Sonntag, 22. März 2015

Über die Namensfindung meiner Kinder

Kann man über die Namenssuche seiner Kinder berichten, ohne die Namen zu verraten? Ich will es mal versuchen, weil es immer wieder ganz nett zu erzählen ist, wie meine Kinder zu ihren Namen gekommen sind.

Früher hatte ich immer ganz viele Mädchennamen im Hinterkopf und einige wenige schöne Jungennamen. Wichtig war immer die Kompatibilität mit dem Nachnamen und mit unseren Vornamen. Niemals hätte ich Namen für meine Kinder gewählt, in denen mein Vorname oder der meines Mannes anklingt (z.B. Janne und Anne). Es sollte alles rund klingen und zusammen passen, im Schriftbild angenehm aussehen, sowohl für Kinder als auch Erwachsene gut und einfach auszusprechen sein und keine Fragen beim Buchstabieren aufwerfen. Wichtig und interessant für mich war auch immer die Herkunft und Bedeutung des Namens.

Als ich mit dem Großen frisch schwanger war, fing ich relativ schnell an, nach Jungennamen zu suchen. Nicht, weil ich es im Gefühl hatte, dass es ein Junge wird; das nicht. Aber weil es eben nur wenige schöne Jungennamen gab, die alle meine Kriterien erfüllten. Hinzu kam, dass das Kind den Nachnamen meines Mannes bekommen sollte (ich hatte meinen Mädchennamen behalten, als wir heirateten), der etwas hart klingt. Wir brainstormten mehrfach und sprachen uns viele Jungennamen laut vor. Und da war er eines Abends einfach so da: der Name des Großen. Das war nur kurze Zeit nachdem ich von der Schwangerschaft wusste. Ende Juli hatte ich Geburtstag, da wusste ich ca. 5 Wochen von der Schwangerschaft, das Geschlecht war noch lange nicht bekannt, doch der Name war schon da. Der abgeleitete Mädchenname war schon immer einer meiner Favoriten gewesen, aber es war nicht so, dass wir aus meinem Lieblings-Mädchennamen einfach den entsprechenden Jungennamen machten, sondern der Name kam uns wie ein Geistesblitz ein. Er war zu diesem Zeitpunkt nicht verbreitet (wir kannten im Gegensatz zu heute niemanden, der so hieß), er passte zu unseren Vornamen, zum Nachnamen meines Mannes und war zwar ungewöhnlich, aber doch auch irgendwie ziemlich normal. Kein Name, den man buchstabieren musste, den man verschieden aussprechen konnte oder irgendwie entstellen konnte. Wir waren beide gleich begeistert und uns einig. Das Einzige, was dagegen sprach, war die Tatsache, dass ich dann nie mehr einer eventuell noch folgenden Tochter den abgeleiteten Mädchennamen geben konnte. Nun ja.

Als wir dann in der 19. Woche erfuhren, dass es tatsächlich ein Junge wird, war der Name gesetzt. Ich hatte bis dahin noch zwei Mädchennamen in petto, weil ich ja insgeheim doch noch hoffte, dass es ein Mädchen wird. Aber so war ja alles gut. Allerdings wollte ich für die endgültige Entscheidung tatsächlich abwarten, bis ich mein Baby sehen konnte, und deshalb ließ ich bei den ansonsten vollständig vorbereiteten Formularen für Kinder-, Elterngeld, Krankenkasse etc. den Vornamen bis zum Schluss frei. Als wir den Großen sahen, stand aber dann sofort fest, dass der Name bleibt.

Als Zweitnamen haben wir "Benjamin" gewählt, was auf Hebräisch "Sohn des Glücks" bedeutet und nicht nur perfekt auf unsere Geschichte mit dem Großen passt, sondern auch lange Zeit einer meiner Lieblingsjungennamen war. Wir sind bis heute sowohl mit seinem Rufnamen als auch der gesamten Namenskombination total zufrieden und alles passt perfekt zu ihm und zu uns.

Bei der Kleinen war der Prozess etwas langwieriger, da der Name nun auch noch zu dem des Großen passen sollte und wir nicht mehr die Muße hatten, lange Brainstorming-Abende abzuhalten. Die übrigen Kriterien waren immer noch die gleichen. Und wenn man einmal so eine Blitzeingebung wie beim Namen des Großen hatte, tut man sich schwer, wenn diese nicht eintritt und man immer mehr darüber nachdenkt. Einen passenden Jungennamen (Jonas) fanden wir dann irgendwann, weil eben die Auswahl nicht so groß war an denen, die uns gefielen. Aber als dann das Geschlecht feststand (Juhu, ein Mädchen!), verkrampfte ich irgendwie in dem Bemühen, doch jetzt unbedingt eine Eingebung mit dem allerallerschönsten Mädchennamen zu bekommen. Es gab dann im zweiten Teil der Schwangerschaft mehrere Favoriten wie Elisa, Martha, Mathilda, aber es fühlte sich nie hundertprozentig perfekt an. Mein Mann hätte "Frida" als Erstnamen für die Kleine gewählt, was auch super zum Namen des Großen passte und letztendlich ihr Zweitname geworden ist, aber als Rufname war er mir etwas zu hart, außerdem hatte meine Urgroßmutter so geheißen, und ich mochte nicht Namen aus der Familie wiederholen.

Und so waren wir bis kurz vor der Geburt noch unentschlossen, was so ein komisches, unterschiedliches Gefühl im Vergleich zu dem Prozess der Namensfindung beim Großen war. Irgendwann besann ich mich dann auf die beiden Mädchen-Favoriten, die beim Großen infrage gekommen wären, wenn er ein Mädchen geworden wäre. Beide gefielen uns immer noch sehr und der etwas Seltenere der beiden, nichtsdestotrotz Einfache und Gängige, wurde es dann. Endgültig wurde wie beim Großen intuitiv kurz nach der Geburt entschieden, nur diesmal von mir alleine, weil mein Mann bei der Geburt der Kleinen nicht dabei war. Warten wollte ich aber auch nicht auf ihn, der Name fühlte sich passend und richtig an für unsere Tochter und war trotz der langen Namensfindungszeit gleich von Anfang an wie geschaffen für unsere Kleine. Er ist lieblicher als der Name des Großen und trotzdem bodenständig wie seiner.

Wir sind bis heute sehr glücklich über die Wahl beider Vornamen, sie gefallen uns immer noch, passen zu unseren Kindern, im Alltag bewähren sie sich, andere Kinder können sie wunderbar aussprechen und wenn ich unsere vier Namen geschrieben nebeneinander sehe, wirkt das total rund und harmonisch.

Und wie seid ihr zu den Namen eurer Kinder gekommen? Wart ihr euch einig oder hat sich einer durchgesetzt? Stand der Name lange vorher fest oder wart ihr spontan und kurzentschlossen? Oder habt ihr euch sogar nach der Geburt noch Zeit mit der Entscheidung gelassen, was ich auch schon gehört habe?

Kommentare:

  1. Hey, ich stolpere gerade über Deinen Blog und stelle fest: wir haben mehrere Gemeinsamkeiten: 1. Das Layout unserer Blogs ähnelt sich gewaltig. 2. Wir sind beide Jahrgang 74 und heissen Katrin und 3. Wir haben beide zwei Kinder! Dein Blog gefällt mir, viel weniger oberflächlich als viele andere!

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  2. Oh, jetzt kommt die Neugierde durch :-P
    Wir haben bislang nicht aktiv gesucht, es war in der ca. 8.SSW dass ich plötzlich eine "Nameneingebung" für ein Mädchen hatte- damals natürlich noch ohne das Geschlecht zu kennen. Meinem Freund gefällt der Name auch und da es nun tatsächlich ein Mädel wird, ist es bislang auch dabei geblieben.
    Wir schauen zwar ab und zu mal einige andere Namen durch, um zu sehen ob da etwas "besseres" dabei ist, aber das war bislang nicht der Fall. (Und eigentlich machen wir das auch nur aus Gewissensgründen, da wir uns gar nicht "informiert" haben, weil der Spontaneinfall einfach passt ;-))
    Uns ist auch wichtig, dass der Name eher "weich" klingt (wobei das aber jeder anders empfindet ) und nicht so außergewöhnlich ist, dass man ihn nicht mehr schreiben kann. Ein Name ist ohnehin absolute Empfindungs- und Geschmackssache, aber zumind. für uns ist der bislang gewählte und höchstwahrscheinlich bleibende Name harmonisch =)
    LG

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    1. Ist doch schön, dass ihr euch einig seid und so früh was Passendes gefunden habt. Wirst Du den Namen auf Deinem Blog erwähnen?
      Liebe Grüße!

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    2. Ich denke schon...irgendwann nach der Geburt, wenn dann die meisten Leute soviel Anstand haben und nicht mehr rausposaunen müssen, wie schrecklich sie doch den Namen finden, dass der Hund ihres Nachbarn auch so hieß oder sie eine ganz schlimme Assoziation damit verknüpfen ;-) Wie gesagt, is ja alles Geschmackssache und der Name wird sicherlich nicht jedem gefallen- trotzdem will ich mir so etwas dann nicht daueranhören müssen.
      LG

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  3. Ich bin es noch einmal. Bevor ich überhaupt schwanger war, wusste ich, wie mein Sohn heissen sollte, wenn ich irgendwann mal einen bekommen sollte. Es war der Vorname meiner ersten grossen Liebe. Ein Vorname, den ich schon immer sehr geliebt habe. Ich wurde schwanger, es war ein Mädchen und wir suchten einen Namen, der sowohl auf deutsch als auch auf französisch gut klang. Gar nicht so einfach, einen internationalen Vornamen zu finden, der in beiden Sprachen gut klingt. Z.B. Emma klingt im Französischen gut aber nicht im Deutschen (zu altbacken für meinen Geschmack). Nele ist im Deutschen OK, aber in Frankreich ein No go: Nele ausgesprochen ist né(e) le, geboren am...das kann man seinem Kind nicht antun. Wir haben schnell einen ersten Vornamen gefunden, der uns beiden gefiel und dann gab es noch zwei weitere Vornamen, weil man das in Frankreich so macht. Die zwei weiteren waren Marisol (spanischer Vorname, den ich sehr mag) und Helena (auch ein Vorname, den ich sehr mag, die Grossmutter heisst ausserdem Marie-Hélène). Kind Nummer zwei wurde ein Junge, da gab es keine Suche für den ersten Vornamen, sondern nur für die zwei weiteren. Es wurde Lucas (im französischen Lüka ausgesprochen) Marius (altrömisch: "der Seemann", der "Männliche" - weil ich das Meer so sehr mag). Wir sind sehr zufrieden mit der Wahl beider Erstnamen, man muss den Namen der Tochter nicht buchstabieren, den des Sohnes leider schon, zumindest in Frankreich. Nunja.

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    1. Oh ja, das ist natürlich noch schwieriger, wenn der Name in 2 Sprachen gut klingen soll. Zumal auch die Traditionen in verschiedenen Ländern in ganz andere Richtungen gehen. Verstehe ich Dich richtig, dass Dein Sohn dann den Namen Deiner ersten großen Liebe bekommen hat?;) Ist ja süß! Marius finde ich übrigens ganz toll!
      Liebe Grüße!

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    2. Ja, mein Sohn hat den Vornamen meiner ersten grossen Liebe. Ich habe die Geschichte allerdings nicht zu Ende erzählt. Nach unserer Trennung ist meine erste grosse Liebe im Alter von 23 Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen und da habe ich beschlossen, dass mein Sohn (falls ich mal einen haben sollte) seinen Namen tragen soll. Marius ist auch mein zweitliebster Vorname nach diesem, den ich hier nicht nenne.

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  4. Total interessant wie ihr zu den Namen gekommen seit. Ich habe auch mal berichtet, wie das bei uns war :)

    http://maedchen-spricht.blogspot.de/2015/03/der-name-unserer-tochter.html

    Lieben Gruß
    Natascha

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    1. Ich freue mich, dass ich Dich dazu inspiriert habe, und lese so etwas immer wieder gern. Süße Geschichte! Und schön, dass ihr den Namen so lange vorher schön gefunden habt.
      Liebe Grüße!

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  5. Wir hatten irgendwie auch immer viiiiiiel mehr hübsche Mädchennamen im Kopf, aber namenslos musste unser Junge dann zum Glück doch nicht werden ;D Danke, dass du eure Geschichte geteilt hast, lese so etwas immer sehr gerne =)

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    1. Ja, ich weiß nicht, woran es liegt, aber Mädchennamen gibt es so viele wunderschöne. Das bringt aber auch mit sich, dass man sich schwer entscheiden kann;)
      Und wie ist Dein Sohn zu seinem Namen gekommen?
      Liebe Grüße!

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  6. Hallo Frühlingskindermama, schöner Bericht. Wir waren uns schon lange vor der Geburt unseres Sohnes einig und sind hauptsächlich nach dem Zusammenspiel mit unserem Nachnamen gegangen sowie der Bedeutung natürlich ;-) und haben unseren Sohn Thomas genannt.

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    1. Das ist klasse, dass ihr euch einig wart. Und schon lange vor der Geburt! Manchmal kann es doch so einfach sein;)

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  7. Liebe Frühlingskindermama,
    über Jungsnamen habe ich nicht nachgedacht, ich habe mir immer ein Mädchen gewünscht und so ist es dann auch gekommen. naja insgesamt dreimal.die Namen unserer Mädels haben wir erst nach den Geburten gefunden. Wir konnten uns nicht entscheiden, solange wir die Kinder nicht im Arm hatten und besehen konnten. Ich selbst habe auch gedacht, was mach ich mit einem Namen, wenn das Kind dann doch nicht zu uns kommt. ?


    Uns sind die gleichen Bedingungen wichtig, wie du sie genannt hast, am wichtigsten war uns aber die Bedeutung - allerdings kann ich mich wegen der Stilldemenz nicht mehr dran erinnern, wie uns der Name für Kind Nr1 eingefallen ist, er war jedenfalls vorher auf keiner Liste und dann in einem Biltzmoment da. Die Hebamme meinte damals im Scherz, wenn das Baby mal einen Namen bekäme, würde es aufhören zu weinen.
    ...

    beim zweiten Kind haben wir auch Listen gehabt aber nichts hat uns echt überzeugt. Als das Kind da war, war es ein Zufall. Mein Mann erwähnte eine Person, mit der er gerade zu tun hatte. Wir prüften die Bedeutung des Namens und die war sehr schön und passte. Die erwachsene Namen"spenderin" freut sich immer, wenn wir sie sehen, dass wir unser Kind mit ihrem Namen bedacht haben.

    die dritte war ein Überraschungsei, wie dein mädchen, Frühlingsmama.
    und das überraschende daran war noch dazu für mich, das sie den Namen bekommen hat, den ich mir für ein Mädchen ausgewählt hatte, ---wenn ich denn mal eins haben würde.
    Beim ersten Kind hatte der Name nicht gepasst, beim zweiten habe ich nie dran gedacht
    ja und beim dritten hat ihn der Vater des Kindes spontan vorgeschlagen, er hatte auch die Bedingung gestellt, dass die Anfangsbuchstaben der Geschwisternamen nacheinanderfolgend sein sollen. ( also eine M... kann nicht nach einer P... benannt werden) ich war erst skeptisch und dachte, so ein gewöhnlicher Name, den jeder hat und kennt. Als ich in meiner Jugend davon schwärmte, war der Name überhaupt nicht oft vergeben oder ich kannte jedenfalls niemanden mit diesem Vornamen. Nun schien er mir geradezu ausgelatscht. Und doch, habe ich mir das Kind angesehen und nach drei Tagen habe ich gedacht, ja warum nicht. Der Name passt doch zu ihr. Und so schloss sich der Kreis für mich.

    Auf einen Jungen hofffe ich nun nicht mehr und die Familienplanung ist damit beendet.

    Obwohl ich doch sehr erstaunt bin, dass meine Kinder sich noch weitere geschwister wünschen, trotz der wenigen Zeit die ich für jeden einzelnen habe und auch oft genervt wirke und tatsächlich bin. Ich wünsch mich dann immer auf ne Insel (ja auch laut gesagt) .

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    1. Hallo,
      danke für Deinen schönen Bericht! Dann hat es ja bei euch alles wunderbar gepasst und sich gefügt. Und auf die Insel fahren wir einfach, sobald die Kinder etwas größer sind;)
      Liebe Grüße!

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