Montag, 28. November 2016

Es braucht ein Dorf...

Wieder ist ein Wochenende um. Wieder eines, das wir wie immer komplett selbst gestalten mussten. Keine Möglichkeit, zu den Großeltern zu fahren und sich bekochen zu lassen. Keine Verwandten in der Stadt, wo wir uns zum Kaffeetrinken einladen könnten. Keine Geschwister mit ähnlich alten Kindern, wo man sich austauschen kann. Keine Chance, die Kinder mal einen Tag oder gar das ganze Wochenende zu den Großeltern zu geben. Kein Onkel, der uns mal besucht und mit den Kindern spielt. Niemand, der unter der Woche die Kinder mal von der Kita abholt. Keiner, der mal einen Ausflug mit den Kindern macht, damit wir ein Buch lesen, das Wohnzimmer streichen, die verstreuten Weihnachtsgeschenke sichten oder irgendwas zu zweit erledigen können. Niemand, der uns entlastet. Unsere "Entlastung" ist die Kita, unter der Woche, wenn wir arbeiten. Daneben gibt es nichts und niemanden.

Früher gab es manchmal einen Kindertausch mit befreundeten Familien. Das betraf nur den Großen und war eine willkommene Abwechslung. Leider ist das bis auf wenige Ausnahmen längst vorbei. Auch starteten wir mal eine langwierige Babysittersuche, die zuletzt (vor 1,5 Jahren) deshalb scheiterte, weil die Kinder deutlich äußerten, nicht mehr mitgehen zu wollen (sie sollten alle paar Wochen mit der Babysitterin 2 h rausgehen, damit wir zuhause Ruhe haben). Sie sollen ja auch gern am Wochenende zuhause sein und ich möchte mit ihnen Dinge unternehmen und Zeit verbringen. Mittlerweile ist es auch viel einfacher und schöner geworden, am Wochenende, an Feiertagen oder nachmittags zusammen zu sein. Aber es ist mühsam, keinerlei feste Anlaufstelle zu haben, wo man einfach mal hinfahren und bleiben kann. Niemanden zu haben, der kommt und hilft. Zum Beispiel, wenn ein Elternteil krank ist und der andere sich mit den Kindern hinausquälen muss, weil es zuhause sonst keine Ruhe gibt. Oder wenn man mal kein Mittagessen kochen will. Oder wenn man selbst mal Abstand braucht.

Meine Eltern wohnen 300 km weg und kommen ca. 3 Mal im Jahr für ein paar Tage nach Berlin. Bei den beiden letzten Besuchen war eines bzw. waren beide Kinder krank, d.h. es gab kaum ein zusätzliches freies Zeitfenster für uns. Die Kinder lieben sie zwar, haben aber logischerweise keine so enge Bindung zu ihnen, was sich zum Beispiel in der Weigerung der Kleinen zeigt, mit ihnen aus der Kita wegzugehen, wenn sie sie ein Mal abholen. Die Schwiegereltern leben leider nicht mehr. Das heißt für mich, der Mann kann und wird NIE mit den Kindern zu seinen Eltern fahren. Ich werde also nie mal für ein paar Tage allein zuhause sein. War ich, seit wir die Kinder haben, noch nie und werde es wohl noch sehr lange nicht sein. Der Mann kam auch erst zwei Mal in knapp 6 Jahren in diesen Genuss, da mir die Entfernung zu meinen Eltern zu groß ist, ich keine Gerne-Autofahrerin bin und dort die Platzverhältnisse beengt sind. Da wäre dann das Wochenende noch weniger erholsam als zuhause. Mit den Kindern ganz allein wegzufahren und an einem fremden Ort ohne Unterstützung zu sein, ist mir immer noch zu anstrengend und zu riskant (z.B. bei Krankheit). Dem Mann geht das ähnlich. Das sähe anders aus, wenn wir regelmäßig und einzeln zu Eltern oder Schwiegereltern fahren könnten.

Täglich sehe ich in der Kita Kinder, die sich freuen, wenn sie von ihren Großeltern abgeholt werden. Bei vielen Kindern kenne ich die Großeltern, weil diese regelmäßig kommen. Oft lese ich, wie Eltern ihre Kinder am Freitag zu den Großeltern geben und am Sonntag wieder abholen. Oder die Kinder sogar einen längeren Urlaub bei den Großeltern machen. Ich kriege mit, wie sich Familien bei Verwandten bekochen und verwöhnen lassen und die Kinder mit Neffen und Nichten aufwachsen. Oder die Oma mal kommt und mit dem Enkel spielt. Am Wochenende sehen wir im Park oft Großeltern, auch betagtere, die allein mit ihren Enkeln unterwegs sind. Das ist uns leider alles nicht bzw. äußerst selten vergönnt. Ja, ich weiß, wir haben das selbst gewählt, weil wir beide aus unseren Geburtsstädten weggezogen sind. Schade ist es trotzdem und es rächt sich jetzt. Und wer wusste das schon, als er mit 19 wegging, dass man eine eigene Familie eigentlich kaum ohne Unterstützung wuppen kann? Wir tun das seit fast 6 Jahren und es geht an die Substanz. Egal ob gesund oder krank, kraftlos oder energiegeladen, gut gelaunt oder lustlos - wir müssen uns selbst um die Kinder kümmern, weil wir niemanden haben, der uns dabei unterstützt. Es geht nicht darum, die Kinder abzuschieben, sondern um Verteilung der Last auf mehrere Schultern, wodurch die Belastung von Eltern mit Sicherheit deutlich verringert wird. Das fehlt bei uns völlig und wir merken das deutlich an unserem Energielevel. Natürlich muss man es akzeptieren, man kann es ja nicht ändern, aber nach fast 300 Wochenenden seit der Geburt des Großen, die selbst gestaltet und allein gewuppt werden mussten, nach weit über 2000 Gängen zur und von der Kita ohne einen stellvertretenden Abholer und null familienlosen Nächten für mich zuhause kann man schon mal konstatieren, dass da definitiv Hilfe fehlt. Nicht nur die rein zeitliche und kräftemäßige Unterstützung, sondern auch ein regelmäßiger Austausch im konkreten Alltag.

Viele Familien, die regelmäßig von Verwandten unterstützt werden, geben ehrlich zu, dass ihr Alltag ohne diese Unterstützung nicht zu wuppen wäre, ganz zu schweigen vom Energielevel. Das zeigt doch, dass es fast übermenschlich ist, alles allein zu stemmen. Dabei geht es auch gar nicht nur um das Abholen, Beherbergen oder Bespielen der Kinder, sondern auch darum, am Sonntag mal in ein "fertiges Nest", bestehend aus Essen, Kuchen und nervenstarken Großeltern o.ä. zu Besuch zu kommen, einen gemeinsamen Ausflug zu machen, sich vom Flughafen abholen zu lassen oder vielleicht auch mal einen anderen Blitzableiter für die Kinder als immer nur die Eltern zu haben. Sich einfach mal fallen und umsorgen zu lassen, statt immer selbst zu umsorgen. Klar schafft man das alles auch irgendwie selbst, was bleibt einem auch anderes übrig, aber es kostet sehr viel Kraft.

Immer mal wieder lese ich den Tipp, sich ein funktionierendes soziales Netzwerk aufzubauen, wenn keine Familie in der Nähe wohnt. Das klappt aber nur, wenn es auf Gegenseitigkeit beruht und nicht der Teil, der mehr Entlastung nötig hat, ausgenutzt wird. Ich merke aber auch oft in Gesprächen, dass das Problem gar nicht erkannt wird, wenn man nicht selbst in dieser Situation ist. Manchmal sind es auch unterschiedliche Vorstellungen im Umgang mit den Kindern, die einen Austausch schwierig machen. Das kann natürlich auch bei familiärer Hilfe der Fall sein, meist sogar deutlicher und verletzender, aber vielleicht nimmt man das dann mehr oder weniger für eine kinderfreie Woche in Kauf. Und nicht zuletzt ist so ein Austausch mit befreundeten Eltern auch riskanter und unzuverlässiger, aufgrund von Krankheiten, Terminen und anderen Unwägbarkeiten. Es ist also ein theoretisch guter Ansatz, der sicherlich in einigen Fällen auch funktioniert, aber viele unsichere Komponenten beherbergt (und in unserem Fall bisher nicht bzw. nicht mehr funktioniert). Das ist echt schade, denn so könnte man sich gegenseitig das Leben erleichtern. Leider ist keine unserer befreundeten Familien in einer ähnlich extremen Situation wie wir, d.h. ohne jegliche Unterstützung vor Ort, so dass das Verständnis einfach nicht gegeben ist. Kann man ihnen nicht vorwerfen, ist einfach nur unglücklich und zeigt, dass das soziale Netzwerk nur unter ähnlichen Voraussetzungen funktioniert.

Bin ich krank, muss der Mann Minusstunden machen, um die Kinder abzuholen. Ist er krank, muss ich zusätzlich zu den Nachmittagen auch die Wochenenden allein wuppen, was zwar klappt, aber Kraft kostet. Weil eben niemand da ist, der uns mal unter die Arme greifen könnte. Wir werden im Frühjahr nächsten Jahres eine Situation haben, wo sich dies noch deutlicher als bisher bemerkbar machen wird, und werden sehen, wie sich das organisieren lässt. Da darf dann wirklich nichts passieren...

"Es braucht ein Dorf, um Kinder großzuziehen." (Afrikanisches Sprichwort)
Ohne das Dorf, die Familie, ein soziales oder professionelles Netzwerk, steht man, gelinde gesagt, ziemlich doof da. Und man geht ständig an und über seine Grenzen. Zum Glück werden die Kinder immer älter und das Dorf hoffentlich immer unwichtiger. Das ist leider manchmal unser einziger Strohhalm.

Wie ist das bei euch, habt ihr viel Unterstützung im Alltag oder müsst ihr auch alles allein wuppen? Seid ihr vielleicht extra deshalb wieder zurück in die Nähe eurer Familie gezogen? Oder verzichtet ihr lieber auf die Hilfe der Familie wegen konträrer Auffassungen? Wenn ihr ein gutes soziales Netzwerk habt, wie gestaltet sich dieses? Was macht man bei Ungleichheiten? Erzählt mal ein wenig von eurer Situation.

Bildquelle: Pixabay

Kommentare:

  1. Wir leben tatsächlich diese Art des Familienlebens, die viel Entlastung bringt: meine Eltern nebenan, mein Cousin, meine Tante, mein Onkel eine Straße weiter. Die Oma betreut den Kleinen und bringt den Großen in den Kindergarten. Wir arbeiten beide Vollzeit und schaffen das aufgrund des sehr engmaschigen Netzes gut. Ich habe letztens gelesen, dass letztlich vor der Industrialisierung dieses Großfamilienleben ganz normal war und erst die Lohnarbeit und Verstädterung zur heutigen Kleinfamilie und der deutschen Idealvorstellung der einzig sich aufopfernden Mutter geführt hat. Das klang für mich sehr nachvollziehbar, so wie früher auf einem Bauernhof ist es auch heute in unmittelbarer Nachbarschaft so oft einfacher und bereichernd, eine Familie um sich zu haben, wenn man sich denn gut versteht. Die Kinder wurden früher auch von mehreren Bezugspersonen erzogen, heute gilt man dann oft als Rabenmutter, wenn man sich nicht hundertprozentig dem Kind verschreibt. Ich wünsche euch in eurer Situation viel Kraft und auf jeden Fall noch mal den Mut, nach einem passenden babysitter zu suchen. Dem Text entnehme ich, dass das definitiv das Machbarste, wenn auch nicht Einfache, ist, um dir endlich ein bisschen "eigene" Luft zu verschaffen.

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    1. Das klingt toll! Ja, es ist definitiv ein neuzeitliches Phänomen. Wir sind beide zum Studieren weggegangen und das war auch gut und richtig, nur in unserer jetzigen Lebensphase macht es sich halt negativ bemerkbar. Babysitter wäre das Machbarste, aber finanziell im Moment kaum drin und ob die Kinder mitmachen, steht in den Sternen...
      Danke und liebe Grüße!

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  2. Keine einfache Situation. Bei uns ist es ähnlich, mittlerweile haben wir nur noch eine Oma in der Nähe. Zum Glück haben wir eine tolle Babysitterin gefunden, die praktischerweise noch bei uns im Haus wohnt, da müssen sie bei schlechtem Wetter nicht immer raus geschickt werden. ;) Deshalb kann auch ich euch nur ans Herz legen, versucht es noch einmal, vielleicht findet ihr wen. Es gibt auch solche "Babysitterkurse" (habe ich früher gemacht) da lernen die Teenies dann ein paar praktische Dinge. Die Kursteilnehmer werden dann in eine Liste aufgenommen und man kann bei den Anbietern (ich habe den Kurs bei der Kirche gemacht) Kontaktdaten bekommen.

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    1. Oh, das klingt ja ideal. Ist ja sozusagen wie eine Nanny oder ein Au Pair. Einen Teenie würde ich persönlich nicht als Babysitter nehmen, da babysitting sehr viel über Vertrauen und Bindung zu den Kindern läuft. Leider im Moment kaum finanzielle Kapazitäten und die Suche kostet viel Zeit und Nerven...
      Liebe Grüße!

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  3. Oh ich kenne diese Situation sehr gut & eigentlich hatte ich mich schon längst damit abgefunden das nicht wirklich jemand für uns da ist. Aber wir hatten dieses Jahr drei Todesfälle wichtiger Familienmitglieder & mein Vater wäre beinahe verstorben, dass bringt zum nachdenken. Wir wollen unbedingt etwas an der Situation ändern, auch wenn ich noch nicht genau weiß wie, aber so wie jetzt geht es nicht weiter!

    Lg Nicky

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    1. Ja, stimmt, euer Jahr war schlimm! Im Prinzip bleibt ja nur die Möglichkeit, dass entweder die Großeltern herziehen oder man selbst zurück in die Geburtsstadt zieht. Würde das bei euch gehen? Bei uns ist beides keine Option, deshalb wird sich dieses Problem nie lösen.
      Alles Liebe für euch!

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  4. Wir kennen das nur zu gut.
    Unser noch lebendes Großelternpaar wohnt weiter weg und kann auch nicht mehr so aus gesundheitlichen Gründen. Alle paar Wochen mal ein Besuch zum Kaffee dort und nach 2 Std ist schon "alles" zuviel. Wir sind spät dran gewesen mit den Kindern und die Großeltern dementsprechend auch älter......
    Anschluss zu Eltern in der KiTa zwecks Austauch und Verabredung für die Kinder nicht oder kaum machbar, da wir nicht "mainstream" ;- )sind. Von daher auch kein Netzwerk zurEntlastung aufbaubar.
    Babysitter - Tschuldigung aber 10 euro die Std für eine Schülerin nebenbei?! Finde ich persönlich schon fast happig, so dicke haben wir es nicht. Und 10 euro ist noch wenig, viele verlangen mehr und das mit 15/16 !? also bitte.....
    Da bleibt für mal essen gehen und Kino ja nichts übrig, da können wir gleich daheim bleiben.
    Eine Freundin hilft dann und wann mal aus und "guckt mal eben" nach den Kindern dass ich Wäsche aufhängen kann, in Sommer draussen. Oder wir plauschen unterm Pavillon bei einem Kaffee und ich darf dann mal sitzen bleiben wenn eins der zwei krakeelt.......
    Sie ist die einzige die ab und dann aushilft, und wenn sie bei uns mit Abend isst und eins der Kids betüdelt und mit ihm isst.
    Ansonsten ist's Asche mit Entlastung. Zeit für uns? Später mal. Haushalt und Garten und Papierkram und Selbstpflege - später oder bei Gelegenheit.
    Abstriche machen wo immer es geht bei Ordnung und Sauberkeit. Nur das Nötigste - Toiletten und Dusche..... und wo Hygiene zwingend notwendig ist damit die kostbare Zeit bei einem vollzeit und einem dreiviertel Job möglichst zumeist für die Kinder da ist.
    Denn trotz aller Widrigkeiten sind wir so froh dass wir das Abenteuer Familie relativ spät doch noch gewagt haben und wir lieben unsere Kinder sehr.

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    1. Hallo :)

      Ich stimme deinem Einwand zu den Babysitter-Kosten absolut zu! Vor allem sind es dann ja, damit es sich lohnt, gleich ein paar Stunden am Stück, die man buchen würde. Echt viel Geld, egal ob man es hat oder nicht!

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    2. Ja, das stimmt, die Babysitterkosten plus die Kostens des Ausgangs vermiesen einem schon wieder solche Unternehmungen. Das geht bei uns im Moment schlecht. Wir sind ja auch spät Eltern geworden, deshalb sind meine Eltern auch schon in den Siebzigern und die andere Seite tot. Es wird also in den nächsten Jahren in dieser Hinsicht nicht besser...
      Liebe Grüße!

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  5. Toll beschrieben, genauso ist es. Anstrengend. Im Alltag und vor allem dann, wenn der Alltag über den Haufen geschmissen wird. Oder der Mann jede Woche mit Übernachtungen unterwegs ist. Oder Sonderaktionen anstehen. Ich freue mich total auf einen Umbau im Haus nächstes Jahr, der uns endlich mehr Platz verschafft. Wie wir das ohne Unterstützung umsetzen? Keine Ahnung.

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    1. Oh Gott, das klingt heftig. Wir schaffen es nicht mal, ein Zimmer zu streichen;-). Mein Mann muss zum Glück keine Dienstreisen machen. Wenn alles normal läuft, ist es gerade so zu schaffen. Aber wehe, irgendwas kommt dazwischen...
      Liebe Grüße und viel Kraft!

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  6. Wir finden es auch manches Mal anstrengend mit 2 kleinen Kindern und 400 km entfernt lebenden Familien. Aber alleine klar zu kommen, ist mir doch 1000 mal lieber, als auf die Unterstützung unserer Eltern angewiesen zu sein, die völlig gegensätzliche Vorstellungen vom Leben im Allgemeinen und dem Umgang mit Kindern im Besonderen haben. Lieber haben wir nur selten außerhalb von Kita-Öffnungszeiten "kinderfrei", als uns derart reinreden zu lassen, wie die Großeltern es tun, wenn wir einander besuchen. Und wir wollen nicht von ihnen abhängig sein oder dass sie miterziehen. Ist schon alles gut so. Dadurch, dass sie nicht mitbetreuen, müssen wir deutlich weniger Konflikte austragen.
    Also bin ich nicht sehr neidisch auf Eltern, die die Verwandten so nah wohnen haben. Es hat auch alles seine Schattenseiten ;-)

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    1. Deine Argumente sind total berechtigt und nachvollziehbar, ich hatte das ja auch angedeutet. Bei uns sind die Differenzen auch vorhanden. Ich denke trotzdem, dass die wenigsten Familien deshalb auf die Unterstützung verzichten würden, sondern das eben zähneknirschend in Kauf nehmen. Aber ich kann Dich verstehen, es hat alles zwei Seiten.
      Liebe Grüße!

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  7. was ist mit euren freunden?

    vielleicht liegt es am alter, wir haben relativ früh kinder bekommen und erhalten weiterhin einladungen zu geburtstagen etc da nehmen wir die kinder mit, essen lecker kuchen und oft sind auch andere kinder dabei :)

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    1. Wir haben spät Kinder bekommen. Unsere Freunde haben mittlerweile alle selbst Familien, sind weggezogen oder der Kontakt ist eingeschlafen. Jeder ist mit seinem eigenen Leben beschäftigt. Klar besucht man sich mal gegenseitig zum Kaffeetrinken oder so, aber das ist ja keine Unterstützung. Entlastend wäre, wenn man abwechselnd die Kinder betreut. Das klappt leider nicht.
      Liebe Grüße!

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  8. Wir haben eine "Misch-Situation". Die beiden Großen haben ihre Großeltern im Nachbardorf und besuchen diese rehelmz, auch früher schon, als sie kleiner waren. Die beiden Kleinen (aus 2. Ehe) haben ihre Großeltern jeweils 300 und 800 km entfernt. Dementsprechend haben auch wir seit 8 Jahren keine Nacht ohne Kinder verbracht. Wobei wir eher so etwas wie ein Gewöhnungseffekt eingesetzt hat. Wir machen uns da nicht viel Gedanken drum. Allerdings haben wir einen entscheidenden Vorteil: Unsere Tochter ist 12 und babysittet die Kleinen (5 und 8) gern mal. Si können wir immerhin manchmal alleine einkaufen gehen oder abends mal ein Stündchen auf ein Glas Rotwein gehen.

    Schwierig wird es halt dann, wenn jemand krank wird, ab das ist ja leider fast überall so.

    Ich wünsche Euch weiterhin Nerven wie Drahtseile.

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    1. Ja, man gewöhnt sich dran, muss man ja, aber ab und zu merkt man doch, wie es zehrt. Das ist ja cool, dass die Große die Kleinen babysittet.
      Im letzten Winter war bei uns ein halbes Jahr lang eigentlich ständig jemand krank und wir krochen echt auf dem Zahnfleisch. In anderen Familien hilft dann die Oma...
      Liebe Grüße!

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  9. Das muss sehr hart für euch sein. Wäre ein 2. Babysitterversuch eine Option? Vielleicht mit festen Zeiten, einmal die Woche? Gibt es in Berlin nicht auch "Adoptiv-Großeltern" also Senioren, die gerne mal aushelfen und dafür ein wenig Familienanschluss bekommen? Oder wie wäre ein Au-pair-Mädchen? Ich hoffe, ihr gebt nicht auf, euer Dorf zu finden, denn sonst verliert ihr schnell eure Kräfte. Ich drück die Daumen.

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    1. Ehrlich gesagt, keine Kraft, keine Zeit und kein Geld für Babysitter. Wir hatten das damals alle 2 Wochen am Samstag vormittag, aber es hat nicht mehr funktioniert. Was die Leihomas betrifft, bin ich skeptisch, dass man da jemanden findet, der ähnlich wie man selbst tickt. Ein Au Pair geht nicht, wir haben schon für uns zuwenig Platz und die beengte Wohnsituation geht mir auch auf die Nerven...
      Danke und liebe Grüße!

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  10. Meine Liebe,

    ich fühle mit dir! Und ich bin schwer beeindruckt, wie du das immer wieder alleine aushältst (auch, wenn man es "irgendwie", wie du schon schreibst, natürlich schafft, wenn man muss).

    Ich bin sehr froh, die Schwiegereltern und meine Mutter mehr oder weniger um die Ecke zu haben und ja, sie entlasten mich schon sehr in der Woche. Trotzdem gibt es auch dort immer wieder Unzuverlässigkeiten, Krankheit oder unverschiebbare Termine, die dann mit den Betreuungszeiten auch mal kollidieren und am Ende wieder ich die Betreuung übernehme. Dann denke ich auch sehr oft an deinen afrikanischen Spruch.

    Ich denke, jede Familie braucht so ein soziales Netz, in welcher Weise auch immer. Du als Hochsensible sicher noch einmal mehr, aber ich denke, auch die Normalsensiblen. Deswegen brauchst du dich meiner Meinung gar nicht zu rechtfertigen, dass dir oft Unterstützung benötigst (zumindest habe ich das ein wenig herausgelesen).

    Was mir betreeungstechnisch seit der Geburt unseres ersten Sohnes auf die Nerven geht sind Familienfeiern. Wie gerne würde ich auf Geburtstagen, Hochzeiten oder sonst was einfach nur an der Kaffeetafel sitzen oder mal ungestörte Gespräche führen, ohne mich um die Kinder kümmern zu müssen, so wie früher. Sicher sind immer welche da, die den Kindern auch mal ein Buch vorlesen oder etwas mit ihnen spielen, aber die Hauptverantwortung liegt nunmal bei mir bzw. meinem Mann. Darüber hinaus haben wir auch Geschwister, aber alle (noch) kinderlos. Also gibt es auch keine anderen Kinder, mit denen unsere mal auf solchen Feiern spielen könnten, was ich sehr schade finde, auch für die beiden Jungs.

    Ich drücke dich aus der Ferne und sende dir ganz viel Kraft!!

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    1. Danke, Du Liebe! Ja, ich habe das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen, und natürlich kam auch die typische Moralkeule der Alleinerziehenden, die es ja generell schwerer hätten. Das sehe ich z.B. nicht so, sondern es kommt sehr auf die individuelle Situation an. Ein Netz aus befreundeten Familien würde mir reichen, wenn es zuverlässig klappen würde. Tut es aber leider nicht.
      Da unsere Familienfeiern ja immer 300 km entfernt sind, meiden wir diese seit der Geburt der Kinder weitestgehend. Dieses Jahr war das erste Mal seit der Babyzeit des Großen, dass wir mal wieder teilnahmen. Und ja, man hat dann trotzdem selbst die Verantwortung.
      Liebe Grüße und danke!

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  11. Bei uns ist die Situation ähnlich, wenn die Großeltern auch nur 100km entfernt leben, man eher einfach mal hin kann. Ich bin dankbar für meine Schwiegermutter, die -selbst noch berufstätig - es oft einrichtet, vorbeizukommen, wenn nachmittags Termine anstehen oder wenn ich am WE Dienst habe, was mit den Kindern unternimmt. Sie nimmt die Strecke gerne 2x im Monat auf sich, was ich toll finde. Seit der Große in der Schule ist, selbstständiger ist, klappt es auch besser mit "Synergieeffekten" und Netzwerken. Also: Ich hole die Kinder an einem Tag zu uns, dafür verabredet er sich an einem anderen Tag bei jemandem. Wir haben eine Babysitterin, für Engpässe und den Plan, dass wir 1x im Monat als Paar etwas unternehmen. Hängt natürlich von vielem ab...alle gesund etc. ...aber im großen Ganzen funktioniert es. Allerdings gehen wir auch immer raus, die Babysitterin ist bei den Kindern zuhause.
    Wünsche euch, dass es mit dem älter werden der Kinder auch besser wird.
    LG, Rosa

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    1. Das klingt doch ganz gut, das würde mir ja schon reichen. Meine Eltern sind übrigens Rentner und hätten Zeit... Manchmal gibt es diesen Kinderaustausch auch in der Kita, aber eher selten und dann habe ich ja immer noch die Kleine, d.h. zwar Entlastung, aber keine Freizeit. Allerdings bin ich da mittlerweile sehr zurückhaltend geworden, da ich ein paar Mal ausgenutzt wurde und das andere Kind bei uns untergebracht wurde, aber ohne Gegenleistung. Das macht wütend.
      Danke und liebe Grüße!

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  12. Wenn ich deinen Post und auch deine Tweets lese bekomme ich fast ein schlechtes Gewissen. Ich bin noch in Elternzeit und meine Kinder werden mindestens 1/Woche von den Großeltern abgeholt. Die gehen dann mit ihnen in den Zoo oder in den Park. Bei schlechtem Wetter sind sie bei uns zuhause. Dann nehme ich meine Tasche und setze mich in ein Café. Ein bis zweimal im Monat schlafen die Kids am WE bei den Großeltern. Wenn wir ein Konzert oä Besuchen wollen kommen die Großeltern zu uns und passen hier auf die Jungs auf. Bei Krankheit, wie aktuell bei mir, reicht ein Anruf und meine Schwiegermutter ist seit So hier. Ohne Unterbrechung. Sie kümmert sich um die Kinder, das Haus, der Mann geht arbeiten und ich werde gesund.
    Wir haben, Scheidungskinderbedingt, 4 Großelternpaare. Eins davon lebt über 600 entfernt und kommt in ca 8 mal im Jahr zu uns. Die anderen 3 leben ca 40 Autominuten entfernt.
    Wir wissen die Unterstützung, vor allem im Alltag, sehr zu schätzen. Aber auch die Zeit als Paar, ohne Kinder haben wir sehr regelmäßig und genießen es sehr.
    Ich kann es mir anders gar nicht vorstellen. Wir profitieren alle davon!
    Ich drücke euch wirklich die Daumen, dass ihr doch noch eine Person findet die euch entlasten kann.
    Bella

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    1. Liebe Bella,
      ein schlechtes Gewissen soll natürlich keiner haben, der einfach das Glück hat, was wir nicht haben. Ich meinerseits habe oft ein schlechtes Gewissen, weil ich immer neidisch bin, wenn ich dergleichen höre oder lese. Jeden Freitag lese ich in den sozialen Netzwerken, wer wieder seine Kinder zu den Großeltern gegeben hat. Wer ausgehen oder wegfahren kann. Das macht echt wütend und traurig. Nichts davon geht bei uns.
      Bei Krankheit ist noch nie einer von meinen Eltern extra angereist. Wenn man betteln würde, würden sie dies tun. Ich will aber nicht betteln. Sie sind übrigens Rentner und haben Zeit. Selbst wenn einer von uns im Krankenhaus wäre, würden sie nicht kommen.
      Ich glaube, es hat viel Einfluss auf die Lebenszufriedenheit von Eltern, wieviel Unterstützung sie erfahren. Ich bin oft nicht zufrieden als Mutter. Das liegt nicht zuletzt auch daran. Versteht nur keiner. Das ist die Tragik.
      Genießt das, was ihr habt. Ich würde mir insgesamt (damit meine ich jetzt NICHT Dich) mehr Verständnis für andere Situationen wünschen. Ich werde manchmal kritisiert, weil ich soviel jammere. Ich möchte denjenigen mal in meinen Schuhen laufen lassen.
      Ich wünsche Dir für Deine Gesundung alles erdenklich Gute! Viel Ruhe und Erholung. Und weiterhin soviel Entlastung.
      Liebe Grüße!

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  13. Hallo ihr lieben. Ich war bis vor kurzem in einer ähnlichen situation. Ich lebte im ausland mit meinen ex-lebenagefährten und 11 monate nach der geburt unseres sohnes verlies ich ihn mit meiner tochter im bauch. Ich stellte nach kurzer zeit fest dass ich mich zwar aus einer zerstörerischen beziehung befreit hatte allerdings war ich nun allein mit baby, zweites baby in anmarsch und vollzeit job kurz non-stopp vollgas ... ich brach ein paar monate darauf zusammen als ich beinahe eine fehlgeburt hatte. Daraufhin zog ich wieder in mein heimatland und in das haus meiner mutter die mir heute sehr hilft. Ich kann euch nur sagen ja es braucht ein dorf und ja man braucht hilfe. Die muss man finden bevor man an den rythmus zu grunde geht. Ich habe mein ganzes leben umgekrempelt bevor ich 'entlastung' bekam...

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    1. Da hast Du sicherlich die richtige Entscheidung getroffen! Wir sind aber alle hier sehr eingebunden und ein Zurückziehen ist keine Option. Ich kenne aber einige, die das gemacht haben und zufrieden sind.
      Ich weiß nicht, an welchen Stellschrauben wir drehen können, um etwas zu ändern. Es fühlt sich an, als hätten wir alles versucht.
      Alles Gute und liebe Grüße!

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  14. Ich kenne die Situation genauso. Bei uns gibt es nur noch einen chronisch kranken Opa, der als Betreuungsoption wegfällt. Alle anderen Großelternteile sind gestorben. Ich muss sagen, dass ich (als erwachsene Vollwaise) oft sehr neidisch bin auf die Familie die mit aktiven Großeltern gesegnet sind. Mir oft denke "ihr wisst nicht wie gut ihr es habt". Das ist auch unfair, das weiß ich, aber ich bin manchmal einfach so müde. Müde allein zu sein, ich für mich und für meine Kinder. Und mit dem Netzwerkbauen tu ich mich auch schwer und hab dann wieder das Gefühl quasi selbst schuld zu sein. Schwierig.

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    1. Oh Mann, das klingt ähnlich verzweifelt wie bei uns. Ich bin auch sehr oft sehr neidisch und habe deshalb gleichzeitig ein schlechtes Gewissen. Tatsächlich schätzen es die Familien mit viel Unterstützung oft nicht so wirklich. Ich bin es auch leid und unglaublich erschöpft.
      Ich schicke Dir Kraft und liebe Grüße!

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  15. Wow, mit diesem Text hast du offensichtlich einen Nerv getroffen, wie man an den Kommentaren sehen kann. Unsere Situation ist folgende: eine Oma verstorben, der verbleibende Teil dieser Verwandtschaft 500 km und noch weiter entfernt und ohne besonderes Interesse an einer engen Beziehung zu unseren Kindern. Die “andere halbe” Verwandtschaft befindet sich auf einem anderen Kontinent. Die Beziehung hier ist sehr herzlich, beschränkt sich aber auf einen mehrwöchigen Besuch pro Jahr. Wir sind im Alltag also auch auf uns gestellt. Dazu kommt, dass wegen der enormen Kosten der Kinderbetreuung bei uns wir diese auch nicht “Vollzeit”, also fünf Tage die Woche, bezahlen können, haben auch keinerlei Babysitter oder Ähnliches. Eins meiner Kinder ist hochsensibel und kann sehr anstrengend / anspruchsvoll sein. Mein Mann arbeitet sehr viel, oft auf auch an den Wochenenden und ich muss zugeben, ich war in den letzten Jahren oft am Ende meiner Kraft und Nerven. Ich habe das Gefühl, dass es mit zunehmendem Alter der Kinder tatsächlich etwas besser geworden ist. Was mir auβerdem geholfen hat waren Freundinnen in ähnlicher Situation. Zu wissen, man ist nicht alleine, es gibt andere, denen es genauso geht, die genauso kämpfen. Die alle zu beschäftigt sind mit ihren eigenen Familien, als dass sie bei mir noch aushelfen könnten, aber von denen ich weiβ, dass sie immer ein offenes Ohr für mich haben und die im Notfall (und damit meine ich keine Krankheit, wo ich zuhause das Bett hüten sollte) ganz bestimmt einspringen würden.

    Vielleicht könnt ihr es nochmal mit einem Babysitter versuchen? Das ist zwar keine regelmäβige Entlastung, aber besser stundenweise und ab und zu, als gar nicht, oder? Verabredungen zum Spielen bei Kitafreunden, und beim nächsten Mal dann bei euch? Auf den ersten Blick scheint es anstrengender, zusätzlich zu den eigenen noch fremde Kinder im Haus zu haben, doch bei uns läuft es dann oft ruhiger und harmonischer ab, so dass ich es doch nicht so anstrengend finde. Habt ihr die Möglichkeit, dass ihr euch beide mal einen Tag frei nehmt, den ihr dann kinder-frei zuhause verbringt, oder auch mit einem Museums- oder Cafebesuch? Dass es dein gröβter Wunsch ist, mal alleine zuhause zu sein, kann ich gut verstehen, das kenne ich nur zu gut.

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    1. Danke Dir! Das klingt ja auch anstrengend bei euch, noch dazu, wenn der Mann oft weg ist, was bei uns nicht der Fall ist. Es würde helfen, jemanden zu haben, der genauso kämpft, aber in unserem Umfeld haben alle mehr oder weniger Entlastung. Verständnis gibt es kaum.
      Spielverabredungen mache ich manchmal aus, aber wenn der Große dann bei anderen ist, habe ich ja immer noch die Kleine. Ich habe allerdings zuletzt auch Ausnutzung erlebt und bin deshalb misstrauischer geworden.
      Uns rettet, dass wir Teilzeit arbeiten und somit wenigstens ein paar Stunden in der Woche für uns haben. Anders wäre das auch gar nicht möglich. Wenn dann ein Kind oder man selbst krank ist, fühlt sich das wie ein Weltuntergang an. Verständlicherweise...
      Danke und liebe Grüße!

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  16. Immerhin habt ihr euch. Bewundernswert wie ihr zusammen haltet. Ich war trotz Ehemann 5 Jahre alleine für die Kinder zu ständig. 2 1/2 Jahre davon für 2 Kinder. Familien 600 km entfernt. Kindergarten für die Große davon für 1 Jahr mit täglich 3 Stunden. Also fast nur hin bringen und wieder abholen. Kein soziales Netzwerk wegen den Problemen des Mannes aber auch weil ja nie jemand Zeit hat. Alle haben Familien oder Termine , Termine. Mittlerweile wohne ich bei meiner Mutter und habe hier eine ganz tolle Unterstützung. Ich kann wieder arbeiten gehen, nächste Woche kommen beide Kinder in den Kindergarten und im Januar ziehen wir in eine eigene Wohnung direkt neben der Oma. Alles wird gut.

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    1. Oje, das war bestimmt eine harte Zeit. Ich weiß nicht, ob ich das durchgehalten hätte. Schön, dass Du nun eine zufriedenstellende Lösung gefunden hast und einen anderen Weg gehst. Alles Gute!
      Liebe Grüße!

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  17. Hut ab, dass ihr das schon so lange allein hinkriegt! Das ist toll und bewundernswert. Jedem, der selbst Kinder hat, ist wohl völlig klar, wie erschöpft ihr manchmal sein müsst.

    Ich bin immer wieder sehr froh und dankbar, dass meine Eltern hier in der Stadt (Berlin) leben und auch fit, gesund und enkelliebend sind. Wir haben gerade die ersten anderthalb Jahre mit Kind hinter uns und darauf geachtet, dass unser Sohn die Großeltern mindetens einmal pro Woche sieht. Er soll ein enges Verhältnis zu ihnen bekommen. Im Herbst kommt er in die Kita und es wird eine enorme Entlastung sein, wenn auch Oma und Opa ihn ab und zu abholen können.

    Gibt es nicht auch so Wahl-Großeltern? Also ältere Leute, die selbst keine (Enkel)kinder haben, sich aber gerne um Kinder kümmern würden? Ich meine es gibt so eine Organisation, die das vermittelt.

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    1. Ach, das ist toll, ich beneide Dich! Das macht soviel aus, bei einem Kind und erst recht bei mehreren. Bewahrt es euch und schätzt es.
      Bezüglich der Leihomas hatte ich schon mal begonnen, mich zu informieren, aber irgendwas gefällt mir daran nicht, vielleicht habe ich Sorge wegen unterschiedlicher Vorstellungen oder so. Ich glaube, das ist nichts für uns...
      Liebe Grüße!

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  18. Ich kann Dich so gut verstehen. Wir wohnen auch in einer Stadt ohne Verwandtschaftliche Unterstützung. Im Notfall könnten meine Schwiegereltern in einer Stunde da sein. Aber um die kinder aus der Kita abzuholen ist es dann doch wieder zu weit. Wir wuppen hier auch alles alleine, von den Wochenenden, die wir zu den Großeltern fahren, mal abgesehen. Aber Wölkchen ist mit ihnen bislang noch so wenig vertraut, dass das auch keine Unterstützung ist. Und aktuell arbeitet auch der Mann noch so viel, dass ich den gesamten Nachmittag mit den Kindern alleine bin. Immer wieder schaue ich neidvoll auf die Kinderwägen, die von Großeltern geschoben werden. Von der Mutter oder dem Vater keine Spur. Die ruhen sich wahrscheinlich gerade zu Hause aus. Sicherlich haben sie auch ihre Päckchen zu tragen. Aber das ist eben das, was man von Außen mitbekommt.
    In dem Sinne solidarische Grüße!
    Wiebke

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    1. Ach Mensch, das ist eben das Problem, wenn man zum Studieren oder Arbeiten in eine andere Stadt zieht. Für ein schnelles Einspringen ist eure Entfernung auch zu weit, aber wenigstens könnt ihr am Wochenende mal hinfahren. Lohnt sich ja bei uns gar nicht, von Samstag auf Sonntag, abgesehen vom Stress und Platzmangel. Und so spielt sich jedes Wochenende hier ab, immer allein. Wart ihr nicht während der Bombenentschärfung bei Verwandten in der Stadt untergebracht? Da hatte ich nämlich sogar überlegt, wen wir in so einem Fall fragen würden, weil hier niemand ist...
      Viel Kraft und liebe Grüße!

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  19. Ich habe vor einiger Zeit auch schon mal über unser Dorf geschrieben... ohne es wäre es hier auch weitaus schwieriger. Wir sind ja eher zufällig wieder in meiner Heimatstadt gelandet. Aber so haben wir einmal die Großeltern hier vor Ort. Sie sind zwar noch berufstätig, aber nehmen gern am Wochenende auch beide Kinder oder springen auch kurzfristig ein. Bei den Großeltern in der Ferne verbringen die Kinder jedes Jahr eine Woche im Sommer und sie besuchen uns auch regelmäßig. Unser Lottogewinn hier vor Ort sind allerdings auch unsere Nachbarn: ebenfalls zwei Kinder, jeweils nur mit wenigen Wochen Abstand und wir alle verstehen uns sehr gut. Da wird eben am Wochenende mal zusammen gekocht, unter der Woche auch mal zusammen Abendbrot gegessen. Man hilft sich hier und da aus. Ist eben mit dem ganzen Kram nicht alleine. Und ab und zu übernachten die Kinder mal gemeinsam oben oder unten …

    Ich wünsche euch, dass sich eure Situation bald ändert. Vielleicht wird es auch mit zunehmendem Alter einfacher für euch und es werden sich doch sicherlich auch mit dem Schuleingang des Großen noch neue Freundschaften bilden, zwar nicht von heute auf morgen. Aber mit der Zeit... Viel Kraft und liebe Grüße!

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    1. Das klingt echt super und macht soviel aus! Nachbarn sind auch toll, das würde mir vielleicht schon reichen, aber hier kocht jeder sein eigenes Süppchen oder es funktioniert eben zwischenmenschlich nicht so. Ändern wird sich an der Situation nicht viel, außer dass die Kinder größer und selbstständiger werden. Aber bis dahin dauert es noch etwas...
      Liebe Grüße!

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