Samstag, 20. Juni 2015

Nur eine glückliche Mama ist eine gute Mama?

Wie wird man eine glückliche Mama? Nur dadurch, dass man Kinder bekommt? Definitiv nicht. Ich hatte ja schon bei der traumatischen Geburt des Großen nicht die erwarteten überschwänglichen Glücksgefühle empfunden und die darauffolgenden Wochen und Monate setzten dem noch eins drauf. Ich war todunglücklich wegen einer Tatsache, die ich mir selber sehnsüchtig gewünscht hatte und die zu guter Letzt doch noch in Erfüllung gegangen war. Auch bei der wunderschönen Geburt der Kleinen wurde ich nicht von Glücks- und Mamagefühlen überschwemmt. Das ist wahrscheinlich einfach eine Typfrage und nicht zwangsläufig von äußeren Gegebenheiten abhängig. Auch in den Babyzeiten beider Kinder wurde ich nicht dadurch, dass ich ein Kind hatte, automatisch eine glückliche und zufriedene Mama, im Gegenteil. Deshalb machte es auch gar keinen Sinn, immer wieder gesagt zu bekommen, wie glücklich ich doch sein könne, weil ich ein (später zwei) gesunde/s Kind/er habe. Das ging völlig an meinem Empfinden vorbei.

Die Aspekte, die mir beim Mamasein sehr zu schaffen machten, waren so schwerwiegend, dass ich beim ersten Kind überhaupt keine Zufriedenheit, geschweige denn Glück, fühlen konnte. Dazu gehörten neben Schlafmangel und körperlichen Problemen sowie dem anstrengenden Kind auch die ständige Bereitschaft, die fehlende physische Distanz zwischen mir und dem Baby, das völlige Wegbrechen des gewohnten Lebens, die soziale Isolation, das intellektuelle Unterfordertsein und gleichzeitig komplette Überfordertsein, was die Belange des Babys betrifft, die fehlenden Auszeiten, die Fremdbestimmtheit und die ungeheuerliche Zerrissenheit zwischen meinen Bedürfnissen und denen des Babys, die auf einmal wichtiger waren als meine. Mit Sicherheit kommen viele Frauen damit besser klar, als ich es konnte. Aber genau das setzte mich noch mehr unter Druck.

Ich hadere sehr intensiv mit Dingen, die nicht so laufen wie vorgestellt. Ich bin kein Mensch, der unangenehme Tatsachen leichten Herzens akzeptiert und das Schicksal so annimmt, wie es ist. Ich grübele viel und verfange mich in Kreisläufen. Ich bin auch überhaupt niemand, der seine Bedürfnisse leichten Herzens aufgibt zugunsten anderer, und wenn es die eigenen Kinder sind. Wenn mir dann noch Unverständnis entgegenschlägt oder der ehrliche Austausch fehlt, verstärkt sich alles  und ich fühle mich noch hilfloser und gefangener als ohnehin schon. Ich möchte eigentlich Dinge verändern, die mir nicht gut tun. Das neue Leben mit den Kindern konnte ich nicht verändern. Diese erzwungene Passivität hat mir unheimlich zu schaffen gemacht. Und ohne konstruktiven und vielseitigen Austausch habe ich es auch nicht geschafft, die kleinen Aspekte zu sehen, die ich vielleicht hätte ändern können. Zum Beispiel hätte ich mehr konkrete Unterstützung einfordern müssen, statt darauf zu warten, dass mir beispielsweise Auszeiten gewährt werden. Das schaffte ich mit meinem schlechten Gewissen aber nicht. Dadurch wurde ich noch unzufriedener und der unheilvolle Kreislauf nahm seinen Lauf. Es war auch für meine Umgebung nicht einfach, da ich nach Auszeiten meist noch unglücklicher als vorher war, weil ich dann so richtig knallhart merkte, was ich verloren hatte und so unglaublich vermisste. Ich hatte mehrfach danach emotionale Zusammenbrüche, die allen Beteiligten viel Kraft kosteten. Und trotzdem wäre es lebenswichtig gewesen, diese kontinuierlich einzufordern bzw. sich zu nehmen.

Eine grundlegende Besserung meines Befindens trat eigentlich erst ein, als die Kinder in die Kita kamen und es wieder ein strukturiertes, teilweise selbstbestimmtes Leben für mich gab. Deshalb wäre es für mich nie eine Option gewesen, die Kinder länger, also 2 oder 3 Jahre, zuhause zu lassen. Dass ich meinen Großen statt wie geplant mit 1 1/2 Jahren schon mit 13 Monaten in die Kita gab, machte mir und meinem schlechten Gewissen einerseits schwer zu schaffen, andererseits war es wirklich Rettung in höchster Not für meine psychische Gesundheit als Mama und Mensch. Die Fremdbetreuung der Kinder war also, so paradox es klingen mag, ein wichtiger Baustein meiner Mama-Zufriedenheit. Hinzu kommen das steigende Alter der Kinder, wodurch es für mich schrittweise immer einfacher geworden ist, das eigene Arbeitsleben und die damit einhergehende Bestätigung auf ganz anderen Gebieten sowie das Bewusstsein, dass ich den Lebensabschnitt, wo ich tatsächlich alle meine Bedürfnisse für die Kinder aufgeben muss, mit jedem Tag mehr hinter mir lasse.

Es änderte sich auch die Fähigkeit, unabänderliche Dinge annehmen zu können. Das ist bis heute von Tag zu Tag unterschiedlich und sehr von meiner jeweiligen Verfassung und der allgemeinen Stimmung abhängig. Mich tangiert eine schlechte Laune oder ein Klammertag von einem meiner Kinder subjektiv mehr als viele andere Mamas, die ich kenne. Das ist wohl eine "Nebenwirkung" meiner Hochsensibilität. Es betrifft mich richtig tief und raubt mir wertvolle Kraft. Ich bewundere Mamas, die nach dem Motto "Augen zu und durch, es kann ja nur besser werden" agieren. Ich konnte das lange Zeit nicht und es fällt mir bis heute zeitweise schwer. Auch die Fähigkeit, die eigenen Bedürfnisse zurückstellen zu können, zumindest solange die Kinder klein sind, ist zwar etwas gewachsen, aber immer noch nicht in dem Maße vorhanden wie bei anderen. Ehrlich gesagt, möchte ich dies auch gar nicht. Ja, ich weiß, man sollte sich nicht vergleichen, tut es aber eben doch, wenn man sich Gedanken darüber macht, warum man selber nicht mit Dingen klarkommt, die anderen gar nicht schwerfallen.

Ich merke an Tagen, wo ich das problemlos kann und nicht durch die innere Unruhe und das Bestreben, unbedingt etwas für mich tun zu müssen, unzufrieden und getrieben werde, wie "einfach" das Mamasein sein kann. Deshalb halte ich es für einen bedeutsamen Bestandteil eines als leicht und befriedigend/erfüllend empfundenden Mamalebens, ob man diese Fähigkeit hat, entweder von Grund auf oder durch die Kinder erworben. Ich habe sie nicht, deshalb ist meine Herausforderung, eine gesunde Balance zu finden zwischen meinen Bedürfnissen und denen der Kinder, damit ich zufrieden bin. Ich werde nicht dadurch zufrieden, indem ich sie aufgebe oder unterdrücke, aber ich kann sie zurückstellen, wenn ich dafür im Gegenzug andere Freiheiten habe.

Zum Beispiel kann ich bis heute die Kleine nicht abends und nachts alleine lassen, was ich schon als starkes Korsett empfinde, weil ich auch mal gern wieder alleine über Nacht wegfahren würde. Wenn ich aber dafür beispielsweise mal am späten Nachmittag oder am Wochenende ins Kino gehen kann, wird das etwas aufgewogen. Auch das Vollstillen war (vor allem beim Großen, der anfangs ein Dauerstiller war) eine enorme Freiheitsberaubung für mich, weil beide Kinder jegliche Flaschenernährung verweigerten und ich sie erst länger allein lassen konnte, als sie nennenswerte Mengen an Beikost aßen, was ca. mit 8 Monaten der Fall war. Bis dahin konnte ich mich nie länger als ca. 2 Stunden entfernen. Ich habe diese Bedürfnisse meiner Kinder erfüllt, auch wenn es mir oft schwerfiel, aber einen gerechten Ausgleich dafür zu finden ist schwierig. Das Gleiche gilt für den ständigen nächtlichen Bereitschaftsdienst, der unheimlich schlauchte. Deshalb habe ich in dieser Zeit auch viel mehr gelitten als heute, wo ich mir kleine Refugien schaffen kann.

Also, mein Fazit ist: eine Mama kann leichter glücklich und zufrieden sein, wenn sie die Fähigkeit hat, ihre Bedürfnisse zugunsten ihrer Kinder zumindest eine Zeitlang zurückzustellen. Das ist aber meiner Meinung nach kein Verdienst, sondern eine naturgegebene Eigenschaft. Ich muss da immer an meine verstorbene Oma denken, die sich zugunsten ihrer Familie völlig zurücknahm und daraus ihr Glück schöpfte. Eine Mama, die diese Fähigkeit nicht hat (wie ich), wird durch das Aufgeben ihrer Bedürfnisse nur unglücklich und muss zusammen mit ihrer engsten Umgebung darauf achten, dass gewisse Bedürfnisse erfüllt werden oder durch andere positive Dinge kompensiert werden. Dann schafft sie es auch, manche Bedürfnisse warten zu lassen und wird durch diese Balance ebenfalls zufriedener. Das schlechte Gewissen klopft zwar immer an, aber das kennt sicherlich fast jede Mama. Aber auch das wird weniger, je älter die Kinder werden;). Ich war lange Zeit keine glückliche Mama, aber ich hoffe, ich war trotzdem eine gute Mama. Das Mamasein ist aber wesentlich angenehmer, wenn man zufrieden wird durch die Aspekte, die einem selbst wichtig sind, was sicherlich individuell sehr unterschiedlich ist. Für mich sind es die oben geschilderten Dinge. Das ist auch alles ein langwieriger und schmerzhafter Lernprozess gewesen.

Welcher Typ Mama seid ihr bzw. wie löst ihr diesen Zwiespalt?

Kommentare:

  1. Wow, danke für so einen offenen und ehrlichen Artikel!

    Ich stimme Dir übrigens auch total zu: Obwohl ich doch irgendwie insgesamt "glücklicher" - oder sagen wir lieber, "zufriedener" (Glück ist so ein großes Wort) - bin, seit der kleine Mann da ist, fällt mir das Zurückstellen meiner Bedürfnisse schwer. Und ich finde auch, dass das erste Jahr mit Kind wahnsinnig anstrengend und kräftezehrend war - seitdem wurde und wird alles einfacher und auch schöner.

    Was mir immer wieder hilft, ist, das Glück nicht als dieses riesige-wahnsinnig-tolle-erstrebenswerte Ding anzusehen, sondern die kleinen, alltäglichen Glücksmomente bewusst wahrzunehmen. Wenn ich in Gedanken auf dieses kleine große Glück schaue, kann ich mit gutem und zufriedenem Gefühl sagen, dass ich eine glückliche Mama bin. Meistens. Gut, manchmal... ;)

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    1. Dankeschön, ich glaube, Du hast zum ersten Mal bei mir kommentiert, ich freue mich! Mir reicht es auch schon, wenn ich zufrieden bin, was auch oft nicht, aber tendenziell öfter als in der Babyzeit, der Fall ist. Wahrscheinlich war ich einfach zu blauäugig und habe erwartet, mit der Geburt meines Wunschkindes eine überglückliche, aufopferungsvolle Mutter zu sein.
      Du hast völlig Recht, die kleinen Momente sind es, die zählen. Und es ist wichtig, Menschen zu finden, denen man sich ganz ehrlich öffnen kann. Das fehlt mir bis heute in meinem privaten Umfeld.
      Ich wünsche Dir und mir, dass wir lernen, unsere Bedürfnisse zu spüren und einzufordern und dadurch Kraft für unser Mamasein schöpfen.
      Liebe Grüße!

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  2. Sehr offene Worte von dir. Danke dafür. Jeder ist ein anderer Typ und auf Knopfdruck glücklich sein, klappt nicht immer. Auch wenn es ein süßes Baby ist, das vor einem sitzt :-) ich finde deine Gedanken vollkommen menschlich und wenn du ausgeglichener bist, wenn die Kinder "früher" in die Kita gehen oder du auch mal offen sagst, dass es jetzt nicht so gut läuft, ist das immer besser, als alles in sich hinein zu fressen. Du machst das gut. Bine

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    1. Dankeschön, liebe Bine! Ja, jeder Mensch ist anders und das Wichtigste ist gegenseitiges Verständnis. Wie man rausliest, habe ich das leider oft nicht erfahren und muss mir deshalb rückwirkend so vieles von der Seele schreiben.
      Und das Schwierigste war, selbst erstmal mit diesen Gedanken klarzukommen. Ein langer Prozess...
      Liebe Grüße!

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  3. Hallo, liebe Frühlingskindermama, ich denke, dass Deine Ansprüche ans Muttersein von vornherein zu hoch waren. Der Druck von aussen kommt dann noch hinzu und hat es nicht verbessert. Einer der Gründe, warum ich gern Mutter in Frankreich bin. Hier gehören Kinder selbstverständlicher als in Deutschland zum Leben, auch und vor allem zum beruflichen Leben. In Deutschland wäre ich eine "Rabenmutter", denn Fremdbetreuung ist für mich selbstverständlich. Ich bin sehr froh, ein "normales" Leben neben meinem "Mutterdasein" zu haben. Ich war und bin nicht bereit, mich für meine Kinder völlig aufzugeben. Der Vorteil hier ist, dass es normal ist. Die Devise vieler Franzosen ist: Glückliche Eltern - glückliche Kinder. Dazu hat eine in Frankreich lebende Deutsche ein Buch geschrieben: Annika Joeres
    http://www.amazon.de/Vive-famille-Franzosen-Familiengl%C3%BCck-lernen/dp/3451312360/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1434959190&sr=8-4&keywords=Mutter+sein+in+Frankreich
    Ich habe das Buch zwar nicht gelesen, stimme aber in grossen Linien damit überein.

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    1. Dankeschön für Deinen Kommentar und Deine Lesertreue! Mit Sicherheit waren meine eigenen Erwartungen zu hoch. Ich hatte halt so gut wie gar keinen direkten Kontakt zu kleinen Kindern und wenn, dann wurden keine Probleme angesprochen. Nachträglich habe ich herausgefunden, dass zum Beispiel auch meine Cousine ein Schreibaby hatte; das wurde aber nie thematisiert. Ich bin irgendwie davon ausgegangen, dass mich das Mamasein total erfüllen würde und es genau das Richtige für mich ist, nach der langen Kinderwunschzeit. Naja.
      Was die frühe Kinderbetreuung betrifft, habe ich übrigens nie Druck von außen bekommen, weil es hier bei uns normal ist, sein Kind mit einem Jahr in die Kita zu geben. Aber wieder hatte ich selbst eben ein schlechtes Gewissen. Also auch viel mehr mein Problem;)
      Liebe Grüße!

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  4. Nein, eben nicht nur Dein Problem! Das meine ich ja gerade. Das schlechte Gewissen kommt daher, dass man anscheinend in Deutschland keine gute Mutter ist, wenn man sein Kind vor 3 Jahren fremdbetreuen lässt. Das ist gesellschaftlich verankert. Die Meinung haben alle. Es könnte Schaden nehmen. Siehe Renz-Polster: http://www.kinder-verstehen.de/faqi.html - Fremdbetreuung ist qualitativ zu schlecht, um unseren Ansprüchen zu genügen, z.B. was den Betreuungsschlüssel anbelangt. Wieviele Kinder aber keinen Schaden nehmen, das wird nicht betrachtet. Das Kind wird einfach viel zu sehr in den Mittelpunkt gestellt. Und jetzt steinigt mich alle!

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    1. Ich weiß, was Du meinst, und das trifft sicherlich für einige Regionen oder soziale Schichten in Deutschland zu. Aber pauschalisieren kann man das nicht. Hier in der Großstadt ist es wie gesagt völlig normal, dass die Kita mit einem Jahr startet und auch in dem Umfeld, in dem ich mich bewege, ist es die absolute Ausnahme, wenn jemand sein Kind länger zuhause lässt. Da ist so jemand eher eine Mutter, die komisch angeschaut wird (das beschreiben die Blogs Geborgen Wachsen und Runzelfüsschen, beide aus Berlin, immer wieder). Das wäre auch für mich nie eine Option gewesen. Bei mir geht es eher darum, dass ich nicht die Erfüllung aus dem Kinderhaben ziehe, die ich mir vorgestellt habe. Aber die Freude ist ja schon viel mehr geworden, das ist unbestritten. Ich werde mal einen Beitrag über mein früheres Ich schreiben, vielleicht versteht man dann manches besser.
      Und gesteinigt wird hier keiner, wir tauschen uns ja konstruktiv und liebevoll aus;)
      Liebe Grüße und danke!

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  5. wenn es mir gut geht, geht es auch meinen kindern gut. warum? weil ich glücklich bin. wie sich dies aber gestaltet - ob ausgleich durch sport, durch stundenweises arbeiten, durch mädelsabende - die möglichkeiten sind verschieden. ich bin aber überzeugt davon, dass ich auch dann eine gute mama bin, wenn ich nicht immer mit einem lächeln durch die welt laufe, sondern authentisch bin. und das leben hält nun mal höhen und tiefen bereit.

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    1. Ja, da gebe ich Dir völlig Recht, das empfinde ich auch so. Ich bin auch viel ausgeglichener und geduldiger mit den Kindern, wenn ich was für mich tun konnte. Was genau, muss jeder selbst für sich wissen. Und ich denke auch, dass ich, wenn es mir nicht so gut geht, trotzdem eine halbwegs gute Mama bin, weil ich die Kinder ja nie im Stich lasse und meine Bedürfnisse auf Teufel komm raus durchdrücke. Ich bin ja trotzdem immer für sie da. Schwierig wird es nur, wenn zu wenig oder zu lange nichts Eigenes stattfindet...
      Liebe Grüße!

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  6. Finde es toll, dass du auch solche Themen so offen ansprichst. Da erkennen sich bestimmt auch viele andere Mütter wieder (wie streckenweise auch ich selbst). Es lohnt sich ja nicht so zu tun als wäre das Mama-Sein immer nur wundervoll und einfach, da sollte man sich lieber auf einer ehrlicheren Basis austauschen :)

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    1. Dankeschön! Na klar, anders gibt's mich nicht;). Ich habe immer unter dem Tabuisieren und Verschweigen gelitten und will es anders machen. Schön, dass Du mich liest, obwohl Du sicherlich einiges anders empfindest.
      Liebe Grüße!

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  7. Liebe Frühlingsmama,
    ich glaube, das Zugeben einer Mama, dass Mamasein eben nicht immer das größte Glück ist, ist super schwer! Eben weil man schnell als Rabenmutter abgestempelt wird. Wir sind in einer Generation aufgewachsen, in der bei weitem nicht so offen über Gefühle und wie es wirklich hinter den Kulissen aussieht, geredet wurde wie heute. Das Internet hat da glaube ich auch viel getan. Es fällt mir persönlich leichter offen im Netz zu reden, als von Angesicht zu Angesicht.
    Ich verstehe dich gut. Ich habe zwar viel darüber geschrieben, wie glücklich mich das Mamasein macht und das, obwohl ich mir, im Gegensatz zu dir, nie über einen langen Zeitraum ein Kind gewünscht habe, (bei mir war der Überraschungseffekt also eher umgekehrt) ABER durch dieses "sich aufopfern" und immer da sein über einen so langen Zeitraum, bin ich oft über meine Grenzen gegangen und habe mir damit geschadet. Fremdbetreuung kam für mich in so einem frühen Stadium aber nicht in Frage und ich habe auch keine Verwandten in der Nähe. Ich habe mir also kleine Lücken über den Tag verteilt gesucht. Zugegeben, zu wenig, aber ich habe daraus neue Kraft geschöpft. Meine Kleine ist jetzt 2 1/2 und Fremdbetreuung in Form von Kita ist für mich immer noch ein schwieriges Thema. Bei einer Freundin lassen, die sie gerne hat (und der ich vertraue), schon eher. Ich möchte aber auch, dass sie mehr Kontakt zu anderen Kindern hat. Sie hat aber eher Interesse an älteren Kindern. Besuche in Kindergruppen zusammen mit anderen Eltern waren so lala. Die Kleine fühlte sich oft unwohl (ich auch - vielleicht deshalb?). Ich weiß auch nicht, ob ich es übers Herz bringen könnte, sie einfach alleine in der Kita zu lassen, wenn sie das nicht möchte. Das kostet bestimmt viel Überwindung.
    Wir unternehmen viel. Sie bekommt quasi die Rundumbetreuung, von der viele Kinder nur träumen können (das, was du über deinen Großen schreibst, dass er das liebste Kind ist, wenn er Einzelbetreuung und permanente Aufmerksamkeit bekommt, kommt mir sehr bekannt vor). Sie ist ein sehr glückliches Kind, lacht viel, hat den Schalk im Nacken sitzen und weiß genau, was sie will und was nicht! Es macht Spaß mit ihr Zeit zu verbringen. Doch es ist auch anstrengend, weil sie sehr fordernd ist. Sie liebt es, wenn ich mit ihr Buchstaben lerne (zeigt immer auf Schilder im Straßenverkehr) und sie beherrscht mittlerweile einen Großteil des ABCs (ist das normal in dem Alter?). Sie klammert viel (lange Aufwärmphasen, vertraut nur wenigen, zeigt schon immer sehr deutlich wen sie mag und wen nicht). Der Balanceakt zwischen mütterlicher Hingabe einerseits und Freiheitsbedürfnis andererseits ist teilweise gewaltig. Sie macht schon seit längerem keinen Mittagsschlaf mehr macht und ich habe so auch kaum mehr Ruhephasen (sie beschäftigt sich auch nur wenig selbst und wenn dann am liebsten mit Sisyphusarbeit wie Schubladen aus- und wieder einräumen, einen Kartenstapel umsortieren oder Beeren pflücken - sie hat definitiv ein Auge fürs Detail - HSP?). Ich bin fast täglich über 12Std mit ihr zusammen. Ich merke immer, wie das bis zum späten Nachmittag gut geht. Wenn ich dann so meine acht Stunden non-stop-Betreuung durch hab, geht's an die Substanz und ich merke, dass ich genug hatte. Ich denke, das ist menschlich und trotzdem denke ich auch, wäre eine kleine Veränderung in den nächsten Monaten nicht verkehrt und ich liebäugle mit einer ca.15 stündigen Fremdbetreuung pro Woche. Ich muss noch dazu sagen, dass mein Mann mir sie so oft es geht abnimmt und ohne ihn hätte ich den Schritt zur Fremdbetreuung sicher schon früher gewählt... oder wählen müssen, denn ich neige dazu mich zu überlasten, bis es nicht mehr geht. Aufopferungsvoll aber unvorteilhaft, für alle Betroffenen, ich weiß.
    Es fällt mir immer noch schwer offen über solche Dinge zu reden. Ich finde, wir sollten viel toleranter werden. Mehr leben und leben lassen. Ich lerne das gerade hier. Danke, für deinen Blog.

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    1. Ich danke Dir von Herzen für Deinen berührenden Kommentar. Ich verfolge Deinen Weg ja nun auch schon länger und habe mich oft gefragt, welche geheimen Kraftreserven Du mobilisierst, dass Du das durchhältst. Vielleicht ist es dadurch, dass Dein Kind fröhlich ist, wenn es Exklusivbetreuung erhält, etwas leichter (das war bei meinem Großen zu dem Zeitpunkt, als er in Betreuung kam) noch nicht so. Obwohl ich mit ihm auch allein recht gut klarkomme, empfinde ich ihn trotzdem als enormen Krafträuber, weil er eben so fordernd ist. Unser Weg in die Fremdbetreuung war schwierig, ich werde darüber auch nochmal bloggen. Aber er war ja auch noch sehr klein. Ich sehe es heute als positiv an, dass ich damals merkte, dass es meiner psychischen Gesundheit (inkl. psychosomatischer Auswirkungen) und damit auch dem Kind schaden würde, wenn ich länger mit ihm allein zuhause bleiben würde. Aber damals hat diese Erkenntnis großen Schmerz und Versagensgedanken in mir hervorgerufen. Sicherlich auch, weil ich niemanden kannte, dem es ebenso ging. Obwohl ich es laut in die Welt hinausgeschrien habe;(
      Da Du ja keinen Zeitdruck hast (?), könnt ihr es doch erstmal ganz langsam versuchen mit einer Betreuung. Vielleicht findet sie es ja auch spannend. Solche Kinder brauchen Anregungen und Input und das kriegen sie in der Kita zuhauf. Ich weiß noch, wie ich die ersten Male allein nach Hause ging und zerrissen war zwischen dem schlechten Gewissen, ihn so unglücklich in der (ersten) Kita gelassen zu haben und dem tonnenschweren Stein, der mir von den Schultern rollte. Beides ist nachvollziehbar und berechtigt. Aber vielleicht gefällt es ihr auch? Sie wird vielleicht ganz andere Seiten zeigen und eine neue Unabhängigkeit gewinnen. Davon profitiert ihr beide. Ich wünsche euch, dass ihr einen Weg findet, mit dem ihr alle zufrieden seid. Wenn eine Mama (oder ein Elternteil) auf Dauer leidet, ist es für alle nicht gut.
      Ich freue mich, dass ich durch meine Erlebnisse und Berichte dazu beitrage, dass Mamas wie Du sich trauen, über solche Gefühle nachzudenken und sie auszusprechen. Das hätte ich mir damals auch gewünscht. Erst dadurch fängt man an, mehr auf sich selbst zu achten. Ich bewundere Dich für das, was Du bisher geleistet hast. Wie gesagt, ich könnte das nicht. Du bist eine tolle Mama, aber das bist Du auch, wenn Dein Kind nicht rund um die Uhr mit Dir zusammen ist. Ich bin dann sogar eine bessere Mama;)
      Ganz liebe Grüße und alles Liebe!

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  8. Liebe Frühlingskindermama.
    Sehr wichtiges Thema. Bewundernswert, wie du deine Bedürfnisse einforderst und alle Interessen vereinbarst.
    Wir sind da sehr unterschiedlich. Unsere Kinder werden nur dann betreut, wenn ich arbeite – mehr nicht. Also so wenig wie nötig. Nach dem Mutterschutz der Großen ging ich einen Tag pro Woche arbeiten - das hatte finanzielle Gründe wegen der Krankenkassen-Konstellation bei uns. Ein Tag ist doch nix, einfach mal was anderes um die Ohren haben und den Kontakt zur Arbeit nicht verlieren, waren meine Gedanken. Den Organisationsaufwand hatte ich unterschätzt und stand in keinem Verhältnis zur finanziellen Ersparnis. Und dann die emotionale Ebene. Es ging ihr gut dort, aber ich habe sie sehr vermisst.
    Es ist wohl meiner Kindheit geschuldet, dass ich so denke. Meine Mutter ging Vollzeit arbeiten, weil sie musste. Entsprechend wenig Zeit hatte sie für uns und wir wurden viel durch andere betreut (auch wenn es Verwandtschaft war). Das möchte ich nicht für meine Kinder, obwohl ich verstehe, dass meine Mutter keine andere Wahl hatte.
    Sicherlich ist es vielleicht ein hoher Preis, den ich dafür zahle, der auf Kosten meines Schlafes, zu Lasten des Haushalts und meiner Hobbys geht. Dennoch liegt meine Konzentration auf der Zeit mit den Kindern. Es belastet mich zwar, wie viel liegen bleibt und wenn wir den ganzen Tag zu Hause verbringen, bin ich auch manchmal genervt, wenn sie dann zum 100. mal die gleiche Schublade ausräumt, weil ihr langweilig ist. Trotzdem genieße ich die Zeit mit ihnen und habe schon jetzt gemischte Gefühle, wenn die Große nächstes Jahr in den Kindergarten geht. Ich weiß, dass es ihr gefallen wird und wir können dann auf eine sehr intensive Zeit zurückblicken, die so nie wieder kommt.
    Natürlich lasse ich meine Kinder los und sie dürfen alles selbst entdecken und erkunden. Ich bin zwar mit ihnen zusammen, stehe dadurch trotzdem ihrer Selbstständigkeit nicht im Weg. Ich bin da, halte sie aber nicht fest, sondern bin bei Kursen, die ich mit der Großen mache, im Hintergrund. Sie kommt zu mir, wenn sie Sicherheit oder Hilfe braucht und geht sonst wieder allein auf Entdeckungsreise.
    Ob es richtig ist so wie ich's mache, meine Bedürfnisse hintenan zu stellen, kann man in Frage stellen und ich werde oft dafür belächelt und als "Übermama" bezeichnet, die nicht loslassen kann. Dennoch spüre ich, dass es mir und den Kindern gut tut, dass wir so viel Zeit zusammen haben, die wir meistens genießen, auch wenn ich sie manchmal sicherlich nerve und sie mich manchmal auch. Das geht aber sicherlich allen so, egal ob die Kinder in Betreuung sind oder nicht.
    Ich kann dich sehr gut verstehen, dass ihr es für euch ganz anders gelöst habt. Ich trete hier ein Stück weit in die Fußstapfen meiner Oma, die eine hohe Bedeutung für mich hatte und die sich komplett für ihre Lieben aufgeopfert hat. Ich spüre es jedoch nicht als Aufopferung, sondern auf Prioritätenverschiebung. Selbst wenn der Papa da ist (am Wochenende oder abends), verbringen wir die Zeit meistens zusammen zu viert. Dass wir mal getrennt jeweils mit nur einem Kind unternehmen, kommt selten vor und ist so gewollt. Dass ich mal ganz ohne beide Kinder bin, kommt gar nicht vor und ich vermisse es auch nicht.
    Später werde ich ganz automatisch wieder Zeit für mich haben bzw. wir für uns als Paar; Hoffentlich werden wir diese dann gut nutzen und hoffentlich ist es bis dahin nicht zu spät (wie uns leider manche vorhersagen, dass sowas eine Partnerschaft nicht aushält - ich hoffe und wünsche mir, dass sie Unrecht haben). Und bis dahin hoffe ich, dass ich mit dem Schlafmangel und dem teilweise hohen Stresspegel weiter durchhalte, weil ich es gern mag, mit den Kindern zusammen zu sein und sie eben nicht betreuen zu lassen, um Zeit für mich zu haben.
    So wie es jetzt ist, bin ich (meistens) glücklich und ich bin froh und dankbar, dass ich so viel Zeit mit meinen Kindern habe - egal was andere sagen. Für uns fühlt es sich so wie es ist gut und richtig an.
    Liebe Grüße
    Renate

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    1. Liebe Renate,
      Du weißt ja, dass ich Deinen Weg bewundere, ich könnte das nicht. Aber wenn es eine Mama so glücklich macht, sie nichts vermisst und es nicht als aufopfern empfindet, dann ist ja auch alles gut. Schwierig wär es eben nur, wenn es eine Qual für Dich wäre. Stell Dir vor, Du würdest viel vermissen, bräuchtest Zeit für Dich und Deinen Mann und wärest todunglücklich. Dann wäre die Situation, dass Du nie mal Abstand hast, grausam und unerträglich. Und auf Dauer krankmachend. Gerade für Mamas ist das aber ganz schwer einzugestehen, weil sie (neben der Gesellschaft) selber den hohen Anspruch an sich haben, erstens alles allein schaffen und zweitens dabei noch glücklich sein zu müssen. Wenn dem nicht so ist, bricht man erstmal zusammen und zweifelt an allem.
      Du bist die Einzige, die spürt, wie es in Dir aussieht. Also lass Dich nicht beirren und mach das, was Dich glücklich macht. Ich finde es wirklich bewundernswert (und hätte gedacht, ich könnte das auch, aber da habe ich mich wohl völlig verkannt). Das Wichtigste ist gegenseitiges Verständnis und Akzeptanz für jeden individuellen Weg.
      Liebe Grüße!

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  9. Hallo, das ist wirklich win sehr interessanter Artikel, ein bißchen geht es mir da ähnlich wie dir.
    Zunächst habe ich während der Schwangerschaft auch gedacht, dass sich, wenn das Kind erstmal da ist, alles ganz positiv entwickeln wird, ich werde rundherum glücklich sein und vielleicht sogar das Mama-Dasein lieben. Leider war dem aber nicht so, die ersten Monate waren schwierig für mich, es fiel mir wahnsinnig schwer, mich an di krassen Veränderungen zu gewöhnen und ich heulte sehr viel - weit über die Heultage hinaus.
    Mein Sohn wird bald 15 Monate, inzwischen ist das natürlich besser geworden. Aber dennoch strengt es mich sehr an, über mehrere Tage komplett mit ihm allein zu sein. Klar, es kommt dabei natürlich auch darauf an, ob er gerade eine gute Phase hat und gut gelaunt das Leben erkundet oder - wie gerade jetzt - oft mit allem unzufrieden ist, viel meckert und jammert. Gerade die vergangene Woche fiel mir sehr schwer und ihc fühle mich ziemlich kaputt, von Montag morgen bis Freitag abend war ich fast durchgängig allein mit ihm. Und dann das Gejammer - ich war ganz bestimmt keine glückliche Mama, habe zudem noch viel mit ihm gemeckert, weil ich eben selbst so genervt war. Trotzdem hoffe ich, dass ich eine gute Mutter bin, auch wenn ich eben nicht immer glücklich bin. Ich selber hatte keine "gute Mutter" und möchte natürlich keinesfalls etwas davon weitergeben.
    Doch trotzdessen bin ich eine Mutter, die froh ist, ihr Kind auch mal abgeben zu können, ich hoffe, das darf ich so schreiben. Am besten auch für mehrere Stunden, damit ich wirklich Zeit für mich hab und nicht nur zwei Stunden in denen ich schnell irgendwelche Dinge erledigen muss.
    Deswegen bin ich sehr froh, den Kleinen einen Nachmittag in der Woche zu Oma bringen zu können und auch ab und an die Babysitterin nachmittags einzuspannen. Ich brauche das. Vor allem das Planbare, wenn ich weiß, dass ich in der kommenden Woch diese und jene Zeit für mich habe, kann ich mit gut auf die Woche einstellen. Zwei Tage nur mit Kind und ohne jeglichen Termin fallen mir - zumindest derzeit (noch) - schwer. In zwei Monaten startet die Kita, und ganz ehrlich, ein wenig freue ich mich auf das, was kommt. Ich werde wieder arbeiten und viele andere Dinge tun. Klar, ein wenig Angst macht es mir auch, denn nach der Arbeit ist gleich der kleine Mann wieder da. Aber vielleicht freue ich mich dann richtig auf unsere Nachmittage und kann den Arbeitsstress vergessen.

    Mir geht es ähnlich wie dir, ich komme auch nicht so gut damit zurecht, wenn etwas nicht so läuft, wie ich es mir vorgestellt habe. Mit Kind sicherlich keine sehr hilfreiche Eigenschaft. Ich habe auch von mir geglaubt, dass ich sicher eine Mutti werde, die liebend gern ausschließlich mit dem Kind zusammen sein mag, vielleicht sogar drei Jahre zuhause bleiben möchte. Aber das kann ich mir nun leider nicht mehr vorstellen. Ich kann meine eigenen Bedürfnisse nicht so lange so weit in den Hintergrund stellen, auch wenn ich das gerne möchte und mich manchmal schuldig deswegen fühle.

    Ich hoffe immer noch, dass es mit der Zeit immer noch einfacher werden wird, das kann man bei dir gut heraus lesen.

    Viele Grüße!

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    1. Lieben Dank für Deinen bewegenden Kommentar! Es gibt so viele von "uns", aber leider trifft man sie im privaten Umfeld nicht. Oder hast Du jemanden, mit dem Du Dich so richtig offen aussprechen kannst? Ich hatte niemanden und das machte mir zusätzlich zu diesen Gefühlen sehr zu schaffen. Eine Woche fast durchgängig allein hätte ich in dem Alter Deines Sohnes nicht allein mit meinem Großen geschafft. Selbst mit Kita nicht. Mein Mann hat schon versucht, soviel wie möglich da zu sein, für ihn war es aber auch schwierig. Unser Großer war sehr oft unzufrieden, nörgelig und schlecht gelaunt, hat sich nicht selbst beschäftigt und man konnte ihm mit nichts eine Freude bereiten. Das war wirklich sehr schwierig und ich glaube, keine Mutter möchte mit so einem Kind zuhause sein. Sei froh, dass Du die Oma hast (wir haben keine Familie hier) und eine Babysitterin. Das mit dem Planbaren geht mir auch so. Wenn ich weiß, dann und dann habe ich "frei" von den Kindern, kann ich mich auch besser darauf einstellen als wenn mein Mann spontan mit den Kindern was allein unternimmt. Ich brauche da auch eher die Struktur und Voraussehbarkeit wie Du.
      Für mich ist der Ausgleich Arbeit und Kinder optimal, ich arbeite aber auch bewusst nur 20 Stunden und habe nach der Arbeit noch 1 Stunde Zeit, bis ich die Kinder abhole. Das ist perfekt für mich. Dafür bin ich dann bis abends mit den Kindern unterwegs und wir machen viel. Ich hoffe, dass es für Dich ähnlich zufriedenstellend wird. In jedem Fall ist Arbeit Zeit für Dich, das empfinde ich auch heute noch so.
      Es ist ein langer Prozess, sich einzugestehen, dass etwas anders läuft als man es sich vorgestellt hat. Und dann vielleicht auch einen Kurswechsel vorzunehmen. Wie geschrieben, für mich ist es erst besser mit der regelmäßigen Fremdbetreuung geworden. Vielleicht wird es bei euch auch so. Und: kein schlechtes Gewissen! Wünsch Dir alles Gute und lies gern weiter bei mir mit. Ich schreibe immer wieder mal über diese Themen.
      Liebe Grüße!

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    2. Danke für deine Antwort! Ich hab schon so ein zwei Mädels, mit denen ich einigermaßen offen reden kann. Da aber ihre Situationen nicht ganz mit meiner vergleichbar sind, geht es nicht so ganz in die Tiefe. Kurz nach der Geburt war ich zumindest froh, mit meiner Hebamme reden zu können, die mir auch eine leichte depressive Verstimmung zusprach. Ich denke, ich bin da ganz gut wieder raus gekommen.
      Tja, mein Mann kann mir meist unter der Woche wenig helfen, er arbeitet bis abends spät, der Kleine ist dann meist im Bett oder kurz davor. Aber an den Wochenenden schafft er mir Freiräume und ich kann viel allein, mit Freunden unternehmen. Und er wird den Kleinen auch in die Kita bringen morgens.
      Ich werde auch nur 20 Stunden arbeiten, mit einem freien Tag in der Woche. Und ich hoffe, dass es auch bei mir klappt, dass ich bis zum Abholen aus der Kita noch ein wenig Zeit bleibt.
      Ich finde es irgendwie schade, dass ich nicht die Mutter bin, die ich mir gewünscht hätte zu sein, und manchmal ein wenig traurig drüber, aber es ist wie es ist und irgendwie ist es ja auch ok, dass nicht alle Menschen gleich sind.
      Ich lese gern bei dir weiter, werde zwischenzeitlich nochmal in den älteren Beiträgen stöbern.
      Liebe Grüße

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    3. Das mit dem Arbeiten klingt gut, das wird schon klappen und Dir gut tun (zumindest wenn Du nicht in den 20 Stunden versuchst, soviel zu machen wie eine Vollzeitkraft). Ein freier Tag ist super, aus dem tanke ich die Kraft für die ganze Woche.
      Ich finde es auch schade, gerade bei unserer Vorgeschichte, dass es anders kam als vorgestellt, aber ich habe es mittlerweile ein Stück weit akzeptiert. Widersprüchlich von den Gefühlen her wird es wohl immer für mich bleiben.
      Liebe Grüße!

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  10. Hallo Frühlingskindermama,
    ich habe deinen Blog erst vor ein paar Tagen entdeckt und arbeite mich gerade von alt nach neu durch ...
    Du sprichst mir mit so vielem aus der Seele - ich liebe meinen knapp dreijährigen Sohn über alles, aber ich brauche auch einfach so unglaublich viel Zeit für mich. Ich habe die Tage gezählt, bis er mit einem Jahr in die Kita gekommen ist, und bis heute kämpfe ich mit meinem schlechten Gewissen, wenn ich weniger arbeite, als er in der Kita ist (was zumindest zum Teil aber auch an meiner schwankenden Auftragslage als Freiberuflerin liegt).
    Mein Sohn ist zwar nicht hochsensibel (obwohl, da müsste ich mich noch mal belesen ...), aber auf jeden Fall kein Anfängerkind und vor allem ein extremes (!) Mamakind.
    Ich habe das Glück, dass wir es uns leisten können, dass ich nur Teilzeit (und das auch noch von zu Hause) arbeite und dass mich mein Mann emotional und organisatorisch unterstützt, wo er nur kann - statt verletzt zu sein, wenn mein Sohn ihm mal wieder die kalte Schulter zeigt. So bin ich inzwischen (bei geöffneter Kita und gesundem Kind) eine zufriedene, wenn nicht gar glückliche Mama. Bleibt nur noch das schlechte Gewissen, wenn ich mal wieder keine Lust auf Kleinkinderbespaßung habe oder beim x-ten Zubettgeh-Terror wieder mal die Nerven verliere.
    Liebe Grüße und weiter so!

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    1. Danke Dir, ich freue mich, dass Du auf meinen Blog gefunden hast! Mir geht es genau wie Dir und der wichtigste Tag in der Woche ist mein freier Montag, den ich um nichts in der Welt aufgeben würde. Vielleicht bist Du selbst hochsensibel? Hochsensible Menschen brauchen mehr Regenerationszeit und Ruhe, weil sie viel mehr aufnehmen als andere. Dadurch empfinden sie z.B. den Alltag mit einem Kind auch als viel anstrengender und nervenaufreibender. Schön, dass ihr eine gute Lösung für euch gefunden habt (und Dein Mann Dich auch unterstützt). Es nützt niemandem etwas, immer am (oder über's) Limit zu sein. Achte auf Dich selbst, das ist sehr wichtig. Das schlechte Gewissen wird leider immer ein Begleiter bleiben...
      Liebe Grüße!

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  11. Liebe Frühlingskindermama ich bin heute über deinen Blog über Mama on the Rocks gestolpert und bin sehr froh drum! Vieles was du ansprichst und was du fühlst, geht mir genauso! Auch was zwerg82 beschreibt, kann ich zu 100% unterschreiben. Das, und aus noch vielen weiteren Gründen, wird es ziemlich sicher bei einem Kind bleiben :-)

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    1. Ich freue mich, dass Du auf meinen Blog gestoßen bist! Es ist wirklich unglaublich, wie vielen Mamas es so geht. Und doch stößt man im privaten Umfeld eher selten auf solche Ansichten und Gefühle. Oder wie ist das bei Dir, hast Du Leute, mit denen Du Dich offen austauschen kannst?
      Bei uns wäre es mit Sicherheit auch bei einem Kind geblieben, wenn die Kleine nicht als Überraschung gekommen wäre. Kräfte- und nervenmäßig ist das sicher die richtige Entscheidung von euch.
      Alles Gute und liebe Grüße!

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