Freitag, 2. Januar 2015

Mamalobeshymne

Auf den letzten Drücker will ich nun auch noch zur #Momsrock Blogparade von Lucie Marshall beitragen, nachdem ich mir wochenlang das Hirn zermartert habe. Ich finde das Thema aber sehr wichtig und glaube, dass es mir gut tut, mal aufzuschreiben, was mich zu einer guten Mutter macht. Lob hört man ja als Mama doch leider viel zu selten und vieles wird für selbstverständlich genommen. Deshalb hier meine ganz subjektive Lobeshymne:

- Ich habe zwei Kinder zur Welt gebracht. Das zweite Kind sogar ganz allein (also mit Hebamme und Arzt, aber eben ohne Unterstützung, weil mein Mann unseren Sohn versorgt hat). Ja, das haben sicherlich viele, aber ich bin trotzdem nicht weniger stolz darauf. Ich habe eine traumatische Geburt verarbeitet und danach noch eine wunderschöne Geburt gehabt.

- Ich habe eine furchtbare Schreibaby-Zeit mit meinem Großen überlebt. Und das umfasste nicht nur wenige Wochen, sondern das gesamte erste Babyjahr war für mich die Schreibaby-Zeit. Ich sage nicht, dass es keine Spuren in meiner Seele hinterlassen hat, aber ich habe es überstanden.

- Ich habe mich von Beginn an auf die Suche nach Erklärungen für sein spezielles Wesen begeben, um ihn besser zu verstehen und dadurch auch adäquater mit ihm umgehen zu können. Ich habe Unmengen an Literatur über Hochsensibilität gelesen, tausche mich dazu viel in der virtuellen Welt aus und das hilft mir oft weiter.

- Ich habe immer versucht, meine Kinder, vor allem den Großen, behutsam an für sie problematische Dinge heranzuführen. Zum Beispiel bin ich, was das Abgeben an die Großeltern angeht, was ich mir eigentlich schon viel früher, viel öfter und länger gewünscht hätte, Schritt für Schritt vorgegangen und habe den Großen lange Zeit nur stundenweise, dann mal von morgens bis abends und erst mit 3 Jahren, als ich die innere Überzeugung hatte, dass er reif genug dafür ist, zum Übernachten zu den Großeltern gegeben. Und es hat sich als erfolgreich erwiesen.

- Ich habe ein kleines soziales Netz aufgebaut und pflege es, damit wir einerseits ab und zu eine Entlastung haben, andererseits aber auch der Große als tendenzieller Einzelgänger lernt, wie Freundschaften funktionieren.

- Ich habe (für mich unglaublich) viele Abstriche hingenommen, was Ordnung, Sauberkeit, Struktur, Unternehmungen, Privatsphäre etc. betrifft. Und trotzdem beharre ich standhaft auf den wenigen Aspekten, die realistischerweise durchzusetzen sind.

- Ich reflektiere mich permanent, korrigiere mein Verhalten, wenn nötig, versuche mich auszutauschen, um meinen Weg zu finden und den Kindern in ihren individuellen Gegebenheiten gerecht zu werden. Ich bin empathisch, verständnisvoll, gerecht und bedauere und bereue es sehr, wenn die Nerven mal wieder dünn sind oder reißen. Ich zeige nicht nur meine Gefühle, sondern will meinen Kindern auch den konstruktiven Umgang damit beibringen.

- Ich versuche, für mich und meine Bedürfnisse zu sorgen, damit ich gut für meine Kinder sorgen kann. Das heißt auch manchmal, egoistisch auf Auszeiten zu bestehen und etwas für mich selbst zu machen. Im Endeffekt kommt das meinen Kindern zugute, weil ich dann ausgeglichener, geduldiger und verständnisvoller bin.

So, das war eine kleine Auswahl an Punkten, die mir wichtig sind. Und wenn ich mal wieder an mir und an allem zweifle, werde ich diesen Text hervorkramen und als kleine seelische Stärkung konsumieren. Macht ihr auch mit?

#MOMSROCK oder “Sie machen das wirklich gut!”

1 Kommentar:

  1. Das sind wirklich wichtige Punkte, die da du erwähnst. Du kannst mit Recht stolz auf dich sein.

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