neuen Schulumgebung eingelebt hat.
Mit seiner Bezugserzieherin habe ich auch nochmal unter vier Augen gesprochen und sie bestätigte mir, dass der Große sich wohlgefühlt hat, fröhlich und ausgeglichen war und alles gut mitgemacht hat. Und keine seiner derzeitigen Vorschulpubertäts-Anwandlungen gezeigt hat, unter denen wir zuhause im Moment, z.B. in unserem Frühlingsurlaub, manchmal arg leiden. Nun geht es wirklich unaufhaltsam und mit großen Schritten auf die Schule zu. Und im nächsten Jahr wird die Kleine (hoffentlich) auf Kitafahrt gehen. Ich bin gespannt!
Am Montag 12. Juni 2017 verabschiedeten wir ihn morgens in der Kita, wo die Gruppe der teilnehmenden Kinder gegen 9 Uhr mit einem großen Bus losfuhr. Es ging wieder in das schon vertraute Ferienlager an einen See südöstlich von Berlin. Diesmal schlief der Große in einem Zimmer mit 8 Jungen zusammen, da will ich mir gar nicht vorstellen, was da manchmal los war. Sie machten wieder eine Waldwanderung, eine Kinderdisco, einen Kinoabend und eine Nachtwanderung. Den wärmsten Tag verbrachten sie komplett am und im See. Die Eltern hatten vorher wieder eine Karte abgegeben, die den Kindern in der Mitte der Woche vorgelesen wurde. Leider verschwand diese Karte diesmal, was noch nie vorkam. Auch gab es diesmal so gut wie gar keine Fotos und Informationen über die WhatsApp-Gruppe, was die Erzieher schon vorher angekündigt hatten, da es im letzten Jahr Beschwerden von Eltern gegeben hatte, weil einige Kinder oft und andere gar nicht zu sehen waren. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln...
Wir hatten eine ziemlich arbeitsintensive Woche, da wir in der Wohnung umräumten und der Kleinen ein eigenes Kinderzimmer einrichteten. So vergingen die Tage wie im Flug. Morgens waren die Kleine und ich allein, das war total entspannt und eine herrliche Abwechslung zum sonstigen Morgenterror, zu dem der Große nicht unwesentlich beiträgt. Auch nachmittags und abends war es erholsam mit nur einem Kind. Ich muss immer wieder sagen, ich mag es sehr gern und es bekommt mir besser, Ein-Kind-Mama zu sein, und es ist egal, mit welchem Kind ich zusammen bin, es ist immer deutlich entspannter in der 1:1-Situation. Das war auf der Mutter-Kind-Kur mit dem Großen so, und diesmal mit der Kleinen auch wieder.
Am Freitag gegen 12 Uhr holte der Mann den Großen wieder vom Bus ab. Er wirkte fröhlich und gut gelaunt und staunte zuhause über das neue Kinderzimmer der Kleinen. Als ich am Nachmittag nach Hause kam, begrüßte er mich kurz und holte dann mit dem Mann die Kleine von der Kita ab. Wie in den letzten Jahren erzählte er in den folgenden Tagen kaum etwas von sich aus, ich musste ihm alles aus der Nase ziehen. Aber er wirkte zufrieden und ausgeglichen und das freute mich sehr. Nach seiner ersten Kitafahrt war er ja sehr motzig wiedergekommen und musste viel kompensieren. Man sieht also deutlich, dass er eine gute Entwicklung gemacht hat. Allerdings kennt er seine Freunde und Erzieher nun schon viele Jahre, ist gut integriert und beliebt und fühlt sich sicher. Ich denke, seine erste Klassenfahrt in der Schule wird erstmal wieder schwieriger werden.
Am Samstag Vormittag haben der Große und die Kleine relativ lange und störungsfrei im neuen Kinderzimmer der Kleinen gespielt, zwar nicht wirklich zusammen, sondern nebeneinander, aber immerhin. Leider blieb es bisher bei diesem einen Mal und spätestens ab Sonntag war alles beim Alten, inkl. ständigen Streitereien, Ärger und Frust im Garten. In der neuen Woche wollte er noch weniger als sonst in die Kita gehen, was mich wunderte, denn wenn die Kitafahrt so schön war, müsste er doch gern seine Freunde und Erzieher wiedersehen wollen. Aber er meinte, es sei wie Urlaub gewesen und nach dem Urlaub geht er eben nicht gern wieder in die Kita (er verlässt generell nicht gern die Wohnung).
Ich muss sagen, dass ich diesmal wirklich tiefenentspannt und nicht so emotional beteiligt war wie die letzten beiden Male. Sorgen habe ich mir keine mehr gemacht, ich hatte nur Angst vor der Rückkehr und der erneuten konfliktreichen Geschwisterkonstellation, die einen sehr negativen Einfluss auf mein Wohlbefinden hat. Ich war sehr froh, dass er ausgeglichen wiederkam und es ihm gefallen hat. Während in anderen Kitas die Vorschulkinder erstmals auf Kitareise fahren, war es für ihn die dritte - und letzte - Kitafahrt. Nun, wo er und wir uns gerade sicher genug fühlen, endet es wieder. Als nächstes kommt dann eine Klassenfahrt. Hoffentlich erst, wenn er sich in der neuen Schulumgebung eingelebt hat.
Mit seiner Bezugserzieherin habe ich auch nochmal unter vier Augen gesprochen und sie bestätigte mir, dass der Große sich wohlgefühlt hat, fröhlich und ausgeglichen war und alles gut mitgemacht hat. Und keine seiner derzeitigen Vorschulpubertäts-Anwandlungen gezeigt hat, unter denen wir zuhause im Moment, z.B. in unserem Frühlingsurlaub, manchmal arg leiden. Nun geht es wirklich unaufhaltsam und mit großen Schritten auf die Schule zu. Und im nächsten Jahr wird die Kleine (hoffentlich) auf Kitafahrt gehen. Ich bin gespannt!
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Montag, 20. Juni 2016
Die zweite Kitareise des Großen im Juni 2016
Letzte Woche war der Große auf seiner zweiten Kitareise, wieder von Montag bis Freitag, wieder in dem gleichen Feriencamp am See wie letztes Jahr. Hier könnt ihr nachlesen, wie die erste Kitareise verlaufen ist und welche Gedanken und Gefühle ich in der Woche hegte. Nun war er ein Jahr älter, viel bewusster und wusste wenigstens zum Teil, was ihn erwartet. Ich habe in den Wochen vorher immer wieder versucht, ihm leichte Strategien mitzugeben, wie er sich aus zuviel Trubel zurückziehen kann, ihn gebrieft, sich an die Erzieher zu wenden, wenn ihn irgendwas bedrückt, schmerzt oder ärgert, und auch mit seiner Bezugserzieherin kurz die heiklen Punkte besprochen (z.B. dass er sich dort mittags unbedingt ausruhen soll). Zwar war er im Vergleich zu vielen seiner Kitafreunde sehr verhalten in der Vorfreude auf die Reise, aber wenigstens hat er nicht gesagt, dass er nicht mitfahren will.
Am Montag brachte mein Mann die Kinder wie üblich zu 8:15 Uhr in die Kita, die Koffer wurden abgestellt, die Kinder verabschiedet, und gegen 9 Uhr sollte dann schon der Bus mit den großen Kindern losfahren. Informationen und Fotos bekamen wir wie letztes Jahr von der Bezugserzieherin über die WhatsApp-Gruppe. Das Camp befindet sich ca. 1h von uns entfernt, die Kinder konnten also schon dort mittagessen. Am Nachmittag wurde sich ausgetobt und eingelebt.
Am Dienstag stand das Pferd im Mittelpunkt, eine Kutschfahrt war organisiert worden, bei der der Große auf Fotos vorn neben dem Kutscher saß, weil er der Größte in seiner Gruppe ist, und die Kinder durften auf Ponys reiten. Außerdem wanderten sie um den See und fielen erledigt in die Betten. Am Mittwoch regnete es leider und die Gruppe hielt sich drinnen auf, bastelte, spielte und studierte spielerisch ein Tanzstück ein. Die heimlich mitgegebenen Postkarten der Eltern an die Kinder wurden vorgelesen und sie waren ganz stolz. Die geplante Nachtwanderung musste leider ausfallen, aber es gab eine Kinderdisco. Am Donnerstag bekamen wir keine Informationen, das Wetter war aber warm und trocken und die Kinder waren vormittags im Wald und konnten nachmittags am See spielen.
Am Freitag regnete es in Strömen und die Kinder kamen gegen 11:30 Uhr mit dem Bus wieder an der Kita an. Mein Mann holte den Großen ab und schickte mir Fotos und Kurzberichte von einem zufrieden und ausgeglichen wirkenden Jungen auf die Arbeit. Das beruhigte mich ungemein, war er doch letztes Jahr direkt nach der Rückkehr und die folgenden Tage ziemlich nörgelig, angriffslustig und unausgeglichen gewesen. Er baute freudestrahlend sein Lego-Rückkehr-Geschenk zusammen und begrüßte mich dann mit sanften Augen, aber wie immer überhaupt nicht anschmiegsam, als ich von der Arbeit kam. Auch die Kleine wurde, als sie aus der Kita kam, zwar wahrgenommen, aber keiner inniglichen Begrüßung unterzogen. Naja, so ist er halt. Wenigstens gab es an dem Nachmittag und Abend keinen Geschwisterzoff, sondern es war relativ ruhig, zwar lebhafter als mit einem Kind, aber entspannt im Vergleich zu sonst.
Auch am Wochenende war der Große trotz Halsschmerzen extrem fröhlich, zufrieden, gut gelaunt und sehr verträglich. Am Samstag Vormittag spielten die Kinder allein bzw. zusammen sehr lange und vor allem - sehr ungewöhnlich - fast konfliktfrei. Das fühlte sich so an, wie es eigentlich immer sein sollte. Ich konnte viel im Haushalt machen und mein Mann war im Garten. Der Große half der Kleinen, sie kommunizierten viel und es gab nicht ein einziges Mal Geschrei. Das kennen wir sonst gar nicht! Am Samstag Abend gab es dann eine interessante und berührende Situation. Der Große weinte mehrfach ganz intensiv wegen einiger kleinerer Vorkommnisse und ließ sich von jedem Elternteil lange und ausführlich und sogar mit Körperkontakt trösten. Ich spürte sofort, dass das ein "Ersatzweinen" für die Anspannung auf der Kitafahrt war und raunte das meinem Mann zu, damit er wie ich einfach nur für ihn da ist. Ich glaube, das war seine Art, zu uns zurückzukommen, und war sehr erleichtert darüber, dass es diesmal nicht wie letztes Jahr in ein Motz- und Nörgelwochenende mündete.
Seit Samstagabend war die Kleine leider krank und hatte Fieber, so dass wir den Sonntag ruhig verbrachten. Ich selbst war auch etwas schlapp. Am Nachmittag fuhren der Große und ich mit den Rädern durch den Wald zu einem See, das war ein wunderbarer Ausflug mit einem großen, bewussten und ausgeglichenen Jungen. Heute ging es für ihn nun wieder in die Kita, die Kleine blieb krank mit mir zuhause, und am Nachmittag befragte ich beim Abholen seine Erzieherin. Sie meinte, es wäre alles super verlaufen, sie hat den Großen bewusst bei sich im Zimmer untergebracht, damit ich "mir keine Sorgen mache". Er hat alles wunderbar mitgemacht, war höflich, hilfsbereit, zuvorkommend, kooperativ und verantwortungsbewusst. Das kennen wir ja von ihm, da gab es noch nie Probleme, aber besonders schön ist eben, dass er danach - bei uns zuhause - auch verträglich und fröhlich war.
Die Woche der Kitafahrt verlief natürlich bei uns strukturell ähnlich wie sonst, wir arbeiteten und die Kleine wurde zu ihren üblichen Zeiten in die Kita gebracht und abgeholt. Wir tauschten zweimal das Bringen und Abholen, wobei ihr die Trennung in der Kita von mir sehr schwerfiel (sonst bringt mein Mann die Kinder). Ich hatte dadurch am Dienstag einen freien Nachmittag, wo ich mich mit Gliederschmerzen zuhause ausruhte, und am Donnerstag zwei freie Stunden bis zu meinem MRT-Termin. Am Mittwoch nahm ich ein anderes Kind aus der Gruppe der Kleinen mit auf den Spielplatz, was gut klappte. Insgesamt verlief die Woche also etwas anders als sonst, wenn auch der Ablauf der Gleiche blieb. So ist das eben, wenn nur eines der Kinder weg ist. Die Entlastung besteht dann nicht darin, dass man "frei" hat, sondern darin, dass es wesentlich ruhiger ist und man nicht ständig schlichten, vermitteln, eingreifen muss.
Tatsächlich ist der größte Unterschied zwischen einem und zwei Kindern für uns der nervliche Aspekt. Es ist nicht doppelt so anstrengend und nervenaufreibend mit zwei Kindern, sondern mindestens drei- oder vierfach. Die ständigen Geschwisterkämpfe sind einfach so zermürbend und der Lärm- und Frustpegel enorm hoch. Die Kleine hat in den 4 Tagen der Abwesenheit des Großen so selten geweint, dass es fast unwirklich war, wenn man ihr übliches, meist durch Verhalten des Großen ausgelöstes Frustrationsweinen kennt. Der Unterschied zu sonst ist wirklich krass und diese Tatsache bedrückt uns sehr. Wir sind ziemlich ratlos, was wir tun können, damit die beiden mal relativ konfliktfrei miteinander existieren und das Familienleben nicht so extrem belastet wird.
Mein Mann versuchte übrigens täglich, die Kleine abends ins Bett zu bringen, aber sie weigerte sich standhaft und so blieb es leider bei den zwei Erfolgen in unserem Frühlingsurlaub. Einmal war ich sogar wirklich außer Haus und er hatte sie den ganzen Nachmittag und Abend allein betreut. Trotzdem blieb sie lieber wach. Das ist sehr schade und verhagelte mir die erhoffte Chance, doch mal über Nacht wegzufahren. Nun sind wieder beide Kinder da und es ist sehr viel schwieriger.
Für uns war es sehr erleichternd, dass der Große sich auf der Kitafahrt scheinbar wohlgefühlt hat und so zufrieden zurückkam. Durch die Krankheit der Kleinen gab es bisher noch nicht die üblichen Geschwisterkämpfe. In einem Jahr werden voraussichtlich beide Kinder gleichzeitig auf Kitareise fahren. Ich bin gespannt!
Am Montag brachte mein Mann die Kinder wie üblich zu 8:15 Uhr in die Kita, die Koffer wurden abgestellt, die Kinder verabschiedet, und gegen 9 Uhr sollte dann schon der Bus mit den großen Kindern losfahren. Informationen und Fotos bekamen wir wie letztes Jahr von der Bezugserzieherin über die WhatsApp-Gruppe. Das Camp befindet sich ca. 1h von uns entfernt, die Kinder konnten also schon dort mittagessen. Am Nachmittag wurde sich ausgetobt und eingelebt.
Am Dienstag stand das Pferd im Mittelpunkt, eine Kutschfahrt war organisiert worden, bei der der Große auf Fotos vorn neben dem Kutscher saß, weil er der Größte in seiner Gruppe ist, und die Kinder durften auf Ponys reiten. Außerdem wanderten sie um den See und fielen erledigt in die Betten. Am Mittwoch regnete es leider und die Gruppe hielt sich drinnen auf, bastelte, spielte und studierte spielerisch ein Tanzstück ein. Die heimlich mitgegebenen Postkarten der Eltern an die Kinder wurden vorgelesen und sie waren ganz stolz. Die geplante Nachtwanderung musste leider ausfallen, aber es gab eine Kinderdisco. Am Donnerstag bekamen wir keine Informationen, das Wetter war aber warm und trocken und die Kinder waren vormittags im Wald und konnten nachmittags am See spielen.
Unsere Postkarte für den Großen
Am Freitag regnete es in Strömen und die Kinder kamen gegen 11:30 Uhr mit dem Bus wieder an der Kita an. Mein Mann holte den Großen ab und schickte mir Fotos und Kurzberichte von einem zufrieden und ausgeglichen wirkenden Jungen auf die Arbeit. Das beruhigte mich ungemein, war er doch letztes Jahr direkt nach der Rückkehr und die folgenden Tage ziemlich nörgelig, angriffslustig und unausgeglichen gewesen. Er baute freudestrahlend sein Lego-Rückkehr-Geschenk zusammen und begrüßte mich dann mit sanften Augen, aber wie immer überhaupt nicht anschmiegsam, als ich von der Arbeit kam. Auch die Kleine wurde, als sie aus der Kita kam, zwar wahrgenommen, aber keiner inniglichen Begrüßung unterzogen. Naja, so ist er halt. Wenigstens gab es an dem Nachmittag und Abend keinen Geschwisterzoff, sondern es war relativ ruhig, zwar lebhafter als mit einem Kind, aber entspannt im Vergleich zu sonst.
Auch am Wochenende war der Große trotz Halsschmerzen extrem fröhlich, zufrieden, gut gelaunt und sehr verträglich. Am Samstag Vormittag spielten die Kinder allein bzw. zusammen sehr lange und vor allem - sehr ungewöhnlich - fast konfliktfrei. Das fühlte sich so an, wie es eigentlich immer sein sollte. Ich konnte viel im Haushalt machen und mein Mann war im Garten. Der Große half der Kleinen, sie kommunizierten viel und es gab nicht ein einziges Mal Geschrei. Das kennen wir sonst gar nicht! Am Samstag Abend gab es dann eine interessante und berührende Situation. Der Große weinte mehrfach ganz intensiv wegen einiger kleinerer Vorkommnisse und ließ sich von jedem Elternteil lange und ausführlich und sogar mit Körperkontakt trösten. Ich spürte sofort, dass das ein "Ersatzweinen" für die Anspannung auf der Kitafahrt war und raunte das meinem Mann zu, damit er wie ich einfach nur für ihn da ist. Ich glaube, das war seine Art, zu uns zurückzukommen, und war sehr erleichtert darüber, dass es diesmal nicht wie letztes Jahr in ein Motz- und Nörgelwochenende mündete.
Seit Samstagabend war die Kleine leider krank und hatte Fieber, so dass wir den Sonntag ruhig verbrachten. Ich selbst war auch etwas schlapp. Am Nachmittag fuhren der Große und ich mit den Rädern durch den Wald zu einem See, das war ein wunderbarer Ausflug mit einem großen, bewussten und ausgeglichenen Jungen. Heute ging es für ihn nun wieder in die Kita, die Kleine blieb krank mit mir zuhause, und am Nachmittag befragte ich beim Abholen seine Erzieherin. Sie meinte, es wäre alles super verlaufen, sie hat den Großen bewusst bei sich im Zimmer untergebracht, damit ich "mir keine Sorgen mache". Er hat alles wunderbar mitgemacht, war höflich, hilfsbereit, zuvorkommend, kooperativ und verantwortungsbewusst. Das kennen wir ja von ihm, da gab es noch nie Probleme, aber besonders schön ist eben, dass er danach - bei uns zuhause - auch verträglich und fröhlich war.
Die Woche der Kitafahrt verlief natürlich bei uns strukturell ähnlich wie sonst, wir arbeiteten und die Kleine wurde zu ihren üblichen Zeiten in die Kita gebracht und abgeholt. Wir tauschten zweimal das Bringen und Abholen, wobei ihr die Trennung in der Kita von mir sehr schwerfiel (sonst bringt mein Mann die Kinder). Ich hatte dadurch am Dienstag einen freien Nachmittag, wo ich mich mit Gliederschmerzen zuhause ausruhte, und am Donnerstag zwei freie Stunden bis zu meinem MRT-Termin. Am Mittwoch nahm ich ein anderes Kind aus der Gruppe der Kleinen mit auf den Spielplatz, was gut klappte. Insgesamt verlief die Woche also etwas anders als sonst, wenn auch der Ablauf der Gleiche blieb. So ist das eben, wenn nur eines der Kinder weg ist. Die Entlastung besteht dann nicht darin, dass man "frei" hat, sondern darin, dass es wesentlich ruhiger ist und man nicht ständig schlichten, vermitteln, eingreifen muss.
Tatsächlich ist der größte Unterschied zwischen einem und zwei Kindern für uns der nervliche Aspekt. Es ist nicht doppelt so anstrengend und nervenaufreibend mit zwei Kindern, sondern mindestens drei- oder vierfach. Die ständigen Geschwisterkämpfe sind einfach so zermürbend und der Lärm- und Frustpegel enorm hoch. Die Kleine hat in den 4 Tagen der Abwesenheit des Großen so selten geweint, dass es fast unwirklich war, wenn man ihr übliches, meist durch Verhalten des Großen ausgelöstes Frustrationsweinen kennt. Der Unterschied zu sonst ist wirklich krass und diese Tatsache bedrückt uns sehr. Wir sind ziemlich ratlos, was wir tun können, damit die beiden mal relativ konfliktfrei miteinander existieren und das Familienleben nicht so extrem belastet wird.
Mein Mann versuchte übrigens täglich, die Kleine abends ins Bett zu bringen, aber sie weigerte sich standhaft und so blieb es leider bei den zwei Erfolgen in unserem Frühlingsurlaub. Einmal war ich sogar wirklich außer Haus und er hatte sie den ganzen Nachmittag und Abend allein betreut. Trotzdem blieb sie lieber wach. Das ist sehr schade und verhagelte mir die erhoffte Chance, doch mal über Nacht wegzufahren. Nun sind wieder beide Kinder da und es ist sehr viel schwieriger.
Für uns war es sehr erleichternd, dass der Große sich auf der Kitafahrt scheinbar wohlgefühlt hat und so zufrieden zurückkam. Durch die Krankheit der Kleinen gab es bisher noch nicht die üblichen Geschwisterkämpfe. In einem Jahr werden voraussichtlich beide Kinder gleichzeitig auf Kitareise fahren. Ich bin gespannt!
Dienstag, 29. Dezember 2015
Jahresrückblick 2015
In guter alter Fernsehtradition will ich mal unser Jahr 2015 Revue passieren lassen und für mich und für euch zusammenfassen, was sich ereignet hat. Insgesamt war es im Vergleich zu den vorherigen Jahren ein eher ruhiges Jahr mit wenigen Veränderungen. Beide Kinder waren in der Kita gesettelt, beide Eltern schon länger zurück auf ihren Arbeitsstellen und es gab keine großartigen Neuerungen. Besonders aufregend waren die erste Kitareise des Großen und besonders zermürbend der schreckliche Herbst mit unseren ständigen Krankheiten. Ich habe im Text die jeweiligen Beiträge verlinkt, so dass ihr noch einmal nachlesen könnt, was euch interessiert.
Im Januar waren wir heilfroh, dass wir die Weihnachtsschließzeit, die uns einige Nerven gekostet hatte, überstanden hatten. Außerdem ließ uns unsere Babysitterin im Stich, die Großeltern waren kurz zu Besuch und die Kinder hatten zum ersten Mal Läuse.
Im Februar hatte der Große seine erste Kita-Übernachtung und wurde danach sehr krank, so dass er den Fasching in der Kita verpasste. Danach hatte er seine U8, als deren Ergebnis wir später noch einmal zur Blutentnahme auftauchen mussten, was aber wider Erwarten sehr problemlos vonstatten ging.
Im März feierte der Große seinen 4. Geburtstag, bekam ein Fahrrad geschenkt, stieg auf und fuhr los. Das war unglaublich toll! Ich schrieb seinen Geburtsbericht, was ein sehr wichtiger Schritt zur Aufarbeitung dieses Traumas für mich war. Außerdem waren wir für ein paar Tage in unserem geliebten kleinen Ferienpark und machten unsere erste richtige Fahrradtour als Familie. Da wir mit dem Großen nie fahrradfahren konnten, weil er den Fahrradkindersitz hasste, war das tatsächlich ein großes und schönes Erlebnis für uns.
Danach, das war schon im April, war der Große noch 3 Tage bei den Großeltern und sie im Anschluss bei uns zu Besuch. Außerdem hatte die Kleine ihre U7, die bestens und so anders verlief als seinerzeit die U7 des Großen, bei der er die ganze Praxis zusammengeschrien hatte. In der Kita gab es leider die unschönen Vorfälle mit den beiden Störenfrieden, die aber gut geklärt worden sind.
Im Mai feierte die Kleine ihren 2. Geburtstag, bekam ihr erstes Laufrad und wir hatten einen schönen Tag in Karl's Erdbeerhof. Danach fuhren wir in der Kitaschließwoche wieder in "unseren" Ferienpark und der Große blieb danach noch 2 Tage bei den Großeltern. Das erste Entwicklungsgespräch über die Kleine fand statt, bei dem wir nachträglich erfuhren, dass sie sich doch schwerer mit der Eingewöhnung getan hatte, als wir mitbekommen hatten.
Im Juni fuhren mein Mann und der Große erstmals allein über Nacht weg und genossen Exklusivzeit. Danach folgte die für alle sehr aufregende allererste Kitareise des Großen, die wir mit sehr gemischten Emotionen durchlebten. Weiterhin wurde die Kleine überraschend und selbstbestimmt tagsüber trocken.
Im Juli gab es einen sehr emotionalen Tag für mich, nämlich, als die Kleine so alt war wie der Große damals, als sie geboren wurde. Das war unvorstellbar! Die Großeltern waren kurz zu Besuch. Ich besuchte mit ihr zum ersten Mal einen Musikgarten-Kurs, wir hatten ein Entwicklungsgespräch über den Großen und fuhren in unseren Ostseeurlaub, in dem wir leider Pech mit dem Wetter hatten, der aber trotzdem schön war und tatsächlich recht entspannt war.
Im August wechselten beide Kinder ihre Gruppen, die Kleine in den kleinen Elementarbereich und der Große in die obere Etage zu den "Großen". Kaum zurück in der Kita, bekamen beide Kinder die Hautkrankheit Eiterflechte und blieben eine Woche total fit und bei schönstem Wetter mit meinem Mann zuhause. Der Gruppenwechsel, verbunden mit der abrupten Abschaffung des Mittagsschlafs, hatte beim Großen eine komplette Überreizung hervorgerufen, so dass ich mit seiner Erzieherin ein klärendes Gespräch führen musste.
Im September bin ich als Scoyo-Blogliebling des Monats August ausgewählt worden, worüber ich mich sehr gefreut habe. Außerdem stillte sich die Kleine selbstbestimmt nach 28 Monaten Stillbeziehung ab. Die Folgen davon bekam ich in den nächsten Wochen zu spüren, brauchte aber lange, bis ich meinen desolaten Zustand damit in Verbindung brachte. Ich war Taufpatin bei einer befreundeten Familie. Ende des Monats fuhren wir wieder in "unseren" Ferienpark. Danach besuchte ich allein mit den Kindern die Großeltern und fuhr mit einem Fernbus zurück, was sehr heikel und aufregend für mich war, aber erfolgreich verlief.
Danach folgten im Oktober schreckliche krankheitsgeprägte Wochen, in denen die ganze Familie oft parallel krank war und wir alle auf dem Zahnfleisch gingen. Tatsächlich war das unser schlimmster Herbst seit Kitastart vor 3 1/2 Jahren. Mir selbst ging es hundeelend und ich kam gar nicht wieder auf die Beine. Endlich arbeitete ich im Blog den Verlust meines ersten Kindes auf. Wir besichtigten zwei potentielle freie Schulen für den Großen, der 2017 eingeschult wird, am Tag der offenen Tür.
Im November feierte ich meinen ersten Bloggeburtstag und wir fuhren in einen Kurzurlaub, der aber leider sehr unglücklich und enttäuschend verlaufen ist. Der Große nahm an seiner zweiten Kita-Übernachtung teil und wurde in deren Folge wieder krank. Es dauerte lange, bis er sich wieder regeneriert hatte.
Im Dezember waren die Großeltern zu Besuch und nahmen den Großen danach für 4 Tage mit zu sich nach Hause. Die Kleine war auf ihren allerersten Kindergeburtstag eingeladen. Am 1. Weihnachtsfeiertag fuhren wir für 3 Tage weg und so war Weihnachten insgesamt recht entspannt. Das war unser Jahr 2015.
Im neuen Jahr wird es keine geplanten großen Veränderungen geben. Der Große wird 5 und die Kleine 3 Jahre alt. Wir (ich) wollen unbedingt einen Flugurlaub versuchen. Aufregend wird sicherlich die Schulanmeldung des Großen im Herbst. Auf dem Blog wird es weiterhin ehrliche, emotionale Gedanken und Geschichten geben und es gibt noch einiges aufzuarbeiten. Ich freue mich darauf!
Im Januar waren wir heilfroh, dass wir die Weihnachtsschließzeit, die uns einige Nerven gekostet hatte, überstanden hatten. Außerdem ließ uns unsere Babysitterin im Stich, die Großeltern waren kurz zu Besuch und die Kinder hatten zum ersten Mal Läuse.
Im Februar hatte der Große seine erste Kita-Übernachtung und wurde danach sehr krank, so dass er den Fasching in der Kita verpasste. Danach hatte er seine U8, als deren Ergebnis wir später noch einmal zur Blutentnahme auftauchen mussten, was aber wider Erwarten sehr problemlos vonstatten ging.
Im März feierte der Große seinen 4. Geburtstag, bekam ein Fahrrad geschenkt, stieg auf und fuhr los. Das war unglaublich toll! Ich schrieb seinen Geburtsbericht, was ein sehr wichtiger Schritt zur Aufarbeitung dieses Traumas für mich war. Außerdem waren wir für ein paar Tage in unserem geliebten kleinen Ferienpark und machten unsere erste richtige Fahrradtour als Familie. Da wir mit dem Großen nie fahrradfahren konnten, weil er den Fahrradkindersitz hasste, war das tatsächlich ein großes und schönes Erlebnis für uns.
Danach, das war schon im April, war der Große noch 3 Tage bei den Großeltern und sie im Anschluss bei uns zu Besuch. Außerdem hatte die Kleine ihre U7, die bestens und so anders verlief als seinerzeit die U7 des Großen, bei der er die ganze Praxis zusammengeschrien hatte. In der Kita gab es leider die unschönen Vorfälle mit den beiden Störenfrieden, die aber gut geklärt worden sind.
Im Mai feierte die Kleine ihren 2. Geburtstag, bekam ihr erstes Laufrad und wir hatten einen schönen Tag in Karl's Erdbeerhof. Danach fuhren wir in der Kitaschließwoche wieder in "unseren" Ferienpark und der Große blieb danach noch 2 Tage bei den Großeltern. Das erste Entwicklungsgespräch über die Kleine fand statt, bei dem wir nachträglich erfuhren, dass sie sich doch schwerer mit der Eingewöhnung getan hatte, als wir mitbekommen hatten.
Im Juni fuhren mein Mann und der Große erstmals allein über Nacht weg und genossen Exklusivzeit. Danach folgte die für alle sehr aufregende allererste Kitareise des Großen, die wir mit sehr gemischten Emotionen durchlebten. Weiterhin wurde die Kleine überraschend und selbstbestimmt tagsüber trocken.
Im Juli gab es einen sehr emotionalen Tag für mich, nämlich, als die Kleine so alt war wie der Große damals, als sie geboren wurde. Das war unvorstellbar! Die Großeltern waren kurz zu Besuch. Ich besuchte mit ihr zum ersten Mal einen Musikgarten-Kurs, wir hatten ein Entwicklungsgespräch über den Großen und fuhren in unseren Ostseeurlaub, in dem wir leider Pech mit dem Wetter hatten, der aber trotzdem schön war und tatsächlich recht entspannt war.
Im August wechselten beide Kinder ihre Gruppen, die Kleine in den kleinen Elementarbereich und der Große in die obere Etage zu den "Großen". Kaum zurück in der Kita, bekamen beide Kinder die Hautkrankheit Eiterflechte und blieben eine Woche total fit und bei schönstem Wetter mit meinem Mann zuhause. Der Gruppenwechsel, verbunden mit der abrupten Abschaffung des Mittagsschlafs, hatte beim Großen eine komplette Überreizung hervorgerufen, so dass ich mit seiner Erzieherin ein klärendes Gespräch führen musste.
Im September bin ich als Scoyo-Blogliebling des Monats August ausgewählt worden, worüber ich mich sehr gefreut habe. Außerdem stillte sich die Kleine selbstbestimmt nach 28 Monaten Stillbeziehung ab. Die Folgen davon bekam ich in den nächsten Wochen zu spüren, brauchte aber lange, bis ich meinen desolaten Zustand damit in Verbindung brachte. Ich war Taufpatin bei einer befreundeten Familie. Ende des Monats fuhren wir wieder in "unseren" Ferienpark. Danach besuchte ich allein mit den Kindern die Großeltern und fuhr mit einem Fernbus zurück, was sehr heikel und aufregend für mich war, aber erfolgreich verlief.
Danach folgten im Oktober schreckliche krankheitsgeprägte Wochen, in denen die ganze Familie oft parallel krank war und wir alle auf dem Zahnfleisch gingen. Tatsächlich war das unser schlimmster Herbst seit Kitastart vor 3 1/2 Jahren. Mir selbst ging es hundeelend und ich kam gar nicht wieder auf die Beine. Endlich arbeitete ich im Blog den Verlust meines ersten Kindes auf. Wir besichtigten zwei potentielle freie Schulen für den Großen, der 2017 eingeschult wird, am Tag der offenen Tür.
Im November feierte ich meinen ersten Bloggeburtstag und wir fuhren in einen Kurzurlaub, der aber leider sehr unglücklich und enttäuschend verlaufen ist. Der Große nahm an seiner zweiten Kita-Übernachtung teil und wurde in deren Folge wieder krank. Es dauerte lange, bis er sich wieder regeneriert hatte.
Im Dezember waren die Großeltern zu Besuch und nahmen den Großen danach für 4 Tage mit zu sich nach Hause. Die Kleine war auf ihren allerersten Kindergeburtstag eingeladen. Am 1. Weihnachtsfeiertag fuhren wir für 3 Tage weg und so war Weihnachten insgesamt recht entspannt. Das war unser Jahr 2015.
Im neuen Jahr wird es keine geplanten großen Veränderungen geben. Der Große wird 5 und die Kleine 3 Jahre alt. Wir (ich) wollen unbedingt einen Flugurlaub versuchen. Aufregend wird sicherlich die Schulanmeldung des Großen im Herbst. Auf dem Blog wird es weiterhin ehrliche, emotionale Gedanken und Geschichten geben und es gibt noch einiges aufzuarbeiten. Ich freue mich darauf!
Samstag, 13. Juni 2015
Die erste Kitareise des Großen im Juni 2015
Hier bei uns ist es üblich, dass schon in der Kitazeit die erste mehrtägige Reise durchgeführt wird. Für den Großen war es nun, mit 4 1/4 Jahren, zum ersten Mal soweit und er fuhr mit seiner Gruppe und den älteren Kitakindern für 4 Tage in ein Feriendorf an einem See, ca. 1 Stunde von zuhause entfernt. Seit er etwas über 3 Jahre alt ist, übernachtet er ab und zu bei den Großeltern und hatte als Vorbereitung für die Reise schon im Februar eine Piratennacht in der Kita. Trotzdem, und dies sei gleich vorweggeschickt, halte ich persönlich es für eine zu lange Zeit. Von Montag bis Freitag unterwegs zu sein, in einer großen, wilden und lauten Gruppe, ohne Rückzugs- und Ruhemöglichkeiten ist nicht nur für einen 4-Jährigen eine enorme Anstrengung.
Aber der Reihe nach. Am Montag 8.6. brachten wir ihn ganz normal zu 8:15 Uhr in die Kita. Mit seinem großen Reisekoffer und kleinem Rucksack marschierte er stolz durch die Straßen. Uns war etwas mulmig. Das Packen war ein enormer Aufwand gewesen. Für jeden Tag musste ein separates Paket gepackt werden. Überall Namensaufkleber rauf, ich habe eine Bestandsliste geschrieben und alle Teile fotografiert, zur Sicherheit. Das Abgeben am Morgen war etwas turbulent, die Kinder klammerten alle und die Kleine war ziemlich durcheinander. Wir verabschiedeten uns vom Großen und mein Mann musste dann noch die schreiende Kleine übergeben. Gegen 9 Uhr fuhren die Kitareisenden mit Bussen ins eine Stunde entfernte Feriendorf. Über die WhatsApp-Gruppe informierten uns die Erzieher über die Erlebnisse und schickten viele Fotos. Am Nachmittag waren die Kinder dann schon am See.
Am zweiten Tag (Di 9.6.) machte die Gruppe eine Kutschfahrt, am dritten Tag (Mi 10.6.) eine Waldwanderung. Außerdem gab es "Post" von den Eltern, wir hatten alle eine beschriebene Karte mit Grüßen an unser Kind mitgegeben, die die Erzieher vorlasen. Am vierten Tag (Do 11.6.) bekamen wir gar keine Informationen oder Fotos. In dem Camp gibt es einen Kindertierpark, einen Reitplatz und einen Naturerlebnispark, es liegt direkt am See und Boote sind auch vorhanden. Es wird sicherlich nicht langweilig gewesen sein, allerdings weiß man ja, wie mühsam es manchmal ist, viele Stunden mit Kindern zu füllen, und es wird, denke ich, viel Wartezeit und Leerlauf dabeigewesen sein. Am Freitag 12.6. erfolgte nach dem Frühstück die Rückfahrt. Gegen 11 Uhr durften die Kinder vor der Kita in Empfang genommen werden. Mein Mann, der freitags frei hat, holte den Großen ab. Die beiden gönnten sich noch eine Leckerei in einem Cafe, gingen dann nach Hause, es gab ein Willkommensgeschenk und dann wurde Mittagsschlaf gemacht. Als ich von der Arbeit kam, holte ich die Kleine von der Kita ab und wir fuhren bis abends in unseren Garten.
Mein Mann hatte mir zwischendurch schon berichtet, dass der Große gleich wieder sein gewohntes Meckerverhalten gezeigt hatte und kaum etwas von seinen Erlebnissen preisgab. Der Nachmittag bestätigte das. Ich versuchte auf jede erdenkliche Weise, ein paar Eindrücke aus dem Großen hervorzulocken, aber er reagierte so gut wie gar nicht. Es wirkt immer, als wäre alles schon wieder komplett gelöscht. Wir kennen dieses Verhalten von ihm, aber es ist immer wieder betrüblich. Aus der WhatsApp-Gruppe kamen Nachrichten begeisterter Eltern, deren Kinder wie Wasserfälle plauderten und alles haarklein erzählten. Nicht so bei uns. Er verhielt sich, als wäre nichts gewesen, suchte zwar immer wieder Ruhe und Rückzug, war aber überhaupt nicht kuschelig, weich oder anschmiegsam, wie man es sich nach so einer Reise vielleicht wünschen würde.
In einigen Konfliktsituationen verhielt er sich genauso unnachgiebig, kompromisslos und schnell gekränkt wie üblich. Erstaunlich, wie rasant er von der extremen Anpassung der letzten Tage umschalten kann auf "Normalbetrieb". Gegen Abend hin gab er dann auch einige neu gelernte Ausdrücke zum Besten (die er hoffentlich schnell wieder vergisst), klagte über die Schmerzen seiner leider sonnenverbrannten Schulterpartie und war nicht nur uns, sondern dann auch der Kleinen gegenüber nicht auf Kuschelkurs. Zwar sind wir es so von ihm gewöhnt, aber das macht es nicht unbedingt leichter. Ein Kind, was uns weder an seinen schönen Erlebnissen teilhaben lässt noch sich wieder freudestrahlend und sehnsüchtig ins familiäre Nest integriert, verlangt schon eine große Portion elterliche Toleranz. Unsere Erwartungshaltung oder Hoffnung ist eben doch immer wieder eine andere, auch wenn wir es eigentlich besser wissen müssten.
Mein Fazit:
Wie hier und hier schon öfter beschrieben, war es für uns wieder eine traumhaft entspannte Ein-Kind-Zeit. Die morgendliche Routine funktionierte wesentlich reibungsloser und ruhiger mit der kooperativen Kleinen, die im Gegensatz zum Großen sich bereitwillig anzieht und zur Tür geht, wenn wir los müssen. Das Abholen war ebenfalls sehr harmonisch und die Nachmittage, die sonst immer vom Zerreißen zwischen den verschiedenen Bedürfnissen und Launen der Kinder geprägt sind, verliefen absolut einvernehmlich und fröhlich. Einen Nachmittag zelebrierte mein Mann einen Papa-Tochter-Nachmittag und ich konnte zu einer sonst utopischen Uhrzeit auf dem Balkon sitzen und schreiben. Das war herrlich! Auch die Abende verliefen ruhig und lustig. Man merkte, wie die Kleine es genoss, dass sich alle mal auf sie konzentrierten, muss sie doch sonst oft hinter dem fordernden Großen zurückstecken. Und wir wiederum merkten, wieviel in ihr steckt und was für ein tolles Wesen sie hat. Besonders für meinen Mann war das wieder eine schöne Erkenntnis, da er sie sonst zumeist eher mit Kreischerei und Zickerei in Verbindung bringt, obwohl ich ihm immer wieder sage, dass das überwiegend aus dem Zusammentreffen mit dem Großen entsteht. Die Abwesenheit des zweiten Kindes wirkt sich auch sofort auf das Nervenkostüm und die körperliche Verfassung aus. Der ständige fiese Magendruck, mit dem ich sonst zu kämpfen habe, glänzte in diesen Tagen durch Abwesenheit. Ich beschreibe es immer wie ein permanent überspanntes Seil, was auf einmal gelockert wird. Das ganze Leben ist gleich soviel lockerer, leichter und lustiger. Da die Kleine ja noch nicht alleine verreist, werden wir noch lange Zeit nicht wissen, ob das aus dem Fehlen des Großen mit seinem anstrengenden Charakter resultiert oder generell aus der Abwesenheit eines Kindes.
Emotional war es anfangs schwierig für mich. Jedes Foto, jede Nachricht bescherten mir einen Kloß im Hals und ein Tränchen im Auge. Nach 2 Nächten hätte der Große von mir aus zurückkehren können und ich halte die 4 Tage wirklich für viel zu lang. Es ist schon ein Unterschied, ob man das Kind bei den Großeltern betreut weiß, mit Exklusivbetreuung und -versorgung und zwar anderen, aber wenigstens individuell auf das Kind ausgerichteten Maßstäben. Wenn er bei den Großeltern ist, mache ich mir fast keine Sorgen und vermisse ihn eigentlich auch nicht. Bei so einer Reise allerdings, mit dem Gruppenzwang, den fehlenden Rückzugsmöglichkeiten, der ständigen Anpassung und Unterdrückung emotionaler Belange, mache ich mir deutlich mehr Gedanken um ihn und habe mich oft gefragt, wie er bestimmte Momente bewältigt. Ich spüre dann viel mehr, dass ich ihn dort nicht beschützen und auffangen kann, wie ich es zuhause immer mache. Das bereitete mir anfangs große Schwierigkeiten und ich war die ersten Tage richtig traurig. Nach und nach wurde es etwas besser.
Es entstand für mich erstmals ein deutlicher Zwiespalt zwischen dem eigenen Wohlfühlen in der Ein-Kind-Situation und den Gedanken und Sorgen um das physische und psychische Wohl des Großen. Letzteres war bei den bisherigen Übernachtungsbesuchen des Großen bei den Großeltern nicht der Fall gewesen und ich fühlte mich vor allem am Anfang sehr zerrissen. Er ist eben noch sehr klein und benötigt nicht nur Unterstützung bei den alltäglichen Dingen, sondern vor allem auch emotionales Feedback. Auch wenn er das vielleicht selbst nicht merkt oder annehmen will. In der ersten Nacht zuhause weinte er zweimal, was er sonst nie macht. Er verarbeitet also schon auf seine Weise.
Für mich ist es enorm schwierig, direkt hinterher nichts zu erfahren. Beim Abholen ist dafür verständlicherweise keine Gelegenheit. Für Eltern von Kindern, die von selbst nichts erzählen, ist es ziemlich schwer erträglich, so in der Luft zu hängen. Ich hoffe, dass bald Entwicklungsgespräche in der Gruppe des Großen stattfinden. Diese sind extra auf die Zeit nach der Kitareise verschoben worden, damit diese mit einfließen kann. Ich bin gespannt, was wir dann erfahren werden. Vielleicht gibt der Große bis dahin häppchenweise noch ein wenig mehr preis. Und sollte ein Feedback der Eltern gewünscht sein, werde ich auf jeden Fall für eine kürzere Dauer plädieren, zumindest für dieses junge Alter. Auch wenn die seltenen Ein-Kind-Zeiten bei uns sehr willkommen und entlastend sind.
Nachtrag:
Ein paar Tage später habe ich mit seiner Bezugserzieherin ein längeres, lockeres Gespräch geführt, in dem sie mir erzählte, dass der Große immer gut drauf, immer fröhlich und unkompliziert gewesen sei und nach ihrer Einschätzung viel Spaß gehabt hatte. Überhaupt hätten sich alle Kinder unglaublich entwickelt und an Selbstvertrauen gewonnen. Für die Erzieher wären es trotzdem anstrengende Tage gewesen, verständlicherweise.
Aber der Reihe nach. Am Montag 8.6. brachten wir ihn ganz normal zu 8:15 Uhr in die Kita. Mit seinem großen Reisekoffer und kleinem Rucksack marschierte er stolz durch die Straßen. Uns war etwas mulmig. Das Packen war ein enormer Aufwand gewesen. Für jeden Tag musste ein separates Paket gepackt werden. Überall Namensaufkleber rauf, ich habe eine Bestandsliste geschrieben und alle Teile fotografiert, zur Sicherheit. Das Abgeben am Morgen war etwas turbulent, die Kinder klammerten alle und die Kleine war ziemlich durcheinander. Wir verabschiedeten uns vom Großen und mein Mann musste dann noch die schreiende Kleine übergeben. Gegen 9 Uhr fuhren die Kitareisenden mit Bussen ins eine Stunde entfernte Feriendorf. Über die WhatsApp-Gruppe informierten uns die Erzieher über die Erlebnisse und schickten viele Fotos. Am Nachmittag waren die Kinder dann schon am See.
Am zweiten Tag (Di 9.6.) machte die Gruppe eine Kutschfahrt, am dritten Tag (Mi 10.6.) eine Waldwanderung. Außerdem gab es "Post" von den Eltern, wir hatten alle eine beschriebene Karte mit Grüßen an unser Kind mitgegeben, die die Erzieher vorlasen. Am vierten Tag (Do 11.6.) bekamen wir gar keine Informationen oder Fotos. In dem Camp gibt es einen Kindertierpark, einen Reitplatz und einen Naturerlebnispark, es liegt direkt am See und Boote sind auch vorhanden. Es wird sicherlich nicht langweilig gewesen sein, allerdings weiß man ja, wie mühsam es manchmal ist, viele Stunden mit Kindern zu füllen, und es wird, denke ich, viel Wartezeit und Leerlauf dabeigewesen sein. Am Freitag 12.6. erfolgte nach dem Frühstück die Rückfahrt. Gegen 11 Uhr durften die Kinder vor der Kita in Empfang genommen werden. Mein Mann, der freitags frei hat, holte den Großen ab. Die beiden gönnten sich noch eine Leckerei in einem Cafe, gingen dann nach Hause, es gab ein Willkommensgeschenk und dann wurde Mittagsschlaf gemacht. Als ich von der Arbeit kam, holte ich die Kleine von der Kita ab und wir fuhren bis abends in unseren Garten.
Mein Mann hatte mir zwischendurch schon berichtet, dass der Große gleich wieder sein gewohntes Meckerverhalten gezeigt hatte und kaum etwas von seinen Erlebnissen preisgab. Der Nachmittag bestätigte das. Ich versuchte auf jede erdenkliche Weise, ein paar Eindrücke aus dem Großen hervorzulocken, aber er reagierte so gut wie gar nicht. Es wirkt immer, als wäre alles schon wieder komplett gelöscht. Wir kennen dieses Verhalten von ihm, aber es ist immer wieder betrüblich. Aus der WhatsApp-Gruppe kamen Nachrichten begeisterter Eltern, deren Kinder wie Wasserfälle plauderten und alles haarklein erzählten. Nicht so bei uns. Er verhielt sich, als wäre nichts gewesen, suchte zwar immer wieder Ruhe und Rückzug, war aber überhaupt nicht kuschelig, weich oder anschmiegsam, wie man es sich nach so einer Reise vielleicht wünschen würde.
In einigen Konfliktsituationen verhielt er sich genauso unnachgiebig, kompromisslos und schnell gekränkt wie üblich. Erstaunlich, wie rasant er von der extremen Anpassung der letzten Tage umschalten kann auf "Normalbetrieb". Gegen Abend hin gab er dann auch einige neu gelernte Ausdrücke zum Besten (die er hoffentlich schnell wieder vergisst), klagte über die Schmerzen seiner leider sonnenverbrannten Schulterpartie und war nicht nur uns, sondern dann auch der Kleinen gegenüber nicht auf Kuschelkurs. Zwar sind wir es so von ihm gewöhnt, aber das macht es nicht unbedingt leichter. Ein Kind, was uns weder an seinen schönen Erlebnissen teilhaben lässt noch sich wieder freudestrahlend und sehnsüchtig ins familiäre Nest integriert, verlangt schon eine große Portion elterliche Toleranz. Unsere Erwartungshaltung oder Hoffnung ist eben doch immer wieder eine andere, auch wenn wir es eigentlich besser wissen müssten.
Mein Fazit:
Wie hier und hier schon öfter beschrieben, war es für uns wieder eine traumhaft entspannte Ein-Kind-Zeit. Die morgendliche Routine funktionierte wesentlich reibungsloser und ruhiger mit der kooperativen Kleinen, die im Gegensatz zum Großen sich bereitwillig anzieht und zur Tür geht, wenn wir los müssen. Das Abholen war ebenfalls sehr harmonisch und die Nachmittage, die sonst immer vom Zerreißen zwischen den verschiedenen Bedürfnissen und Launen der Kinder geprägt sind, verliefen absolut einvernehmlich und fröhlich. Einen Nachmittag zelebrierte mein Mann einen Papa-Tochter-Nachmittag und ich konnte zu einer sonst utopischen Uhrzeit auf dem Balkon sitzen und schreiben. Das war herrlich! Auch die Abende verliefen ruhig und lustig. Man merkte, wie die Kleine es genoss, dass sich alle mal auf sie konzentrierten, muss sie doch sonst oft hinter dem fordernden Großen zurückstecken. Und wir wiederum merkten, wieviel in ihr steckt und was für ein tolles Wesen sie hat. Besonders für meinen Mann war das wieder eine schöne Erkenntnis, da er sie sonst zumeist eher mit Kreischerei und Zickerei in Verbindung bringt, obwohl ich ihm immer wieder sage, dass das überwiegend aus dem Zusammentreffen mit dem Großen entsteht. Die Abwesenheit des zweiten Kindes wirkt sich auch sofort auf das Nervenkostüm und die körperliche Verfassung aus. Der ständige fiese Magendruck, mit dem ich sonst zu kämpfen habe, glänzte in diesen Tagen durch Abwesenheit. Ich beschreibe es immer wie ein permanent überspanntes Seil, was auf einmal gelockert wird. Das ganze Leben ist gleich soviel lockerer, leichter und lustiger. Da die Kleine ja noch nicht alleine verreist, werden wir noch lange Zeit nicht wissen, ob das aus dem Fehlen des Großen mit seinem anstrengenden Charakter resultiert oder generell aus der Abwesenheit eines Kindes.
Emotional war es anfangs schwierig für mich. Jedes Foto, jede Nachricht bescherten mir einen Kloß im Hals und ein Tränchen im Auge. Nach 2 Nächten hätte der Große von mir aus zurückkehren können und ich halte die 4 Tage wirklich für viel zu lang. Es ist schon ein Unterschied, ob man das Kind bei den Großeltern betreut weiß, mit Exklusivbetreuung und -versorgung und zwar anderen, aber wenigstens individuell auf das Kind ausgerichteten Maßstäben. Wenn er bei den Großeltern ist, mache ich mir fast keine Sorgen und vermisse ihn eigentlich auch nicht. Bei so einer Reise allerdings, mit dem Gruppenzwang, den fehlenden Rückzugsmöglichkeiten, der ständigen Anpassung und Unterdrückung emotionaler Belange, mache ich mir deutlich mehr Gedanken um ihn und habe mich oft gefragt, wie er bestimmte Momente bewältigt. Ich spüre dann viel mehr, dass ich ihn dort nicht beschützen und auffangen kann, wie ich es zuhause immer mache. Das bereitete mir anfangs große Schwierigkeiten und ich war die ersten Tage richtig traurig. Nach und nach wurde es etwas besser.
Es entstand für mich erstmals ein deutlicher Zwiespalt zwischen dem eigenen Wohlfühlen in der Ein-Kind-Situation und den Gedanken und Sorgen um das physische und psychische Wohl des Großen. Letzteres war bei den bisherigen Übernachtungsbesuchen des Großen bei den Großeltern nicht der Fall gewesen und ich fühlte mich vor allem am Anfang sehr zerrissen. Er ist eben noch sehr klein und benötigt nicht nur Unterstützung bei den alltäglichen Dingen, sondern vor allem auch emotionales Feedback. Auch wenn er das vielleicht selbst nicht merkt oder annehmen will. In der ersten Nacht zuhause weinte er zweimal, was er sonst nie macht. Er verarbeitet also schon auf seine Weise.
Für mich ist es enorm schwierig, direkt hinterher nichts zu erfahren. Beim Abholen ist dafür verständlicherweise keine Gelegenheit. Für Eltern von Kindern, die von selbst nichts erzählen, ist es ziemlich schwer erträglich, so in der Luft zu hängen. Ich hoffe, dass bald Entwicklungsgespräche in der Gruppe des Großen stattfinden. Diese sind extra auf die Zeit nach der Kitareise verschoben worden, damit diese mit einfließen kann. Ich bin gespannt, was wir dann erfahren werden. Vielleicht gibt der Große bis dahin häppchenweise noch ein wenig mehr preis. Und sollte ein Feedback der Eltern gewünscht sein, werde ich auf jeden Fall für eine kürzere Dauer plädieren, zumindest für dieses junge Alter. Auch wenn die seltenen Ein-Kind-Zeiten bei uns sehr willkommen und entlastend sind.
Nachtrag:
Ein paar Tage später habe ich mit seiner Bezugserzieherin ein längeres, lockeres Gespräch geführt, in dem sie mir erzählte, dass der Große immer gut drauf, immer fröhlich und unkompliziert gewesen sei und nach ihrer Einschätzung viel Spaß gehabt hatte. Überhaupt hätten sich alle Kinder unglaublich entwickelt und an Selbstvertrauen gewonnen. Für die Erzieher wären es trotzdem anstrengende Tage gewesen, verständlicherweise.
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