Montag, 19. Oktober 2015

Der Verlust meines ersten Kindes und die Zeit danach

Meine Kinder sind jetzt 4 1/2 und knapp 2 1/2 Jahre alt. Mein Sternenkind wäre im Monat Oktober 11 Jahre alt geworden. ET war der 20. Oktober 2004. Das Datum vergesse ich nicht. Genauso wenig wie das Datum des Verlustes. Das war der 1. März 2004. Der 1. März wiederum war dann 7 Jahre später der ET meines Großen (geboren am 6. März 2011). So schloss sich der Kreis.

Im kalten Januar 2004, ich war 29 Jahre alt, wurde ich zum ersten Mal schwanger, nicht unbedingt geplant, aber sehr willkommen. Es passte perfekt in unsere Lebenssituation, wir waren 3 Jahre zusammen, hatten eine gemeinsame Wohnung und ich war in der Endphase meines Studiums, d.h. schrieb gerade meine Magisterarbeit. Wir freuten uns unbändig und stellten uns sofort darauf ein. Nicht eine Sekunde zweifelte ich daran, dass etwas schief gehen könnte. Ehrlich gesagt, wusste ich damals auch gar nicht, wie häufig Fehlgeburten tatsächlich vorkommen. Wir hatten gar nicht diese Phase, dass man sich erst langsam an den Gedanken gewöhnen muss, sondern waren sofort Feuer und Flamme und mit Herz und Seele bei diesem Kind.

Ich war in der 6. Woche, als ich die Schwangerschaft feststellte, und erhielt ein paar Tage darauf einen Frauenarzttermin. Das Herz konnte man da noch nicht schlagen sehen und irgendwie war der Embryo auch etwas zu klein für sein Alter, aber auch dies bereitete mir keine Sorgen. Es war einfach jenseits meiner Vorstellungskraft, dass etwas nicht in Ordnung sein könnte. Beim nächsten Termin sollte ich schon den Mutterpass bekommen, ich konnte es kaum erwarten. Wir besprachen sogar schon erste Gedanken, wie wir unser Leben mit dem Baby gestalten wollten. Es gehörte wirklich sofort dazu und war mitten in unserem Kopf und Herzen. Leider kam es anders.

Am Sonntag, 29. Februar 2004, musste ich vormittags arbeiten und einen Büchertisch bestreiten. Am Abend vorher erhielt ich einen Anruf, dass die andere Kollegin leider erkrankt sei und ich deshalb allein die schwere Bücherkiste mit der Sackkarre zum Ort der Lesung fahren sollte. Ich ärgerte mich fürchterlich, hatte aber noch nichts von der Schwangerschaft erzählt und es gab auch keine andere Lösung. So karrte ich die Bücherkiste durch die Straßen und verfluchte in dem Moment meinen Job. Die Lesung war nett und ich war mittags zuhause. Am Nachmittag merkte ich gar nichts.

Am Montag, 1. März (SSW 7+5), hatte ich sofort eine Schmierblutung, als ich auf die Toilette ging. Ich war total panisch und wusste, dass etwas Fürchterliches passiert war. Mein Mann (damals Freund) musste zur Arbeit fahren und briefte mich noch, am Vormittag zur Frauenärztin zu gehen. Das machte ich auch, schilderte die Umstände und musste trotzdem heulend und blutend über eine Stunde im Wartezimmer sitzen. Das war für mich ein absolutes Unding! Klar gibt es festgelegte Termine, aber eine Frau, die gerade eine Fehlgeburt erleidet, ewig im Wartezimmer sitzen zu lassen, grenzt an Böswilligkeit. Als ich dran kam, blutete ich schon sehr und bekam nur zu hören: "Tja, da ist leider nichts mehr zu sehen." Ich war völlig aufgelöst und wusste überhaupt nicht, wie ich mit der Situation umgehen sollte. Ganz mechanisch hinter einem Schleier hörte ich mir an, wie es weitergehen und wohin ich mich wenden sollte.

Wie in Trance lief ich nach Hause, tränenüberströmt und völlig verzweifelt. Das konnte einfach nicht sein! Mein Baby war weg, von dem ich doch erst seit einer Woche wusste, das aber schon ein nicht wegzudenkender Teil von mir geworden war. Ich informierte meinen Mann und kappte dann alle Verbindungen. Am Nachmittag musste ich in die Tagesklinik fahren und mich persönlich für die Ausschabung anmelden. Warum das nicht telefonisch reichte, weiß ich nicht mehr. Es war jedenfalls eine Tortur, allein durch die Stadt zu fahren und die Welt nicht mehr zu verstehen. An meine Arbeitsstelle schrieb ich eine Mail, ich konnte nicht telefonieren. Am Abend weinten wir gemeinsam, bis ich ganz plötzlich vor Schmerzen vom Stuhl kippte. Ich sank auf dem Boden zusammen und konnte nicht mehr aufstehen. Mein Mann holte mir Kissen und Decken und ich blieb Ewigkeiten dort so liegen. Mir war wirklich wie Sterben zumute. Irgendwann wankte ich ins Bett und fragte mich nur noch, wie ich am Morgen den Weg zum Auto schaffen sollte, mit dem mein Mann mich in die Tagesklinik fahren wollte.

Morgens fühlte ich mich wie ausgeleert und ausgekotzt, zog mich mechanisch an und wir fuhren zur Tagesklinik. Mein Mann verabschiedete sich von mir und wollte mich am Nachmittag wieder abholen. Aus heutiger Sicht finde ich es unerklärlich, wieso er sich nicht einfach krankmeldete und bei mir blieb. Aber auf diese Idee kamen wir irgendwie nicht. Der untersuchende Arzt sagte vor der Ausschabung, dass schon fast alles "abgegangen" sei und nur noch der Rest ausgeschabt würde. Daher die unsäglichen Schmerzen am Abend und in der Nacht. Nach dem Eingriff verbrachten wir, 2 andere Frauen und ich, noch einige Stunden auf dem Zimmer, bis unsere Männer uns abholten. Eine Frau war schon sehr viel weiter als ich, ich glaube, in der 12. Woche, die andere ähnlich weit wie ich (7./8. Woche). Sie redeten schon wieder wie Wasserfälle und ich - ich wusste nicht, in welchem falschen Film ich mich befand, an welcher Kreuzung ich falsch abgebogen war, was mit meinem Leben passiert war, das ich so schön vor mir gesehen hatte. Es war einfach alles nur schrecklich.

Die nächsten Tage verbrachte ich eingeigelt in unserer Wohnung. Ich war 2 Wochen krankgeschrieben, der Mann musste arbeiten und ich wollte niemanden sehen und hören. Körperlich erholte ich mich ziemlich schnell, aber ich weinte ständig und war völlig leer. Etwas zu verlieren, was zu einem gehört und was man nie wieder bekommen kann, ist genauso unvorstellbar wie der eigene Tod. Es war nicht einfach nur ein Embryo, ein Zellhaufen oder sonst was, es war mein Kind, dessen und unser gemeinsames Leben ich schon vor mir gesehen habe. Mein erstes, überraschendes, aber völlig willkommenes Kind! Ich konnte es nicht glauben, dass unser gemeinsamer Weg schon zu Ende war und nie mehr gelebt werden kann. Ich hatte keinerlei Erinnerungsstücke, keinen Mutterpass, kein Ultraschallbild, lediglich die Schwangerschaftstests hebe ich bis heute auf, damit es überhaupt etwas Greifbares gibt.

An dem darauffolgenden Wochenende besuchten uns wie geplant meine Eltern. Wir hatten bis dahin noch nichts erzählt und sie waren natürlich überrascht, als sie hörten, weswegen ich krankgeschrieben war. Die Reaktion war nicht so, wie ich es mir gewünscht und vorgestellt hätte, und ich kann nur hoffen, dass ich selbst einfühlsamer sein werde, sollte meine Tochter ihr Kind verlieren. Ich glaube, sie haben bis heute nicht verstanden, dass es ihr erstes Enkelkind war, was da starb. Auf einem eigentlich schönen Ausflug mit ihnen fühlte ich mich völlig falsch und es schrie in mir, dass die Erde sich doch nicht einfach so weiterdrehen konnte! Ich stand wie neben mir, noch sehr viele Monate. Ich funktionierte, nahm am Leben teil, erfüllte meine Pflichten, schrieb meine Magisterarbeit weiter, beendete mein Studium und feierte meinen 30. Geburtstag. Aber ich litt wie ein Hund. Der erste Arbeitstag nach der Krankschreibung fühlte sich so verlogen an. Alles ging weiter wie bisher, nur ich war zerbrochen. Ich weinte auch oft auf der Arbeit, im Bus und beim Spazieren.

Mein Mann schien das alles besser wegzustecken und wir sprachen, je mehr Zeit verging, immer weniger über den Verlust. Dabei wollte ich eigentlich über nichts anderes mehr sprechen. Mir ging es schlecht und immer, wenn es mir schlecht ging, schlug sich das enorm auf die Beziehung nieder. Wir hatten Kommunikationsprobleme und in den darauffolgenden Monaten eine schwere Krise. Verständlich, mein Leben lag in Scherben, so fühlte es sich für mich noch lange an. Ich beendete mein Studium, wir unternahmen weiterhin viel und machten schöne Urlaube, in denen ich mein Leid etwas vergessen konnte. Ich hatte allerdings einige körperliche Probleme, in denen ich den Schmerz um mein Baby erkannte. Da gab es viel Nasenbluten (nie zuvor und nie danach hatte ich jemals Nasenbluten). Da zerbrachen kurz vor dem ET zwei gesunde Zähne zeitlich ganz knapp nacheinander. Einer der beiden Zähne ist bis heute mein einziger Problemzahn. Ich hatte eine Röschenflechte (sonst so gut wie nie Hautprobleme) und starke Blutungen. Ich stürzte im Schwimmbad und brach mir einen Zeh, woraufhin ich wochenlang schlecht laufen konnte. Wie von Geisterhand hörte der ganze Mist im März 2005, also 1 Jahr nach der Fehlgeburt auf. Das war schon merkwürdig. Mein persönliches Trauerjahr, was mir mein Körper auch deutlich zeigte.

Ich weinte noch weiterhin sehr viel, schrieb kleine Briefe an mein verlorenes Kind, recherchierte viel über Fehlgeburten und stellte bis nach der Geburt des Großen jedes Jahr am Todestag und am ET eine Kerze und ein kleines Blümchen auf. Das war ich mir und dem Baby schuldig. Sonst sprach niemand groß darüber. Das war eigentlich das Allerschlimmste in den Monaten nach dem Verlust. Zwar hörte ich in dieser Zeit zum ersten Mal von Fehlgeburten im Familienkreis, aber es schien für alle etwas "Normales", zum Leben Dazugehörendes zu sein. Als ich zu Weihnachten 2004 bei meinen Eltern zu Besuch war und wir zusammen die Christmette besuchten, heulte ich Rotz und Wasser, als vom Kindelein in der Krippe und vom gerechten Gott die Rede war. Angebrüllt habe ich diesen Gott, an den ich sowieso nicht mehr glaubte. Ich habe jeden, wirklich jeden Tag an mein Mäuschen gedacht. Ein Jahr nach dem ET schenkte mir mein Mann einen Stern, der nach dem Baby benannt war. Das war sehr rührend. Es gibt ein Lied, was ich mit dem Baby verbinde und dessen Instrumentalteil sowas wie sein Wiegenlied ist: "That I would be good" von Alanis Morissette, der tollen, übrigens hochsensiblen Künstlerin, die auch an heftigsten postnatalen Depressionen litt, was ich damals natürlich alles noch nicht wusste, sich aber wunderbar in mein Lebensbild fügt.

Wenn ich damals gewusst hätte, was für emotional und körperlich aufzehrende Jahre noch vor uns liegen würden, bis ich wieder schwanger werden und zwei gesunde Kinder bekommen würde, ich wäre vollends verzweifelt. Eigentlich wollte ich gar kein neues, anderes Baby, ich wollte nur unser Sternenkind zurück. Es folgten viele Jahre des unerfüllten Kinderwunsches, bis ich endlich im Sommer 2010 wieder schwanger war. Zum 6. ET (20.10.2010) legten wir auf den Geburtstagstisch für unser Sternenkind daneben die ersten Klamotten für das neue Baby, das jetzt unser Großer ist. Und dann kam er und stellte alles auf den Kopf. Der letzte Eintrag im Erinnerungsbüchlein datiert vom 21.10.2011, etwas mehr als ein halbes Jahr nach der Geburt des Großen. Und schaut mal, was ich da über unseren Großen schon schrieb:

Eintrag vom 21.10.2011

Und jetzt, endlich, kann ich diese Geschichte hier niederschreiben und damit für immer bewahren. Ich habe 3 Kinder, wie ich in diesem Text schon einmal schrieb: eines im Herzen und zwei gehen den Lebensweg mit mir. Das ist unglaublich traurig und schön zugleich.

Kommentare:

  1. ... Deine Erfahrung ist fast die Gleiche wie bei mir. Allerdings war unser Sternchen geplant (als unser viertes Kind) und wir waren daher darauf eingestellt, eigentlich sogar schon richtig ungeduldig.

    Und ich habe es auch in der 8. Woche verloren, saß 1,5 Stunden blutend im Wartezimmer und als ich mich darüber beschwerte, hieß es nur: "Dann bekommen sie eben eine Überweisung ins Krankenhaus." Und ich: "Dann muss ich da ja wieder warten ..."
    Da kam dann meine Ärztin aus dem Zimmer, sah mich weinen und nahm mich mit.
    Leider war auch da alles schon zu spät.

    Ich habe mich danach rasch wieder auf das erneute Schwangerwerden konzentriert und meiner Traurigkeit keinen Ausdruck verliehen. Irgendwie dachte ich, bei einem so frühen Verlust müsste ich das nicht, sondern könnte einfach so weitermachen wie zuvor.

    Aber inzwischen denke ich, es ist genau richtig, wie Du es gemacht hast: Ganz nach dem eigenen Gefühl einen Raum für die Trauer schaffen. Das klingt sehr gut.

    Falls Du es lesen möchtest, findest Du meinen Artikel zu diesem Thema hier:
    https://essentialunfairness.wordpress.com/2015/01/06/tabuthema-fehlgeburt/

    Ganz liebe Grüße <3

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    1. Vielen lieben Dank und auch danke für Deinen Link! Es ist unfassbar, wie verständnislos gerade Frauenarztpraxen sind. Sicher erleben sie häufig Fehlgeburten, aber trotzdem ist doch jeder Fall individuell traurig und müsste emotional begleitet werden.
      Ist es eventuell einfacher zu verarbeiten, wenn schon Kinder da sind wie in Deinem Fall? Erstens, weil keine Leere entsteht und zweitens, weil man abgelenkt ist und funktionieren muss? Wobei ich mir Letzteres wahnsinnig schwer vorstelle.
      Ich finde Deine Gedanken bezüglich der vielleicht noch nicht bereiten Seelen tröstlich, konnte aber nicht so empfinden, weil ich mir bis heute Vorwürfe wegen der schweren Bücherkiste mache. Unabhängig davon, was die Ursache gewesen ist, was niemand je wissen wird, gebe ich mir ein Stück weit die Schuld. Und das ist besonders schmerzhaft.
      Liebe Grüße!

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  2. Das tut mir sehr Leid...ich weiß wie sich das anfühlt. Ich hatte letztes Jahr im August in der 9. Woche eine Fehlgeburt. Ich hätte nie gedacht, dass etwas schief gehen könnte, lief doch in meiner ersten Schwangerschaft alles wunderbar und ohne Probleme. Ich fühlte mich ähnlich wie Du, nur dass ich keine Gelegenheit hatte, mich einzuigeln. Mein Sohn forderte meine volle Aufmerksamkeit. Und das war auch gut so. Doch trotzdem - auh wenn die Familie jetzt vollständig ist - man denkt doch darüber nach, über das kleine Menschlein, das doch irgendwie fehlt...

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    1. Danke, Du Liebe, und mir tut es auch leid, dass Du Ähnliches erleben musstest. Ich stelle es mir sehr schwierig vor, in so einer Situation für ein kleines Kind funktionieren zu müssen. Zumal das Umfeld meist wenig Verständnis hat. Aber schön, dass es doch dann relativ schnell wieder bei euch geklappt hat. Durch unsere lange Wartezeit konnte die Wunde bei mir gar nicht heilen, das war sehr traurig und zermürbend. Und ja, man denkt über dieses Menschlein nach und vermisst es, so komisch das klingt. Ich drück Dich!
      Liebe Grüße!

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    2. Danke! 😘 Ja, ich bin froh, dass es so schnell wieder geklappt hat. Trotzdem bleibt eine Lücke. Und das Warten, bis es wieder klappt, ist wirklich zermürbend, auch wenn es bei uns nur wenige Monate waren.

      Umso mehr tut es mir Leid für Dich, dass so viel Zeit vergangen ist, bis Deine Sehnsucht endlich erfüllt wurde.

      Fühl Dich ebenfalls gedrückt! Liebe Grüße, Nadine

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  3. Ich sitze hier und mir kommen die Tränen, denn ich kann dich gut verstehen!
    Ich habe zwei Sternenkinder, jedes starb bevor ich eins meiner Kinder bekamm.
    Und auch die ich bekamm musste ich stark kämpfen.
    Auch in meiner Familie wurde es nicht groß besprochen, einfach mal locker weggesteckt, selbst als ich bei der Geburt meines Kindes fast gestorben bin war es nur ein kurzer Schock, aber so nach dem Motto "ist ja nichts passiert" wurde es nie zum thema.
    Ich finde es schrecklich, da es vielen so geht und man seine Gefühle eher mit fremden aus Foren etc teilt die das gleiche/ähnliche durchmachen, als mit der Familie darüber reden zu können.

    Ich danke dir, dass du ein Teil deiner Geschichte mit uns teilst, dass du damit zeigst das man nicht allein ist sondern auch andere nach dem verlust eines Kindes so schlecht geht, dass hoffentlich einige damit zum nachdenken bringst und vorallem das auch ein Sternenkind immer, wirklich immer zu seiner Familie gehört und nie vergessen wird! <3

    Lg Nicky

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    1. Liebe Nicky,
      es tut mir sehr leid, was Du durchmachen musstest! Ich finde es auch merkwürdig und traurig, dass fremde Menschen mehr Verständnis aufbringen als die eigene Familie. Und dass viele Frauen das Gefühl haben, sie könnten nicht darüber reden.
      Danke für Deine lieben Worte!
      Liebe Grüße!

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  4. Hach.. Ich musste so weinen, als ich dein Post hier gelesen habe.
    Ich kann dich so unglaublich gut verstehen. Mir ging es genau so, musste 7+6 zur Ausschabung und das war einer der schlimmsten Tage für mich. Ich kann die Leere die du in dir hattest so verstehen. Mir ging es genau so.. ich fühlte mich ebenfalls komplett leer.
    Ich denke auch heute noch so oft darüber nach, für mich gehört unser kleines Sternchen ebenfalls zu unserer Familie und.. leider war die Reaktion meiner Eltern und auch meiner Schwiegereltern ähnlich. Die waren alle irgendwie garnicht so geschockt.. "schade, das ist schade.. " mehr kam irgendwie nicht. War sehr verwundert.. für mich ist echt eine Welt zusammen gebrochen.

    Finde es toll, dass du diesen Beitrag mit uns geteilt hast!
    Liebe Grüßla
    Anna

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    1. Liebe Anna,
      vielen lieben Dank für Dein Mitfühlen und es tut mir leid, dass Du das Gleiche erleben musstest! Die Reaktion des Umfeldes war genauso wie bei Dir und das ist so grausam und unverständlich. Dass es häufig vorkommt, bedeutet ja nicht, dass nicht jede Frau trotzdem individuell leidet. Es ist und bleibt ein gestorbenes Kind und die Trauer darüber vergeht nie.
      Danke und liebe Grüße!

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  5. Vielen Dank,meine Liebe für diesen offenen, mutigen Bericht. Ich fühle mit dir. Auch ich habe Ähnliches erlebt. Leider gab es bei mir medizinische Komplikationen und einen Verdacht auf Eileiterschwangerschaft, was eine Operation mit ungewissem Ausgang mit sich brachte. Zum Glück ist alles gut ausgegangen und ich bin danach schnell wieder schwanger geworden. Trotzdem wiegt ein solcher Verlust schwer. Daher kann ich dich gut verstehen. Meine Frauenärztin war übrigens total einfühlsam, hat mich in den Arm genommen u d von ihren Fehlgeburten erzählt. Scheinbar ist dies wirklich keine Seltenheit und oft Teil des Mutterlebens... So hart es auch ist. Fühl dich umarmt. LG!

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    1. Dankeschön, Du Liebe! Ich wusste das von Dir gar nicht, hast Du das mal erwähnt? Was heißt das, ist das Baby gestorben oder was wurde gemacht? Schön, dass Du danach schnell wieder schwanger geworden bist, das mildert den Verlust vielleicht ein wenig. Und toll, dass Du Verständnis erfahren hast. Das hätte mir sehr geholfen, mich vielleicht nicht so tief in meiner Trauer zu vergraben.
      Liebe Grüße!

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    2. Bei mir war es so, dass nicht eindeutig ein "korrekter Sitz" der Schwangerschaft festgestellt werden konnte - nur ein "schwarzer Punkt, der in bei der 2. Untersuchung beim FA zu klein für die SSW war. Also sagt man mir, dass das wahrscheinlich nichts werden würde. In der 8. SSW hatte ich dann eine Fehlgeburt (Ausschabung sei nicht nötig). Da der HCG-Wert danach aber plötzlich anstieg, gibt man davon aus, dass die Schwangerschaft noch bestehen müsste - und zwar im Eileiter. Als ob der Verlust nicht schon schwer genug war, folgte dann eine Krankenhausaufenthalt mit Bauch- Gebärmutter- und Eileiterspiegelung. Die Ärzte sagten mir, dass je nach Befund, ev. sogar ein Eileiter "gekappt" werden müsste, das wolle man aber unter der OP entscheiden. Als ich in die Vollnarkose ging, wusste ich also nicht, was mich erwarten würde, wenn ich aufwachen würde. Zum Glück war es dann keine Eileiterschwangerschaft, es wurde lediglich eine Ausschabung gemacht und ich durfte noch am selben Tag nach Hause. ich habe die ganze Geschichte dann zum Glück gut verarbeiten können, da es für mich noch kein Embryo war, sondern nur ein "Schwarzer Punkt" der sich nicht weiterentwickelt hat. Dann wurde ich ja zum Glück auch schnell wieder schwanger und auch das hat geholfen, weiter nach vorne zu blicken und einen Harken unter die 1. Schwangerschaft zu machen. Mich hat verblüfft, wie viele Frauen sich plötzlich mir gegenüber "geoutet" haben, die ähnliches erlebt haben und erst damit rauskam, als sie von meiner Geschichte hörten. Es passiert wirklich so vielen Frauen. Trotzdem ist es natürlich schlimm. Darum finde ich es gut, wenn man sich austauschen kann und von anderen hört, dass man nicht alleine ist.
      Liebe Grüße (jetzt habe ich die Geschichte ja doch erzählt... ;)) )

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    3. Du Liebe, das tut mir total leid. Und danke, dass Du es erzählt hast. Ich kenne auch Frauen, die das so empfunden haben wie Du. Für diese war die Verarbeitung wesentlich einfacher. Und das schnelle Wieder-Schwanger-Werden trägt sicherlich auch dazu bei. Ja, es ist Wahnsinn, wie viele betroffen sind. Und trotzdem hat man immer das Gefühl, es ist ein Tabuthema...
      Liebe Grüße!

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  6. Ich hatte keine Fehlgeburt, allerdings bekamen wir unseren Großen durch eine künstliche Befruchtung, die erst im dritten Anlauf klappte. Und die 2mal davor, als die befruchteten Eier mir eingesetzt wurden, sie sich aber nicht einnisteten, trauerte ich auch. Aber eins haben wir dennoch gemeinsam. 2 gesunde Kinder! Und dafür bin ich sehr dankbar

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    1. Na da haben wir mehr gemeinsam, als Du denkst:). Wenn ich es schaffe, werde ich irgendwann auch noch darüber schreiben. Ein bisschen habe ich hier angedeutet:
      http://fruehlingskindermama.blogspot.de/2015/03/schwierige-antworten-auf-kinderfragen.html
      Liebe Grüße!

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  7. Danke für's Teilen! So eine bewegende Geschichte. :( Ich fühle sehr mit Dir obwohl ich keine Fehlgeburten hatte habe ich bis heute das Gefühl, dass mir ein Baby verloren gegangen ist zwischen Kind 1+2 und Kind 3. Wir hatten ein paar Monate probiert und einmal blieb die Regel aus. Der Test war negativ also wartete ich weiter. Ein paar Tage später hatte ich dann eine sehr schmerzhafte Regel. Ich denke bis heute, dass sich da bestimmt ein Baby versucht hat einzunisten. Als ich den Müll rausbrachte habe ich gesehen, dass sich der zweite Strich ganz leicht doch gezeigt hatte.
    Ein paar Monate später wurde ich schwanger mit Kind 3.

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    1. Danke Dir! Ich glaube auch, dass man so etwas spüren kann. Ich hatte eine ähnliche Situation wenige Monate nach der Fehlgeburt (Test war negativ, aber Gefühl eines nicht korrekt eingenisteten Eies war da und Blutung sehr "dick") und nach einer unserer Kinderwunschbehandlungen (da war sogar der Hcg angestiegen, aber es ging nicht weiter). Also ich kann Dein Gefühl bestätigen und nachvollziehen. Schön, dass es dann so schnell wieder bei euch geklappt hat.
      Liebe Grüße!

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  8. Ach, das tut mir sehr leid, dass Du das auch erleben musstest!!! Ich kann Deinen Schmerz total verstehen; wir haben im Frühjahr unser geliebtes Küstensternchen verloren. Es wird immer in meinem Herzen sein, wenn schon nicht auf dem Arm! Das einzige, was mir einigermaßen hilft, ist darüber zu reden bzw. zu schreiben. Und nein, dass soll kein Tabuthema sein!

    Alles Liebe und viel Kraft
    Deine Küstenmami

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    1. Ich weiß, hatte es damals auch mitbekommen, es tut mir unendlich leid für euch! Es trifft so viele und man spricht nicht darüber. Das ist furchtbar! Zwar gibt es mittlerweile so viele Blogtexte, aber im privaten Umfeld fragt einen keiner danach. Oder ist das bei Dir anders?
      Ich wünsche euch alles Liebe!!

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