Posts mit dem Label Rechnen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rechnen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 7. Dezember 2018

Spielspaß mit "Drop It" von Kosmos (Werbung mit Verlosung)

Sucht ihr noch ein tolles und unterhaltsames Weihnachtsgeschenk für die ganze Familie oder vielleicht auch für gute Freunde? Dann möchte ich euch das Spiel Drop It aus dem Kosmos Verlag wärmstens ans Herz legen! Es ist ein spannendes, kurzweiliges und lustiges Spiel, bei dem sowohl Taktiker als auch Glücksspieler ihr Erfolgserlebnis haben werden.


Die Regeln sind denkbar einfach und der Spielspaß kann sofort starten. Das ist für uns super, denn ich mag keine langen Anleitungen lesen und meine Kinder verlieren schnell die Geduld, wenn ich immer wieder die Regeln nachschlagen muss. Hier nicht! Man baut das Spielbrett zusammen und los geht es.

Jeder Mitspieler bekommt einen Satz Spielsteine einer Farbe (9 Stück) sowie einen Zählstein und einen Punktemarker für die Punktetafel. Die Spielsteine haben verschiedenen Formen: Dreiecke, Kreise, Quadrate und Rauten. Ich kenne letztere Form noch unter dem Begriff Rhombus, den meine Kinder nun dank des Spiels auch gleich gelernt haben. Abwechselnd werden die Spielsteine in den Schacht des Spielbrettes geworfen.


Doch aufgepasst! Gleiche Formen und Farben dürfen sich nicht berühren, sonst gibt es keine Punkte. Auch die Farben am Rand und unten dürfen nicht getroffen werden. Das sind die sogenannten Tabus. Wird ein Tabu verletzt, erhält man keine Punkte. Bei Erfolg werden die Punkte zusammengezählt. Für jede erreichte Ebene gibt es die Punktzahl, die am Rand steht. Außerdem bekommt noch noch Sonderpunkte, wenn man mit seinem Spielstein einen der Bonuskreise trifft. Die Bonuskreise sind bei uns heiß begehrt, denn durch die zusätzlichen Punkte kann man schnell an den Mitspielern vorbeiziehen. Und je höher man im Schacht kommt, umso mehr Punkte gibt es.


Auf der Punktetafel zieht man mit dem Zählstein um die erhaltene Punkteanzahl vor. Sind alle Spielsteine aufgebraucht, also in den Schacht eingeworfen, endet das Spiel und es gewinnt derjenige, wer mit dem Zählstein am weitesten vorn liegt.


Das klingt total leicht und ist auch für jüngere Kinder (das Spiel ist offiziell erst ab 8 Jahre) gut verständlich. Aber: es gibt immer wieder Überraschungen, denn die Spielsteine fallen nicht immer so in den Schacht hinein, wie man das geplant hat. Sie springen manchmal zur Seite oder die ganze Konstellation verändert sich durch eine Gewichtsverlagerung. Es geht also nicht nur um Taktik und Fingerspitzengefühl, sondern es braucht auch ein Quäntchen Glück. Man muss auch hin und wieder ganz genau hinschauen, ob es eine verbotene Berührung gibt oder nicht. Spannung und Abwechslung sind garantiert und jeder fiebert bei dem anderen mit.


Da eine Runde nur so lange dauert, wie Spielsteine vorhanden sind, ist die Dauer des Spiels (ca. 15-20 min.) für Kinder gut überschaubar. Man muss nie lange auf den nächsten Schachzug des Gegners warten. Und es gibt schnell eine neue Chance zum Gewinnen! Auch kann man noch soviel überlegen und taktieren, die Steine springen doch oft anders als geplant. Das sorgt aber nicht für Frust, sondern für Lacher!


Mein Großer mit seinen fast 8 Jahren rechnet besonders gern die Punkte für alle Mitspieler zusammen und übt so gleichzeitig das Addieren. Meine Tochter mit 5,5 Jahren liebt die bunten Farben und Formen und spielt schon super mit. Die Regeln hat sie sofort verstanden. Auch ein Besuchskind stieg nach kurzer Erklärung sofort begeistert mit ins Spiel ein.


Es gibt auch noch andere Spielvarianten, z. B. mit Jokern, die gegen verletzte Tabus eingesetzt werden können. Langweilig wird das Spiel auf gar keinen Fall, es ist rasant, spannend und alle Mitspieler haben Spaß. Wir finden Drop It so cool, dass wir es einer befreundeten Familie zu Weihnachten schenken wollen. Ein tolles Spiel für die ganze Familie!

Auf der Seite von Kosmos könnt ihr noch mehr über das Spiel erfahren, einen Trailer anschauen und das Spiel erwerben. Drop It wurde nominiert für "Das goldene Schaukelpferd 2018 "in der Kategorie "Für die ganze Familie".

Und hier bei mir könnt ihr 1 x Drop It gewinnen!

Verlosung

Ich verlose zusammen mit Kosmos ein Drop It-Spiel an euch.


Um in den Lostopf zu hüpfen, hinterlasst mir bitte hier auf dem Blog oder auf Facebook einen Kommentar, in dem ihr mir die Frage beantwortet, wie viele Spielsteine einer Farbe jeder Spieler zur Verfügung hat (Antwort steht im Text:-) und mit wem ihr Drop It gern spielen würdet. Falls ihr mobil Probleme beim Kommentieren habt, klickt einfach auf "Web-Version anzeigen".

Zusätzlich würde ich mich freuen, wenn ihr mir auf Facebook, Pinterest oder Instagram folgt und die Verlosung teilt. Ist aber keine Bedingung. Bitte gebt hier auf dem Blog euren Namen zur Zuordnung an (wenn ihr anonym kommentiert, dann im Kommentar)!

Die Verlosung läuft bis zum 10. Dezember 2018, 20 Uhr. Unter allen bis dahin eingehenden Kommentaren wird der Gewinner/die Gewinnerin am 10. Dezember 2018 nach 20 Uhr per random.org ausgelost und hier per Kommentar sowie auf Facebook bekanntgegeben. Ich sehe hier keine Mailadressen, kann euch also nicht per Mail benachrichtigen. Ihr müsst also ggf. nochmal reinschauen oder die Folgekommentare abonnieren, damit ihr eine Benachrichtigung erhaltet. Auf Facebook markiere ich euch.

Das Spiel wird vom Kosmos Verlag versendet, d.h. eure Adresse wird von mir zu diesem Zweck an den Verlag weitergegeben. Mit eurer Teilnahme erklärt ihr euch damit einverstanden. Die Verlosung steht in keinem Zusammenhang zu Facebook oder Instagram. Versand nur innerhalb Deutschlands. Mindestalter 18 Jahre. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Viel Glück!



Dieser Beitrag ist eine Kooperation mit Kosmos und damit Werbung.


Edit vom 10.12.2018: Ich habe ausgelost. Die Gewinnerin ist Daniela Koßmehl (Facebook-Kommentar). HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! Danke an alle für's Mitmachen und viel Glück beim nächsten Mal! 

Sonntag, 8. Juli 2018

Das erste Schuljahr des Großen

Wo ist die Zeit bloß hin? Vor einem Jahr quälte ich mich mit den Gedanken, Sorgen und Befürchtungen hinsichtlich der Einschulung meines Großen und fühlte mich wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange. Dann kamen das Zuckertütenfest, sein letzter Kitatag, 4 Wochen Sommerferien für ihn und schließlich der Start im Ferienhort. Nach nur 4 Tagen erlitt er auf dem Schulhof, den er gerade erst kennengelernt hatte, einen Nasenbeinbruch, und schon eine Woche später fand seine Einschulung statt. Es war also eine sehr aufregende Zeit, in jeder Hinsicht, und so war ich trotz aller Ängste und Vorbehalte froh und erleichtert, als er endlich eingeschult und die für mich große Hürde erstmal überwunden war. Und nun hat er sein erstes Schuljahr schon geschafft und am Mittwoch sein erstes Zeugnis bekommen!

Er gewöhnte sich erstaunlicherweise sehr schnell ans System Schule und fand sich gut zurecht. Dass er vor Schulstart schon im Ferienhort war, erwies sich dabei als sehr hilfreich. Auch die Größe der Schule und der Lärmpegel schienen ihm nicht soviel auszumachen wie befürchtet. Anfangs bewegten sich die Erstklässler auch noch in einem geschützten Umfeld und wurden von der Horterzieherin liebevoll begleitet. In der ersten Schulwoche wurden die Kinder langsam daran gewöhnt, dass sie allein hoch in den Klassenraum gehen, denn die Eltern sollten dies explizit nicht übernehmen. Auch dies meisterte er gut. Seinen stark befahrenen Schulweg geht er morgens noch nicht allein, er wird die erste Hälfte der Strecke begleitet, bis wir zur Kita der Kleinen abbiegen. Oft trifft er dann Freunde und geht die restliche Strecke bis zur Schule mit ihnen zusammen.

Der straff durchstrukturierte Schulalltag liegt ihm sehr und kommt seiner Persönlichkeit, die viel äußere Struktur und einen festen vorhersehbaren Rhythmus braucht, entgegen. Alle an ihn gestellten Anforderungen konnte er erfüllen, ohne sich verbiegen oder besonders anstrengen zu müssen. Er ist kein Überflieger und es fehlt ihm oft an intrinsischer Motivation, sich selbst etwas beizubringen, aber er macht das, was verlangt wird, mit Freude und Leichtigkeit, ja, er ist dankbar darüber, wenn jemand ihm sagt, was er zu tun hat. Besonders freue ich mich darüber, dass er in seiner Klasse sehr beliebt ist und von seiner Lehrerin und Horterzieherin in seinem Wesen gesehen und wertgeschätzt wurde. Es ist sehr wichtig für seine Lernbereitschaft und Schulfreude, dass er sich wohlfühlt und in seinem vertrauten Umfeld ist.

Die Hausaufgaben erledigt er glücklicherweise täglich im Nachmittagshort, was mich sehr entlastet, weil ich Sorgen hatte, wie ich ihn dazu nach der Schule und mit der Kleinen an Bein motivieren sollte. Es macht bei ihm einen großen Unterschied, ob die Eltern oder Außenstehende etwas von ihm wollen. Zu den kleinen Leseübungen zuhause, die eigentlich nicht mehr als 5 Minuten kosten, kann ich ihn leider nur schwer überreden. Er windet sich und diskutiert herum, dabei wäre das so schnell erledigt. Er übt nicht selbstständig und hat auch nicht den Drang, noch mehr zu lernen als das, was gefordert ist, ja, er ist sogar oft genervt, wenn wir ihm etwas Neues beibringen wollen. Insofern bin ich dankbar, dass der Großteil der Arbeit noch in der Schule erledigt wird.

Das führte auch dazu, dass wir unsere Unternehmungen am Nachmittag weitestgehend beibehalten konnten, was ich vorher nicht für möglich gehalten hätte. Sicherlich braucht es mehr Zeit, die Kinder an zwei Stellen einzusammeln und unser Zeitfenster bis zum Abendbrot ist etwas kleiner als früher, aber im Großen und Ganzen können wir ins Cafè und auf den Spielplatz gehen oder Freunde treffen, so dass noch für Bewegung und frische Luft am Nachmittag gesorgt ist. Das ist schön und sehr wichtig! Im Winterhalbjahr habe ich deutlich gemerkt, dass der Große körperlich nicht ausgelastet war. 3 x 45 Minuten Sportunterricht pro Woche reichen für einen 7-jährigen Jungen eben nicht aus, zumal er aus der Kita sehr viel Draußensein gewohnt war. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir nachmittags noch Zeit haben. Wir haben ihn auch bewusst für keinen einzigen Nachmittagskurs angemeldet, da er erstmal die ganzen Eindrücke und Veränderungen verarbeiten und mit seinem neuen Schulalltag zurechtkommen sollte.

Er hat schnell Freunde gefunden und ist integriert in den Kreisen seiner Altersgenossen. Da seine Klasse jahrgangsübergreifend ist, hat er auch Kontakt zu den Zweitklässlern bekommen. Insgesamt ist er in diesem Jahr unglaublich offen und selbstbewusst geworden, es ist der Wahnsinn, wie schnell er jetzt auch mit fremden Kindern eine Beziehung aufbaut und wie angesehen er ist. Lange Zeit mussten sämtliche Kontaktaufnahmen über uns Eltern laufen, jetzt findet er auch im Urlaub und auf dem Spielplatz meist schnell Spielgefährten. Besonders rührend ist, wie er in der Kita empfangen wird, wenn wir die Kleine abholen kommen: er wird sofort ins Fußballspiel integriert und kaum wieder hergegeben.

Dass er jetzt schreiben kann und wie er diese neue Fähigkeit nutzt, darüber habe ich in meinem Text Kleine Botschaften geschrieben. Wahnsinnig faszinierend und bewegend für mich! Rechnen konnte er schon vorher ganz gut, lesen kann er mittlerweile langsam, aber recht sicher, macht das aber nur ungern. Laut seiner Aussage ist er der erst- oder zweitbeste Erstklässler seiner Klasse. Als Zeugnis erhielt er eine 4-seitige Einschätzung ohne Noten, aber mit Kreuzen bei "besonders aufgeprägt, "gut ausgeprägt" etc., sortiert nach Bereichen und Fähigkeiten. Leider gab es keine Beurteilung in Textform, es hätte mich interessiert, wie seine Lehrerin über ihn schreibt. Unser einmaliges Elterngespräch mit ihr verlief seinerzeit sehr positiv und wertschätzend.

Ich und die Schule
 
Und wie bin ich selbst im System Schule und im Alltag einer Schulkindmutter angekommen? Ich muss sagen, das Schreckgespenst Schule hat mittlerweile seinen Schrecken verloren und ich habe meinen Frieden damit geschlossen, dass nun meine Kinder eines nach dem anderen in diesem Kreislauf drin sein werden. Mit einigen Dingen hadere ich immer noch, z.B. mit dem Thema des frühen Förderunterrichts, das uns zum Glück nicht betraf, aber andere Erstklässler durchaus beeinträchtigte und demotivierte. Ich hadere mit dem späten Mittagessen und dem Essensangebot, ich war teilweise echt entsetzt, wie selten und kurz im Winter rausgegangen wurde, und die relativ kurzfristig angesetzten Schließtage wegen Weiterbildung stellen berufstätige Eltern auch immer wieder vor Herausforderungen. Ansonsten fühle ich mich mittlerweile heimisch in der Schulumgebung und auch im Schulalltag.

Ich bin froh, dass wir uns für die wohnortnahe Einzugsgrundschule entschieden haben. Es ist nicht nur eine logistische Erleichterung mit zwei Kindern in unterschiedlichen Einrichtungen, sondern auch für die Kinder sehr wichtig, ihre vertrauten Wege zu gehen, sich in der Umgebung auszukennen und überall bekannte Kinder zu treffen. Bauchschmerzen bereitet mir lediglich die verkehrsreiche Straße, die er noch nicht allein überqueren soll, und schade finde ich, dass sich trotz guter neuer Freundschaften bisher kein neues soziales Netz gefunden hat, mit einem regelmäßigen Kindertausch, so wie es vor dem Wegzug seines besten Freundes der Fall war.

Obwohl er sein erstes Schuljahr toll gemeistert hat und wirklich nicht besser hätte sein können, fehlt mir bei meinem Großen oft die intrinsische Motivation und der Ehrgeiz, der über das Geforderte hinausgeht. Er ist perfektionistisch und will alles gut hinkriegen, was Außenstehende von ihm erwarten, aber es kommt nicht aus ihm selbst heraus. Mir fehlt, dass er sich selbst mal mit dem tollen Grundschullexikon beschäftigt oder sich selbst neue Dinge beibringt. Mir fehlt, dass er freudig erzählt, was er gelernt hat. Mir fehlt, dass er seine Brotdose und Trinkflasche mal ohne zu Meckern rausholt. Mir fehlt, dass er nicht so schnell das Handtuch wirft, wenn etwas nicht gleich klappt. Aber vielleicht erwarte ich da auch im Moment zuviel. In Anbetracht seiner unglaublichen persönlichen Entwicklung in diesem Schuljahr und wenn man bedenkt, welche Ängste und Sorgen ich hinsichtlich seines Schulstarts hatte, bin ich mehr als zufrieden, um nicht zu sagen total glücklich damit, wie alles gelaufen ist.

Er ist in der Schule angekommen - ich bin in der Schule angekommen. Das erste Schuljahr ist geschafft, es ist sehr schnell vergangen, viel schneller als die Kitajahre. Er hat viel neues gelernt, nicht nur in schulischer, sondern auch in sozialer und emotionaler Hinsicht. Er hat sich in einer neuen Umgebung und komplett anderen Struktur zurechtgefunden und diese Veränderungen großartig gemeistert. Er ist in jeder Hinsicht gewachsen und sehr viel offener und aufgeschlossener geworden. Insgesamt ist das Schuljahr für uns alle deutlich positiver verlaufen als erwartet und darüber sind wir alle froh.

Doch nun stehen erstmal 6 Wochen Sommerferien an, von denen der Große 4 Wochen auch tatsächlich frei hat. Er besucht die Großeltern, dann fahren wir in den Urlaub und danach haben wir ihn in einem Fußballcamp angemeldet, was er gern wollte. Die letzten beiden Wochen geht er in den Ferienhort, und dann wird er schon ein Zweitklässler sein. Unfassbar!

Samstag, 14. Oktober 2017

Förderunterricht für Schulanfänger?

Vor kurzem hatten wir das erste Eltern-Kind-Treffen der Schulklasse unseres Großen. Wir fanden uns informell im Park zusammen, um uns ein wenig kennenzulernen. Abgesehen davon, dass nur ca. die Hälfte der Eltern und Kinder anwesend war und ich mir nur wenige Namen merken konnte, war es trotzdem recht interessant. Mein Großer erzählt ja nicht viel vom Schulalltag und so erfuhr ich einige Dinge, die ich noch nicht wusste. Zum Beispiel, dass seit kurzem zwei Kinder schon Förderunterricht hatten.

Eine Mama berichtete, dass sie ziemlich überrascht, um nicht zu sagen geschockt war, weil ihre Tochter kaum 4 Wochen nach der Einschulung schon eine "Einladung" zum Förderunterricht in der Postmappe hatte. Sie erzählte auch, dass ihre Tochter das nicht gut verkraftet hatte, sondern sich nun "schlechter" und unter Druck gesetzt fühlen würde. Und das alles schon kurz nach Schulstart! Ich war auch überrascht, als ich dies hörte, hätte ich doch nie damit gerechnet, dass so schnell Leistungsdruck aufgebaut wird und "schlechtere" Schüler gefördert werden. Ich muss ehrlich sagen, ich wäre ziemlich perplex gewesen, wenn solch ein Schreiben in unserer Postmappe gewesen wäre und mein Großer nun zum Förderunterricht müsste.

Bildquelle: Pixabay

Der Förderunterricht findet bei uns vor dem regulären Unterricht statt, d.h. startet um 7:25 Uhr. Um 8 Uhr beginnt der normale Schulalltag. Die betroffenen Kinder haben also noch einen längeren Unterrichtstag und merken natürlich, dass sie herausgepickt wurden, weil irgendwas nicht so ganz läuft, wie es optimalerweise laufen sollte. Prinzipiell finde ich es gut, wenn die Pädagogen mit ihrer Erfahrung individuell auf die Kinder schauen und diejenigen unterstützen, denen gewisse Dinge schwerer fallen als anderen. Wir wissen alle selbst, dass es oft nicht ausreicht bzw. nicht funktioniert, wenn die Eltern ihre Kinder zum regelmäßigen Üben anhalten. Viele Kinder reagieren auf die Bemühungen ihrer Eltern mit Abwehr oder machen dicht. Außerdem sind Eltern keine Pädagogen, haben oft wenig Zeit und noch weniger Geduld. Insofern ist es sicherlich sinnvoll, diese "Nachhilfe" in der Schule, von der Klassenlehrerin zu bekommen.

Allerdings war ich (und nicht nur ich) wirklich überrascht, dass damit schon 4 Wochen nach der Einschulung begonnen wird. Sollten die Kinder nicht erstmal ganz langsam den Schulalltag kennenlernen und nach und nach ans Lesen, Schreiben, Rechnen und die Anforderungen des Schulsystems herangeführt werden? Sollte man nicht erstmal Wert auf das Zusammenwachsen der Klasse legen, anstatt einige Kinder nun schon zu stigmatisieren? Kann man so früh überhaupt merken, ob ein Kind wirklich Defizite hat oder vielleicht lediglich noch an der Umstellung auf die Schule zu knabbern hat? 4 Wochen sind wirklich kein langer Zeitraum, die Kinder müssen soviel Neues verarbeiten, und sollen dann noch nach so kurzer Zeit ein bestimmtes Leistungsniveau erfüllen? Das finde ich persönlich ungut.

Andererseits gibt es sicherlich Kinder, die tatsächlich von Anfang an elementare Schwierigkeiten auch mit den einfachsten Schreibanforderungen haben oder nicht mal geometrische Formen erkennen und zuordnen können. Für diese Kinder ist es dann tatsächlich gut, wenn sie schon früh individuell gefördert werden, bevor der Abstand zum Rest der Klasse zu groß wird. Aber kann man das wirklich unterscheiden? Manche Kinder sind einfach schüchtern und zeigen vielleicht nicht ihr wahres Leistungsvermögen. Manche funktionieren unter Druck nicht so gut. Und andere konzentrieren sich möglicherweise am Anfang erstmal auf das ganze soziale Gefüge, bevor sie bereit sind zu lernen. Eine schwierige Gratwanderung, das als Pädagoge zu unterscheiden, und sicherlich auch für die betroffenen Eltern dieser Kinder nicht immer nachvollziehbar.

Die Tochter der Mama, die dies erzählte, fühlt sich jedenfalls schon jetzt verunsichert durch diese Sonderstellung. Diese Verunsicherung äußert sich durchaus auch als Schulunlust und Abwehrhaltung. Ich könnte mir vorstellen, dass es bei meinem Großen ganz ähnlich wäre, wenn es ihn betreffen würde. Ist so etwas nötig, wenige Wochen nach Schulstart? Ich meine nein, aber ich bin keine Pädagogin. Ich kenne auch nicht die genauen Beweggründe und Umstände, die dazu geführt haben. Ich kann nur hoffen, dass nicht nach einem starren vorgegebenen Schema geurteilt, sondern individuell eingeschätzt wurde. Dass die Förderung für diese Kinder also wirklich unbedingt nötig ist. Ansonsten finde ich persönlich es wichtiger, den Erstklässlern so lange wie möglich die Freude am Lernen und die Lust, in die Schule zu gehen zu erhalten. Auch wenn vielleicht noch nicht alles so perfekt läuft. Aber das muss es doch auch gar nicht. Schließlich sind sie gerade erst in die Schule gekommen!

Was meint ihr dazu?

Mit diesem Text bewerbe ich mich für den scoyo ELTERN! Blog Award 2018. Drückt mir die Daumen!

Samstag, 10. September 2016

In einem Jahr ist Einschulung!

Heute war in Berlin Einschulungstag und das ist für uns besonders aufregend, weil unser Großer nächstes Jahr eingeschult wird. Unfassbar! Obwohl ich schon seit letztem Jahr (wir haben im Oktober 2015 schon zwei Schulen beim Tag der offenen Tür besichtigt) die Gedanken an den baldigen Schulstart wälze, rückt der Tag nun unaufhaltsam immer näher. Er gehört in der Kita zu den Großen, den Vorschulkindern, man macht sich Gedanken über die Urlaubsplanung 2017, bei der die 7 Wochen Pause zwischen dem Kitaende am 31. Juli und dem 1. Schultag am 11. September bedacht werden müssen, und er wird überall für ein Schulkind gehalten.
Im letzten Jahr war ich mit der Kleinen zufällig vormittags am Einschulungssamstag unterwegs und wir sahen die Schulanfänger samt Familien und Schultüten auf den Straßen spazieren. Das fand sie sehr spannend (sie war damals 2 1/4). Diesmal wollte ich nun bewusst mit dem Großen bis zur Schule gehen und ihm einen kleinen Vorgeschmack geben. Deshalb spazierten wir Hand in Hand - und es ist unglaublich, dass der Große jetzt, mit 5 Jahren, endlich ab und zu mal bereitwillig und unverkrampft an der Hand läuft! - unsere Hauptstraße bis zur Einzugsgrundschule, beobachteten die Schulanfängerfamilien und quatschten darüber, wie das nächstes Jahr bei uns sein wird. Vor der Schule bekam er noch eine Brotdose geschenkt und staunte über die Schultüten.
Insgesamt war er erstaunlich gelassen und unaufgeregt. Ein Jahr ist eine unvorstellbar lange Zeit für ein Kind und natürlich weiß er nicht, was auf ihn zukommt. Das Thema wird aber immer präsenter, sowohl in der Kita, bei uns zuhause als auch bei Freunden. Wenn er auf dem Spielplatz alte Kitafreunde trifft, die sich darüber austauschen, in welche der vielen ersten Klassen sie kommen, fragt er uns danach, in welche er denn kommt. Wir sprechen ab und zu darüber, wie es dann morgens und nachmittags sein wird, wenn wir zwei Anlaufstellen (Kita und Schule) haben. Und er weiß auch schon, dass es dann nicht mehr möglich ist, ihn als Mittagskind abzuholen oder einen Tag ganz raus zu nehmen, um übers Wochenende wegzufahren, wie es jetzt zwar selten der Fall, aber eben immerhin möglich ist. Das Thema ist ihm also durchaus schon bewusst. 
Er hat in den letzten Wochen ein großes Interesse am Rechnen entwickelt. Er kann zwar noch nicht alle Zahlen schreiben, rechnet aber wie ein Weltmeister. Er fragt mich Hausnummern ab, er addiert und subtrahiert, fragt, was größer und kleiner bzw. mehr und weniger ist und ist dabei sehr ehrgeizig. Das kam ganz plötzlich, ohne Einwirkung unsererseits. Für Buchstaben bzw. das Schreiben und Lesen hat er bisher noch kein ausgeprägtes Interesse. Ich bin gespannt, wie das weitergeht. 
Doch nun werden wir erstmal das letzte Kitajahr noch genießen, die Freiheit und das Unbelastetsein am Nachmittag schätzen und uns freuen, dass er noch ein Jahr ohne Verpflichtungen und Druck reifen und emotional wachsen kann. Und wir mit ihm. 

Nachtrag:
Am 15.09.16 kam die offizielle Einladung zur Schulanmeldung an.