Mittwoch, 15. April 2015

Wie mich das Mamasein verändert hat (Blogparade #dasbinichjetzt)

Viele schöne Blogparaden, die mich zum Reflektieren anregen, gibt es im Moment. Diesmal möchte ich bei der Blogparade unter dem Titel „Mein neues Ich. Das bin ich jetzt, seit ich Kinder habe“ von der Villa Schaukelpferd mitmachen. Christine beschreibt, wie sie sich verändert hat, seit sie Mama ist. Obwohl man sicherlich nicht immer klar trennen kann, was durch's Älterwerden und was durch's Mamasein hervorgerufen wird, geht vieles doch Hand in Hand und bedingt sich gegenseitig.

Ganz ehrlich: wenn mir jemand gesagt hätte, wie sehr ich mich durch das Kinderhaben verändere, hätte ich ihm/ihr den Vogel gezeigt oder Reißaus genommen. Ich empfand die Veränderungen durch's Kinderhaben so krass, wie ich es mir nie hätte vorstellen können. Bis heute vermisse ich mal mehr, mal weniger mein altes Leben, meine Interessen und Leidenschaften, die seit den Kindern samt und sonders unter dem Teppich schlummern. Sie sind noch da, das merke ich, aber sie kriegen keine Nahrung und werden nicht gehegt und gepflegt. Die größte Fremdbestimmtheit der Babyjahre ist mittlerweile Geschichte, aber von einem eigenständigen Leben, was an das meines früheren Ichs zumindest anknüpft, kann noch immer keine Rede sein.

Ich versuche mal, einige der Veränderungen seit meinem Mamawerden festzuhalten, möchte aber betonen, dass es sich um eine Momentaufnahme aus einer Phase, wo es mir mental relativ gut geht, und um einen kleinen Ausschnitt ohne Anspruch auf Vollständigkeit handelt.

Körperliche Veränderungen:
Durch die gesamte Stillzeit hat mich ein riesengroßes permanentes Hungergefühl begleitet, von dem selbst jetzt noch die Reste vorhanden sind. Ich glaube, dass ich immer noch mehr esse und schneller Hunger habe als vor meiner 1. Geburt. Das mag auch damit zusammenhängen, dass sich die Essenszeiten seit den Kindern komplett nach vorn verschoben haben, deshalb sozusagen eine zusätzliche Mahlzeit hinzugekommen ist und ich es nach wie vor merkwürdig finde, um 11 Uhr vormittags Hunger auf Mittagessen zu haben. Ich esse mehr und habe gleichzeitig auf weniger Dinge als früher Appetit. Ich kann z.B. kaum noch Cola trinken, esse nur noch wenige Wurstsorten, dafür aber mehr Fleisch als vorher. Beim Süßkram mag ich auch nur noch einige ausgewählte Sachen. Mein Geruchsempfinden ist ähnlich wie bei Christine noch sensibler geworden als es vorher ohnehin schon war. Ich bin eigentlich ein absoluter Genussesser. Das ist leider seit den Kindern völlig auf der Strecke geblieben, und ich kriege oft Magenschmerzen bei den Mahlzeiten, weil es so laut, unruhig und überstürzt zugeht.

Eine angenehme Veränderung: ich habe seltener Kopfschmerzen und Migräne als vor den Kindern. Dafür spüre ich jetzt manchmal Schmerzen an Stellen, von denen ich vorher gar nicht wusste, dass es sie gibt. In den letzten Tagen tun mir z.B. meine beiden großen Zehen weh. Diese habe ich früher nicht einmal bemerkt. In der Schwangerschaft mit der Kleinen hatte ich einmal solche Daumenschmerzen, dass ich nicht schlafen konnte und eine Schmerztablette nehmen musste. Von nachgeburtlichen Rückenschmerzen wegen nächtlichen Dauerstillens und Tragens ganz zu schweigen. Auch meine Haut ist empfindlicher geworden. Nach der Einnahme eines Erkältungssaftes hatte ich einmal eine allergische Reaktion, die gesamte Haut im Brustbereich war feuerrot und heiß. Solche Dinge kenne ich von der Zeit vor den Kindern überhaupt nicht.

Seelische Veränderungen:
Die wichtigste und traurigste Veränderung, die mir immer wieder auffällt, ist, dass ich nicht mehr so überschwängliche Glücksgefühle empfinden kann wie früher. Vor den Kindern hat mich ein blühender Kirsch- oder Mandelbaum, ein gelbes Rapsfeld, ein duftender Orangenbaum, ein toller Ausflug, ein schönes Panorama, ein Flug über Wattewolken, das Rauschen des Meeres oder ein Abendessen auf dem Balkon total glücklich gemacht. Das mehrstündige Entdecken einer archäologischen Ausgrabungsstätte oder ein kulturgespickter Städteurlaub hat mich in absolute Ekstase versetzt. Ich war ein sehr begeisterungsfähiger Mensch und konnte auch kleine Glücksmomente intensiv wahrnehmen und genießen. Dies ist mir leider völlig abhanden gekommen. Schöne Momente, in denen ich vielleicht sogar noch als Krönung des Ganzen allein bin, kann ich überhaupt nicht mehr auskosten. Das vermisse ich sehr. Ich habe sogar Angst davor, beispielsweise irgendwann wieder einmal an einem meiner Lieblingsorte, auf dem Roque Nublo auf Gran Canaria, zu sitzen und nichts zu empfinden, da, wo ich früher explodiert bin vor Glück und Seligkeit. Ich weiß leider nicht, wie ich diese Gefühle zurückholen kann.

Ich bin als Mama smalltalkfähiger geworden und verteidige meine Kinder wie eine Löwin. Ich kann mich besser durchsetzen. Ich bin selbstbewusster, stressresistenter und belastbarer geworden. Lag ich früher nach einem Arbeitstag abends schläfrig auf der Couch, sitze ich jetzt nach Arbeit, Kinderbespaßung und Haushalt noch abends am Blog. Allerdings habe ich erst durch die Kinder wirklich gemerkt, wie wenig belastbar ich war und dass ich keinerlei Stressbewältigungsstrategien gelernt hatte. Das musste ich mir mühsam alles selbst erarbeiten, und ich lerne und wachse daran immer noch. Ebenfalls hatte ich vor den Kindern auch nicht gewusst, wie freiheitsliebend und eigenständig ich eigentlich bin und dass ich sehr unter dem Verlust leiden würde. Es wuchs also, wenn auch sehr schmerzhaft, die Selbsterkenntnis in einem Maße, was ich mir nie hätte vorstellen können.

Ich hätte aber auch nie gedacht, dass ich so eine empathische, tröstende, mitfühlende und verständnisvolle Mama sein könnte, wie ich es geworden bin. Dass ich meine Kinder als gleichwürdig behandeln will und damit einige meiner früheren Vorstellungen von "Erziehung" über Bord werfen musste. Dass ich mich dafür selbst mit meinen engsten Familienmitgliedern "anlege". Und dies trotz der Tatsache, dass ich das Kinderhaben immer noch als sehr anstrengend, freiheitsberaubend und nicht in dem Maße erfüllend, wie ich es mir vorgestellt hatte, empfinde. Aber ich habe es irgendwie geschafft, trotz meiner Schwierigkeiten mit der Mutterschaft an sich meinen Kindern eine liebevolle, zugewandte Mama zu sein.

Eine der gravierendsten Veränderungen, die mit dem Muttersein einhergegangen ist, betrifft die Einstellung zu meiner Arbeit. Früher habe ich das Erwerbsleben als notwendiges, aber lästiges Übel angesehen und von Wochenende zu Wochenende, von Urlaub zu Urlaub gelebt. Ich habe mir zwar immer Arbeitsstellen gesucht, die nicht nur meinen Fähigkeiten entsprachen, sondern mich auch inhaltlich interessierten, aber trotzdem war das Arbeiten oft unbefriedigend und eine Last. Seit den beiden Elternzeiten hat sich diese Einstellung grundlegend gewandelt. Ich habe meine Arbeit so sehr vermisst, wie ich es nie für möglich gehalten habe. Das intellektuelle Unterfordertsein, die fehlende Kommunikation unter Erwachsenen und das Fremdbestimmtsein der Babyjahre machten mir unglaublich zu schaffen. Ich genoss meine einzelnen Arbeitstage (bei beiden Kindern arbeitete ich ab 8 Monate wieder einen bzw. zwei Tage pro Woche) so sehr und sehnte sie herbei. Diese Veränderung ist bis heute geblieben. Es gibt im Gegensatz zu früher ganz selten Tage, an denen ich keine Lust habe, zur (gleichen) Arbeit zu fahren. Ich freue mich auf die Arbeitswoche und habe immer ein wenig Bauchschmerzen vor den Wochenenden und Urlauben. Ich bin einfach keine 24-Stunden-Mama, das macht mich wahnsinnig. Ich finde es schön und genieße es, eine so positive Einstellung zum Arbeitsleben durch die Elternzeiten bekommen zu haben. Das hätte ich vorher niemals gedacht.

Dies waren selbstverständlich nur einige Ausschnitte aus einem weiten Thema. Ich lese immer wieder von Mamas Aussagen wie "Ich bin doch mit Kind immer noch dieselbe wie vorher!". Nein, ICH bin nicht mehr dieselbe Person wie vor den Kindern. In den Elternzeiten hatte ich oft das Gefühl, da ist nichts mehr von meinem früheren Ich vorhanden. Das ist mittlerweile etwas besser geworden und ich hoffe, dass mit dem Älterwerden der Kinder vielleicht einige meiner Interessen und Leidenschaften wieder auftauchen und dann vielleicht auch meine alte Begeisterungsfähigkeit, das Brennen für manche Themen und das Glück über schöne Momente und Erlebnisse wiederkehren. An dieser Stelle fällt mir ein, dass ich vielleicht mal andere Personen dazu befragen könnte, ob und inwiefern sie sehen, dass ich mich verändert habe. Dies werde ich mal tun. Vielleicht kommen ja dann noch andere Aspekte dazu;)

 (c) Frühlingskindermama
Nachtrag:
Diesen Text habe ich auch bei der Blogparade So hab ich mich als Mama / Papa verändert von 2KindChaos eingereicht.

Kommentare:

  1. Ich sehe mal wieder, wie ähnlich wir beide ticken und das ist schön :)
    Besonders traurig hat mich gestimmt, dass du nicht mehr so überschwängliche Glücksgefühle empfinden kannst und ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass es wieder kommt. Wenn es vielleicht auch nicht sofort passiert, aber eben nach und nach...
    Mit dem Berufsleben geht es mir ähnlich, auch wenn ich noch nicht ins Jobleben zurückgekehrt bin. Aber die Sichtweise hat sich extrem gedreht. Man weiß den teilweise anstrengenden, aber geregelten Arbeitsalltag plötzlich viel mehr zu schätzen, wenn man zuhause keinen oder kaum noch Austausch mit Erwachsenen rund um (ich nenne es mal) Businessthemen hat.
    Vielen lieben Dank fürs Mitmachen! Hat Spaß gemacht zu lesen.
    Liebe Grüße
    Christine

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    1. Liebe Christine,
      vielen Dank für Deinen Kommentar und die Anregung zur Blogparade. Ja, das mit den Glücksgefühlen macht mich auch traurig, gerade weil es bei vielen Mamas ja genau anders herum ist. Aber etwas vortäuschen kann ich mir eben nicht. Ich hoffe auch, dass es irgendwann mal wiederkommt.
      Liebe Grüße!

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  2. Liebe Frühlingskindermama,
    Du hast mich mit Deinem Artikel auf die Idee gebracht, dass ich auch an der Blogparade teilnehmen könnte.
    Hier ist mein Text: http://www.mamis-blog.de/2015/04/16/blogparade-das-bin-ich-jetzt/
    Liebe Grüße
    Renate

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    1. Oh, das freut mich ja, und Christine wird sich auch freuen! Ich lese es mir morgen ausführlich durch. Danke, dass Du den Link hier hinterlassen hast.
      Liebe Grüße!

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  3. Da hast du wohl Recht, dieselbe wie vorher wird man meist nie ganz bleiben sobald man Mama ist! Das empfinde ich genauso. Danke, dass du die Veränderungen, die du an dir beobachtest, mit uns geteilt hast! Da fühlt man sich selbst gleich in guter Gesellschaft, manchmal ist es schließlich gar nicht so leicht, so viele Veränderungen in so einem relativ kurzen Zeitraum, für sich persönlich zu reflektieren und neu einzuordnen :)

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    1. Dankeschön für Deinen Kommentar! Viele, die ich kenne, sagen, sie haben sich nicht verändert. Fühle mich dann immer wie ein Alien. Obwohl ich glaube, dass man sich nur gut beobachten muss, um Veränderungen festzustellen. Und ich habe ja (hoffentlich) nicht nur Negatives geschrieben, sondern verschiedene Aspekte herausgegriffen. Sicherlich wird es in ein paar Jahren wieder anders aussehen.
      Liebe Grüße!

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  4. Es ist schon spannend zu lesen, wie andere Mütter ihre Veränderungen zum vorigen Leben beschreiben. Die verschwundene Begeisterungsfähigkeit ist schon seltsam. Ich hoffe sie kommt irgendwann wieder! In anderen Dingen sehe ich aber auch Parallelen: Ich bin nach 14 Monaten gerne wieder arbeiten gegangen. Dann konnte ich die Zeit mit Kind viel besser genießen. Auch bin ich deutlich selbstbewusster geworden.
    Dir wünsche ich eine in Zukunft selbstbestimmtere und erfülltere Zeit, in welcher du dein Mamadasein richtig genießen kannst ;-)
    Lieben Gruß, Wiebke

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    1. Liebe Wiebke,
      dankeschön! Ja, ich finde es auch spannend, wie unterschiedlich das ist. Wenn dabei nicht das Verständnis für ein anderes Empfinden leidet, kann es auch sehr bereichernd sein.
      Vielen Dank für Deine guten Wünsche! Es ist ja schon vieles besser geworden, aber einiges eben noch nicht wieder.
      Liebe Grüße!

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  5. Hallo Frühlingskindermama,
    ich weiß gar nicht mehr wie ich auf deinen Blog gekommen bin, da ich selbst keine Kinder habe und keine möchte (bin 27). Ich finde deine Ehrlichkeit sehr mutig, da das Muttersein viel zu viel glorifiziert wird. Ich hoffe ich trete dir nicht zu nahe wenn ich sage, dass deine traumatischen Erlebnisse mit dem ersten Kind mich nur darin bestärken, keine Kinder haben zu wollen. Und in diesem Beitrag zu lesen, dass du deine Begeisterungsfähigkeit verloren hast, macht mich sprachlos. Niemals im Leben würde ich diese für ein Kind aufgeben wollen. Ich wünsche dir von Herzen, dass du sie wieder findest, oder dass die positiven Seiten des Mutterseins diese wenigstens kompensieren. Gruß

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    1. Hallo, danke für Deinen Kommentar und für das Lob. Ja, ich möchte explizit zu mehr Ehrlichkeit und Transparenz beitragen, da meine Elternwirklichkeit in keinster Weise mit der rosaroten Plüschwolke, die immer verbreitet wird, übereingestimmt hat. Ich kann Dich total verstehen, dass Du keine Kinder haben willst, und ich berichte auch all meine Erfahrungen ehrlich gegenüber denjenigen, die überlegen, Kinder zu kriegen. Für freiheitsliebende, unabhängige Menschen mit einer großen Interessensvielfalt ist das Kinderhaben wirklich der Gipfel der Beschränkung, besonders wenn man keine Hilfe in der Nähe hat und das Kind sehr fordernd/schwierig ist. Aber das empfindet jeder anders. Ich bin vielleicht auch ein extremes Beispiel, weil ich mich sehr schwer tue und mein altes Leben immer noch vermisse. Von anderen Müttern wirst Du wieder andere Erfahrungen hören. Für mich ist es tatsächlich so, dass die schönen Seiten, die es ja auch gibt, die vielen anstrengenden Momente nicht im Ansatz aufwiegen. Und das wird noch viele Jahre so sein. Es ist mittlerweile schon besser geworden, das tröstet mich und soll Dir Mut machen. Niemals aber würde ich jemanden überreden, ein Kind zu bekommen, jetzt, wo ich weiß, wie es wirklich ist. Je mehr man aber auch auf die negativen Seiten vorbereitet ist, umso weniger schlimm empfindet man vielleicht auch die Veränderungen...(?)
      Liebe Grüße und alles Gute für Deinen Weg!

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  6. Danke für diesen offenen, ehrlichen Bericht. Ich denke den eigenen Platz im "neuen" Familienleben zu finden und sich nach und nach alte und neue Freiräume zu schaffen, kann viele Jahre dauern. Und so schön, wenn sich dann Altes und Neues verbinden kann in einem selber. Möglichkeiten und Zeiten, um zu sich zu kommen, empfinde ich als großen Wert. Alles Gute aus Wien!

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    1. Hallo,
      lieben Dank für den Kommentar! Du hast völlig recht, man muss sich erst im "neuen" Leben zurechtfinden. Bei manchen geht das schneller, bei anderen dauert es länger. Ich hätte aber ehrlich gesagt nie gedacht, dass es so schwierig werden würde.
      Liebe Grüße!

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  7. Hallo,
    ich bin auch Mutter von 2 Kindern.
    NIEMALS hätte ich mir vorstellen können, dass mich das Muttersein, so aus dem Gleichgewicht bringen kann.
    An meinem 31Geburtstag kam meine Tochter zur Welt und seit nun 7Jahren erfüllt sie mein Leben. ICH existiere nicht mehr wie früher. ICH bin Mama, Arbeitnehmer, Putzfrau und Ehefrau...aber ICH bin ich nur ganz ganz selten. Die Leichtigkeit, das Spontane, die Ungezwungenheit sind so gut wie davongeflogen. Ganz selten bekomme ich Motivationsschübe und ich denke das schaffe ich auch. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus. Mein Leben ÜBERLEBE ich momentan nur. Ich bin eine gute Mutter, das bin ich wirklich. Meine Kinder sind glücklich. Ich nicht. Eigentlich wollte ich nie ein 2. Kind haben...das erst hat mich schon zu sehr aus der Bahn geworfen, aber warum soll das Kind darunter leiden alleine aufzuwachsen und wir haben beide Geschwister und wissen daher wie wichtig diese sind. Also kam unser kleiner Sohn fast 5Jahre nach unserer Tochter zur Welt. Das Beste was wir hätten machen können. Es ist wunderbar noch ein Kind...es ist wunderbar zu sehen wie gut die Geschwister harmonieren...es ist wirklich ein Geschenk und ich bin sehr dankbar dafür. Aber ich bin weiterhin taub innerlich. Es ist nicht immer so, aber meistens. Ich gehe in Therapie, mal ist sie intensiver und mal können wir die Stunden mit längeren Abständen machen. Ich war ein freiheitsliebender Mensch und kannte keine Grenzen...jetzt als Mama habe ich Angst meinen Kindern könnte etwas zustossen und bin dadurch unendlich verkrampft!

    Du schreibst in deinem Bericht, dass du selbstbewusster geworden bist..das ist bei mir genau das Gegenteil. Ich werde immer Kleiner...was bei meiner Körpergrösse von 178 recht schwierig ist :-)

    Alles Liebe

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    1. Danke für Deinen berührenden Kommentar und Deine Offenheit! Ich glaube, es tut gut, seine Gefühle mal offen darzulegen, oder? Hast Du jemanden, mit dem Du richtig ehrlich darüber sprechen kannst? Ich hatte niemanden, bis ich anfing, darüber zu schreiben. Der Austausch bedeutet mir sehr viel. Dass Du es nach so viele Jahren immer noch so empfindest, ist echt hart. Bei mir ist es insgesamt in letzter Zeit etwas besser geworden. Zumindest was die Fremdbestimmung und Freiheitseinschränkung betrifft. Dass die Kinder älter werden, trägt dazu bei. Allerdings schwankt es manchmal stark. Bei mir ist die Ambivalenz ähnlich wie bei Dir vorhanden. Meine Kleine ist das beste, was passieren konnte, sie hat vieles heil gemacht und ist für den Großen und für mich enorm wichtig, aber mein Leben wurde damit natürlich erstmal noch komplizierter. Ich glaube auch, dass ich eine gute Mutter bin, trotz meiner ambivalenten Gefühle. Vielleicht sogar eine bessere, als wenn alles heile Welt gewesen wäre.
      Ich fühle mich auch jetzt noch oft innerlich taub, wie Du schreibst. Ich kann keine großen Gefühle mehr empfinden und auskosten. Es fühlt sich an, als wären sie bei der ersten Geburt auf der Strecke geblieben. Ich hoffe, dass das irgendwann wiederkommt. Schrittweise.
      Ich wünsche Dir viel viel Kraft und dass das auch irgendwann zurückkehrt. Vielleicht wenn wir endlich wiedermal ein paar Tage für uns allein sein können.
      Liebe Grüße und danke!

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