Montag, 23. Januar 2017

Was für ein schöner Sonntag!

Oft genug gab es hier von anstrengenden, nervenaufreibenden Wochenenden, Urlauben und Ferien zu lesen, ja selbst einzelne Schließtage brachten mich, genauso wie den Mann, manchmal an den Rand unserer Nerven. Deshalb möchte ich heute ganz bewusst mal von einem wunderschönen Tag mit den Kindern erzählen, als positiven Gegenpart zu manchem Negativbericht hier und für mich selbst als Erinnerung daran, dass diese Tage existieren, dass vieles jetzt möglich ist, was früher undenkbar war, dass ich mittlerweile viel mehr Dinge als früher ohne Nervenzusammenbrüche oder völlige Erschöpfung schaffe und dass es nicht nur anstrengend, sondern auch richtig toll mit den Kindern sein kann. Ich kam gestern so zufrieden, ausgeglichen, erfüllt, selig, vollgetankt mit frischer Luft, Kinderteamgeist und Stärke von meinem Ausflug mit den Kindern nach Hause und dachte, warum kann es nicht immer so sein? Nicht mal meine Erkältung hat gestört...

Als der Mann sich morgens mit Migräne ins Bett legte, spielten wir erst noch ein bisschen zuhause, aber mich zog es raus, denn das Wetter war grandios, Sonne, blauer Himmel, eiskalt, aber trocken und die Vögel zwitscherten, als wäre schon Frühling. Wir packten uns total dick ein, denn ich wollte mit den Kindern in den Zoo fahren. Erst fürchtete ich, dass der Große bei der Bekanntgabe des Ausflugsziels mosern würde, denn bekanntlich ist er nicht gerade tiervernarrt und hat noch vor wenigen Wochen kundgetan: "Boah nee, für Zoo bin ich zu alt!" Aber die Kleine war beim letzten Besuch eines Zoos in einer anderen Stadt (in unserem Weihnachtsurlaub) total traurig gewesen, dass sie keine Elefanten gesehen hatte (wir hatten ein Abendticket und keine Zeit mehr), so dass ich ihr versprochen hatte, bald Elefanten zu besuchen. Erstaunlicherweise kam der Große bereitwillig mit und so fuhren wir drei mit Bus und U-Bahn zum Zoo, wo wir um 11:30 Uhr ankamen. Ich war gespannt, wie lange die Kinder durchhalten würden (zwar schlafen sie nun mittags nicht mehr, aber wir machen immer eine Mittagspause zuhause) und besonders war ich auf die Laune des Großen gespannt, denn er hatte tatsächlich von Anfang an bei jedem Zoobesuch schlechte Laune gehabt. Früher fragten wir uns immer, was denn mit ihm los sei, immerhin begeisterten sich doch "ALLE" anderen Kinder für Tiere, nur er nicht und war im Gegenteil immer total motzig und mies drauf. Mittlerweile wissen wir, dass Tiere ihn eben nicht so superdoll interessieren und es ihm sicherlich auch oft alles zu viel und zu fremd war, die strengen Gerüche, das Gedrängel vor den Gehegen etc. Ehrlich gesagt, ging mir das auch oft so. Je älter er wird, umso mehr fragt er aber, wo bestimmte Tiere leben, wie alt sie werden etc., interessiert sich also mehr für die Fakten als die Lebewesen. Ich glaube, auch dies war bei mir früher ähnlich.

Die Kleine war selig, als sie ihre Elefanten sah, und auch der Große zeigte keine Ansätze seiner sonstigen Zoo-Aversion. Wir gingen zu den Giraffen und schauten lange zu; dass die eine Giraffe den Urin der anderen, gerade pullernden Giraffe mitten im Strahl mit der Zunge auffing, fanden sie natürlich zum Schießen und erzählten es dem Papa abends überschwänglich. Dann ging es an einigen anderen Freigehegen entlang zum Restaurant, denn wir hatten Hunger. Nach dem Mittagessen schwächelten beide Kinder etwas, der Große jammerte, die Beine täten ihm weh, obwohl wir gerade gesessen hatten, und die Kleine wollte immer öfter in den Buggy. Wir besuchten noch die Fütterung im Affenhaus...

und waren kurz im Raubtierhaus, aber dann ging erstmal nichts mehr - außer: Spielplatz! Auf dem (wirklich tollen Abenteuer-) Spielplatz war alle Müdigkeit vergessen und die Kinder turnten ausgelassen herum. Auch dieser Spielplatz hatte den Großen wegen seiner Größe und Vielfältigkeit lange Zeit überfordert. Man kann /muss sehr viel klettern, es gibt verschlungene Wege durch die Holztürme, wackelige Hängebrücken in luftiger Höhe und schnelle und hohe Rutschen, vor denen er immer Respekt hatte. Nun entfernt er sich sogar freiwillig von mir, probiert alles aus, traut sich Dinge zu und schaut, was die größeren Jungs machen. Immer mehr findet er die Herausforderungen klasse. Es ist so schön, solche Entwicklungen zu sehen. Naja, und die Kleine hat ja sowieso kaum Berührungsängste und klettert manchmal sogar dem Großen voran. Auch für mich war es total schön, denn ich musste zwar aufpassen und die Kinder im Auge behalten, aber hatte ansonsten mental Ruhe und konnte die Luft und Sonne genießen.

Nach dem Spielplatz gingen wir noch einen Kakao trinken und anschließend nochmal in eine andere Ecke des Zoos, wo wir selten waren. Es gab kein Gemecker und Gejaule, sie machten alles super mit. Um 16:30 Uhr fuhren wir wieder nach Hause. Ich fürchtete, dass die Kleine in der U-Bahn einschläft, aber das war zu aufregend. Kurz nach 17 Uhr kamen wir zuhause an und waren über 6 Stunden unterwegs gewesen. Solche Ganztagesausflüge machen wir eigentlich sehr selten, wegen der (uns wichtigen) Mittagspause und weil das auch für die Kinder anstrengend ist, aber diesmal bot es sich aufgrund des grandiosen Wetters wirklich an und ich war begeistert, dass es so gut klappte.

Zuhause angekommen, hatten wir alle rote Wangen und glänzende Augen, auch die Kinder waren ausgeglichen, fröhlich und gar nicht überdreht, wie sonst manchmal, wenn alles zuviel war. Sie berichteten dem Papa ausgelassen von ihren Erlebnissen. Und ich selbst war so richtig glücklich und erfüllt. Dass so etwas jetzt geht, dass ich es genieße und dass ich nicht abends völlig erschöpft zusammenbreche, ist ein unglaublicher Fortschritt auf allen Ebenen. Nun nehme ich diese positive Energie mit in die Woche und wenn wiedermal ein Ausflug so richtig mies lief, die Kinder nur meckerten und nichts klappte, dann lese ich diesen Text und erinnere mich an diesen WUNDERSCHÖNEN SONNTAG, der wirklich so war, wie ich es mir immer wünschen würde.

Kommentare:

  1. Das hört sich wunderbar an! Toll, dass ihr nun eine ganz wunderbare Erinnerung an diesen Ausflug habt und sich der Alltag vielleicht nun etwas entspannt.
    LG, Micha

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    1. Ja, ich finde solche Erlebnisse auch toll! Denn das Gegenteil folgt auf dem Fuße...;-)
      LG!

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  2. Hach, das freut mich so sehr für Euch! Ich lese sonst idR still mit und bin nun heute aber sehr froh, dass sich bei Euch einiges so positiv entwickelt. Auf dass es Dich durch die nächste "Phase" trägt.
    kimo

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    1. Hallo Kimo,
      danke, ich freue mich, dass Du mitliest, Du hast, glaube ich, schon mal kommentiert. Heute gab es leider schon wieder Auseinandersetzungen, aber so ist das eben mit Kindern...
      Liebe Grüße!

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  3. Da breitet sich auch bei mir ein großes Lächeln im Gesicht aus!! :-) Ich freue mich sooooo sehr mit dir! Dafür hast du so lange gekämpft! Toll!

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    1. Danke Dir, wie lieb! So perfekt ist es sehr selten... umso schöner!
      Liebe Grüße!

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  4. Über die trinkende Giraffe hätte ich auch gut lachen können... ;)
    Schön, dass ihr einen tollen Ausflug hattet. Ich merke gerader selber, wie wichtig es ist, sich die guten Tage/Dinge zu merken. Leider bleiben die negativen Erfahrungen viel einfacher hängen.

    Liebe Grüße,
    Lara

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    1. Ja, ich bin leider ein Typ, der sich vor allem die negativen, anstrengenden Dinge merkt. Deshalb hab ich das auch - vor allem für mich selbst - mal aufgeschrieben.
      Liebe Grüße!

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  5. Es freut mich für euch und vor allem für dich, dass ihr so einen tollen Tag hattet! Ich finde es auch total klasse, dass du dich getraut hast, diesen Ausflug alleine mit den Kindern zu unternehmen! Vieles von dem, was du schreibst, kann ich nachvollziehen. Es hat lange gedauert, bis ich mich traute, alleine mit den Kindern einen Ausflug zu machen, aber irgendwann habe ich gemerkt, es lohnt sich. Meistens zumindest. Ich habe gemerkt, wie gut es mir und uns tut, diese gemeinsamen Erfolgserlebnisse zu haben und rauszukommen. Es fällt mir manchmal immer noch schwer, wenn unsere Mittagspause (ohne Mittagsschlaf), die mir sehr hilft, durch den Tag mit Kindern zu kommen, wegen längeren Ausflügen ausfällt. Ich versuche sie dann auch durch ein paar ruhige Momente nachzuholen, eben beispielsweise auf einer Parkbank zu sitzen, während die Kinder toben. Aber irgendwann wurde mir klar, dass mein krampfhaftes Festhalten an dieser Pause, die zuhause stattfinden sollte, mich und meinen Erlebnisdrang auch sehr einschränkte. Ich wünsche euch, dass ihr in der nächsten Zeit noch öfter solche Erfolgserlebnisse habt!

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    1. Was Du schreibst, trifft es auf den Punkt! Ich habe mich auch sehr lange nicht getraut, allein mit den Kindern größere Sachen zu unternehmen. Auch bin ich jeden Nachmittag mit ihnen allein, meist draußen unterwegs, und deshalb habe ich auch oft gehadert, wenn ich am Wochenende mit ihnen allein was machen musste. Aber die letzten Male war es echt schön und das gab mir sehr viel Bestätigung und Kraft. Ich kann es schaffen und es ist sogar schön! Diese Erfahrung musste ich ein paarmal machen, um sicherer zu werden. Und mit der Mittagspause hast Du auch recht: ich war immer ziemlich unruhig am Wochenende, weil man zeitlich so eingeschränkt war und vor allem im Winter nachmittags gar nichts mehr machen kann. Gleichzeitig braucht man die kleine Pause halt irgendwie, und für die Kinder finde ich sie eigentlich auch wichtig. Es war also eher eine Ausnahme, aber eine lohnende;-) Und nun, da die Kleine eh' nicht mehr schläft, wird das wohl des öfteren vorkommen. Dadurch können wir endlich auch mal längere Ausflüge machen.
      Liebe Grüße!

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  6. Wie schön, dass Ihr einen so tollen Tag hattet! Ja ist ist wahrlich ein passender Herzpost ;-)
    Ich hoffe solche Momente werden Euch in der nächsten Zeit öfter mal über den Weg laufen, jetzt, wo der Frühling vor der Tür steht ;-)
    Ganz liebe Grüße,
    Wiebke

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    1. Danke, liebe Wiebke, und ja, das hoffe ich auch!
      Liebe Grüße!

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