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Mittwoch, 4. Januar 2017

So waren unsere Weihnachtsferien

Die Weihnachtsferien sind vorbei und ich muss mich in den nächsten Tagen erstmal wieder etwas sortieren und zu mir finden, wie immer, wenn ich so lange mit den Kindern zusammen war. Mein Kopf fühlt sich leer an und meine in die Beziehung zu den Kindern ausgeströmte Energie muss sich nun wieder in mir sammeln. Das heißt überhaupt nicht, dass die Zeit unerträglich oder schwierig war, gar nicht, und es ist auch wirklich mit jedem Jahr um Welten besser geworden (hier ein Auszug über unsere Weihnachtsferien vor 2 Jahren). Aber anstrengend ist es immer für mich und ich bin permanent angespannt. Es dauert immer ein paar Tage, bis ich mich daran gewöhne, dass ich in Anwesenheit der Kinder eben nichts für mich machen kann. Bis dahin bin ich oft unruhig und unzufrieden, gleichzeitig will ich für sie da sein und schöne Dinge zusammen unternehmen. Und danach, wenn der Alltag wieder losgeht, dauert es genauso lange, bis ich zurück bei mir und in meinem Rhythmus bin. Diesmal war es auch wieder so, dass die Kinder sich so gut wie gar nicht allein beschäftigten, sondern immer mindestens einer von uns (besser beide) mitspielen mussten. Gleich zu Anfang der Ferien war außerdem die Kleine krank. Ich habe die ganze Zeit über ziemlich schlecht geschlafen. Und MeTime gab es so gut wie gar nicht in den anderthalb Wochen. Aber dafür einen kleinen Urlaub.

Am 23.12. war ich noch arbeiten und der Mann mit den Kindern zuhause. Die Kita hatte schon zu. Am Nachmittag besuchten wir den Weihnachtsmarkt am Roten Rathaus, dem wir jedes Jahr einen Besuch abstatten, und bis auf schlechte Laune bei der Kleinen war alles in Ordnung. Die Kinder freuten sich auf den Weihnachtsmann, der auf diesem Weihnachtsmarkt 3x täglich durch den Himmel fliegt, und die Bescherung am nächsten Tag.



Am Heiligabend übergab sich die Kleine morgens um 8 Uhr und hörte erst abends damit auf. Dazu kam noch Fieber, am Nachmittag 39.5°C. Sie lag elend auf dem Sofa und einer (meist ich) musste immer neben ihr sein. Meinen Plan, erstmals wieder in ein Krippenspiel zu gehen, verwarf ich. Zur Bescherung zog sie für den Weihnachtsmann ihr bestes Kleid an (herzzerreißend süß!), motivierte sich kurz, stürmte ins Wohnzimmer, riss ihre Geschenke auf und sank dann wieder auf dem Sofa zusammen. Das war zuviel gewesen, danach ging nichts mehr bei ihr. Sie schaute nicht mal die Dinge an, die wir ihr zeigten. So schade und sie tat mir unendlich leid! Der Große dagegen freute sich sehr über seine Weihnachtsgeschenke und hatte nun Gelegenheit, alles in Ruhe zu sichten und auszupacken. Er fing gleich an, seinen Lego Ninjago Elementardrachen* mit dem Mann zusammenzubauen. Ich saß neben der Kleinen auf dem Sofa, hielt ihre Hand und las (sie ließ mich nicht weg). Ein ruhiger Nachmittag, wenn auch anders als geplant. Die Kotzerei hörte am Abend auf und die Nacht war zum Glück ruhig.


Am 1. Weihnachtsfeiertag wirkte sie wieder fitter, hatte zwar noch Temperatur, aber aß, sprach und lachte wieder. Ich hoffte darauf, dass sie am Nachmittag mitkommen könnte zu unserem alljährlichen Weihnachtsritual, dem Roncalli Weihnachtszirkus, und sie wollte auch mit. Wir behielten die Karten also, anstatt sie kurzfristig zu verkaufen oder Freunde zu fragen. Mittags ging es ihr wieder schlechter, dann schlief sie und wir fuhren los. Beim Aussteigen verweigerte sie sich allerdings komplett, weinte und schrie und wollte absolut nicht mitkommen. Es ging ihr nicht gut. Also fuhr der Mann wieder mit ihr nach Hause und der Große und ich gingen, wie schon zwei Mal, allein in den Weihnachtszirkus. Ich musste kurz heulen, weil ich mich so ärgerte, aber es ließ sich nicht ändern. Wir hatten einen schönen Nachmittag zu zweit, auch wenn die Vorstellung mit knapp 3 Stunden viel zu lange dauerte und viel zu laut war, und der Kleinen ging es auch wieder besser, als wir nach Hause kamen.



Am 2. Weihnachtsfeiertag packten wir vormittags und fuhren in unseren Kurzurlaub. Dank des schon oft besuchten Ferienparks fühlten sich die Kinder gleich wieder wie zuhause und die Umstellung war überhaupt kein Problem. Das ist schon toll, im Vergleich zu früher, als sie immer 2-3 Tage brauchten. Die Kleine hatte noch 38.5°C, war aber total fit und hatte keine weiteren Symptome. Leider schlief ich den gesamten Urlaub über unheimlich schlecht, was dort noch nie der Fall gewesen war. Ein Mal war ich zwischen 3 und 6 Uhr komplett wach und auch sonst kämpfte ich sehr um Schlaf, was nicht an den Kindern lag. Keine Ahnung, was da los war. In den Urlaubstagen besuchten wir einen Zoo, ein Assisi-Panorama, einen Wildpark, die Großeltern waren einen Tag zu Besuch und brachten die restlichen Geschenke, so dass wir die Bescherung nachholen konnten, wir spazierten am See und die Kinder trauten sich erstmals allein ins Spielhaus. Zwar nur kurz, aber immerhin drei Mal und das hatten wir fast nicht mehr zu hoffen gewagt, nachdem der Große das immer verweigert hatte. Nun endlich schafften sie es! Sehr toll!

Im Ferienpark - Geschenke von Oma und Opa

Am vorletzten Tag war es eiskalt und wir hatten einen herrlichen Vormittag bei Sonnenschein am See. So viel Natur und Stille ist einfach wunderbar. Wir schrieben Buchstaben und Zahlen in die mit Raureif bedeckten Bänke, schlitterten mit unseren Stiefeln und zählten die weißen Kondensstreifen der Flugzeuge am knallblauen Himmel. Wir machen immer wieder gern dort Urlaub und der nächste Termin ist natürlich schon gebucht;-)



Am Silvestertag reisten wir ab und spazierten vorher noch zu einer Kirchenruine. Diesen Herzmoment mit meinem Großen sowie das ganze Jahreswechsel-Wochenende habe ich im Wochenende in Bildern beschrieben. Und dann war ich noch zwei Tage allein mit den Kindern zuhause, weil der Mann schon wieder arbeiten musste. Am Montag 2.1. besuchten wir Freunde und hatten am Nachmittag selbst noch Besuch, und am letzten Tag (Dienstag) spielten wir den ganzen Tag zu dritt. Das war schon anstrengend, weil ich zwar den Haushalt, aber nichts für mich machen konnte, aber auch wieder schön und vor allem unglaublich, dass das mittlerweile so einfach geht. Noch vor 2 Jahren hatte ich fast Angst vor jedem Kitaschließtag, weil die Kinder so fordernd waren. Nun hat die Kita wieder auf und der Alltag beginnt für alle.

Alles in allem war es eine doch schöne, gemessen an früheren Erfahrungen mit diversen Nervenzusammenbrüchen unsererseits relativ konfliktfreie Zeit, wenn auch fast ohne Pausen und mit ständig fordernden und sich nicht selbst beschäftigenden Kindern recht anstrengend. Ich brauchte wie immer einige Zeit, um mich auf das ständige Präsentsein umzustellen. Die Kinder waren, fand ich, besser drauf als in den letzten Wochen/ Monaten und haben die Ferien sichtlich genossen. Der Große erwähnte den Spaziergang zur Kirchenruine sogar heute im Morgenkreis in der Kita. Problematisch ist weiterhin meine eigene Anspannung, die leider nicht nachlässt, auch wenn das Zusammenleben mit den Kindern mittlerweile deutlich angenehmer funktioniert als früher. In einem Urlaub, der auch mich entspannt und erholt, bräuchte ich tägliche Allein-Zeiten, Rückzugsmöglichkeiten oder Kinder, die eben Raum für mich selbst lassen. Das ist nicht der Fall und deshalb laufe ich auf Hochtouren und merke hinterher, wie die Anspannung von mir abfällt. Aus diesem Grunde habe ich mir heute noch einen freien Tag ohne Kinder gegönnt und das war genau richtig. Man lernt ja dazu;-).

Insgesamt fällt mein Fazit unserer Weihnachtsferien positiv aus, es wird von Jahr zu Jahr besser und wenn nicht die Krankheit der Kleinen ausgerechnet am Heiligabend und 1. Weihnachtsfeiertag dazwischen gekommen wäre, hätten wir eigentlich alles wie geplant machen können. Das war früher undenkbar und ich hoffe, dass einige meiner Leserinnen mit noch kleineren Kindern daraus etwas Hoffnung schöpfen. Es wird besser!

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Sonntag, 13. März 2016

Ein Reise-Experiment mit den Kindern

Ich habe mich getraut und ein Experiment gewagt, das lange Zeit sowohl logistisch, aber vor allem nervlich und kräftemäßig meinerseits nicht möglich gewesen wäre: ich habe mit den Kindern und meinen Eltern einen Kurzurlaub in unserem Lieblingsferienpark, den die Kinder kennen und mögen, verbracht. Bisher war ich erst ein Mal, im September letzten Jahres, mit beiden Kindern bei meinen Eltern gewesen, da die Fahrtstrecke einfach zu lang ist. Das war für mich schon eine recht aufregende Herausforderung gewesen und ein Stein fiel mir vom Herzen, als wir wohlbehalten und ohne Katastrophen wieder zuhause waren. Nun wollte ich mir gern einen weiteren Schritt zutrauen und einen Kurzurlaub zusammen verbringen. Ganz allein mit den Kindern würde ich definitiv noch nicht und erst recht nicht im Moment, wo wir gesundheitlich alle so instabil waren/sind, verreisen. Deshalb holte ich meine Eltern ins Boot. Da ich noch Resturlaub hatte, schlug ich unseren bekannten Ferienpark vor und wir buchten zwei Appartments für 3 Nächte. Zusätzlich musste ich die An- und Abfahrt organisieren, da ich trotz Führerscheins leider seit Jahren nicht mehr Auto fahre, was meine Flexibilität zumindest außerhalb Berlins ziemlich einschränkt.

Was hinzukam, waren die Überlegungen, ob sich Aufwand und Nutzen die Waage halten würden. Aus Erfahrung weiß ich mittlerweile, dass ich erstens immer zuviel Entlastung von solchen Aktionen erwarte und zweitens die potentiell entlastenden Personen oft sogar noch eine zusätzliche BElastung sein können, weil sie Unruhe, Unkenntnis der Kinder, ungeliebte Erziehungsvorstellungen und -praktiken und ihrerseits eine Erwartungshaltung, die ich nicht zu erfüllen gewillt bin, mitbringen, was sich schon oft zu einer explosiven Mischung hochschaukelte. Insofern ist eine solche Unternehmung ein Risiko und mit viel Aufregung und Nervosität verbunden. Da ich immer alle Möglichkeiten vorher durchdenke, wäre das schwierigste Problem gewesen, wenn ich akut ausgefallen wäre, z.B. durch Magen-Darm, und meine Eltern allein verantwortlich für die Kinder gewesen wären. In der vertrauten Umgebung hätte dies aber sicherlich auch funktioniert.


Wir fuhren am Mittwoch, 9. März, mittags mit dem Fernbus ab, nachdem uns mein Mann zum Abfahrtsort gebracht hatte, da dies mit Koffer, Buggy, Autokindersitz (den die Kleine im Bus noch braucht), Rucksäcken und 2 Kindern für mich allein schlicht nicht möglich gewesen wäre. Das ist auch ein Faktor, der solche Aktionen sehr umständlich macht. Mit dem Zug fahren möchte ich aber nicht, da die Kleine zur Zeit gern und oft wegläuft und keine Scheu hätte, durch den gesamten Zug zu entwischen. Das wäre definitiv zu stressig. Die Fahrt verlief bis auf ein fast durchgehend quengelndes Baby gut, meine Eltern holten uns ab und wir fuhren zusammen in den Ferienpark, bezogen unsere Appartments und machten danach noch einen sonnigen Spaziergang inkl. Spielplatzbesuch. Ich hatte vorher klar kommuniziert, dass ich mich nicht um Nahrung und Essenmachen kümmern und an den Vormittagen gern Freizeit haben möchte. Meine Eltern verbrachten also die Vormittage mit den Kindern im Kinderhaus bzw. auf dem Spielplatz und meine Mutter kümmerte sich um jede Mahlzeit, so dass ich gar nichts im Kühlschrank unseres Appartments hatte. An den Nachmittagen unternahmen wir etwas gemeinsam. Das finde ich erstmal grundsätzlich einen fairen Deal und er wurde auch eingehalten, auch wenn ich morgens Druck machen musste, damit die Meute tatsächlich verschwindet.

Ausflug in den Wildpark

Was ich mir insgeheim versprochen hatte, war, dass der Große sich komplett bei meinen Eltern im Appartment einquartiert und ich mich somit generell nur um ein Kind zu kümmern hätte. Das wollten meine Eltern aus Ansteckungsgründen nicht (sie waren erkältet, wir aber auch). So hatte ich täglich beide Kinder allein morgens und abends fertigzumachen und zum Mittagsschlaf sowie abends ins Bett zu bringen, was zwar kein Problem ist, was ich aber zuhause zum Glück nicht oft habe. Tatsächlich war es das erste Mal, dass ich drei Tage am Stück beide Kinder allein ins Bett gebracht habe. Das war also "Mehrarbeit" für mich. Ebenso war mein Feierabend kürzer als zuhause, weil ich vorsorglich früher ins Bett gegangen bin. Man weiß ja nie, wann die Kinder wach werden; zuhause beschäftigen sie sich meist morgens noch allein im Kinderzimmer, aber im Urlaub ist das was anderes. Dafür hatte ich etwas früher als zuhause Feierabend, weil ich das Programm gestrafft habe und die Kinder wegen ausgefallenem bzw. kurzem Mittagsschlaf müde waren. Rechnet man nun die mit den Kindern verbrachten Stunden gegeneinander, so ergibt sich ein Verhältnis von 21 h bei mir vs 9-10 h pro Tag bei meinen Eltern. Also irgendwie nicht so befriedigend. Klar hatte ich in der gemeinsamen Zeit Entlastung und die Kinder liefen gern hinüber ins Appartment, aber generell habe ich, wenn ich anwesend bin, ja schon die Verantwortung für die Kinder. Außerdem blieben damit die "unangenehmen" Aufgaben an mir allein hängen. Das hatte ich mir ein wenig anders vorgestellt, auch wenn es natürlich funktionierte. Ich hoffte, dass wenigstens der Große ganztags und auch nachts in ihre Verantwortung übergeht. Dafür war keine Bereitschaft da und das finde ich traurig, wenn man schon zum ersten Mal mit den Enkeln Urlaub macht. Ebenso werden die Kinder nicht aus eigenem Antrieb mal auf einen Ganztagesausflug mitgenommen, um mich etwas länger zu entlasten.

Fußball mit Opa

Die Kinder verhielten sich in der ganzen Zeit sehr verträglich, es gab kaum Streit, Zickereien, Querelen und Kämpfe. Es wurde so gut wie gar nicht gebockt, gemotzt, gequengelt und sabotiert, sie waren so pflegeleicht, wie wir sie zuhause nie erleben. Der Große hatte fast durchgehend gute Laune, eine erstaunliche Leistung im Vergleich zu sonst. Er genoss die volle Aufmerksamkeit des Opas und musste sich nicht an seiner Schwester oder mir abarbeiten. Auch auf Bitten und Anweisungen reagierten sie schneller und kooperativer als zuhause. Schon lustig. Davon profitierte ich natürlich auch. Im Laufe der Tage ließ diese Wirkung allerdings nach und sie wurden wieder "normaler". Das war interessant zu sehen. Sie krochen dann wieder während der Mahlzeiten unter den Tisch, mussten beim Essen dringend auf die Toilette, meckerten beim Anziehen und wurden fordernder, was am Anfang nicht der Fall war. Ich denke also, würden sie mehr Zeit als alle paar Monate mal mit den Großeltern verbringen, würden sie sich fast wie zuhause verhalten. Leider hatte die Kleine ab dem 3. Tag erhöhte Temperatur und auch ich war ja etwas erkältet. An den Nachmittagen machten wir kleinere Ausflüge zu fünft. Ansonsten blieb der Rhythmus so wie zuhause. Das Wetter war außer am ersten Sonnenscheintag neblig und kalt, aber trocken.

Neblig und rau war es

Am Samstag, 12. März, fuhren wir mittags mit dem Fernbus wieder nach Hause. Das war wieder total entspannend und bequem. Mein Mann holte uns ab und die Kinder fremdelten weniger als beim letzten Mal. Am Nachmittag wurde gespielt, der Große hatte sich sehr auf seine erst frischen Geburtstagsgeschenke gefreut und ich war am Abend ziemlich müde und kaputt. Die Anspannung fiel ab...

Insgesamt würde ich sagen, war es zwar eine nette Abwechslung für mich, die ab und zu Ortsveränderungen mag und braucht, und auch nicht besonders stressig, aber der Nutzen, sprich Entlastungseffekt (2 x 2,5 h Freizeit + Essenszubereitung) wiegt den Aufwand bzw. die Aufregung irgendwie nicht auf. Das wäre erst der Fall, wenn ich ganze Tage entlastet oder auch vom Morgen- und Abendprogramm befreit wäre. Dann würde man sicherlich einen deutlicheren Entspannungseffekt merken. In 2,5 h MeTime schaffe ich es nicht annähernd, mich runterzufahren vom Dauerstress der letzten 5 Jahre. Das ist zuhause genauso.

Ich bin trotzdem stolz und zufrieden, dass alles so gut geklappt hat. Ich war die Ruhe in Person mit den Kindern, hatte alles gut im Griff und wir waren ein super Team. Die Kinder hatten Abwechslung durch die Großeltern und mich als sichere Bank im Hintergrund. Das ist für sie bestimmt schon beruhigender, als wenn sie ganz allein mit den Großeltern sind. Ich konnte auf vieles achten, was die Großeltern vernachlässigen, einerseits, weil sie die Kinder nicht so gut kennen, andererseits, weil sie es selbst anders gehandhabt haben. Das betrifft solche Dinge wie zu heißes Essen servieren, als auch das gleichberechtigte Einbeziehen und Befragen der Kinder. Da konnte ich einige Defizite auffangen. Der Große war beispielsweise auch danach viel ausgeglichener als sonst, wenn er ganz allein 3 Tage bei den Großeltern ist. Da merkt man dann nämlich zuhause schon, dass er einiges kompensieren muss.


Natürlich verspürte ich auch ein wenig Neid (vor allem im Vorfeld) auf meinen Mann, der nun die zweite Auszeit ohne uns genießen konnte. Zwar ist das, was er in 5 Jahren Papasein bisher an mehrtägigen Pausen (bzw. über Nacht) hatte, auch verschwindend gering, aber es ist eben trotzdem das Vielfache von dem, was ich habe. Und es ist genau das, was ich mir auch mal wünschen würde, was aber im Moment (bzw. seit 5 Jahren) einfach nicht machbar ist. Die einzige Zeitspanne, in der dies möglich gewesen wäre, habe ich nicht genutzt. Das waren die wenigen Monate vor der Geburt der Kleinen, als der Papa es schaffte, den Großen allein nachts zu betreuen. Ich habe ja nicht damit gerechnet, dass die Kleine sich jahrelang so vehement gegen jeden anderen Schlafpartner außer Mama wehrt. So lange sie selbst niemand anderes außer Mama im Buggy schieben darf, wird sie mich auch nachts einfordern:-). Aber auch dies wird kommen.

Die Zeit mit den Kindern war schön, ruhig und wir sind noch mehr, als ohnehin schon, zusammengewachsen. Ich war ausgeglichen und nicht gestresst, worüber ich mich selbst gewundert habe. Trotzdem hätte ich mir noch ein wenig mehr MeTime gewünscht. Aber dafür war die Zeit einfach auch zu kurz. Es war richtig, für dieses Experiment einen vertrauten Urlaubsort zu wählen, wo alle sich wohlfühlen. Wenn ich nun noch motorisiert wäre und die Ungewissheit von Gesund-/Krankheit weniger einschneidend wäre, würde ich das öfter machen. Schritt für Schritt realistische Herausforderungen annehmen halte ich für sehr wichtig. So etwas hätte ich mir noch vor einem Jahr nicht zugetraut. Jetzt klappt es problemlos. Das ist toll und macht Mut.

Sonntag, 27. Dezember 2015

Unser Weihnachten 2015 mit Kurzurlaub

Wahrscheinlich war es einfach naiv, aber Weihnachten mit Kindern hatte ich mir immer unglaublich romantisch und erhebend vorgestellt. So, wie man es oft in der Werbung sieht: leuchtende Kinderaugen, besinnliche Stimmung, Freude und Dankbarkeit über die Geschenke und langes, ausgiebiges Spielen damit sowie vor allem die Durchführung der für die Familie wichtigen Rituale und Traditionen. Nicht im Traum hätte ich mir vorgestellt, dass (bei uns) wenig davon möglich sein würde, zumindest in den ersten Jahren nicht. Sonst hätten wir Dinge erzwingen müssen, auf Kosten und gegen die Bedürfnisse unserer Kinder, und uns damit selbst Stress und Unfrieden beschert. Das haben wir anfangs versucht, aber schnell sein lassen, zugunsten eines gewohnten Ablaufes und fester Strukturen, was für meinen Großen von Anfang an existenziell, aber auch für die umgänglichere Kleine durchaus wichtig war und ist.

Früher als Kinderlose sind wir über Weihnachten immer zu den Eltern und Schwiegereltern gefahren, manchmal getrennt, manchmal zusammen. Wir haben immer versucht, beide in entgegengesetzter Richtung wohnenden Familienzweige zu besuchen. Das war nicht immer einfach, vor allem wenn man direkt nach den Feiertagen wieder arbeiten musste, aber irgendwie machbar. Schön war es allerdings nie, es gab immer Konflikte, unausgesprochene Vorwürfe und Enttäuschungen. Weihnachten war für mich schon immer ein zwischenmenschlich anstrengendes Fest. Wir haben auch kinderlos schon Heiligabend mal zusammen bei uns zuhause verbracht und es war zwar anders als in den Elternhäusern, aber durchaus besinnlich und weihnachtsstimmig. Mein schönstes Weihnachten verbrachten wir auf Gran Canaria, wo wir in einem Cafè am Meer, mit Wind und Sonne und einem fantastischen Blick nach Teneriffa saßen.

Wie unsere bisherigen 4 Weihnachten mit erst einem, später zwei Kindern waren, habe ich hier beschrieben. Wirklich schlimm war das erste Weihnachten mit dem Großen (damals 9 1/2 Monate), als ich am Heiligabend zur besten Familienbescherungszeit allein mit ihm durch die dunklen, nieseligen Straßen spazierte, damit er zu seinem benötigten Schlaf kommt. Ich weiß noch genau, wie sich das anfühlte. Es war so deprimierend, all die glücklichen (?) Familien zu sehen, die aus der Kirche kamen, sich mit den Großeltern trafen und zuhause Bescherung machten. Ich spazierte durch eine Eigenheimsiedlung und schaute in die Wohnzimmer mit den bodentiefen Fenstern. Überall Weihnachts- und Familienstimmung, überall so, wie man sich Weihnachten vorstellt. Nur bei uns nicht. Ich habe Rotz und Wasser geheult auf diesem Spaziergang, wie so oft. Nichts davon war schön oder erfüllend, es war einfach alles lästig, erniedrigend, frustrierend. An diesem dunklen Heiligabend-Nachmittag fand ich die ganze Babyzeit noch furchtbarer als ohnehin schon. Am nächsten Tag fuhren wir vormittags zu meinen Eltern. Die lange Strecke (3 h) war wie immer nervenaufreibend mit ihm (er schrie teilweise stundenlang im Auto) und das war tatsächlich aus diversen Gründen das letzte Mal, dass wir die Strecke mit ihm fuhren und bei meinen Eltern übernachteten. Beim Mittagessen konnte ihn wenigstens meine Mutter ein wenig abnehmen. Ob meine Eltern ihn am Nachmittag im Kinderwagen herumschoben, weiß ich nicht mehr. Die Nacht war grässlich, weil alles zu turbulent gewesen war, der Große war mehrere Stunden wach und schrie und am nächsten Tag (2. Weihnachtsfeiertag) hatte ich eine fürchterliche Migräne und musste im Bett bleiben. Zum Mittagessen kamen mein Bruder und seine Freundin zu Besuch, ich konnte nicht teilnehmen. Zum Glück kümmerten sich 5 Erwachsene um den Großen. Am nächsten Tag fuhren wir wieder nach Hause und entschieden uns zukünftig gegen solche weiten, anstrengenden Kurztrips mit zu vielen Eindrücken und ungewohnten Umgebungen und für Ruhe für den Großen und damit auch für uns.

Zu den letzten Jahren gibt es hier ein bisschen was zu lesen.

Nun zu diesem Jahr:
Die Kinder besuchten bis zum 23.12. die Kita, ich holte sie etwas früher ab, wir gingen noch mit Freunden ins Cafè und danach spazierte ich mit dem Kindern in den Park. Das war schön und sehr ruhig. Am 24.12. ging ich vormittags bei strahlendem Sonnenschein allein mit den Kindern in den Kinderbauernhof, wo wir Tiere und Filmaufnahmen beobachteten.



Ich weiß nicht, warum, aber beide waren super mies drauf, haben nur gemeckert, gemotzt, gejault, genörgelt, gejammert, geheult. Der Vormittag war ein Albtraum, so schlimm hatte ich es lange nicht mehr mit den beiden gehabt. Mein Mann war vom Morgen eh' schon bedient gewesen und so zogen wir kurzzeitig in Erwägung, den Weihnachtsmann weiterzuschicken. Naja, macht man ja dann doch nicht. Da der Mittagsschlaf später begann und endete, schafften wir es leider nicht mehr in die Weihnachtsmette, die ich eigentlich zum ersten Mal, seit ich Kinder habe, wieder besuchen wollte. In den Jahren vorher hätte es absolut keinen Sinn gemacht. Also machten wir nach der Vesper unsere Bescherung, die Kinder nahmen schnell alle Geschenke in Beschlag und jeder von uns baute mit einem Kind Geschenke zusammen bzw. spielte ausgiebig.



Das Horrorereignis des Heiligabends war, als die Kleine aus purer Langeweile meine jahrelang gehütete, teure erzgebirgische Spieldose angrabschte, runterfallen ließ und diese in tausend Teile zersprang. Das Bild werde ich nie vergessen, wie sie ihr aus den Händen rutscht, fällt und zerschellt. Der Schmerz über diesen so sinnlosen und unnötigen Verlust, verbunden mit der Anspannung des ganzen Tages mit den schlecht gelaunten Kindern machte sich in einem Urschrei und langem Weinen bei mir Luft. Nach einiger Zeit kam die Kleine dann zu mir und legte ihre Ärmchen um mich und war ganz still, als sie sah, wie ich litt. Später spielten wir dann weiter zusammen mit den Kindern, konzentrierten uns aber auf die Hauptgeschenke und legten 2 Geschenke für später beiseite. Das war unser Heiligabend.

Am ersten Feiertag wollten wir mittags in einen Kurzurlaub fahren, so dass ich vormittags packte und mein Mann die Kinder bespaßte. Auch hier spielten sie wieder keine Sekunde allein mit den neuen Spielsachen, die sie sich zum Teil selbst gewünscht hatten, waren aber friedfertig. Nach dem Mittagessen fuhren wir los, die Kinder schliefen und eine Stunde später waren wir schon angekommen. Ich war etwas nervös, weil unser letzter Kurzurlaub ja alles andere als entspannend und friedvoll verlaufen war. Zumal die Kinder im Moment ziemlich fordernd und anstrengend sind. Aber es war eine gute Entscheidung, um dem Weihnachtskoller zu entkommen. Die nächsten Tage waren zumindest von den äußeren Ereignissen her sehr ruhig, relativ entspannt und ausgeglichen. Es war richtig, wegzufahren, und sich keinerlei Druck in punkto Essen, Besuche etc. auszusetzen. Wir spazierten, spielten viel mit den vorher beiseite gelegten Geschenken (besonders Drachen-Rallye macht richtig viel Spaß), gönnten uns ein leckeres Frühstücksbuffet im Hotel und probierten das hoteleigene Schwimmbad aus. Wir fühlten uns wohl und waren froh über die Abwechslung. Einziger Wermutstropfen war, dass die Kinder wirklich sehr schlecht schliefen und früh wach waren.




Fazit unseres Weihnachtens:
Der Heiligabend war dank schlecht gelaunter Kinder und des Missgeschicks der Kleinen bescheiden, anstrengend und enttäuschend. Die Feiertage dagegen entspannten sich durch einen Kurzurlaub, der insgesamt positiv verlief. Unsere Entscheidung, sich keinerlei Druck durch ausufernde Essensvorbereitungen, Besuchsmarathone, Einladungen etc. auszusetzen, was alle nur stressen würde, war genau richtig für uns. Wir haben nichts vermisst und auch wenn meine Eltern uns sicherlich jedes Weihnachten vermissen, werden wir daran nichts ändern, so lange es für die Kinder bzw. uns alle zu stressig ist. So vermeiden wir gleichzeitig einen Geschenke-Overkill, den ich so gar nicht mag. Ein Paket von meinen Verwandten hatte ich die Kinder bewusst schon vor Heiligabend öffnen lassen, und das Hochbett, über das ich vielleicht an anderer Stelle mal berichten werde, gab es auch schon am 22.12., als wir es zusammen aufgebaut hatten. Unsere Geschenke wurden im Kurzurlaub, wo es kaum andere Spielsachen gab, ausgiebig (mit uns zusammen) bespielt und erwiesen sich als gute Griffe.

Mehr Weihnachten in Bildern 2015 findet ihr bei Geborgen Wachsen