Sonntag, 4. Januar 2015

Überstanden

Wir haben es geschafft! 16 Tage überstanden! Mit Dunkelheit, Kälte und Schnee. Mit Weihnachtskoller und kleiner Kurzreise. Und seit gestern, man glaubt es kaum, bin ich ein miniklitzekleines Bisschen traurig, dass es vorbei ist. Naja, ich gebe zu, das wird wohl eher der Aussicht auf das baldige Ende zuzuschreiben sein. Aber das Gefühl, egal woher es stammen mag, ist trotzdem ganz nett. Weil ich es so gar nicht kenne.

Nach unserem schlimmen Weihnachtskoller sind wir ja ein paar Tage verreist. Das war eine sehr gute Entscheidung. Obwohl im Urlaub natürlich der gleiche Ablauf beibehalten wird wie zuhause, gab es insgesamt weniger Belastendes. Man glaubt gar nicht, was es ausmacht, wenn die Wäsche, das Putzen und der ganze organisatorische Krempel, den man zuhause hat, wegfällt. Dann geht man automatisch entspannter mit den Kindern um, wenn man nicht immer soviel im Hinterkopf hat, was noch zu erledigen wäre. Außerdem kommt uns im Urlaub häufig eine offene Wohnküche entgegen, da die Kinder sich in einem gemischten Koch-/ Wohn-/ Essbereich, wo sie uns immer sehen, viel wohler fühlen als zuhause in unseren separaten Zimmern.

Wir hatten zwei Tage wunderschönsten Schneefalls während unseres Kurztrips, an denen wir Schneemänner und -Iglus bauten, uns einen Schlitten ausliehen und ausgelassen Schlitten und Poporutscher fuhren sowie durch einen verwunschen aussehenden Wildpark spazierten/ schlitterten. Das hat uns allen total Spaß gemacht, viele Spannungen aufgelöst und wieder einmal gezeigt, dass gemeinsame außergewöhnliche Unternehmungen sehr wichtig für die gute Stimmung in einer Familie sind. Wir waren oft im Spielhaus unseres kleinen Ferienparks, im Schwimmbad planschen, haben eine Massage genossen und die Großeltern getroffen. Ein unschlagbarer Vorteil mit Kindern ist, wenn sie die Gegebenheiten schon kennen und mögen. Diesmal hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass sich beide Kinder an den Ferienpark erinnerten. Jedenfalls fühlten sie sich wieder total wohl. Naja, schließlich waren wir 2014 insgesamt 4x da...

Nach unserer Rückkehr machte ich noch ein paar Verabredungen aus und dann waren es ja nur noch 4 Tage. Heute nachmittag waren wir als schönen Abschluss zusammen im Kindertheater in "Hänsel und Gretel". Die Kleine hat sich leider sehr geängstigt, aber der Große fand es total klasse. Ich denke, wir werden zukünftig öfter mit ihm ins Kindertheater gehen. Er bekommt externe Anregungen für seine Phantasie und trainiert seine Geduld, seine Aufmerksamkeit und sein Gedächtnis. Ich muss sagen, ich hätte früher nie gedacht, dass sich dieses hyperaktive Baby/ Kind, das er lange Zeit war und ab und zu immer noch ist, eine Stunde oder länger hoch konzentrieren und still sitzen könnte. Das ist für mich unglaublich schön zu sehen.

Insgesamt sind die Geschwister in den 16 Tagen wahnsinnig zusammengewachsen. Mussten sie ja auch, hatten sie doch keine Kitabespaßung. Natürlich gab es täglich Reibereien, Kämpfe, Zickereien, Geschrei, Rumgetobe etc. Sehr laut und sehr nervenaufreibend für uns Eltern. Aber zwischendurch auch viele schöne, berührende, spaßige Momente. Sie haben angefangen, miteinander zu spielen. Es ist noch kein Rollenspiel o.ä., sondern Herumrennen, Fangen, Verstecken etc. Aber immerhin. Die Kleine spricht unglaublich viel mehr, singt Unmengen an Liedern und ist soviel bewusster geworden. Die Zwei-Wort-Sätze purzeln jetzt nur so. Und das Schönste und Rührendste war: seit 2 Tagen kuschelt sie sich beim Essen (sie sitzen zusammen auf einer Bank) an den großen Bruder, schlingt die Arme um seinen Hals, macht ein seliges Gesicht und murmelt etwas, das ganz deutlich nach "Hab dich lieb" klingt. Und er (der absolute Antikuschler!) genießt es und kuschelt sie zurück. Ich muss wirklich sagen, das waren die schönsten Momente in den letzten Tagen. Was einen Geschwister lehren, können Eltern nie vollbringen;)

Nun geht es morgen zurück in den Alltag und ich hoffe, wir können einige der schönen Momente und Gefühle mit hinüberretten. Für die Kleine war es die längste Auszeit seit ihrem Kitastart. Und wie der Große die Zeitdrucksituation am Morgen wieder verkraftet, werden wir sehen. Darauf vorbereitet haben wir die Kinder. Aber die Umstellung wird schon sehr groß sein. Genau wie für uns die Umstellung auf 16 Tage nonstop mit den Kindern;)

Kommentare:

  1. Irgendwie bestätigt dein Blogeintrag das, was ich immer fühle. Nämlich, dass Kinder am glücklichsten im Kreise der Familie sind v.a. wenn sie noch so klein sind. Sie brauchen die Aufmerksamkeit, Nähe und Liebe, die keine Kita ihnen geben kann und ausgeglichene Eltern, die sich Zeit für ihre Bedürfnisse nehmen. Es freut mich, dass ihr als Familie wieder mehr zueinander gefunden habt und am Ende noch eine schöne Zeit miteinander hattet!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sicherlich fühlen sich die Kinder zuhause im Schoße der Familie am wohlsten. So soll es ja auch sein. Auch fällt mir immer wieder auf, dass (zumindest meine) Kinder jedesmal Entwicklungssprünge machen, wenn sie längere Zeit mit uns verbringen. Und das liegt nicht nur an der intensiveren Perspektive auf sie, wenn man 24 h am Tag mit ihnen verbringt, sondern sind ganz objektiv sichtbare Fortschritte. Das war für uns schon immer schön zu sehen.

      Und trotzdem: abgesehen von meiner persönlichen Befindlichkeit, dass ich nicht ausschließlich Zeit mit meinen Kindern verbringen möchte, sondern am glücklichsten bin, wenn ich Zeit für mich (Arbeit, Freizeit, Hobbies) und Zeit mit den Kindern ausgewogen kombinieren kann, denke ich, dass Kinder in Betreuung auch viel lernen. Die Liebe und Nähe bekommen sie zuhause. Sozialverhalten und Anpassung und vieles andere mehr lernen sie in der Betreuung. Gerade für meinen Großen, der sich in der Kita so anders (vorbildlich angepasst) verhält als zuhause, ist die Gruppensituation wichtig (wenn sie ihn auch sicherlich manchmal überfordert, das will ich nicht bestreiten). Wir hätten ohne die Kita nie erfahren, wie hilfsbereit, vernünftig und selbstständig er sich verhalten kann. Das durchgehend positive Feedback aus der Kita gibt mir auch in den vielen zuhause schwierigen Situationen immer wieder die Kraft, das zu sehen, was ebenfalls in ihm schlummert. Auch ist er in der Kita sehr beliebt, was ihn sicherlich oft seelisch unterstützt, wenn es zuhause mal wieder viel Gegenwind für ihn gab. Ich denke, für ein hochsensibles Kind kann es eine schöne und wichtige Erfahrung sein, dass es ein Leben außerhalb der Familie mit ihren eingefahrenen Mustern gibt. Das sind einige unserer ganz individuellen Pro-Betreuung-Aspekte. Wie mit allen Dingen muss jede Familie das für sich selbst entscheiden.
      Liebe Grüße
      Frühlingskindermama

      Löschen