Die Zeit als Ein-Kind-Eltern ist schon wieder vorbei. Heute nachmittag hat mein Mann den Großen auf halber Strecke von den Großeltern übernommen. Seit 17 Uhr sind wir wieder zu viert. Meine Eltern hatten ihn ja an unserem vorletzten Urlaubstag, am Mittwoch nachmittag, mit zu sich genommen. Drei Nächte war er also bei ihnen, wie meistens. Laut meinen Eltern ging wohl alles problemlos vonstatten. Wie zuhause forderte er allerdings eine permanente Bespaßung und Beschäftigung ein, was auch für sie jedesmal sehr anstrengend ist.
Die Kleine und ich waren heute ab Mittag allein zuhause und verbrachten einen total entspannten Nachmittag. Ich bepflanzte unsere Blumenkästen, machte einen kleinen Kuchen, sie beschäftigte sich ganz lange mit Tüchern und Kegelspiel, kam ab und an zu mir, wenn sie etwas wollte, ließ mich aber ansonsten mein Ding machen. Das war so schön. Ehrlich gesagt, so habe ich mir das Leben mit Kindern vorgestellt, und so kann ich es auch nicht nur ertragen, sondern sogar genießen. Man liest wahrscheinlich schon heraus, dass das sonst bei uns nicht der Fall ist. Nein, so gut wie nie. Die Kinder beschäftigen sich selten allein und wenn, dann dauert es nicht lange, bis es Streit oder Geheul gibt. Ist wahrscheinlich normal, aber trotzdem nicht weniger nervenaufreibend. Jedenfalls war es eine schöne Krönung der ruhigen 3 Tage ohne den Großen, wobei ja nicht er der Auslöser der Unruhe ist, sondern die ganze Konstellation. Beide sind sehr vehement und unnachgiebig, zumindest zuhause, und so knallt es andauernd. Der Große hat dazu noch eine sehr niedrige Frustrationstoleranz. Sie lieben sich auch inniglich und haben ganz süße Momente, aber meist ist es sehr laut und turbulent bei uns und man muss oft eingreifen. Durch ihren Altersunterschied von 26 Monaten können sie einerseits schon viel miteinander anfangen (die Kleine spricht ja auch schon sehr gut), andererseits machen sie sich oft die gleichen Ressourcen streitig, was bei einem größeren Altersunterschied nicht so problematisch ist. Erst gestern habe ich auf dem Blog Rosas Welt einen schönen, zutreffenden Beitrag zu dem Thema, wie schwierig es ist, Bedürfnisse von Geschwisterkindern unter einen Hut zu bringen, gelesen und uns in vielem wiedererkannt.
Als die beiden Männer wiederkamen, freute sich die Kleine unglaublich, den Großen zu sehen. Er war unkuschelig wie immer, wirkte aber ziemlich ausgeglichen und zufrieden. Man hofft ja immer, so eine Stimmung hält mal ein paar Stunden an. Aber keine 10 Minuten nach dem Eintreffen ging schon wieder das übliche Theater los. Er wollte sein neues Spiel Auf Schatzjagd präsentieren und die Kleine funkte ihm immer dazwischen. Er ärgerte sich, dass sie es auseinandernahm und die Spielregeln nicht verstand. Sie ist erst 2, aber das versteht er wiederum nicht. Er meckerte und fing an zu weinen. Das frustrierte die Kleine, und so waren wieder alle im üblichen Kreislauf drin. Obwohl es bis zum Abendritual keine größeren Dramen gab, war sofort wieder eine Anspannung vorhanden, mehrere kleine Scharmützel wurden ausgetragen, der Große ärgerte sich öfter, und am Ende kam es dann wieder so, dass sich je ein Erwachsener um ein Kind kümmerte, wie so oft, und wie es auch Rosas Welt beschreibt. So ist das eben mit 2 Kindern (wie es bei mehr Kindern sein mag, will ich mir gar nicht vorstellen).
Die letzten Tage nur mit der Kleinen waren dagegen sehr ruhig und von Auszeiten geprägt. Mein Mann hat sie mehrmals allein übernommen und ich konnte mich ein bisschen regenerieren. Auch in der Zeit zu dritt konnten wir gut entspannen, weil nicht ständig Konflikte zu schlichten, Kinder zu trösten und Trubel und Streit zu ertragen waren. Es ist wirklich ein enormer Unterschied, nur für die Bedürfnisse eines Kindes zuständig zu sein und sich abwechseln zu können. Es wäre interessant, mal zu testen, ob es mit dem Großen allein auch so entspannt wäre oder ob es an der Kleinen liegt, die doch ein zufriedeneres Wesen hat. Als ich mit dem Großen im Februar zuhause blieb, weil er kränklich war, hatten wir ebenfalls ruhige Tage. Ich denke, es liegt tatsächlich daran, dass 90% des Konfliktpotentials wegfallen. Und das betrifft nicht nur die direkten Auseinandersetzungen zwischen den Geschwistern, sondern die unterschiedlichen Bedürfnisse, die so schwer allgemein zufriedenstellend zu erfüllen sind. Irgendeiner ist immer sauer, enttäuscht oder unzufrieden, und da stecken wir Eltern schon weitestgehend zurück. Das hatte ich mir nicht so schwierig vorgestellt. Vielleicht bin ich aber auch einfach zu sehr auf Harmonie bedacht und dass keiner zu kurz kommt. Ich kann es schlecht ertragen, wenn meine Kinder frustriert sind.
Damals, mit nur einem Kind, haben wir die Ruhe nicht so empfunden. Der Große war jünger und noch wesentlich schwerer zu händeln als jetzt. Er war sehr unzufrieden und man musste sich schon rein kräftemäßig mit seiner Betreuung abwechseln. Jetzt aber ist es viel leichter mit ihm und man könnte sich adäquat und exklusiv auf ihn einlassen, wäre er allein. Und auf die Kleine ebenso. Aber dann würde man wahrscheinlich mehr Leben in der Bude vermissen;). Ich will damit nur sagen, dass es, obwohl man es als Ein-Kind-Eltern nicht so empfindet, doch einen riesigen Unterschied gibt. Nun sind wir wieder zu viert und alle müssen sich wieder aneinander anpassen. Bis zum nächsten Mal, was dann die Kitareise des Großen im Juni sein wird.
Samstag, 16. Mai 2015
Donnerstag, 14. Mai 2015
Wie andere meinen Blog sehen
Da ich mich gerade etwas aufmuntern muss, habe ich mich erinnert, dass die liebe Jessi vom Blog Terrorpüppi mich im Februar als Blog des Monats vorgestellt hat. Ihre lieben, treffenden und wertschätzenden Worte lese ich immer wieder gern und möchte euch deshalb den Text nochmal wärmstens empfehlen. Ich hätte es selbst nie so gut zusammenfassen und beschreiben können. Oft ist es ja auch so, dass Selbstbild und Fremdbild nicht übereinstimmen. Aber in dem Text finde ich mich absolut wieder. Genau das soll mein Blog sein. Was meint ihr dazu?
Hier kommt der Link für alle, die es damals verpasst haben und für alle seitdem neu hinzugekommenen LeserInnen:
Frühlingskindermama: Blog des Monats Februar
Außerdem stellte mich gerade Bines Welt im Rahmen der Runde 2 der Blogparade #bloggerhausen zusammen mit zwei anderen Blogs vor. Dass Mama Bine einen meiner emotionalsten und persönlichsten Blogposts hervorhebt, der sie unheimlich berührt hat, nämlich Das Scheitern einer Erstlingsmama, hat mich sehr bewegt.
Hier der Link zum Text von Mama Bine:
#bloggerhausen Runde 2
Ebenfalls in Runde 2 von #bloggerhausen wird mein Blog von Nina von Timbaru vorgestellt, mit Links zu 3 ausgewählten Beiträgen von mir. Vielen lieben Dank!
Hier der Link von Timbaru:
Frühlingskindermama - #Bloggerhausen
Lieben Dank an Jessi, Bine und Nina für die Vorstellung!
In den nächsten Wochen wird mein Blog noch von zwei anderen Blogs im Rahmen von #bloggerhausen Runde 2 vorgestellt, die ich dann auch hier verlinken werde. Schaut also wieder rein!
Hier kommt der Link für alle, die es damals verpasst haben und für alle seitdem neu hinzugekommenen LeserInnen:
Frühlingskindermama: Blog des Monats Februar
Außerdem stellte mich gerade Bines Welt im Rahmen der Runde 2 der Blogparade #bloggerhausen zusammen mit zwei anderen Blogs vor. Dass Mama Bine einen meiner emotionalsten und persönlichsten Blogposts hervorhebt, der sie unheimlich berührt hat, nämlich Das Scheitern einer Erstlingsmama, hat mich sehr bewegt.
Hier der Link zum Text von Mama Bine:
#bloggerhausen Runde 2
Ebenfalls in Runde 2 von #bloggerhausen wird mein Blog von Nina von Timbaru vorgestellt, mit Links zu 3 ausgewählten Beiträgen von mir. Vielen lieben Dank!
Hier der Link von Timbaru:
Frühlingskindermama - #Bloggerhausen
Lieben Dank an Jessi, Bine und Nina für die Vorstellung!
In den nächsten Wochen wird mein Blog noch von zwei anderen Blogs im Rahmen von #bloggerhausen Runde 2 vorgestellt, die ich dann auch hier verlinken werde. Schaut also wieder rein!
Samstag, 9. Mai 2015
Wie sich unser Entlastungsnetz auflöste
Wir sind ja hier völlig auf uns allein gestellt, haben keinerlei Familie oder sonstige potentielle Hilfen in der Nähe. Deshalb hatte ich uns ein kleines Netz von Putz- und Kinderentlastungshilfen aufgebaut, auf das ich stolz war und das wir dringend benötigen. Eine Putzfrau reinigte einmal in der Woche die Wohnung, zwar mehr schlecht als recht und sehr unzuverlässig, aber wenigstens preiswert und kontinuierlich. Fiel sie aus, buchte ich kurzfristig einen Ersatz bei Online-Portalen. Zwei mögliche Babysitterinnen hatte ich nach unserer langen Babysitterodyssee an Land gezogen, die Praktikantinnen in unserer Kita waren/ sind und uns die Kinder ab und zu mal vormittags am Wochenende abnahmen. Das klappte auch anfangs gut, da die Kinder sie kannten und keine Trennungsschwierigkeiten hatten. Darüber hinaus hatte ich mit drei befreundeten Familien einen halbwegs regelmäßigen Kinderaustausch, zumindest was den Großen betrifft, etabliert. Abwechselnd ging der Große mal zu ihnen, dann wieder kam deren Kind zu uns. So hatten wir zumindest nur noch die Kleine zu betreuen. Diese Entlastungen, auch wenn sie immer nur für ca. 2 Stunden waren, bedeuteten eine ungeheure Hilfe für uns, die wir sonst niemanden hier haben und für jede Dienstleistung bezahlen müssen, was sich Familien, deren Großeltern in der Nähe wohnen und zur Verfügung stehen, wohl überhaupt nicht vorstellen können.
In den letzten Wochen ist uns zu meinem größten Bedauern leider dieses Netz auf allen Ebenen abhanden gekommen. Als erstes signalisierte die Babysitterin, dass sie wohl keine Lust mehr auf zweistündige Parkspaziergänge hatte. Nachdem wir sie mehrfach für Termine angefragt hatten, konnte sie leider jedesmal nicht und meldete sich seit Mitte Januar gar nicht mehr. Schon in den vorhergehenden Wochen merkte man, dass sich etwas verändert hatte und sie nicht mehr so euphorisch wie am Anfang war. Der Große hatte sich wohl unterwegs nicht so lenken lassen, wie sie das gern wollte, und das nervte sie. Wir hätten allerdings nie gedacht, dass sie nach etwas mehr als 4 Monaten schon die Segel streicht, wirkte sie doch immer sehr verantwortungsbewusst. Die andere Babysitterin ist zwar grundsätzlich noch bereit, fährt aber oft am Wochenende weg und steht selten zur Verfügung. In der Zeit seit Mitte Januar, als uns die "Stamm"-Babysitterin weggebrochen ist, hatten wir ein einziges Mal eine zu vernachlässigende Entlastung von 2 Stunden durch die andere Babysitterin. Für eine erneute Babysitterodyssee habe ich aber im Moment weder Kraft noch Zeit.
Parallel dazu brachen die Spieldates mit den befreundeten Familien weg. Da diese auf Gegenseitigkeit beruhten, also abwechselnd das Kind eingeladen wurde, erfüllten wir unser Soll und warteten auf die Einladungen der Gegenseiten. Ohne Erklärungen hörte das alles einfach auf. Als ich vor 2 Wochen nach einem anstrengenden Wochenende total fertig war und dies einem Freund klagte, erklärte sich seine Familie zwar netterweise sofort bereit, den Großen am darauffolgenden Wochenende mal wieder zu sich zu nehmen. Das fand ich unheimlich nett, aber ich befürchte, dass das wieder nur eine einmalige Geschichte war. Ich finde es sehr schade, dass diese mühsam aufgebauten Entlastungen einfach im Nirwana verschwinden. Ich hätte mir gewünscht, dass man wenigstens eine Erklärung bekommt. Vielleicht war es der einen oder anderen Familie zu häufig (uns nicht, und wir haben ja auch die anderen Kinder bei uns betreut) oder es gab unschöne Situationen? So aber wissen wir gar nicht, woran es gelegen haben könnte. Für uns bedeutet das jedenfalls leider den Wegfall eines sehr wichtigen Bausteins unseres Entlastungssystems.
Die Letzte, die uns im Stich ließ, war unsere Putzfrau. Nachdem sie unsere Kaffeepadmaschine kaputt gemacht hatte, woraufhin es einen unschönen SMS-Wechsel gab, haben wir sie das letzte Mal gesehen, als sie uns die Ersatzmaschine brachte. Sie wirkte total freundlich, als wäre nichts gewesen, kam aber dann nie wieder. Beim ersten Mal wartete ich morgens vor der Arbeit 20 Minuten auf sie, aber sie reagierte auf keine Nachricht. In den nächsten Tagen versuchte ich noch mehrmals, an sie heranzukommen, aber sie meldete sich überhaupt nicht mehr. Wie ich nachträglich hörte, hatte sie wohl parallel bei einer befreundeten Familie in der Nähe, die sie an uns vermittelt hatte, auch gekündigt. Bei uns nicht mal das, sondern sang- und klanglos das Weite gesucht. Ich kann so eine Arbeitseinstellung nicht verstehen. Sie hatte anderthalb Jahre bei uns geputzt, hatte die Kleine noch als Baby erlebt und war immer freundlich, wenn auch nicht sehr gründlich, gewesen. Obwohl ich einerseits auch erleichtert war, dass ich mich nicht mehr mit Unzuverlässigkeit und Ungründlichkeit herumärgern musste, kam nun trotzdem noch ein neues Organisationsproblem hinzu. Die Onlineportale, die Putzfrauen vermitteln, sind doch deutlich teurer als das, was wir ihr bezahlt haben. Wir haben seitdem Einzeltermine (man kann auch regelmäßige Termine buchen) über die diversen Onlineportale gebucht und das war auch meist zufriedenstellend, ist aber eben in dieser Form recht aufwändig. Ab und zu haben wir auch selbst Hand angelegt, aber das ist kaum zu schaffen. Da ich bei einer einmal wöchentlich erfolgenden Reinigung sowieso zwischendurch selbst noch ein wenig putzen muss, möchte ich eigentlich nicht zusätzlich die große Putztour machen. Wir sind noch nicht entschieden, wie es weitergeht. Ich habe ein wenig herumgefragt, ob jemand eine Putzfrau vermitteln kann, aber keinen Erfolg gehabt. Wir werden wohl vorerst weiter online buchen, bis sich vielleicht jemand neues findet.
Ich merke deutlich, wie es mich belastet, dass die wenigen Entlastungen, die wir überhaupt hatten, alle fast gleichzeitig weggefallen sind. Die Putzfrau kann ich noch am ehesten verschmerzen, weil ich einfach online eine bestellen kann. Die fehlende Kinderentlastung durch Babysitter und Freunde ist viel schmerzhafter. Mein Energiereservoir ist ziemlich aufgebraucht. Die Entlastung durch zwei kurze Großelternbesuche betrug seit vielen Monaten netto 6 Stunden gestückelt (beide Kinder weg) plus 7 Stunden, in denen sie mit dem Großen allein einen Ausflug machten. Außerdem war der Große 3 Tage bei ihnen, in denen wir unseren normalen Alltag mit der Kleinen zwischen Arbeit und Kita hatten. Das ist einfach extrem wenig. Im letzten Jahr hatten wir wenigstens noch die Babysitterin und die Spieldates. Ohne diese jedoch fällt die wenige Großelternunterstützung noch mehr ins Gewicht. Es ist sehr frustrierend und unheimlich anstrengend, alles allein wuppen zu müssen. Krank oder erschöpft sein dürfen wir so gut wie gar nicht. Noch nie wurden beide Kinder von den Großeltern allein von der Kita abgeholt. Jeder Nachmittag, jedes Wochenende wird allein von uns bestritten. Wir versuchen uns zumindest am Wochenende abzuwechseln, aber es ist zu zweit ohne weitere Hilfe wirklich wahnsinnig aufreibend.
Ich kann die Situation gerade nicht ändern, aber sie trägt eindeutig dazu bei, dass ich mich aktuell ziemlich am Limit fühle. Das merke ich daran, dass ich in den letzten Tagen seit langer Zeit wieder oft geschrien und geweint habe. Das tut mir wahnsinnig leid, hatte ich doch erst vor kurzem zu einem halbwegs ausgeglichenen Zustand gefunden. Morgen geht's auf eine Kurzreise, an deren Ende der Große noch 2 Tage bei den Großeltern bleibt. Mal sehen, ob sich das etwas entlastend auswirkt. Ich hoffe es. Es ist allerdings immer nur ein Tropfen auf dem heißen Stein;(
In den letzten Wochen ist uns zu meinem größten Bedauern leider dieses Netz auf allen Ebenen abhanden gekommen. Als erstes signalisierte die Babysitterin, dass sie wohl keine Lust mehr auf zweistündige Parkspaziergänge hatte. Nachdem wir sie mehrfach für Termine angefragt hatten, konnte sie leider jedesmal nicht und meldete sich seit Mitte Januar gar nicht mehr. Schon in den vorhergehenden Wochen merkte man, dass sich etwas verändert hatte und sie nicht mehr so euphorisch wie am Anfang war. Der Große hatte sich wohl unterwegs nicht so lenken lassen, wie sie das gern wollte, und das nervte sie. Wir hätten allerdings nie gedacht, dass sie nach etwas mehr als 4 Monaten schon die Segel streicht, wirkte sie doch immer sehr verantwortungsbewusst. Die andere Babysitterin ist zwar grundsätzlich noch bereit, fährt aber oft am Wochenende weg und steht selten zur Verfügung. In der Zeit seit Mitte Januar, als uns die "Stamm"-Babysitterin weggebrochen ist, hatten wir ein einziges Mal eine zu vernachlässigende Entlastung von 2 Stunden durch die andere Babysitterin. Für eine erneute Babysitterodyssee habe ich aber im Moment weder Kraft noch Zeit.
Parallel dazu brachen die Spieldates mit den befreundeten Familien weg. Da diese auf Gegenseitigkeit beruhten, also abwechselnd das Kind eingeladen wurde, erfüllten wir unser Soll und warteten auf die Einladungen der Gegenseiten. Ohne Erklärungen hörte das alles einfach auf. Als ich vor 2 Wochen nach einem anstrengenden Wochenende total fertig war und dies einem Freund klagte, erklärte sich seine Familie zwar netterweise sofort bereit, den Großen am darauffolgenden Wochenende mal wieder zu sich zu nehmen. Das fand ich unheimlich nett, aber ich befürchte, dass das wieder nur eine einmalige Geschichte war. Ich finde es sehr schade, dass diese mühsam aufgebauten Entlastungen einfach im Nirwana verschwinden. Ich hätte mir gewünscht, dass man wenigstens eine Erklärung bekommt. Vielleicht war es der einen oder anderen Familie zu häufig (uns nicht, und wir haben ja auch die anderen Kinder bei uns betreut) oder es gab unschöne Situationen? So aber wissen wir gar nicht, woran es gelegen haben könnte. Für uns bedeutet das jedenfalls leider den Wegfall eines sehr wichtigen Bausteins unseres Entlastungssystems.
Die Letzte, die uns im Stich ließ, war unsere Putzfrau. Nachdem sie unsere Kaffeepadmaschine kaputt gemacht hatte, woraufhin es einen unschönen SMS-Wechsel gab, haben wir sie das letzte Mal gesehen, als sie uns die Ersatzmaschine brachte. Sie wirkte total freundlich, als wäre nichts gewesen, kam aber dann nie wieder. Beim ersten Mal wartete ich morgens vor der Arbeit 20 Minuten auf sie, aber sie reagierte auf keine Nachricht. In den nächsten Tagen versuchte ich noch mehrmals, an sie heranzukommen, aber sie meldete sich überhaupt nicht mehr. Wie ich nachträglich hörte, hatte sie wohl parallel bei einer befreundeten Familie in der Nähe, die sie an uns vermittelt hatte, auch gekündigt. Bei uns nicht mal das, sondern sang- und klanglos das Weite gesucht. Ich kann so eine Arbeitseinstellung nicht verstehen. Sie hatte anderthalb Jahre bei uns geputzt, hatte die Kleine noch als Baby erlebt und war immer freundlich, wenn auch nicht sehr gründlich, gewesen. Obwohl ich einerseits auch erleichtert war, dass ich mich nicht mehr mit Unzuverlässigkeit und Ungründlichkeit herumärgern musste, kam nun trotzdem noch ein neues Organisationsproblem hinzu. Die Onlineportale, die Putzfrauen vermitteln, sind doch deutlich teurer als das, was wir ihr bezahlt haben. Wir haben seitdem Einzeltermine (man kann auch regelmäßige Termine buchen) über die diversen Onlineportale gebucht und das war auch meist zufriedenstellend, ist aber eben in dieser Form recht aufwändig. Ab und zu haben wir auch selbst Hand angelegt, aber das ist kaum zu schaffen. Da ich bei einer einmal wöchentlich erfolgenden Reinigung sowieso zwischendurch selbst noch ein wenig putzen muss, möchte ich eigentlich nicht zusätzlich die große Putztour machen. Wir sind noch nicht entschieden, wie es weitergeht. Ich habe ein wenig herumgefragt, ob jemand eine Putzfrau vermitteln kann, aber keinen Erfolg gehabt. Wir werden wohl vorerst weiter online buchen, bis sich vielleicht jemand neues findet.
Ich merke deutlich, wie es mich belastet, dass die wenigen Entlastungen, die wir überhaupt hatten, alle fast gleichzeitig weggefallen sind. Die Putzfrau kann ich noch am ehesten verschmerzen, weil ich einfach online eine bestellen kann. Die fehlende Kinderentlastung durch Babysitter und Freunde ist viel schmerzhafter. Mein Energiereservoir ist ziemlich aufgebraucht. Die Entlastung durch zwei kurze Großelternbesuche betrug seit vielen Monaten netto 6 Stunden gestückelt (beide Kinder weg) plus 7 Stunden, in denen sie mit dem Großen allein einen Ausflug machten. Außerdem war der Große 3 Tage bei ihnen, in denen wir unseren normalen Alltag mit der Kleinen zwischen Arbeit und Kita hatten. Das ist einfach extrem wenig. Im letzten Jahr hatten wir wenigstens noch die Babysitterin und die Spieldates. Ohne diese jedoch fällt die wenige Großelternunterstützung noch mehr ins Gewicht. Es ist sehr frustrierend und unheimlich anstrengend, alles allein wuppen zu müssen. Krank oder erschöpft sein dürfen wir so gut wie gar nicht. Noch nie wurden beide Kinder von den Großeltern allein von der Kita abgeholt. Jeder Nachmittag, jedes Wochenende wird allein von uns bestritten. Wir versuchen uns zumindest am Wochenende abzuwechseln, aber es ist zu zweit ohne weitere Hilfe wirklich wahnsinnig aufreibend.
Ich kann die Situation gerade nicht ändern, aber sie trägt eindeutig dazu bei, dass ich mich aktuell ziemlich am Limit fühle. Das merke ich daran, dass ich in den letzten Tagen seit langer Zeit wieder oft geschrien und geweint habe. Das tut mir wahnsinnig leid, hatte ich doch erst vor kurzem zu einem halbwegs ausgeglichenen Zustand gefunden. Morgen geht's auf eine Kurzreise, an deren Ende der Große noch 2 Tage bei den Großeltern bleibt. Mal sehen, ob sich das etwas entlastend auswirkt. Ich hoffe es. Es ist allerdings immer nur ein Tropfen auf dem heißen Stein;(
Freitag, 8. Mai 2015
Der 2. Geburtstag der Kleinen
Ich freue mich über jeden Geburtstag meiner Kinder, weil es für mich generell einfacher wird, je älter die Kinder werden. Am Mittwoch, 6. Mai 2015, feierte die Kleine nun ihren 2. Geburtstag und ist in einem wirklich süßen, entzückenden Alter. Ich hatte mir am Dienstag schon frei genommen, um in Ruhe alles vorzubereiten, schließlich war das ihr erster bewusster Geburtstag. Sie hatte seit dem 4. Ehrentag des Großen auch schon immer von "... (ihr Name) Burtat" gesprochen und dass sie bald "zei" wird. Wir wollten den Tag als Familienzeit gestalten; einen Kindergeburtstag hatten wir beim Großen erst ab 3 Jahre gefeiert und das hat sich bewährt.
Nach 3 Jahren von Eisenbahn-, Feuerwehr- und Polizeikuchen konnte ich nun endlich mal einen "Mädchenkuchen" backen. Da mir dazu aber nichts Schönes eingefallen ist, habe ich einfach einen essbaren Tortenaufleger bestellt und diesen auf den gebackenen Kuchen aufgebracht. Erdbeeren liebt die Kleine und die essbaren Kerzenhalter fand ich auch ganz süß (im Wortsinn). Für die nächsten Jahre brauche ich unbedingt viele Anregungen für schöne "Mädchenkuchen"! Abends schmückten wir den Geburtstagstisch und waren platt, aber zufrieden.
Am Geburtstag wachte sie schon um 6 Uhr morgens auf, so dass ich ihre Geburtszeit 6:35 Uhr wach rekapitulieren "durfte" (was hoffentlich in den nächsten Jahren nicht mehr so oft vorkommen wird;)). Der Große war fast aufgeregter als sie und hibbelte schon bald vor der Wohnzimmertür herum. Als sie endlich rein durften, gab es kein Halten mehr. Beide Kinder stürzten sich auf die Geschenke und jauchzten übermütig. Echt süß! Dann wurde ausgiebig gespielt und gefrühstückt. Von uns gab es den Großen Zirkus von Duplo und das kleinste Puky Laufrad in pink sowie mehrere Kleinigkeiten. Das Laufrad hatten wir mit Freunden getauscht, deren erstes Kind ein Mädchen und das zweite ein Junge ist. Sie bekamen von uns das alte blaue Laufrad des Großen, was ihr Sohn dann erhält, und gaben uns das pinkfarbene Laufrad ihrer Tochter. Wir hätten auch überhaupt kein Problem gehabt, der Kleinen das blaue Laufrad des Großen zu schenken, aber so hat es ja optimal geklappt.
Der Große schenkte ihr einen Biene Maja Regenschirm. Von den abwesenden Großeltern wurde symbolisch diese Kinderküche geschenkt, die total süß ist und leicht aufzubauen war. Da wir schon einiges an Küchenzubehör hatten, kaufte ich nur noch ein paar Ergänzungen wie Fischstäbchen etc. Sie freute sich unglaublich und kochte uns gleich die ersten Leckereien.
Nachdem ausgiebig gespielt wurde, fuhren wir wie geplant zu Karl's Erdbeerhof. Da die Kleine früher als sonst aufgewacht war, machte sie ein kleines Nickerchen im Auto, was super war, weil sie sonst nicht lange durchgehalten hätte. Karl's Erdbeerhof ist ein vielseitiger Erlebnisbauernhof mit Traktorbahn, Kartoffelsackrutsche, Ponyreiten, Feuerwehrspritzstation, Irrgarten, Maislabyrinth, einer Kinderbaustelle und vielem mehr, was das Kinderherz höher schlagen lässt. Am Wochenende ist es immer sehr voll und der Große und ich leiden dann schnell unter Reizüberflutung, aber an einem Mittwoch war es traumhaft leer und wir konnten alles ausprobieren. Ich habe mich sogar zum ersten Mal auf die Kartoffelsackrutsche getraut;). Wir verbrachten ca. 3 1/2 Stunden dort und die Kinder hatten viel Spaß. Definitiv immer einen Ausflug wert, wenn auch lieber unter der Woche.
Wir wussten, dass die Kinder danach im Auto einschlafen würden und fuhren deshalb zu unserem Garten, wo wir den Geburtstagskuchen genossen und den Rest des Nachmittags verbrachten. Leider hatte die Kleine dann Durchfall, sie hatte schon seit morgens kaum etwas gegessen und über Bauchweh geklagt. Aber da sie glücklicherweise gute Laune hatte, beeinträchtigte das den Tag nicht sehr.
Auf dem Rückweg probierte sie kurz ihr neues Laufrad aus, hatte aber noch Berührungsängste. Der Große hatte sein erstes Laufrad damals auch zum 2. Geburtstag bekommen, stieg auf und fuhr los. Seitdem fährt er sehr genüsslich und ausdauernd Laufrad. Ich bin gespannt, ob die Kleine noch Gefallen daran findet.
Zuhause spielten die Kinder noch einmal kurz und dann war der Geburtstag schon wieder vorbei. Einen Kindergeburtstag werden wir, wie gesagt, frühestens nächstes Jahr feiern. Mal sehen, ob sie dann schon ein paar ausgesuchte Freunde hat wie der Große in dem Alter. Beim zweiten Kind wird das Aufbauen und Pflegen der Freundschaften leider etwas vernachlässigt und ich hoffe, dass sie das mit ihrer offenen, gewinnenden Art wettmachen kann.
Insgesamt war es ein schöner Tag, wenn auch ziemlich anstrengend, wenn ich noch die Vorbereitungen am Dienstag mitrechne. Aber ich denke, den Kindern hat es gefallen und der Große hat schon realisiert, dass er außer der Reihe "frei" hatte. Abends habe ich noch Mini-Muffins für die Kita gebacken, wo die Kleine am nächsten Tag gefeiert wurde. Nächstes Jahr wird es mit den Vorbereitungen für zwei Kindergeburtstage noch aufwändiger. Gut, dass die Geburtstage der beiden exakt 2 Monate auseinander liegen;)
Und jetzt her mit euren Mädchenkuchenideen!
Nach 3 Jahren von Eisenbahn-, Feuerwehr- und Polizeikuchen konnte ich nun endlich mal einen "Mädchenkuchen" backen. Da mir dazu aber nichts Schönes eingefallen ist, habe ich einfach einen essbaren Tortenaufleger bestellt und diesen auf den gebackenen Kuchen aufgebracht. Erdbeeren liebt die Kleine und die essbaren Kerzenhalter fand ich auch ganz süß (im Wortsinn). Für die nächsten Jahre brauche ich unbedingt viele Anregungen für schöne "Mädchenkuchen"! Abends schmückten wir den Geburtstagstisch und waren platt, aber zufrieden.
Am Geburtstag wachte sie schon um 6 Uhr morgens auf, so dass ich ihre Geburtszeit 6:35 Uhr wach rekapitulieren "durfte" (was hoffentlich in den nächsten Jahren nicht mehr so oft vorkommen wird;)). Der Große war fast aufgeregter als sie und hibbelte schon bald vor der Wohnzimmertür herum. Als sie endlich rein durften, gab es kein Halten mehr. Beide Kinder stürzten sich auf die Geschenke und jauchzten übermütig. Echt süß! Dann wurde ausgiebig gespielt und gefrühstückt. Von uns gab es den Großen Zirkus von Duplo und das kleinste Puky Laufrad in pink sowie mehrere Kleinigkeiten. Das Laufrad hatten wir mit Freunden getauscht, deren erstes Kind ein Mädchen und das zweite ein Junge ist. Sie bekamen von uns das alte blaue Laufrad des Großen, was ihr Sohn dann erhält, und gaben uns das pinkfarbene Laufrad ihrer Tochter. Wir hätten auch überhaupt kein Problem gehabt, der Kleinen das blaue Laufrad des Großen zu schenken, aber so hat es ja optimal geklappt.
Der Große schenkte ihr einen Biene Maja Regenschirm. Von den abwesenden Großeltern wurde symbolisch diese Kinderküche geschenkt, die total süß ist und leicht aufzubauen war. Da wir schon einiges an Küchenzubehör hatten, kaufte ich nur noch ein paar Ergänzungen wie Fischstäbchen etc. Sie freute sich unglaublich und kochte uns gleich die ersten Leckereien.
Nachdem ausgiebig gespielt wurde, fuhren wir wie geplant zu Karl's Erdbeerhof. Da die Kleine früher als sonst aufgewacht war, machte sie ein kleines Nickerchen im Auto, was super war, weil sie sonst nicht lange durchgehalten hätte. Karl's Erdbeerhof ist ein vielseitiger Erlebnisbauernhof mit Traktorbahn, Kartoffelsackrutsche, Ponyreiten, Feuerwehrspritzstation, Irrgarten, Maislabyrinth, einer Kinderbaustelle und vielem mehr, was das Kinderherz höher schlagen lässt. Am Wochenende ist es immer sehr voll und der Große und ich leiden dann schnell unter Reizüberflutung, aber an einem Mittwoch war es traumhaft leer und wir konnten alles ausprobieren. Ich habe mich sogar zum ersten Mal auf die Kartoffelsackrutsche getraut;). Wir verbrachten ca. 3 1/2 Stunden dort und die Kinder hatten viel Spaß. Definitiv immer einen Ausflug wert, wenn auch lieber unter der Woche.
Wir wussten, dass die Kinder danach im Auto einschlafen würden und fuhren deshalb zu unserem Garten, wo wir den Geburtstagskuchen genossen und den Rest des Nachmittags verbrachten. Leider hatte die Kleine dann Durchfall, sie hatte schon seit morgens kaum etwas gegessen und über Bauchweh geklagt. Aber da sie glücklicherweise gute Laune hatte, beeinträchtigte das den Tag nicht sehr.
Auf dem Rückweg probierte sie kurz ihr neues Laufrad aus, hatte aber noch Berührungsängste. Der Große hatte sein erstes Laufrad damals auch zum 2. Geburtstag bekommen, stieg auf und fuhr los. Seitdem fährt er sehr genüsslich und ausdauernd Laufrad. Ich bin gespannt, ob die Kleine noch Gefallen daran findet.
Zuhause spielten die Kinder noch einmal kurz und dann war der Geburtstag schon wieder vorbei. Einen Kindergeburtstag werden wir, wie gesagt, frühestens nächstes Jahr feiern. Mal sehen, ob sie dann schon ein paar ausgesuchte Freunde hat wie der Große in dem Alter. Beim zweiten Kind wird das Aufbauen und Pflegen der Freundschaften leider etwas vernachlässigt und ich hoffe, dass sie das mit ihrer offenen, gewinnenden Art wettmachen kann.
Insgesamt war es ein schöner Tag, wenn auch ziemlich anstrengend, wenn ich noch die Vorbereitungen am Dienstag mitrechne. Aber ich denke, den Kindern hat es gefallen und der Große hat schon realisiert, dass er außer der Reihe "frei" hatte. Abends habe ich noch Mini-Muffins für die Kita gebacken, wo die Kleine am nächsten Tag gefeiert wurde. Nächstes Jahr wird es mit den Vorbereitungen für zwei Kindergeburtstage noch aufwändiger. Gut, dass die Geburtstage der beiden exakt 2 Monate auseinander liegen;)
Und jetzt her mit euren Mädchenkuchenideen!
Dienstag, 5. Mai 2015
Geburtsbericht der Kleinen (6. Mai 2013)
Die Kleine wird morgen 2 Jahre alt und ich habe anlässlich ihres Geburtstages endlich ihren Geburtsbericht verfasst. Wie auch beim Geburtsbericht des Großen rekonstruiere ich aus meinen eigenen Aufzeichnungen und dem Partogramm der Klinik. Es war eine wunderschöne, perfekt verlaufene Geburt, wie man sie sich selbst und dem Baby wünscht. Ich hatte aber auch schon einiges an "Vorarbeit" in den davorliegenden Wochen geleistet.
Die Kleine wurde am Montag, 6. Mai 2013 um 6:35 Uhr geboren. Ihr errechneter Termin war der 27. April, somit war sie 9 Tage überfällig und ich war in SSW 41+2. Über lange Strecken der Schwangerschaft hielt ich es nicht für möglich, den ET überhaupt zu erreichen, hatte ich doch eigentlich permanent ein unangenehm offenes Gefühl und schon viele Wochen vor ET mehr oder weniger regelmäßige Wehen. Ich hätte alles darauf verwettet, dass sie früher kommt und war heilfroh, als wir die 36. Woche erreichten und damit in unser Stammkrankenhaus gehen konnten. Ja, trotz der schlechten Erfahrungen bei der Geburt des Großen wollte ich wieder dort entbinden, weil ich mich erstens sicherer in einer bekannten Umgebung fühlte und zweitens der Große und mein Mann mich problemlos besuchen kommen sollten.
Die Schwangerschaft war nicht ganz so angenehm verlaufen wie die des Großen, wenn auch insgesamt sehr problemlos. Ich hatte diesmal zwischen SSW 8 bis 12/13 mit arger Übelkeit ab Mittag bis in die Nacht hinein zu kämpfen (beim Großen gar nicht). Vormittags war alles okay, Erbrechen musste ich zum Glück nicht, aber es beeinträchtigte schon sehr. Der Druck nach unten, der von Anfang an da war, verstärkte sich durch das viele Tragen des Großen noch (er war 1 1/2 Jahre alt, als ich schwanger wurde). Hinzu kamen in den letzten Wochen ständige Übungswehen, die teilweise schon regelmäßig alle 8 Minuten kamen und dann plötzlich wieder aufhörten. Ich hatte in den letzten Wochen Tage, da konnte ich Bäume ausreißen, so gut ging es mir, und dann wieder sehr bescheidene, schlappe und schmerzgeprägte Tage. Obwohl ich den Großen ja 5 Tage nach Termin entbunden habe, hätte ich nie gedacht, dass ich bei der Kleinen überhaupt an den ET herankomme;)
Am ET selbst, einem Samstag, ging es mir nicht besonders und wir machten nur einen klitzekleinen Ausflug zum Funkturm, um nicht viel laufen zu müssen. In den darauffolgenden Tagen musste ich mehrfach zum CTG in die Klinik bzw. zur Frauenärztin, ging noch einmal zum Friseur, wir hatten einen Kinderarzttermin, besuchten am 1. Mai ein Fest und bereiteten alles vor. Der Große war in der Kita, mein Mann hatte schon ab 3 Tage vor ET Urlaub und ab Geburt dann wieder Elternzeit. Ich arbeitete etwas im Garten, in der Annahme, dass dies Wehen auslösen konnte, und wir probierten auch diesmal hoffnungsvoll den Trick mit dem indischen Essen aus, aber es tat sich nichts.
Am Sonntag, 5. Mai, fuhren wir morgens zum CTG in die Klinik. Keine Besonderheiten. Es wurde entschieden, am Dienstag 7. Mai einzuleiten, wenn sich nichts tut. Ich hätte aber auch am Dienstag anrufen können, wenn ich doch noch warten wollte. Die sehr nette diensthabende Hebamme gab mir ein Wehenöl, was ich entweder ins Badewasser geben oder in den Bauch einmassieren sollte. Da ich aus Kreislaufgründen nicht mehr baden wollte, würde ich es als Massageöl verwenden. Ich gab nichts darauf. Danach sind wir in unseren Garten gefahren und verbrachten den Nachmittag dort. Ich hatte immer mal wieder unregelmäßige Wehen, ansonsten ging es mir gut. Ich wurde von den Nachbarn gefragt, wann es denn soweit wäre. Ich sagte: vor 8 Tagen;). Abends massierte ich mir das Wehenöl in die Bauchhaut ein und ging gegen 23 Uhr schlafen, glaubte aber an nichts mehr und stellte mich schon mental auf die Einleitung ein.
Ab 0:30 Uhr am Montag, 6. Mai, hatte ich Wehen, die gut erträglich waren. Um 4:30 Uhr weckte ich meinen Mann, obwohl die Wehen erst im 10-Minuten-Abstand kamen, so dass wir genügend zeitlichen Vorlauf hatten, wenn der Große gegen 6 Uhr aufwacht. Für diesen Fall des nächtlichen Beginns hatten wir vereinbart, dass mein Mann mich, sofern der Große nicht aufwacht, kurz in die Klinik fährt, dann wieder nach Hause, den Großen versorgt, in die Kita bringt und nachkommt. Um 5:10 Uhr kamen wir im Krankenhaus an, alles lief schön ruhig und bewusst ab, mit regelmäßigen, schmerzhafter werdenden Wehen zwischendurch, so wie man es sich wünscht und vorstellt. Als die Hebamme hörte, dass ich Wehen ca. alle 8 Minuten hatte, platzierte sie mich erstmal gemächlich im Vorzimmer und schloss mich ans CTG an. Ich schickte meinen Mann nach Hause zum Großen. Als sie mitbekam, dass ich schon ein Kind habe, untersuchte sie mich und siedelte mich dann schnellstens in den Kreißsaal um. Es war wohl schon alles sehr geburtsbereit.
Um 5:30 Uhr war ich im Kreißsaal, zog mich unter Wehen um und lag kaum allein und durchschnaufend auf dem Geburtsbett, als die Fruchtblase platzte. In Erinnerung an das Trauma meiner ersten Geburt, als ich nach dem Blasensprung einen furchtbaren Wehensturm hatte, klingelte ich sofort und bat um eine PDA. Die Hebamme schüttelte nur den Kopf, untersuchte mich und meinte, es würde nun nicht mehr lange dauern. Ich war gerade erst im Kreißsaal angekommen! Für einen kurzen Moment stieg Panik in mir hoch, aber die Wehen blieben tatsächlich, auch als sie in dichten Abständen kamen, immer ertragbar und mit kleinen Pausen zwischendurch. Ein riesiger Kontrast zur Geburt des Großen mit dem schrecklichen Wehensturm.
Als das Bett wieder frischgemacht war, begannen bald schon die Presswehen. Natürlich hat es unheimlich weh getan, natürlich habe ich auch geschrien, aber es war eine durch und durch selbstbestimmte, positive Erfahrung ohne jegliche Schmerzmittel. Schon sagte die Hebamme, dass das Baby viele schwarze Haare hat und gut mithilft. Ein Arzt kam hinzu und ich wusste, es ging in die Endphase. Ich konnte kaum glauben, dass es so schnell gehen würde. Einige Presswehen, immer ging es ein Stück weiter, ich riss und schon war sie da. Um 6:35 Uhr am 6. Mai 2013 ist die Kleine geboren, und ich war in allererster Linie glücklich, dass es überstanden war und alles so gut gegangen ist. Ich stammelte immer wieder "Das gibt's doch nicht, das gibt's doch nicht!", darauf die Hebamme: "Doch, Ihre Tochter ist da!" Sie wurde mir auf den Bauch gelegt und wieder kann ich die Reihenfolge der nächsten Schritte nicht rekapitulieren: Abnabelung, Nabelschnurblutentnahme zur Einlagerung, Nachgeburt, Genäht-Werden, Wiegen, Messen und diverse Tests. Als die Hebamme mir das Gewicht meiner Tochter sagte, kam noch einmal von mir "Das gibt's doch nicht!": sie hatte mit 3620g exakt das gleiche Geburtsgewicht wie ihr Bruder. Unglaublich. Ich entschied diesmal allein, dass der von uns ausgesuchte Name zu ihr passt und so bleibt wie vorgesehen, da mein Mann ja nicht rechtzeitig angekommen war.
Wie auch beim Großen war es allerdings nicht so, dass ich überschwängliche, euphorische Gefühle empfunden habe oder eine Mutterliebe sofort vorhanden war. Es überwog vor allem die riesengroße Erleichterung über den guten Ablauf der Geburt und dass nach 9 Tagen über Termin nun endlich alles geschafft war. Das Baby war mir auch diesmal erstmal fremd. Sie lag auf meinem Bauch, machte Stillversuche und wir kuschelten die erste Stunde ganz allein. Ich schickte meinem Mann das erste Foto und er fragte sich, wessen Baby das war;) Zu dieser Zeit frühstückte er gerade mit dem Großen zuhause, brachte ihn dann in die Kita und wollte nachkommen. Im Gegensatz zum Großen schrie und weinte die Kleine aber fast die gesamte erste Stunde durch, obwohl sie direkt bei mir war. Ich konnte aber diesmal total ruhig bleiben, hielt sie und säuselte ihr ins Ohr. Es dauerte aber lange, bis sie sich beruhigte, und zwischendurch stieg schon leichte Panik in mir hoch. Schließlich wollte ich nicht noch einmal das Gleiche wie mit den Großen erleben. Als die Hebamme wiederkam, sagte sie auch, dass ihr wohl die Geburt zu schnell ging und sie deshalb so aufgebracht war. Da es mir aber total gut ging, konnte ich alles gefasster hinnehmen.
Als sie dann eingeschlafen war, legte ich sie in ihr Bettchen, wusch mich (das konnte ich beim Großen wegen des Kreislaufkollapses nicht machen) und frühstückte ausgiebig und in aller Ruhe allein. Ich war so selig. Auch darüber, dass ich mich nicht unterhalten musste, sondern allein alles verarbeiten konnte. Mir ging es total gut. Ich machte Fotos, schickte Nachrichten aus dem Kreißsaal und wurde dann gegen 9:30 Uhr auf die Wochenstation gefahren, wo kurz darauf mein Mann zu uns stieß, nachdem er den Großen in der Kita abgeliefert hatte. Die Kleine hatte noch ihren Turban um den Kopf und sah wundersüß aus. Außerdem war sie sehr ruhig und schlief viel. Mein Mann blieb ein paar Stunden und kam dann später mit dem Großen wieder. Über die erste rührende Geschwisterbegegnung und die diesmal (im krassen Kontrast zu 2011) wunderbare, erholsame Zeit auf der Wochenstation berichte ich hier.
Für mich fühlt sich die Geburt der Kleinen auch heute noch wie die perfekte Geburt an. Sie war traumhaft, schnell, unkompliziert, mit "normalen" Wehen, denen man sich nicht so extrem ausgeliefert fühlte wie im Wehensturm. Für mich war es optimal, dass ich allein war und mich ganz auf die Geburt und später auf die Kleine konzentrieren konnte. Ich habe das überhaupt nicht als schlimm empfunden, im Gegenteil, und möchte allen Frauen, die auch wegen eines Geschwisterkindes möglicherweise allein gebären "müssen", die Angst davor nehmen. Es war wirklich wunderschön!
Diese tolle Geburt hat das Trauma der ersten Geburt wieder geheilt, und genauso ging es auch mit der Wochenstation, der Wochenbettzeit und der Babyzeit der Kleinen weiter. Dass es sowohl mir gut ging als auch das Kind pflegeleichter war, hätte ich früher für normal gehalten, habe es aber diesmal aufgrund der vorausgegangenen Erfahrungen als enormes Glück empfunden. Ich bin so dankbar, dass die Kleine zu uns gekommen ist und nicht nur uns komplett, sondern auch mich wieder "ganz" gemacht hat.
Die Eckdaten:
geboren am 6. Mai 2013 (SSW 41+2)
Gewicht: 3620g
Größe: 54 cm
Kopfumfang: 35 cm
Dauer der Eröffnungsperiode: 2h 45min
Austreibungsperiode: 20min
Nachgeburtsperiode: 10min
Gesamtgeburtsdauer: 3h 15min
Blutverlust: 300ml
Hb (Eisenwert): 6,7mmol/l
Die Kleine wurde am Montag, 6. Mai 2013 um 6:35 Uhr geboren. Ihr errechneter Termin war der 27. April, somit war sie 9 Tage überfällig und ich war in SSW 41+2. Über lange Strecken der Schwangerschaft hielt ich es nicht für möglich, den ET überhaupt zu erreichen, hatte ich doch eigentlich permanent ein unangenehm offenes Gefühl und schon viele Wochen vor ET mehr oder weniger regelmäßige Wehen. Ich hätte alles darauf verwettet, dass sie früher kommt und war heilfroh, als wir die 36. Woche erreichten und damit in unser Stammkrankenhaus gehen konnten. Ja, trotz der schlechten Erfahrungen bei der Geburt des Großen wollte ich wieder dort entbinden, weil ich mich erstens sicherer in einer bekannten Umgebung fühlte und zweitens der Große und mein Mann mich problemlos besuchen kommen sollten.
Die Schwangerschaft war nicht ganz so angenehm verlaufen wie die des Großen, wenn auch insgesamt sehr problemlos. Ich hatte diesmal zwischen SSW 8 bis 12/13 mit arger Übelkeit ab Mittag bis in die Nacht hinein zu kämpfen (beim Großen gar nicht). Vormittags war alles okay, Erbrechen musste ich zum Glück nicht, aber es beeinträchtigte schon sehr. Der Druck nach unten, der von Anfang an da war, verstärkte sich durch das viele Tragen des Großen noch (er war 1 1/2 Jahre alt, als ich schwanger wurde). Hinzu kamen in den letzten Wochen ständige Übungswehen, die teilweise schon regelmäßig alle 8 Minuten kamen und dann plötzlich wieder aufhörten. Ich hatte in den letzten Wochen Tage, da konnte ich Bäume ausreißen, so gut ging es mir, und dann wieder sehr bescheidene, schlappe und schmerzgeprägte Tage. Obwohl ich den Großen ja 5 Tage nach Termin entbunden habe, hätte ich nie gedacht, dass ich bei der Kleinen überhaupt an den ET herankomme;)
Am ET selbst, einem Samstag, ging es mir nicht besonders und wir machten nur einen klitzekleinen Ausflug zum Funkturm, um nicht viel laufen zu müssen. In den darauffolgenden Tagen musste ich mehrfach zum CTG in die Klinik bzw. zur Frauenärztin, ging noch einmal zum Friseur, wir hatten einen Kinderarzttermin, besuchten am 1. Mai ein Fest und bereiteten alles vor. Der Große war in der Kita, mein Mann hatte schon ab 3 Tage vor ET Urlaub und ab Geburt dann wieder Elternzeit. Ich arbeitete etwas im Garten, in der Annahme, dass dies Wehen auslösen konnte, und wir probierten auch diesmal hoffnungsvoll den Trick mit dem indischen Essen aus, aber es tat sich nichts.
Am Sonntag, 5. Mai, fuhren wir morgens zum CTG in die Klinik. Keine Besonderheiten. Es wurde entschieden, am Dienstag 7. Mai einzuleiten, wenn sich nichts tut. Ich hätte aber auch am Dienstag anrufen können, wenn ich doch noch warten wollte. Die sehr nette diensthabende Hebamme gab mir ein Wehenöl, was ich entweder ins Badewasser geben oder in den Bauch einmassieren sollte. Da ich aus Kreislaufgründen nicht mehr baden wollte, würde ich es als Massageöl verwenden. Ich gab nichts darauf. Danach sind wir in unseren Garten gefahren und verbrachten den Nachmittag dort. Ich hatte immer mal wieder unregelmäßige Wehen, ansonsten ging es mir gut. Ich wurde von den Nachbarn gefragt, wann es denn soweit wäre. Ich sagte: vor 8 Tagen;). Abends massierte ich mir das Wehenöl in die Bauchhaut ein und ging gegen 23 Uhr schlafen, glaubte aber an nichts mehr und stellte mich schon mental auf die Einleitung ein.
Ab 0:30 Uhr am Montag, 6. Mai, hatte ich Wehen, die gut erträglich waren. Um 4:30 Uhr weckte ich meinen Mann, obwohl die Wehen erst im 10-Minuten-Abstand kamen, so dass wir genügend zeitlichen Vorlauf hatten, wenn der Große gegen 6 Uhr aufwacht. Für diesen Fall des nächtlichen Beginns hatten wir vereinbart, dass mein Mann mich, sofern der Große nicht aufwacht, kurz in die Klinik fährt, dann wieder nach Hause, den Großen versorgt, in die Kita bringt und nachkommt. Um 5:10 Uhr kamen wir im Krankenhaus an, alles lief schön ruhig und bewusst ab, mit regelmäßigen, schmerzhafter werdenden Wehen zwischendurch, so wie man es sich wünscht und vorstellt. Als die Hebamme hörte, dass ich Wehen ca. alle 8 Minuten hatte, platzierte sie mich erstmal gemächlich im Vorzimmer und schloss mich ans CTG an. Ich schickte meinen Mann nach Hause zum Großen. Als sie mitbekam, dass ich schon ein Kind habe, untersuchte sie mich und siedelte mich dann schnellstens in den Kreißsaal um. Es war wohl schon alles sehr geburtsbereit.
Um 5:30 Uhr war ich im Kreißsaal, zog mich unter Wehen um und lag kaum allein und durchschnaufend auf dem Geburtsbett, als die Fruchtblase platzte. In Erinnerung an das Trauma meiner ersten Geburt, als ich nach dem Blasensprung einen furchtbaren Wehensturm hatte, klingelte ich sofort und bat um eine PDA. Die Hebamme schüttelte nur den Kopf, untersuchte mich und meinte, es würde nun nicht mehr lange dauern. Ich war gerade erst im Kreißsaal angekommen! Für einen kurzen Moment stieg Panik in mir hoch, aber die Wehen blieben tatsächlich, auch als sie in dichten Abständen kamen, immer ertragbar und mit kleinen Pausen zwischendurch. Ein riesiger Kontrast zur Geburt des Großen mit dem schrecklichen Wehensturm.
Als das Bett wieder frischgemacht war, begannen bald schon die Presswehen. Natürlich hat es unheimlich weh getan, natürlich habe ich auch geschrien, aber es war eine durch und durch selbstbestimmte, positive Erfahrung ohne jegliche Schmerzmittel. Schon sagte die Hebamme, dass das Baby viele schwarze Haare hat und gut mithilft. Ein Arzt kam hinzu und ich wusste, es ging in die Endphase. Ich konnte kaum glauben, dass es so schnell gehen würde. Einige Presswehen, immer ging es ein Stück weiter, ich riss und schon war sie da. Um 6:35 Uhr am 6. Mai 2013 ist die Kleine geboren, und ich war in allererster Linie glücklich, dass es überstanden war und alles so gut gegangen ist. Ich stammelte immer wieder "Das gibt's doch nicht, das gibt's doch nicht!", darauf die Hebamme: "Doch, Ihre Tochter ist da!" Sie wurde mir auf den Bauch gelegt und wieder kann ich die Reihenfolge der nächsten Schritte nicht rekapitulieren: Abnabelung, Nabelschnurblutentnahme zur Einlagerung, Nachgeburt, Genäht-Werden, Wiegen, Messen und diverse Tests. Als die Hebamme mir das Gewicht meiner Tochter sagte, kam noch einmal von mir "Das gibt's doch nicht!": sie hatte mit 3620g exakt das gleiche Geburtsgewicht wie ihr Bruder. Unglaublich. Ich entschied diesmal allein, dass der von uns ausgesuchte Name zu ihr passt und so bleibt wie vorgesehen, da mein Mann ja nicht rechtzeitig angekommen war.
Wie auch beim Großen war es allerdings nicht so, dass ich überschwängliche, euphorische Gefühle empfunden habe oder eine Mutterliebe sofort vorhanden war. Es überwog vor allem die riesengroße Erleichterung über den guten Ablauf der Geburt und dass nach 9 Tagen über Termin nun endlich alles geschafft war. Das Baby war mir auch diesmal erstmal fremd. Sie lag auf meinem Bauch, machte Stillversuche und wir kuschelten die erste Stunde ganz allein. Ich schickte meinem Mann das erste Foto und er fragte sich, wessen Baby das war;) Zu dieser Zeit frühstückte er gerade mit dem Großen zuhause, brachte ihn dann in die Kita und wollte nachkommen. Im Gegensatz zum Großen schrie und weinte die Kleine aber fast die gesamte erste Stunde durch, obwohl sie direkt bei mir war. Ich konnte aber diesmal total ruhig bleiben, hielt sie und säuselte ihr ins Ohr. Es dauerte aber lange, bis sie sich beruhigte, und zwischendurch stieg schon leichte Panik in mir hoch. Schließlich wollte ich nicht noch einmal das Gleiche wie mit den Großen erleben. Als die Hebamme wiederkam, sagte sie auch, dass ihr wohl die Geburt zu schnell ging und sie deshalb so aufgebracht war. Da es mir aber total gut ging, konnte ich alles gefasster hinnehmen.
Als sie dann eingeschlafen war, legte ich sie in ihr Bettchen, wusch mich (das konnte ich beim Großen wegen des Kreislaufkollapses nicht machen) und frühstückte ausgiebig und in aller Ruhe allein. Ich war so selig. Auch darüber, dass ich mich nicht unterhalten musste, sondern allein alles verarbeiten konnte. Mir ging es total gut. Ich machte Fotos, schickte Nachrichten aus dem Kreißsaal und wurde dann gegen 9:30 Uhr auf die Wochenstation gefahren, wo kurz darauf mein Mann zu uns stieß, nachdem er den Großen in der Kita abgeliefert hatte. Die Kleine hatte noch ihren Turban um den Kopf und sah wundersüß aus. Außerdem war sie sehr ruhig und schlief viel. Mein Mann blieb ein paar Stunden und kam dann später mit dem Großen wieder. Über die erste rührende Geschwisterbegegnung und die diesmal (im krassen Kontrast zu 2011) wunderbare, erholsame Zeit auf der Wochenstation berichte ich hier.
Für mich fühlt sich die Geburt der Kleinen auch heute noch wie die perfekte Geburt an. Sie war traumhaft, schnell, unkompliziert, mit "normalen" Wehen, denen man sich nicht so extrem ausgeliefert fühlte wie im Wehensturm. Für mich war es optimal, dass ich allein war und mich ganz auf die Geburt und später auf die Kleine konzentrieren konnte. Ich habe das überhaupt nicht als schlimm empfunden, im Gegenteil, und möchte allen Frauen, die auch wegen eines Geschwisterkindes möglicherweise allein gebären "müssen", die Angst davor nehmen. Es war wirklich wunderschön!
Diese tolle Geburt hat das Trauma der ersten Geburt wieder geheilt, und genauso ging es auch mit der Wochenstation, der Wochenbettzeit und der Babyzeit der Kleinen weiter. Dass es sowohl mir gut ging als auch das Kind pflegeleichter war, hätte ich früher für normal gehalten, habe es aber diesmal aufgrund der vorausgegangenen Erfahrungen als enormes Glück empfunden. Ich bin so dankbar, dass die Kleine zu uns gekommen ist und nicht nur uns komplett, sondern auch mich wieder "ganz" gemacht hat.
Die Eckdaten:
geboren am 6. Mai 2013 (SSW 41+2)
Gewicht: 3620g
Größe: 54 cm
Kopfumfang: 35 cm
Dauer der Eröffnungsperiode: 2h 45min
Austreibungsperiode: 20min
Nachgeburtsperiode: 10min
Gesamtgeburtsdauer: 3h 15min
Blutverlust: 300ml
Hb (Eisenwert): 6,7mmol/l
(c) Frühlingskindermama
Sonntag, 3. Mai 2015
Ein Held für hochsensible Kinder: "Philipp zähmt den Grübelgeier" (Buchrezension)
Bücher für Kinder, in denen das Thema Hochsensibilität kindgerecht aufbereitet ist, gibt es nur wenige auf dem deutschen Markt. Kürzlich erschienen ist das Buch Henry mit den Superkräften, das sehr gute Rezensionen erhalten hat. Nun hat der auf Hochsensibilität spezialisierte Festland Verlag das neue Buch Philipp zähmt den Grübelgeier von Magdalene Hanke-Basfeld (Text/Illustrationen) herausgegeben und mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.
Das Buch ist für Kinder ab 8 Jahren (zum Selberlesen) geeignet und beinhaltet 13 Kurzgeschichten, von denen sogar die Leselänge angegeben ist. Es sind einige wenige Illustrationen enthalten, aber ich denke, die Bebilderung ist bewusst knapp gehalten, damit bei den Kindern Bilder im Kopf entstehen können. Im Mittelpunkt steht der hochsensible Junge Philipp, der in vielen Bereichen seines Alltagslebens an seine Andersartigkeit erinnert wird und seinen Weg selbst bzw. mit der Hilfe seiner Eltern, Großeltern und Freunde finden muss.
Die Geschichten handeln von der Familie, der Schule, von Tieren, vom Supermarkt, von Geburtstagen und oft tritt Philipps Freund Patrick in Erscheinung, der Philipp nicht nur beim Bewusstwerden seiner besonderen Wahrnehmung unterstützt, sondern auch zu einer Akzeptanz und einem gesteigerten Selbstbewusstsein verhilft. Es werden viele Aspekte angesprochen, die charakteristisch für hochsensible Kinder sind und ihnen im Alltag vielleicht Schwierigkeiten bereiten, zum Beispiel hohe Lärm- und Geruchsempfindlichkeit, geschmackliche Eigenheiten, Unverständnis der Umwelt, auch in der eigenen Familie, Angst vor großen Tieren und gleichzeitig Empathie mit dem Leiden von Tieren, ausgiebiges Grübeln und Abwägen aller Möglichkeiten, langes Nachhallen von Ereignissen, peinliche Empfindungen, Überforderung bei Treffen mit vielen Menschen, Angst vor unbekannten Situationen, Schwierigkeiten mit Kleidung, hohes Verantwortungsgefühl, Gespür für Spannungen und schlechte Stimmung und großes Mitgefühl für Schwächere.
Ich denke, hochsensible Kinder fühlen sofort, dass sie so ähnlich wie Philipp ticken und werden erstmal erleichtert sein, zu hören, dass auch andere Kinder solche Empfindungen wie sie haben. Das kann man ihnen als Eltern noch so oft theoretisch vermitteln; mit einer Figur, die ihnen ähnlich ist, einem Seelenverwandten, wird es hochsensiblen Kindern tausendmal leichter fallen, sich und ihre Eigenheiten besser zu akzeptieren. Deshalb finde ich es sehr erfreulich, dass nun auch auf dem Kinderbuchmarkt das Thema Hochsensibilität angekommen ist.
Die Geschichten sind kurzweilig und bildhaft geschrieben und tragen nicht nur zur Selbsterkenntnis und Akzeptanz für ein hochsensibles Kind bei, sondern bieten auch zarte, nicht überfordernde Lösungs- bzw. Bewältigungsansätze, die vor allem durch Philipps Freund Patrick angeregt werden. Ich denke, das Geschichtenerzählen ist überhaupt die beste Möglichkeit, um hochsensiblen Kindern Strategien zu vermitteln, wie sie ihr Leben entsprechend ihrem Wesen zufrieden gestalten können, ohne sich weder über- noch unterzufordern. Denn sie sollen den für sie herausfordernden Situationen ja nicht grundsätzlich aus dem Weg gehen, sondern selbst ein Gespür dafür entwickeln, was zuviel ist und wo sie sich vielleicht ein wenig überwinden müssen.
Was ich bezeichnend finde, ist, dass Philipps Mama diejenige ist, die das meiste Verständnis für ihn hat (Kap. 7, 10, 13) und ihn auch gegen Angriffe und Unverständnis verteidigt, sicherlich, weil sie selbst hochsensibel ist. Sie muss selbst dem Papa Philipps Charaktereigenschaften näher bringen, der ihr vorwirft, den Jungen immer in Watte packen zu wollen (S. 59). Der Papa hat es also in 8 Jahren nicht geschafft, das Wesen seines Sohnes zu akzeptieren und zu schätzen. Das empfinde ich als ziemlich traurigen Aspekt im Buch, weil es gerade für hochsensible Kinder wichtig ist, dass aus der eigenen Familie nicht auch noch Gegenwind kommt. Ich weiß nicht, ob es ein guter Schachzug war, den Papa als verständnislos darzustellen. Ich als lesendes hochsensibles Kind hätte wahrscheinlich ein sehr ungutes Gefühl dabei. Doch das Verständnis der Mama wiederum birgt auch die Gefahr, dass sie grundsätzlich alles an Philipp und alles, was er macht, gut findet. Das führt dazu, dass Philipp ein Bild zerreißt, was die Mama überschwänglich lobte, obwohl er selbst ganz und gar nicht zufrieden war (S. 54). Doch selbst in dieser Situation kann der Papa auch keine konstruktivere Umgehensweise hervorbringen, da er meist nur "irgendwelche Verbesserungsvorschläge" (S. 54) hat.
Etwas unnötig finde ich, in einem Kinderbuch das Wort "Scheiße" aus dem Mund eines Lehrers zu lesen (S. 89). Ansonsten ist die Sprache dem Alter angemessen. Für meinen 4-jährigen hochsensiblen Sohn, dem ich testhalber zwei Geschichten (u.a. Kap. 4) vorgelesen habe, war es noch zuviel an Informationen und eine fremde Welt. Aber er hat aufmerksam zugehört und ich denke, er hat schon bemerkt, dass er so ähnlich empfindet wie der Junge im Buch (Reizüberflutung im Supermarkt, Angst vor dem großen Hund). Ich werde das Buch auf jeden Fall wieder als Lesestoff verwenden, wenn er noch etwas älter ist. So etwas kann ein sehr guter Einstieg sein, in der Familie über die Hochsensibilität zu sprechen.
Auch für Lehrer und Erzieher finde ich das Buch sehr gut geeignet, um sich in "besondere" Kinder einzufühlen und verständnisvoller reagieren zu können. Es gibt keinen erhobenen Zeigefinger, es propagiert auch keine Sonderbehandlung von hochsensiblen Kindern, sondern will zeigen, wie man sie unterstützen und ermutigen kann, indem man sie in ihren speziellen Eigenschaften erkennt und fördert.
Ich spreche eine klare Empfehlung für Philipp zähmt den Grübelgeier aus und danke dem Verlag nochmals für die Möglichkeit, das Buch vorzustellen und interessierten Lesern nahezubringen. Ich wünschte, ich hätte ein solches Buch als Kind lesen können.
Hier eine weitere Rezension eines Kinderbuches für hochsensible Kinder:
Hochsensible Kinder und ihre Emotionen: "Wie Betty das Wut-Gewitter bändigt" (Buchrezension mit Verlosung)
Das Buch ist für Kinder ab 8 Jahren (zum Selberlesen) geeignet und beinhaltet 13 Kurzgeschichten, von denen sogar die Leselänge angegeben ist. Es sind einige wenige Illustrationen enthalten, aber ich denke, die Bebilderung ist bewusst knapp gehalten, damit bei den Kindern Bilder im Kopf entstehen können. Im Mittelpunkt steht der hochsensible Junge Philipp, der in vielen Bereichen seines Alltagslebens an seine Andersartigkeit erinnert wird und seinen Weg selbst bzw. mit der Hilfe seiner Eltern, Großeltern und Freunde finden muss.Die Geschichten handeln von der Familie, der Schule, von Tieren, vom Supermarkt, von Geburtstagen und oft tritt Philipps Freund Patrick in Erscheinung, der Philipp nicht nur beim Bewusstwerden seiner besonderen Wahrnehmung unterstützt, sondern auch zu einer Akzeptanz und einem gesteigerten Selbstbewusstsein verhilft. Es werden viele Aspekte angesprochen, die charakteristisch für hochsensible Kinder sind und ihnen im Alltag vielleicht Schwierigkeiten bereiten, zum Beispiel hohe Lärm- und Geruchsempfindlichkeit, geschmackliche Eigenheiten, Unverständnis der Umwelt, auch in der eigenen Familie, Angst vor großen Tieren und gleichzeitig Empathie mit dem Leiden von Tieren, ausgiebiges Grübeln und Abwägen aller Möglichkeiten, langes Nachhallen von Ereignissen, peinliche Empfindungen, Überforderung bei Treffen mit vielen Menschen, Angst vor unbekannten Situationen, Schwierigkeiten mit Kleidung, hohes Verantwortungsgefühl, Gespür für Spannungen und schlechte Stimmung und großes Mitgefühl für Schwächere.
Ich denke, hochsensible Kinder fühlen sofort, dass sie so ähnlich wie Philipp ticken und werden erstmal erleichtert sein, zu hören, dass auch andere Kinder solche Empfindungen wie sie haben. Das kann man ihnen als Eltern noch so oft theoretisch vermitteln; mit einer Figur, die ihnen ähnlich ist, einem Seelenverwandten, wird es hochsensiblen Kindern tausendmal leichter fallen, sich und ihre Eigenheiten besser zu akzeptieren. Deshalb finde ich es sehr erfreulich, dass nun auch auf dem Kinderbuchmarkt das Thema Hochsensibilität angekommen ist.
Die Geschichten sind kurzweilig und bildhaft geschrieben und tragen nicht nur zur Selbsterkenntnis und Akzeptanz für ein hochsensibles Kind bei, sondern bieten auch zarte, nicht überfordernde Lösungs- bzw. Bewältigungsansätze, die vor allem durch Philipps Freund Patrick angeregt werden. Ich denke, das Geschichtenerzählen ist überhaupt die beste Möglichkeit, um hochsensiblen Kindern Strategien zu vermitteln, wie sie ihr Leben entsprechend ihrem Wesen zufrieden gestalten können, ohne sich weder über- noch unterzufordern. Denn sie sollen den für sie herausfordernden Situationen ja nicht grundsätzlich aus dem Weg gehen, sondern selbst ein Gespür dafür entwickeln, was zuviel ist und wo sie sich vielleicht ein wenig überwinden müssen.
Was ich bezeichnend finde, ist, dass Philipps Mama diejenige ist, die das meiste Verständnis für ihn hat (Kap. 7, 10, 13) und ihn auch gegen Angriffe und Unverständnis verteidigt, sicherlich, weil sie selbst hochsensibel ist. Sie muss selbst dem Papa Philipps Charaktereigenschaften näher bringen, der ihr vorwirft, den Jungen immer in Watte packen zu wollen (S. 59). Der Papa hat es also in 8 Jahren nicht geschafft, das Wesen seines Sohnes zu akzeptieren und zu schätzen. Das empfinde ich als ziemlich traurigen Aspekt im Buch, weil es gerade für hochsensible Kinder wichtig ist, dass aus der eigenen Familie nicht auch noch Gegenwind kommt. Ich weiß nicht, ob es ein guter Schachzug war, den Papa als verständnislos darzustellen. Ich als lesendes hochsensibles Kind hätte wahrscheinlich ein sehr ungutes Gefühl dabei. Doch das Verständnis der Mama wiederum birgt auch die Gefahr, dass sie grundsätzlich alles an Philipp und alles, was er macht, gut findet. Das führt dazu, dass Philipp ein Bild zerreißt, was die Mama überschwänglich lobte, obwohl er selbst ganz und gar nicht zufrieden war (S. 54). Doch selbst in dieser Situation kann der Papa auch keine konstruktivere Umgehensweise hervorbringen, da er meist nur "irgendwelche Verbesserungsvorschläge" (S. 54) hat.
Etwas unnötig finde ich, in einem Kinderbuch das Wort "Scheiße" aus dem Mund eines Lehrers zu lesen (S. 89). Ansonsten ist die Sprache dem Alter angemessen. Für meinen 4-jährigen hochsensiblen Sohn, dem ich testhalber zwei Geschichten (u.a. Kap. 4) vorgelesen habe, war es noch zuviel an Informationen und eine fremde Welt. Aber er hat aufmerksam zugehört und ich denke, er hat schon bemerkt, dass er so ähnlich empfindet wie der Junge im Buch (Reizüberflutung im Supermarkt, Angst vor dem großen Hund). Ich werde das Buch auf jeden Fall wieder als Lesestoff verwenden, wenn er noch etwas älter ist. So etwas kann ein sehr guter Einstieg sein, in der Familie über die Hochsensibilität zu sprechen.
Auch für Lehrer und Erzieher finde ich das Buch sehr gut geeignet, um sich in "besondere" Kinder einzufühlen und verständnisvoller reagieren zu können. Es gibt keinen erhobenen Zeigefinger, es propagiert auch keine Sonderbehandlung von hochsensiblen Kindern, sondern will zeigen, wie man sie unterstützen und ermutigen kann, indem man sie in ihren speziellen Eigenschaften erkennt und fördert.
Ich spreche eine klare Empfehlung für Philipp zähmt den Grübelgeier aus und danke dem Verlag nochmals für die Möglichkeit, das Buch vorzustellen und interessierten Lesern nahezubringen. Ich wünschte, ich hätte ein solches Buch als Kind lesen können.
Hier eine weitere Rezension eines Kinderbuches für hochsensible Kinder:
Hochsensible Kinder und ihre Emotionen: "Wie Betty das Wut-Gewitter bändigt" (Buchrezension mit Verlosung)
Freitag, 1. Mai 2015
Alltagssituationen mit fremden Kindern
Im Moment brauche ich ab und zu ein paar Ratschläge für Alltagssituationen, die mir im Kontakt mit anderen Kindern begegnen und wo ich unsicher bin, wie ich reagieren soll, ohne einerseits den jeweiligen Eltern in ihre Erziehung hineinzureden und aber trotzdem meinen eigenen Kindern deutlich zu sagen, dass solche Dinge, die eben andere Kinder machen oder sagen, nicht in Ordnung sind.
Zwei Beispiele:
1. Heute trafen wir die Familie zweier guter Freunde (Zwillinge) des Großen aus der Kita im Park. Die beiden plus ein anderer Junge plus mein Großer sind seit 2 1/2 Jahren wirklich ein eingeschworenes Team in ihrer Gruppe. Wir begrüßten sie und der Große freute sich, sie zu sehen. Zur Begrüßung streckte der eine der beiden Jungs ihm die Zunge raus. Ich sagte vorerst nichts, weil ich die Reaktion der Eltern abwartete. Es kam - nichts. Dann versuchte ich eine zweite freundliche Begrüßung, um ihm noch eine Möglichkeit zu geben. Er streckte wieder die Zunge raus. Ich wartete, es kam wieder nichts von den Eltern. Dann sagte ich zu ihm: "Oh, das ist aber keine nette Begrüßung" und verabschiedete mich relativ schnell wieder. Erstens möchte ich nicht, dass der Große sich solch ein Verhalten abschaut und dieses übernimmt und zweitens möchte ich, dass er und auch das andere Kind deutlich hören, dass das nicht in Ordnung ist.
2. Wir sind oft mit zwei anderen Freunden des Großen nachmittags auf dem Spielplatz. Beide sind Kinder, die vieles aufsaugen und unüberlegt wiedergeben, ganz im Gegensatz zu meinem Großen, und beide haben diverse Schimpfwörter im Repertoire. Bei beiden Kindern reagieren die Väter, die meist mit dabei sind, nicht auf die sinnlose Tirade ihrer Kinder, und mein Großer wird mit Ausdrücken und Verhaltensweisen konfrontiert, vor denen ich ihn zwar nicht abschirmen kann, wo ich aber schon möchte, dass er weiß, dass sie nicht akzeptiert werden. Zum Beispiel verabschiedet sich ein kleiner Freund grundsätzlich mit "Tschüss, Du (alter) Pups" von meinem Sohn und dieser steht verständlicherweise ungläubig da und weiß nicht, wie er reagieren soll. Auch hier warte ich immer, ob der Papa reagiert, und erst dann, wenn nichts passiert, sage ich etwas, und zwar nicht "Das sagt man aber nicht", sondern so in etwa "Das ist nicht nett, wir sagen lieber, tschüss mein lieber Freund". Ich weiß, dass in der Kita solche Aussprüche gang und gäbe sind und zukünftig noch zunehmen werden. Ich finde aber, es ist ein Unterschied, wenn die Eltern mit dabei sind und nach meinem Dafürhalten eigentlich einschreiten müssten.
Nun bin ich überhaupt niemand, der ständig reglementiert oder korrigiert, wenn die Kinder zuhause, wo es niemanden Fremden betrifft, ihre typischen Kindergewohnheiten an den Tag legen, im Gegenteil, ich hoffe immer, dass sich so etwas durch Ignorieren und besseres Vorbild auswächst. Ich hasse es auch, wenn meine Kinder mit solchen Sprüchen wie "Wie heißt das Zauberwort?" oder "Was sagt man da?" dressiert werden. Auch hier hoffe ich auf meine Vorbildwirkung. Ich als Mama greife eher wenig ein und fühle mich damit in Anwesenheit anderer Eltern, die oft permanent unbewusst Anweisungen von sich geben, ziemlich unwohl und leide mit den Kindern mit. In diesen Fällen aber habe ich das dringende Bedürfnis, einzugreifen und etwas zu sagen, nicht zuletzt, um meinen Kindern deutlich zu machen, dass das nicht von mir toleriert wird.
Es ist für mich sehr schwierig, einzuschätzen, ob ich damit die anderen Eltern, die nichts sagen, weil sie vielleicht eine andere Taktik verfolgen oder es ihnen möglicherweise gar nicht aufstößt (die schlimmere Variante) "bevormunde" und übergriffig werde. Grundsätzlich soll es natürlich jedem selbst überlassen bleiben, mit welchen Maßstäben an ein soziales Miteinander andere Eltern ihre Kinder erziehen. Andererseits schreite ich ja auch ein, wenn ein anderes Kind meinen Kindern auf dem Spielplatz Dinge wegnimmt und die Eltern es nicht für nötig halten, aktiv zu werden. Bliebe ich da still, würden meine Kinder nur lernen, dass das von Mama geduldet wird, also okay ist. Nicht lange, und sie würden es vielleicht selbst machen. Ebenso ist es mit den oben geschilderten Phrasen. Was andere Eltern ihren Kindern erlauben oder nicht, ist mir solange egal, wie es nicht den Umgang mit meinen Kindern betrifft und Auswirkungen auf meine Kinder hat. Und da sind die oben geschilderten Situationen nur zwei von vielen.
Nun ist mein Großer in dieser Beziehung glücklicherweise kein Kind, was schnell aufschnappt und reproduziert. Was mich oft Nerven und Geduld kostet, ist da wiederum von Vorteil. Es hat eben alles seine positiven und negativen Seiten. Er verwendet solche Ausdrücke bisher nicht und das soll auch so bleiben. In meinem privaten Alltag mit den Kindern reglementiere ich sehr zurückhaltend und vertraue auf die Vorbildwirkung. Im Umgang mit anderen Kindern sage ich auch selten etwas, aber in solchen Situationen muss ich aktiv werden. Ist das übertrieben? Ist das übergriffig? Ich weiß, dass das Thema in Zukunft noch akuter wird, je älter die Kinder werden und möchte mir gern jetzt schon eine Meinung und Vorgehensweise überlegen. Was meint ihr?
Zwei Beispiele:
1. Heute trafen wir die Familie zweier guter Freunde (Zwillinge) des Großen aus der Kita im Park. Die beiden plus ein anderer Junge plus mein Großer sind seit 2 1/2 Jahren wirklich ein eingeschworenes Team in ihrer Gruppe. Wir begrüßten sie und der Große freute sich, sie zu sehen. Zur Begrüßung streckte der eine der beiden Jungs ihm die Zunge raus. Ich sagte vorerst nichts, weil ich die Reaktion der Eltern abwartete. Es kam - nichts. Dann versuchte ich eine zweite freundliche Begrüßung, um ihm noch eine Möglichkeit zu geben. Er streckte wieder die Zunge raus. Ich wartete, es kam wieder nichts von den Eltern. Dann sagte ich zu ihm: "Oh, das ist aber keine nette Begrüßung" und verabschiedete mich relativ schnell wieder. Erstens möchte ich nicht, dass der Große sich solch ein Verhalten abschaut und dieses übernimmt und zweitens möchte ich, dass er und auch das andere Kind deutlich hören, dass das nicht in Ordnung ist.
2. Wir sind oft mit zwei anderen Freunden des Großen nachmittags auf dem Spielplatz. Beide sind Kinder, die vieles aufsaugen und unüberlegt wiedergeben, ganz im Gegensatz zu meinem Großen, und beide haben diverse Schimpfwörter im Repertoire. Bei beiden Kindern reagieren die Väter, die meist mit dabei sind, nicht auf die sinnlose Tirade ihrer Kinder, und mein Großer wird mit Ausdrücken und Verhaltensweisen konfrontiert, vor denen ich ihn zwar nicht abschirmen kann, wo ich aber schon möchte, dass er weiß, dass sie nicht akzeptiert werden. Zum Beispiel verabschiedet sich ein kleiner Freund grundsätzlich mit "Tschüss, Du (alter) Pups" von meinem Sohn und dieser steht verständlicherweise ungläubig da und weiß nicht, wie er reagieren soll. Auch hier warte ich immer, ob der Papa reagiert, und erst dann, wenn nichts passiert, sage ich etwas, und zwar nicht "Das sagt man aber nicht", sondern so in etwa "Das ist nicht nett, wir sagen lieber, tschüss mein lieber Freund". Ich weiß, dass in der Kita solche Aussprüche gang und gäbe sind und zukünftig noch zunehmen werden. Ich finde aber, es ist ein Unterschied, wenn die Eltern mit dabei sind und nach meinem Dafürhalten eigentlich einschreiten müssten.
Nun bin ich überhaupt niemand, der ständig reglementiert oder korrigiert, wenn die Kinder zuhause, wo es niemanden Fremden betrifft, ihre typischen Kindergewohnheiten an den Tag legen, im Gegenteil, ich hoffe immer, dass sich so etwas durch Ignorieren und besseres Vorbild auswächst. Ich hasse es auch, wenn meine Kinder mit solchen Sprüchen wie "Wie heißt das Zauberwort?" oder "Was sagt man da?" dressiert werden. Auch hier hoffe ich auf meine Vorbildwirkung. Ich als Mama greife eher wenig ein und fühle mich damit in Anwesenheit anderer Eltern, die oft permanent unbewusst Anweisungen von sich geben, ziemlich unwohl und leide mit den Kindern mit. In diesen Fällen aber habe ich das dringende Bedürfnis, einzugreifen und etwas zu sagen, nicht zuletzt, um meinen Kindern deutlich zu machen, dass das nicht von mir toleriert wird.
Es ist für mich sehr schwierig, einzuschätzen, ob ich damit die anderen Eltern, die nichts sagen, weil sie vielleicht eine andere Taktik verfolgen oder es ihnen möglicherweise gar nicht aufstößt (die schlimmere Variante) "bevormunde" und übergriffig werde. Grundsätzlich soll es natürlich jedem selbst überlassen bleiben, mit welchen Maßstäben an ein soziales Miteinander andere Eltern ihre Kinder erziehen. Andererseits schreite ich ja auch ein, wenn ein anderes Kind meinen Kindern auf dem Spielplatz Dinge wegnimmt und die Eltern es nicht für nötig halten, aktiv zu werden. Bliebe ich da still, würden meine Kinder nur lernen, dass das von Mama geduldet wird, also okay ist. Nicht lange, und sie würden es vielleicht selbst machen. Ebenso ist es mit den oben geschilderten Phrasen. Was andere Eltern ihren Kindern erlauben oder nicht, ist mir solange egal, wie es nicht den Umgang mit meinen Kindern betrifft und Auswirkungen auf meine Kinder hat. Und da sind die oben geschilderten Situationen nur zwei von vielen.
Nun ist mein Großer in dieser Beziehung glücklicherweise kein Kind, was schnell aufschnappt und reproduziert. Was mich oft Nerven und Geduld kostet, ist da wiederum von Vorteil. Es hat eben alles seine positiven und negativen Seiten. Er verwendet solche Ausdrücke bisher nicht und das soll auch so bleiben. In meinem privaten Alltag mit den Kindern reglementiere ich sehr zurückhaltend und vertraue auf die Vorbildwirkung. Im Umgang mit anderen Kindern sage ich auch selten etwas, aber in solchen Situationen muss ich aktiv werden. Ist das übertrieben? Ist das übergriffig? Ich weiß, dass das Thema in Zukunft noch akuter wird, je älter die Kinder werden und möchte mir gern jetzt schon eine Meinung und Vorgehensweise überlegen. Was meint ihr?
Abonnieren
Posts (Atom)


